DHH als KfW70 Haus geplant - an welcher Stelle kann ich sinnvoll weiter optimieren?

Diskutiere DHH als KfW70 Haus geplant - an welcher Stelle kann ich sinnvoll weiter optimieren? im EnEV 2002 / 2004 / 2007 / 2009 Forum im Bereich Bauphysik; Hallo liebes Forum, nach langer Suche eines passenden gebrauchten Hauses, sind wir nun bei einem Naubau angekommen. Ein Bauträger verkauft in...

  1. #1 kaufwilliger81, 4. September 2012
    kaufwilliger81

    kaufwilliger81

    Dabei seit:
    14. Februar 2011
    Beiträge:
    72
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Angestellter
    Ort:
    PB
    Hallo liebes Forum,

    nach langer Suche eines passenden gebrauchten Hauses, sind wir nun bei einem Naubau angekommen.
    Ein Bauträger verkauft in sehr guter Lage mehrere Doppelhäuser, welche als KfW70 Häuser geplant sind. Ich habe sämtliche Planungsunterlagen inkl. Wärmeschutzberechnung vorliegen und habe mir so einige Gedanken gemacht, was man an dem Haus noch sinnvoll optimieren könnte.
    Eins vorab: Ich möchte die energetische Optimierung nicht ausschließlich wegen Fördermitteln machen, sondern aus Überzeugung, dass das eine zukunftsträchtige Investition sein wird (u.a. Wiederverkaufswert). Insofern ist mir klar, dass sich einige der Maßnahmen nicht "rechnen".

    OK, nun zum Objekt selber:
    Das Objekt ist ein nicht unterkellertes Doppelhaus mit Süd-Ost Ausrichtung. Die Süd-Ost Fassade ist sowohl im EG als auch OG mit bodentiefen Fenstern versehen. Ich als Laie würde die energetische Qualität der Gebäudehülle als recht orderntlich einschätzen. Es werden "standardmäßig" 3f. verglaste Fenster, 18 cm Dämmung mit WLG 0032 verwendet, usw...
    Der errechnete Transmissionsbedarf HT ist 0,269 W/m2K.

    Folgende Werte liegen dem ganzen zugrunde:

    Aussenwände
    17,5 cm Unipor (0,16 W/m*K) + WDVS 18 cm exp. PS Schaum (0,032 W/m*K) --> gesamt 0,144 W/m*K

    Dach
    50 mm Untersparrendämmung (0,035 W/m*K), 200 mm Zwischensparrendämmung (0,035 W/m*K) --> gesamt: 0,163 W/m*K

    Bodenplatte
    10 mm Platten aus Keramik / Porzellan (1,3 W/m*K)
    70 mm Zementastrich (1,4 W/m*K)
    0,15mm Polyethelyfolie
    90 mm exp. PS Schaum (0,035 W/m*K)
    1mm Bitumendachbahnen (0,17 W/m*K)
    180 mm Beton (2,3 W/m*K)
    100 mm Styrodur (0,035 W/m*K)

    --> gesamt: 0,174 W/m*K

    Fenster
    3 f. verglast, Ug = 0,6 W/m*K, Uw zw. 0,8 und 0,9 W/m*K (je nach Fenster)

    Der Heizwärmebedarf wurde wie folgt ermittelt:
    Summe Hüllflächen 370,09 m2
    beheiztes Gebäudevolumen 656,14 m3
    Gebäudenutzfläche 209.97 m2

    • Transmissionswärmeverlust HT / QT 8.722 kwh/a
    • Lüftungswärmeverlust QV 8.920 kwh/a
    • Delta QII Nachtabschaltung - 483 kwh/a
    • nutzbare int. Wärmegewinne QI -6.163 kwh/a
    • solare Wärmegewinne opaker Bauteile QSopak -343 kwh/a
    • nutzbare solare Wärmegewinne -3.333 kwh/a
    --> Qh = 7.322 kwh/a




    Nun meine Ideen, die ich gerne zur Diskussion stellen möchte:
    Die Gebäudehülle scheint mir ausreichend gut gedämmt, da kann man wohl mit vertretbarem Mehraufwand kaum was raus holen. Der HT Wert wäre auch für ein KfW55 "gut", wenn ich die Vorschrift richtig gelesen habe. Allerdings müsste ich dazu an irgendeiner "Schraube" drehen, um den Primärenergiebedarf zu reduzieren. Aus Komfortgründen hat mir ein Bekannter zu einer KWL mit WRG geraten. Dazu habe ich mich auch schon ein bischen eingelesen. Vom Verständnis: Kann ich damit dann durch die Wärmerückgewinnung den obigen Posten "Lüftungswärmeverlust" reduzieren? Wenn ja, überschlägig gerechnet, in welcher Größenordnung? Wäre cool, wenn mir jemand den Effekt einer KWL auf die Berechnung grob erklären könnte. Dazu konnte ich leider nichts finden.
    Alleine aus Komfortgründen kann ich mir so eine Anlage sehr gut vorstellen. Mehrkosten würde ich mit ca. 10T€ budgetieren wollen.

