Dazulernen ist lebenslänglich

Diskutiere Dazulernen ist lebenslänglich im Sonstiges Forum im Bereich Sonstiges; Überraschend ist letzten Monat das beste passiert, was für meine Arbeit passieren kann: mein Bekannter der mir das Fliesenlegen beigebracht hat,...

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  1. caauoo

    caauoo

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    Überraschend ist letzten Monat das beste passiert, was für meine Arbeit passieren kann: mein Bekannter der mir das Fliesenlegen beigebracht hat, ist nach über 2 Jahren im Ausland hierher zurückgekehrt. Er will einige Monate hier bleiben und geht dann wieder weg.

    Hat hier eine sehr gute Reputation, hat sofort Aufträge bekommen, inklusive direkt von oder auf Empfehlung von früheren Kunden, überwiegend reiche Leute mit bestem Material, hält sich nicht mehr mit Sozialwohnungen, Einfamilien-Reihenhäusern usw auf.

    Hat mir gesagt, immer wenn ich Zeit habe und will, nimmt er mich zu seiner Arbeit mit; ich soll zunächst nur seiner Arbeit zugucken, den Schnabel halten, mich nicht um seine Gehilfen kümmern, und dann einzelne Arbeitsgänge ausführen, er korrigiert mich dann sofort, sodaß ich alles korrekt lerne.

    Ich arbeite ja nun schon gut, ich würde sagen besser als 80% des Pfuschs den ich alltäglich überall sehe, und habe mich auch die 2 Jahre über ganz gut durchgeschlagen, nie Probleme mit Kunden gehabt (mit Ausnahme eines Totalschadens, den ich aber absichtlich passieren lies). Einschließlich komplizierten Sachen, bei denen ich durchaus sagen kann, daß sie hier nur wenige können.

    Aber jetzt hab' ich gesehen, das ich eigentlich gar nichts kann und noch viel lernen kann. Und das will ich im Prinzip auch.

    In den letzten Tagen hab ich sehr viele kleine aber wichtige Ticks gelernt, zBsp wie man noch wenige mm breite Streifen großer Platten ritzt und bricht ohne daß sie zerbrechen; wie man sehr sauber mit dem Winkelschneider schneidet, wie man schnell und ganz exakt komplizierte Schnittprofile markiert und schneidet, usw usf

    Insbesondere arbeitet er sehr gut und schnell, mit einem Gehilfen macht er tgl. durchschnittlich ca. 100 m² Estrich, sehr sauber , glatt und eben, einschließlich sofortigem Verfliesen (durchschnittlicher Kompliziertheit / Schneidanfälligkeit an Rändern, Material am Ort usw), allerdings ohne Fugen die er nie am selben Tag macht weil das nicht gut sei. Bei mir hapert es besonders an der Geschwindigkeit, mit meinem Gehilfen werden es grade mal 25 - 35 m² . Dabei hab ich in den letzten Tagen nur zugeguckt, und schon analysiert warum das bei uns so langsam ist, ab dieser Woche soll ich das dann auch mit ihm praktizieren nach seire Art um gleich Übung zu erwerben.

    Es ist sehr wichtig zu wissen und beruhigt mich sehr, daß er sagt, das ist normal am Anfang das alles langsam geht, und wird dann nach jahrelangem Wiederholen schneller und besser. Ich hatte bisher Zweifel, ob man um rentabel zu arbeiten, pfuschen und 'irgendwie' schnell arbeiten muß, wie ich es oft hier sehe. Er sagt, auf keinen Fall; ich soll immer bestmöglichst arbeiten, schneller wird das dann automatisch. Ich soll und will mich, wie er, besonders auf reichere Kunden konzentrieren die erstklassige Arbeit wollen und auch gut bezahlen, statt auf billige Massenproduktionen.

    Komischerweise schaffen es aber die größten Murkser die ich hier so kenne, immer wieder, Kunden zu finden, während ich und mein Gehilfe oft nix finden. Mein Bekannter meint, das gibt sich, wenn wir hier auch schon langjährig gearbeitet haben und 'bekannt' sind.

