Daumen-k-Werte für Decken

Diskutiere Daumen-k-Werte für Decken im EnEV 2002 / 2004 / 2007 / 2009 Forum im Bereich Bauphysik; Grüssgottle, kann mir jemand ungefähre k-Werte für Decken 1. Kellerwand, 2. Kellerdecke, 3. EG-Decke, 4. Dach nennen, die bei der...

  1. enev

    enev Gast

    Grüssgottle,

    kann mir jemand ungefähre k-Werte für Decken

    1. Kellerwand,
    2. Kellerdecke,
    3. EG-Decke,
    4. Dach

    nennen, die bei der Erstellung eines Niedrigenergie-Hauses anvisiert werden sollten.

    Bei mir: ca. 130qm, Teil-Wohn-Betonkeller, 0,11-lambda-Ziegel 36,5cm, 1,1-lambda-Fenster.

    Habe etwas von 0,3 k-Wert für Kellerdecke gelesen.

    Interessant wäre für mich ein typische anvisierte Werte und auch ein denkbare Minimalwerte.

    Dankeschön!
     
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  3. Bruno

    Bruno

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    Niedrigenergiehaus ist ein Begriff aus Zeiten der alten Wärmeschutzverordnung (Häuser, die die Anforderungen um 25% übertrafen). Seit 2002 gilt die EnEV mit um ca. 30% verschäften Anforderungen. Alle Häuser, die die EnEV erfüllen, sind Niedrigenergiehäuser. Der k-Wert heißt jetzt U-Wert. Die EnEV stellt keine Anforderungen an einzelne Bauteile sondern an die Gesamtenergiebilanz. Werte, die ich in diversen Nachweisen stehen habe:

    Außenwände 0,2 bis 0,4
    Dach 0,2 bis 0,4
    Bodenplatten und Kellerdecken zu kalten Kellern 0,3 bis 0,8

    Es kommt darauf an was man erreichen will: hohe Baukosten und niedrige Verbrauchskosten oder niedrige Baukosten und höheren Verbrauch. Im zweiten Fall rechnet man das Bauwerk an die Grenzwerte der EnEV ran.

    Bei ausgebautem Dach und beheiztem Keller bestehen keine Anforderungen an die Keller- und EG-Decke, da innerhalb des beheizten Bereichs.
     
  4. Douny

    Douny

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    Hi,
    diesen Thread muss ich nochmal anfassen.
    Bruno schreibt: ..beheiztem Keller bestehen keine Anforderungen an die Keller- und EG-Decke, da innerhalb des beheizten Bereichs.

    Wird der komplette Keller als beheizt angesehen, wenn 1 Raum beheizt wird (Begriff Raumverbund der ENEV) ? Beispiel: Direkt über den Wohnungsflur zugänglicher Keller eines Hauses mit beheiztem Hobbyraum und nicht beheizten Vorratsraum und Waschraum.
    Oder wird in diesem Fall jeder Kellerraum einzeln betrachtet, so dass nur die Kellerdecken der nicht beheizten Räume gedämmt werden müssen.

    Und die zweite Frage geht im Gegensatz zur obigen nicht in Richtung ENEV-Vorschriften, sondern in Richtung persönlicher Meinung: Ist es sinnvoll/ratsam, in obigem Beispiel die Kellerdecke der genannten Räume zu dämmen ? Ich steht gerade vor der Frage, ob eine Dämmung zwischen Kellerwaschraum und darüberliegender Küche sinnvoll ist. Wenn ja, sollte die Kellerdecke unten direkt gedämmt werden (also im Waschraum) oder oben (also unter dem Estrich in der Küche) ?

    Gruß,
    Douny
     
  5. bauhexe

    bauhexe

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    hallo douny,
    die Keller die teils beheizt und teils nichtbeheizt sind sind wirklich etwas problematisch. ich gehe davon aus, dass du die gesamte gebäudehülle, kellerhüller, von außen dämmst und auch der kellerboden komplett gedämmt wird. in diesem fall könnte man den keller als raumverbund betrachten und davon ausgehen, dass auch die nichtbeheizten räume über den raumverbund, z.b. offene türen, mitbeheizt werden, da sie auch in der thermischenhülle liege.
    ich würde dir für diesen recht häufigen fall raten, die kellerdecke auch etwas zu dämmen, obwohl sie in der berechnung nicht angesetzt wird. solltest du z.b. eine fb-heizung einplanen, ist die dafür erforderliche dämmung sicherlich ausreichend, ansonsten steht die einfache überlegung an:
    - wie groß ist der anteil der beheizten räume im keller?
    - werden diese immer beheizt?
    - welche räume liegen über dem beheizten keller?
    - kleine kinder die auf dem fb spielen,
    - frauen haben schnell kalte füße, ist es bei euch auch so?
    - habt ihr ein offenes treppenhaus, dann dollte in diesem bereich der keller auf jeden fall einen heizkörper bekommen ( >>raumverbund zu anderen räumen im kg ist dann wieder gegen), sonst hat man in der heizperiode immer den drang alle türen zu schließen, weil es vom treppenraum kalt reinzieht.
     