    Zur Beheizung: Momentan ist eine Gasbrennwerttherme geplant mit FBH. Könnte man diese mit dem Einbau der KWL mit WRG nicht deutlich kleiner dimensionieren oder lohnt es sich damit evtl. komplett auf die Gasheizung zu verzichten und stattdessen mit Wärmepumpe zu arbeiten? Die Mehrkosten der Wärmepumpe sind ja nicht gerade gering, allerdings fallen hierbei einige andere Kosten weg (e.g. Gasanschluss, Kamin, usw...).

    Wenn ich auf mein Bauchgefühl hören soll, dann sagt mir das, dass die KWL eine sinnvolle Investition darstellt, bei der Wärmepumpe bin ich mir nicht sicher.

    Ich freue mich auf Eure Anregungen und hoffe, ihr verzeiht mir meine Naivität...

    Viele Grüße
    Sascha
     
  2. Anzeige

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. Witzbold

    Witzbold

    Dabei seit:
    5. Juli 2011
    Beiträge:
    256
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Bausachunverständiger
    Ort:
    Rheinland
    Benutzertitelzusatz:
    der es ganz ernst meint
    Da du mit einem BT baust, wird dir wohl nichts anderes übrig bleiben, als das direkt mit diesem zu klären
     
  4. #3 kaufwilliger81, 4. September 2012
    kaufwilliger81

    kaufwilliger81

    Dabei seit:
    14. Februar 2011
    Beiträge:
    72
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Angestellter
    Ort:
    PB
    Hallo Witzbold,

    danke für Deine schnelle Antwort.
    Ich würde gerne trotzdem für mich schon mal ein paar Gedanken sortieren. Ich habe gehofft, dass jemand anhand der Rohdaten (siehe oben) den ein oder anderen Denkanstoß parat hat.

    Viele Grüße
    Sascha
     
  5. bogi32b

    bogi32b

    Dabei seit:
    6. September 2011
    Beiträge:
    126
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Netzwerkspezi
    Ort:
    Moorrege
    Da kommst Du NIE WIEDER DRAN, frag was es mehr kosten würde 200 mm oder gleich 250 mm Styrodur zu nehmen. Ich habe selbst zwar 180 mm genommen, aber habe da ungeheizten Keller dazwischen, das mindert die Verluste ja noch ein wenig.
     
  6. #5 kaufwilliger81, 4. September 2012
    kaufwilliger81

    kaufwilliger81

    Dabei seit:
    14. Februar 2011
    Beiträge:
    72
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Angestellter
    Ort:
    PB
    Hallo bogi,

    danke für die Idee. Bei der Bodenplatte sind ja insgesamt 2 Dämmschichten "verbaut"... Einmal 90 mm PS Schaum und dann die erwähnten 100 mm Styrodur...
    Trotzdem würdest Du auf 200 mm oder gar 250 mm Styrodur setzen?

    Hmm. Danke erstmal für die Anregung!!

    Viele Grüße
    Sascha
     
  7. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    KWL mit WRG betrachte ich als sinnvoll. Die Gebäudedaten lesen sich, was die Wärmedämmnug betrifft, ganz ordentlich.

    Das hängt vom Wirkungsgrad der WRG ab. Völlig eliminieren lässt sich dieser Punkt nicht, aber man kann ihn deutlich reduzieren.

    Hier ist die Frage, wie der BT kalkuliert. Ist das Grundstück ausreichend um einen Flächen- oder Grabenkollektor verlegen zu können? Eine LWP würde ich nicht unbedingt in Erwägung ziehen, obwohl das bei der geringen Heizlast evtl. auch schon rentabel sein könnte.

    Die Investitionskosten für eine Sole-WP mit Graben liegen irgendwie zwischen 10T€und 15T€. Jetzt kommt es darauf an, was der BT in Abzug bringt wenn die Gastherme entfällt. Gastherme, Gasanschluss, LAS, das alle kann entfallen.

    Aufgrund der niedrigen Heizlast kann man von geringen Heizkosten ausgehen. Eine WP kann daher ihren Vorteil nicht so gut ausspielen. Das Einsparpotenzial wird sich wohl irgendwo zwischen 100,- € und 200,- € p.a. einpendeln. Wie es in Zukunft aussehen wird, das kann niemand vorhersagen.