    In der letzten Zeit habe ich angefangen schlampig aber schneller zu arbeiten. Während ich anfangs ausnahmslos alles mit Plastikkreuzen gemacht habe, und das iA auch sehr gut wurde, habe ich in der letzten Zeit versucht ohne denen zu arbeiten, weil mich manche auslachten das sei nicht professionell. Außerdem habe ich es einreißen lassen, auch große Wandkacheln von oben nach unten zu setzen, weil das deutlich schneller geht. Mein Bekannter sagt mir, ich soll bei entsprechend guten / gleichgroß geschnittenen Fliesen und Kacheln immer Kreuze verwenden einschließlich Wände von unten nach oben verfliesen, nur minderwertigere Kacheln von oben nach unten. Und immer den Boden vor den Wänden verfliesen.

    Er selbst setzt aber alle, auch große und hochwertige, Bodenfliesen ohne Kreuze und alles wird sehr sehr grade und plan, nimmt nur bei schweren Wandfliesen Kreuze oder Stücke des Plastikbandes was um die Verpackungen war.

    Zur Planheit benachbarter Fliesen und Kacheln, soweit gutes Material, setzt er sie erst direkt aneinander, korrigiert so genau die Planheit, und verschiebt sie erst dann um die Breite der Fugen einschlieslich Einfügen der Kreuze o.ä. bei Wandfliesen.

    Bezüglich der Strategie der Reihenfolge der Verfliesung, hatte ich manchmal Probleme, daß sich die Fugen nicht mehr genau getroffen haben, wenn ich zBsp in einem Raum erst die Mittellinie(n) vorwärts bis Erreichen der hinteren Wand, von dort dann dazu vertikal Zeile für Zeile gesetzt habe. Er sagt, man soll möglichst wenig rechte Winkel schlagen und erzwingen, stattdessen zur Seite der Mittellinie hin Linie für Linie setzen bis zu den seitlichen Wänden.


    Bevor er wieder geht und wohlmöglich nicht mehr wiederkommt, lern ich jetzt mal maximal viel von ihm, und mach erst mal alles entsprechend; später kann ich dann mit eigenen 'Verbesserungen' beginnen.
     
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  3. #2 toxicmolotow, 15. Dezember 2014
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    Und was willst du uns mal wieder mit dieser Wall of Text sagen?

    Zieht nen Zaun um die Fliesenleger und hängt ein Schild dran: "Bitte nicht füttern!"

    Warum machst du dir diese Mühe, solch leere Worthülsen in Form zu pressen und hier zusammenzusetzen?

    Naja, man weiß es nicht.
     
  4. caauoo

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    Ich persönlich sehe zur Zeit, daß es sehr wichtig und nützlich ist, selbst wenn man meint und alltäglich sieht das man vergleichsweise gut arbeitet, immer die Bereitschaft haben muß, dazuzulernen.

    Denn ich habe mittlerweile diverse alteingesessene 'Spezialisten' kennen gelernt, die meinen, das nicht nötig zu haben.

    Und die genau deswegen am laufenden Band Pfusch und Bauschäden produzieren ...

    Ich habe auch schon oft gehört, daß verschiedene ältere Fliesenleger, die heute nur Murks machen, fruher gut gearbeitet hätten. Ich hab darüber schon oft nachgedacht - ob das vielleicht wegen Nachlassen des Sehvermögens, der Knochen usw im Alter kommt ?? Aber ich komme zunehmend zu der Meinung, daß es eher zunehmende Nachlässigkeit und Starrsinn sind. Statt zBsp unten eine Latte an die Wand zu nageln für die erste Reihe, wird einfach irgendwas wackelig untergelegt; alles wird nur noch oberflächlich gemacht. Und, Wahrnehmunge werden nicht mehr registriert, die Arbeitsweise Anderer wird nicht mehr registriert und davon gelernt.

    Ich halte es für sehr wichtig für jeden der ein guter Professioneller sein will, das zu analysieren, und daraus Konsequenzen zu ziehen, um so ein eigenes trauriges 'Ende' zu vermeiden.



    Wie gesagt, hab ich schon oft gehört, "Professionelle Fliesenleger benutzen keine Plastikkreuze". Und genau diehenigen die das sagen, produzieren den größten Murks !!

    Umso interessanter ist es, zu beobachten, daß mein Bekannter, der wirklich beste Arbeit hier leistet und beste Reputation hier hat, durchaus solche Hilfsmittel benutzt, und sich dafür auch nicht schämt bzw das versteckt.

    Und er sagt auch, mich nicht davon in meiner Arbeitsweise beeindrucken oder frustrieren zu lassen, wenn welche sagen, ich würde langsam arbeiten. Ich soll auf jedem Fall immer gut arbeiten, Schnelligkeit und bessere Fertigkeit kommt erst durch langjährige Tätigkeit. Zumindest wenn man sich auch des o.g. Problems bewußt ist und es vermeidet.