  6. Douny

    Douny

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    @bauhexe:
    Superschnelle Antwort, die auch genau auf meine Fragen abzielt.

    Es ist wirklich so, dass der komplette Kellerboden gedämmt ist (Normalerweise 6 cm WLG35) und auch die Kellerwände aussen gedämmt sind.
    Ich habe 4 Räume im Keller: Hobbyraum (mit Heizkörper), Heizraum, Waschraum und Vorratsraum (letztere 3 haben keinen Heizkörper). Deckungsgleich mit Heizraum und Hobbyraum liegt darüber das Wohnzimmer. Über dem Waschraum liegt die Küche. Über dem Vorratsraum ein kleines WC und Flur.
    Im EG sollen (weiß ich aber jetzt nicht 100%-ig) 2,5cm WLG40 und 3cm Trittschalldämmung unter den Estrich.

    So, und jetzt bin ich am überlegen, ob ich in folgenden Bereichen eine andere Dämmung verlegen lassen soll:
    a) Im Hobbyraum, da man sich hier ja ab und zu mal längere Zeit aufhält. Hier stell ich mir vor 4cm WLG35 und darauf 2cm WLG25(PUR alukaschiert).

    b) In der Küche anstatt 2,5cm WLG40 nun 2,5cm WLG25 (wieder PUR alukaschiert). Grund: Darunter liegt der unbeheizte Waschraum, der sicherlich realtiv häufig gelüftet wird, damit der Wasserdampf raus kann, folglich also auch nicht allzu warm sein wird. Ferner plane ich einen Fliesenboden in der Küche, der erfahrungsgemäß doch recht kalt sein wird.

    Diese 2 Vorstellungen von mir sind unabhängig von irgendwelchen ENEV-Berechnungen bzw. -Vorschriften. Ich glaub einfach nur, dass ich damit besser fahren werde.
    Vielleicht hat hierzu noch irgendwer eine Meinung (vielleicht auch gleich Bauhexe :-) ) ? Übertreib ich oder könnt ich noch was besser machen ? Wenn die bessere Dämmung nicht soviel teurer wäre, würd ich mir natürlich keine Gedanken machen :p

    Gruß,
    Douny
     
  7. Bruno

    Bruno

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    Zur Abschätzung des Effekts:

    Hobbyraum: der Ersatz von 2 cm WLG 035 durch 2 cm WLG 025 spart 0,3 Liter Heizöl pro m2 und Jahr und erhöht die Bodentemperatur um 0,1 Grad.

    Küche: der Ersatz von 2,5 cm WLG 040 durch 2,5 cm WLG 025 spart 0,6 Liter Heizöl pro m2 und Jahr und erhöht die Bodentemperatur um 0,3 Grad.
     
  8. Douny

    Douny

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    @Bruno: Danke.

    Hm, das hört sich ja nicht nach einer rentablen Investition an. Dachte eigentlich, dass die Auswirkung größer sei.

    Darf ich mal fragen, wie sich diese Werte entwickeln, wenn man
    a) im Keller 6 cm WLG35 durch 6cm WLG25 ersetzt
    b) in der Küche 6cm WLG40 durch 6cm WLG25 ersetzt

    c) ganz neu: im Keller 6 cm WLG37 durch 6cm WLG25 ersetzt ?

    Wird die Verwendung von besseren Dämmungen allgemein überbewertet ? Ist etwa nur wichtig, dass überhaupt eine verwendet wird ?

    Gruß,
    Douny
     
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  10. Bruno

    Bruno

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    a)
    6 cm 035: U=0,49; Ti=18,8° (bei Raum +20°, Erdreich +10°)
    6 cm 025: U=0,37; Ti=19,1°
    Heizölersparnis: 0,12*10*0,4 = 0,5 Liter/m2 und Jahr

    b)
    6 cm 040: U=0,56; Ti=18,2° (bei EG +20°, Keller +5°)
    6 cm 025: U=0,37; Ti=18,8°
    Heizölersparnis: 0,19*10*0,6 = 1,1 Liter/m2 und Jahr

    c)
    6 cm 037: U=0,51; Ti=18,8° (bei Raum +20°, Erdreich +10°)
    6 cm 025: U=0,37; Ti=19,1°
    Heizölersparnis: 0,14*10*0,4 = 0,6 Liter/m2 und Jahr

    Die ersten cm Dämmung sind die effektivsten. Kellerboden ungedämmt:
    U= ca. 3,4; Ti=13,4° (bei Raum +20°, Erdreich +10°)
    Heizölersparnis mit 2 cm 040: 2,1*10*0,4 = 8 Liter/m2 und Jahr
    Heizölersparnis mit 6 cm 040: 2,9*10*0,4 = 12 Liter/m2 und Jahr
     
  11. Douny

    Douny

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    @Bruno: Vielen Dank !! :winken
    Das Geld für die Mehrdämmung spar ich mir jetzt und investier's an anderer Stelle :D
     
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