    Gruß
    Ralf
     
  8. #7 kaufwilliger81, 4. September 2012
    kaufwilliger81

    kaufwilliger81

    Dabei seit:
    14. Februar 2011
    Beiträge:
    72
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Angestellter
    Ort:
    PB
    @Bogi: Wenn ich die Berechnung richtig verstehe, macht der Wärmeverlust über die Bodenplatte 7,5% aus... Ich weiß nicht, ob der Hebel hier entsprechend groß wäre... Ich denke aber auch, dass die Mehrkosten hierfür erträglich wären. Und: Hier kann man nachträglich natürlich am schlechtesten ausbessern...

    @R.B.: Danke für Deine Einschätzung... Wie darf ich mir die Veränderung auf die (errechnete) Heizlast vorstellen? Kann ich (rechnerisch) die Lüftungswärmeverluste um bspw. 80 % verringern, wenn die KWL mit WRG einen entsprechend hohen Wirkungsgrad hat? Wird hier die einzusetzende Energie (Strom) zum Betrieb der Anlage irgendwie gegengerechnet? Wenn ich mir die Berechnung anschaue, dann entsprechend der Heizwärmebedarf ca. 82% des Lüftungswärmeverlustes... Wenn ich nun (naiv betrachtet) von einer rechnerischen Rückgewinnung der Wärme von 80 % ausgehen, dann würden die Lüftungsverluste ca. 1800 kwh/a ausmachen. Der gesamt Heizbedarf wäre dann nahe Null??
    Ich bin mir sicher, dass da ein kapitaler Denkfehler vorliegt - wer klärt mich auf?

    Kann ich grundsätzlich den nach Einbau einer KWL mit WRG noch erforderlichen (geringen) Heizbedarf nicht günstiger über eine klein dimensionierte Gastherme besorgen? Oder: Was spräche hier noch für die WP?

    Vielen Dank an Euch und herzliche Grüße :)
    Sascha
     
  9. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Die WRG reduziert ja nur den Lüftungswärmeverlust, nicht die Verluste durch Transmission (Verlust durch die Hülle). Die Heizlast ergibt sich aus dem Transmissionswärmeverlust und dem Lüftungswärmeverlust. Dafür sind die Zahlen aus dem EnEV Nachweis aber nur bedingt geeignet.

    Gruß
    Ralf
     
  10. #9 kaufwilliger81, 4. September 2012
    kaufwilliger81

    kaufwilliger81

    Dabei seit:
    14. Februar 2011
    Beiträge:
    72
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Angestellter
    Ort:
    PB
    Hallo Ralf,

    dass ich mit einer KWL mit WRG lediglich auf den "Hebel" Lüftungsverlust Einfluss habe, ist mir klar...

    Meine Frage ist eher wie folgt:
    Die Heizlast errechnet sich ja aus u.a. dem Transmissionsverlust (8.722 kwh/a) zzgl. Lüftungsverluste (8.920 kwh/a) abzgl. weiterer Positionen auf die ich m.E. nach mit Einbau der KWL keinen Einfluss ausüben kann.

    "Unterm Strich" ergibt die Rechnung eine Heizlast von 7.322 kwh/a.
    Wenn ich nun die Lüstungsverluste um 80 % reduzieren kann (wegen der Wärmerückgewinnung), käme ich auf eine Heizlast nahe Null... Und genau das kann ich gerade nicht recht glauben und frage mich, wie konkret man die Auswirkung der KWL auf die Heizlast berechnen kann...

    Viele Grüße
    Sascha
     
  11. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Achtung, die Heizlast ist was völlig anderes. Die Heizlast ist quasi die benötigte Heizleistung (Angabe in kW) und keine Energiemenge (Angabe in kWh).

    Du hast:

    Transmissionswärmeverlust 8.722kWh/a, dieser verändert sich nicht.
    Lüftungswärmeverlust 8.920kWh/a, dieser verändert sich durch die WRG auf sagen wir mal 2.000kWh/a (nur ein Beispiel)

    Macht zusammen 10.722kWh/a anstatt wie früher (ohne WRG) 17.642 kWh/a.

    Ergänzung:
    Würde man diese Zahlen heranziehen um eine Heizlast abzuschätzen, dann käme man im ersten Fall auf um die 4kW, im 2. Fall 6-7kW.

    Gruß
    Ralf
     
  12. #11 kaufwilliger81, 4. September 2012
    kaufwilliger81

    kaufwilliger81

    Dabei seit:
    14. Februar 2011
    Beiträge:
    72
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Angestellter
    Ort:
    PB
    Hallo Ralf,

    danke für die Begriffspräzisierung - ich komme da schnell durcheinander...
    Mal angenommen, ich könnte das wie Du schreibst verändern, würde sich doch der Heizwärmebedarf neu wie folgt berechnen:

    • Transmissionswärmeverlust HT / QT 8.722 kwh/a
    • Lüftungswärmeverlust QV(neu) 2.000 kwh/a
    • Delta QII Nachtabschaltung - 483 kwh/a
    • nutzbare int. Wärmegewinne QI -6.163 kwh/a
    • solare Wärmegewinne opaker Bauteile QSopak -343 kwh/a
    • nutzbare solare Wärmegewinne -3.333 kwh/a

    --> Qh(neu) = 400 kwh/a ???