    Über diese Punkte habe sicherlich nicht nur ich schon oft nachgedacht. Ich hatte sogar mal eine Art Krise, und gedacht, das ich wegen der Lahmheit zu doof oder ungeeignet für diese Arbeit bin, und hätte fast aufgehört. Aber mein Bekannter sagt, nein, das sei ganz normal so.


    Jedenfalls wollte ich diese Erfahrungen mal hier mitgeteilt haben.

    In meinen post sind aber auch noch andere Hinweise zur (vermutlich günstigsten) technischen Durchführung einzelner Arbeitsgänge erwähnt
     
  5. bernix

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    ....die Erkenntnis, dass man nie auslernt, ist schon mal lobenswert.

    Jetzt fehlt noch die Erkenntnis, dass es einige wenige begnadete Handwerker gibt, an deren Leistung man auch mit sehr viel Üben nicht herankommt.
    (Ich denke da zB an unseren Küchenmonteur, der eine Abstandsleiste zwischen 2m Kühlschrank und Wand mit der Stichsäche freihand so gerade geschnitten hat, dass kein unterschiedlicher Abstand zu sehen ist!)

    Wenn du also an die 100m² nicht annähernd herankommst, kann das mehrere Gründe haben.
    Neben den fehlenden fachlichen Qualitäten kann das Problem auch im Bereich Team und Teamführung liegen.
     
  6. caauoo

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    Was unsere bisherige Langsamkeit beim Estrich angeht, so weis ich jetzt, daß sie durch die folgenden Gründe bedingt war:

    Wir dürfen nicht den Mörtel im Raum selbst mischen, wie es viele Leute machen , sondern außerhalb und schon fertig hinbringen und -schütten. Das vermeidet Platzmangel in kleinen Räumen, dauerndes Verschieben des Materiales zum noch freien Platz und nur schrittweises Auftragen der Kontaktschicht, insbesondere aber Vermeiden daß unten immer etwas Sand bleibt wo der Estrich dann nicht gut haftet und hohl klingt.

    Also bei zwei Arbeitern nicht beide erst mal mischen und dann den Estrich abstreichen, sondern einer mischt und bringt den Estrich, der andere beginnt schon gleich im hinteren Teil des Raumes mit dem Estrich.

    Nicht das englische Verfahren anwenden, mit Rohren oder Flacheisen als Führung über dann man dann den Estrich abstreicht, sondern das portugiesische Verfahren, erst in Ecken und Rändern nivellieren und glätten, dann von dort aus abstreichen ohne die Ränder mit Mörtel zu verschmutzen oder durch dortiges "Eingraben" des Richtscheits zu unebnen. Das ist etwas schwieriger zu lernen, aber viel schneller und besser

    Beim sofortigen Verfliesen vorwärts arbeiten, also unmittelbar auf die gerade gelegten Fliesen treten, in Richtung des noch nicht verfliesten Bereichs schauen, und vorwärts die nächste Zeile Fliesen legen usw, statt rückwärts zu arbeiten also Bretter o.ä. auf dennoch nicht verlegten Estrich legen, in Richtung des schon verfliesten Bereichs schauen um daran die nächste Zeile legen, wobei man dann mit allem Material auf den Brettern balanciert und sich gegenseitig auf die Füße tritt. Einer macht und verstreicht die Kontaktschicht, der andere holt und legt sofort die Fliesen.

    Also eine Mischung von guter Arbeitsteilung und ökonomischer Bewegung und Vorgehensweise
     
  7. bernix

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    ..noch mal zum Verständnis: Der Zweimanntrupp macht 100qm Estrich (65mm?) und verlegt dann gleich die Fliesen auf den noch nicht ausgehärteten Estrich?
    Das Ganze an einem Tag und am nächsten Tag wird verfugt?
     
  8. #7 wasweissich, 16. Dezember 2014
    wasweissich

    wasweissich Gast

    die überschrift ist ungefähr so unwahr ,wie 1+1=2

    nicht desto trotz lassen mich die ellenlangen wirren einlassungen zweifeln ob ein nahezu unendliches leben ausreicht , um genug zu lernen.....
     
  9. #8 SteveMartok, 16. Dezember 2014
    SteveMartok

    SteveMartok Gast

    Ich habe noch nie derartiges gehört....den Estrich einbringen, dann direkt auf den frischen Estrich drauf fliesen (so richtig mit Fliesenkleber und allem???) und dann auch noch von vorn nach hinten anfangen zu fliesen, indem die gerade frisch verlegten Fliesen betreten werden? Irgendwie schwer vorstellbar...?!?!

    Der ganze Psalm hier aus #1 liest sich sehr merkwürdig...eher wie eine Art Buch für verkappte Motivationstrainer im Fliesenhandwerk...
     
  10. Mosaik

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    Geht schon, Dickbettverlegung, macht man hier und heute eher selten, oder Rüttelböden, da läuft man auch auf den Fliesen, mit speziellen Schuhen.
     
  11. caauoo

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    bsp-4.jpg bsp-3.jpg bsp-2.jpg bsp-1.jpg bsp-0.jpg

    Ich habe das von den falschen Leuten falsch gelernt:

    a) statt auf Brettern auf dem Estrich 'rückwärts' Zeile für Zeile verlegen, wie im Foto, wobei sich 2 Arbeiter gegenseitig behindern und auf den Brettern balancieren (hier incl. um die 80 cm Fliesen, Eimer mir Kontaktschicht usw herzubringen), muß man auf den gerade verlegten Fliesen laufen und 'vorwärts' arbeiten

    b) Statt mit Lehren zu arbeiten, hab ich jetzt gelernt den Estrich ohne zu glätten, vom Rand aus nach innen arbeiten

    c) Mörtel nicht im raum mischen, nicht gut, behindert die Kontaktschicht unterm Estrich, sehr zeitaufwendig dauernd auf noch freie Stellen umzuladen, Mörtel wird nicht gut gemischt

    Diese drei Fotos also, wie man unökonomisch und deshalb langsam arbeitet, lern jetwt zie besser und schneller

    d) Treppen nicht oben, sondern unten anfangen, für jede Stufe ein Brett hinstellen, die Frontfliesen daran anlehnen, alles mit Mörtel auffüllen, glätten, Zement mit Wasser drauf streichen, sofort die Trittfliese drauf, gleich auf die neue Stufe treten um die nächste zu machen, problemlos bei Gebäuden wo dauernd Leute über die halbfertige Treppe rauf- und runterlaufen. Das hat mir allerdings mein Bekannte schon per e-mail beigebracht, hab ich also sofort richtig gelernt (nur falsch bei anderen Leuten gesehen, bevor ich selbst meine erste Treppe machte), Foto eine meiner ersten Treppen
     
  12. caauoo

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    banh1-9.jpg bad-mj-6.jpg bsp-5.jpg
    Probleme hab ich noch mit kleinen Fliesen. Mein Bekannter der sich vor Aufträgen kaum noch retten kann, hat mir und meinem Gehilfen gestern ein Bad gegeben, da war die Wand mit kleinen Fliesen zu machen. Das ist schwierig, und wird nie gut. Kleine Fliesen sind selten, und hat mir mein Bekannter noch nicht beigebracht. Große Fliesen dagegen hab ich schon oft benutzt, die gehen schnell und werden immer sehr gut. Siehe Fotos.

    Nachdem das fertig war, bin ich zum Bekannten gefahren, der hat den oberen Teil eines, und Schnitte eines anderen Bads fertig gemacht , beim letzten Fliesen 50 x 90 cm, sehr gute Arbeit, und habe ihm zugesehen wie er alles exakt plan und gerade macht, und sonstige Details, zBsp schneidet er Löcher von der Hinterseite aus, das war extrem lehrreich.

    bsp-8.jpg bsp-9.jpg

    Morgen macht er eine größere Fläche, mit Kacheln 30 x 30 , er will mich das machen lassen und nur zusehen und korrigieren, damit ich mir das sofort einpräge.

    Er will schon Ende des Monats zeitweilig nach Brasilien und im Februar endgültig nach Portugal zurück reisen, und weiss nicht, ob und wann er wiederkommt, daher muß ich die Gelegenheit maximal nutzen daß er mir was beibringt. Denn das Meiste was ich von anderen Leuten gelernt habe, ist nicht gut
     
  13. caauoo

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    Mein Bekannter war heute ganz entsetzt als er meine Arbeit mit kleinen Fliesen gesehen hat, meinte er überträgt mir vorläufig nichts mehr, vielmehr soll ich jetzt jeden Tag mit ihm kommen, gucken und auch sofort nachahmen wie er arbeitet, um bevor er wieder wegreist noch einen Intensivkurs Fliesenlegen zu erhalten. Wunderbar !!
     
  14. Wieland

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    Hallo caauoo, dein Beitrag zeigt, daß es noch Leute gibt die sich für das Handwerk des Fliesenlegers begeistern können.
    Es ist nicht wichtig für reiche Leute zu arbeiten, sondern den vereinbarten Lohn für seine Arbeit zu erhalten.
    Die erbrachte Leistungen sollten in jedem Fall einwandfrei sein.
    Sofern dir dein Bekannter nicht mehr mit Rat und Tat zur Seite stehen kann, gibts bestimmt auch in Frankreich, die
    Möglichkeit entsprechende Lehrgänge, bei annerkannten Institutionen zu absolvieren. Bis dahin viel Glück, bei deinem
    Weg zur Meisterschaft.


    Grüße aus Bürstadt
     
  15. kappradl

    kappradl Gast

    Kann ich verstehen. Hast du Flesenleger gelernt?
     
  16. caauoo

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    Nur bei ihm. Er hat mir auch alles beigebracht, was während seiner Arbeit vorkam. Nur, halt immer große Wandfliesen, nie kleine, weil er fast nur Arbeiten besserer Qualität / besserem Material annimmt (so hat er mir ja auch diese kleine Arbeit überlassen, während er woanders bessere macht). Schadet aber nichts, daß er gesehen hat, was mir noch fehlt und ich unbedingt lernen muß. Ich will auch alles lernen und versuche gut zu arbeiten. Naja, heute beginnt ein Crash-Kurs
     
  17. bento

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    @caauoo:
    Das, was dein "Bekannter" da gemacht hat, hört sich nicht nach regulärer selbstständiger Tätigkeit an und bei dir kann ich das auch nicht erkennen. Falls dir das Fliesenlegen mehr gefällt als die Raumausstattung, solltest du es von der Pike auf lernen, damit du nicht nur Ausführungstechniken sondern auch Planungshintergründe beherrscht. Was nützt es, wenn du zwar die Bodenfliesen in einer Küche perfekt verlegt hast, aber dafür die Anforderungen an die Rutschfestigkeit nicht eingehalten werden?
    Zumindest in der Meisterschule lernt man auch etwas über Angebote erstellen, Auftragsabwicklung, Rechnungsstellung, Buchführung, Steuern, Personalbeschäftigung, Arbeitssicherheit, etc.

    100 m² Estrich per Hand angemischt und eingebracht und anschließend mit Bodenfliesen belegt.......und das alles mit 2 Personen............das ist doch jetzt ein Fake, oder? Da würde ich gerne mal zuschauen!!
     
  18. Gast943916

    Gast943916 Gast

    liest sich, als wenn er nur einen Dummen sucht der für ihn die Mistarbeiten macht
     
  19. Mosaik

    Mosaik

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    Soweit ich verstanden habe, arbeitet caauoo irgendwo in der Karibik!?
     
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  21. #19 caauoo, 21. Dezember 2014
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 21. Dezember 2014
    caauoo

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    Beim Fliesenlegen ist relevant, daß man für den Gebrauch adäquade oder vom Benutzer gewollte Fliesen idR gradlinig, eben, und dauerhaft gut haftend anbringt. Wo dies nicht erfolgreich war, sind evtl. sonstige Nebenbedingungen wie Wärme- , Schalldämmung usw usf irrelevant.

    Daher mus ich vorrangig das lernen.

    Gestern hat er mir beigebracht, wie man Wandfliesen gut plan kriegt. Regelmäßige Fugen bekommt ein Teil der Pfuscher noch hin, aber sehr plane Verlegung der Fliesen / Kacheln sieht man selten, oft findet man Überzähne.

    Die Fotos unten von der Seite her aufgenommen, an den Fugen (2 mm breit) sieht man daß die Kacheln sehr eben verlegt sind. Den Boden hat er auch gemacht, auf frischen Estrich, ebenfalls sehr eben und gerade , gleichmäßige Fugen (ohne Plastikkreuze), das habe ich letzte Woche gelernt wie man das gut eben kriegt

    seitlich-1.jpg seitlich-2.jpg


    Vielen Dank für die Hinweise. Über all dies denke ich tatsächlich sehr intensiv nach. Ich hab in meinem Leben schon sehr viele unterschiedliche Sachen auf sehr unterschiedliche Art gelernt und gearbeitet.

    Zum Bau sowohl von der theoretischen Seite her etliche Grundlagen, als auch von der praktischen Seite her einschließlich viel eigener Arbeit, neben Hang zur Gestaltung. So hab' ich fast allein zumindest im Rohbau mein eigenes Haus erweitert und daneben noch ein zweites kleines Haus mit Obergeschoß, allem Dachgebälk inkl. Fenstern usw gebaut. Dabei hat sich im Laufe der Zeit meine Wertgebung zunehmend zur praktischen Richtung hin verschoben.


    Der Bekannte hatte immer einen Nachbarn besucht, und ich hab jahrelang gedacht der würde Drogen verkaufen oder nachts Leute ausrauben, denn er hatte scheinbar genug Geld. Das hat er wohl gemerkt, und an einem Wochenende gesagt ich könnte ja mal gucken was er arbeitet. Die Arbeit hat mir sofort sehr gut gefallen, und ich habe begonnen ihm zu helfen (im geringem Umfang wie er mich lies), auch bei weiteren Arbeiten. Schnell hab ich bei seiner Arbeit, der Art Aufträgen reicher Kunden, Aussagen anderer Handwerker die ihn oft für komplizierte Details riefen, vollzeitlicher Auslastung und gutem Verdienst (meist 3-7 Tsnd. Euro p.m.) gemerkt, daß er auch besten Ruf hat. Er hat das Fliesenlegen vor über 20 Jahren als Jugendlicher im Betrieb seines Onkels gelernt. Inzwischen hatte er aber nach ca. 10 Jahren die Geduld mit der kaputten fanzösischen Imigrationspolitik (XXXXX erhält Papiere aber anständige Leute nicht) verloren, und ist ca. 2 Jahre nach Portugal gegangen und jetzt mit Papieren zurückgekommen.

    In der Zwischenzeit habe ich versucht, bei Arbeit mit anderen Leuten die Lücken zu füllen, aber dabei hab ich nur Murks und Pfusch gesehen, überwiegend von eingetragenen Zunft-Angehörigen, und noch mehr die Arbeit vom Bekannten gewürdigt. Andererseits aber kann man sich gute Arbeit wirtschaftlich nur leisten, wenn man außer sehr gut auch sehr schnell arbeitet wie er.

    Ob man seine oder meine Arbeit als "regulär" bezeichnen kann, hängt davon ab, wen man als legitimiert ansieht dies zu reglementieren. Die Kunden jedenfalls wollen sehr seine Arbeit; Frankreich 'liberalisiert' jetzt auch viele Berufe; wir haben schon längst in England eine Ltd. registriert; könnte ambulante Auftragannahme an Baustellen bei übergeordneten Firmen / Nicht-Privaten genehmigungs- oder gewerbescheinfrei und dann nach dem Recht eines der Mitgliedstaaten auch in ganz Europa grenzüberschreitend als freie Service-Zirkulation ausführbar sein; das mögen Juristen entscheiden. Besser wäre es aber, und wir lassen es auch so, wenn es Schwarzarbeit wäre, die in Fankreich nur für den Auftraggeber und Nutznießer bis hoch zum Baumeister und Eigentümer verboten ist, jedenfalls zeigen wir nichtzahlende Kunden meist an.

    Und, das Handwerk will sowieso nicht ausbilden, die erwarten alle schon fertig ausgebildet.

    Dagegen ist es nicht seine Art, jemanden inkl. mich auszunutzen. Er hat mir die kleine Arbeit gegeben, weil ich an dem Tag nix anderes zu tun hatte und ihn darum gebeten habe; er hat sie mir auch ganz übergeben als direkt vom Kunde ohne ihm als Mittelsmann. Er wollte mal sehen, wie ich arbeite und was ich am dringendsten besser lernen muß. Ansonsten hätte er diesen Auftrag nicht angenommen und evtl. einen seiner Landsleute gerufen die solche Aufträge suchen.



    Daher bin ich froh, das der Bekannte jetzt wieder da ist, vertraue ihm, mache erst mal alles so wie er sagt, und begnüge mich zunächst damit was er mir beibringt als dem in der Praxis Relevantesten und völlig Ausreichenden .

    Ich muß jetzt sehen, worauf ich mich konzentriere, auch weil er bald wieder nach Portugal muß wegen seinem Papierkram.
     
  22. kappradl

    kappradl Gast

    Damit hat sich das Thema hier wohl erledigt.
     
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