    Ist das korrekt so??

    Viele Grüße,
    Sascha
     
  13. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Jepp. Aber schau noch einmal nach dem Wert Qi, der erscheint mir etwas hoch. Was versteckt sich dahinter?

    Gruß
    Ralf
     
  14. #13 kaufwilliger81, 4. September 2012
    kaufwilliger81

    kaufwilliger81

    Dabei seit:
    14. Februar 2011
    Beiträge:
    72
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Angestellter
    Ort:
    PB
    Hallo Ralf,

    hmm... Ich habe zwar eine heftig lange Berechnung, aber finde keine Erläuterung dieses Wertes.
    Das einzige, was ich erkennen kann, ist dass in den Wintermonaten der Wert deutlich höher negativ ist als in den Sommermonaten...
    Ich denke, da muss ich den Statiker fragen, der die Berechnung erstellt hat.

    Der Wärmebedarf für Warmwasser ist mit 12,5 kwh/a * Nutzfläche zu 2.624,57 kwh/a errechnet worden.
    Zzgl. des oben ermittelten Heizwärmebedarfs von 400 kwh/a käme ich mit der KWL mit WRG auf einen neuen Primärenergiebedarf QP' von ca. 3100 kwh/a.

    Ergäbe einen QP'' von ca. 15 kwh/a.
    Wäre ich damit nicht bereits auf Niveau des Effizienzhaus 55 oder sogar Effizienzhaus 40 Standards?

    Ich bin gerade etwas verwirrt... Kann ich tatsächlich nur durch den Einbau der KWL mit WRG quasi einen "neutralen" Heizwärmebedarf erreichen? Wenn das so ist, muss ich dann nicht das Gesamtheizkonzept in Frage stellen (FBH mit Gastherme)? Es bleibt ja neben dem Warmwasser kaum noch Heizwärmebedarf "übrig"...
    Könnte ich nicht sinnvoll auf die gesamte FBH inkl. Gastherme verzichten und stattdessen die Beheizung über die KWL vornehmen?
    Das dürfte bei der Nutzfläche ja auch erhebliche Kosteneinsparung bringen...

    Und: Wenn die Berechnungen so korrekt sind, dürfte sich das auch auf die Fördermöglichkeiten auswirken...

    Viele Grüße
    Sascha
     
  15. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Du darfst die theoretischen Werte aus dem Nachweis nicht mit der Praxis verwechseln. Kein Mensch lebt nach Norm (Nutzerverhalten) und das Wetter hält sich auch nicht an irgendwelche Normvorgaben.

    d.h. trotz guter Hülle wirst Du Energie zum Heizen benötigen.

    Die Frage ist, wieviel und wie man diese bereitstellen soll. Deswegen erstellt man eine Heizlastermittlung nach EN12831. Aus dieser kann man entnehmen, wieviel "Leistung" der Wärmeerzeuger haben muss und wie sich diese auf die einzelnen Räume aufteilt. Dabei kannst Du als Nutzer auch Vorgaben machen, beispielsweise Raumtemperaturen.

    Anhand dieser Angaben kann man dann auch den zu erwartenden Energie"verbrauch" abschätzen, und zwar nicht Primärenergie oder sonst irgendwas theoretisches, sondern realer "Verbrauch".

    Die Wärmezufuhr über die KWL würde ich nur bei extrem niedriger Heizlast machen, denn Luft ist ein schlechter Wärmeträger, und Du willst in den Räumen ja keinen Sturm veranstalten damit es ausreichend warm wird.

    Gruß
    Ralf
     
  16. #15 kaufwilliger81, 4. September 2012
    kaufwilliger81

    kaufwilliger81

    Dabei seit:
    14. Februar 2011
    Beiträge:
    72
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Angestellter
    Ort:
    PB
    Hallo Ralf,

    hab ich verstanden, klingt plausibel... Das heisst, dass die Heizlast selber nochmal separat berechnet wird, und davon abhängig dann eine geeignete Wärmequelle gewählt wird. Durch die KWL mit WRG sollte ich aber zumindest erreichen können, dass die Wärmequelle etwas geringer dimensioniert ausfallen kann. Und wenn Du an der Höhe der nutzbaren Wärmegewinne zweifelst, dann würde mir das ja im Zweifel das Genick brechen, wenn diese nicht tatsächlich auch eintreten würden... Ohne konventionelle Heizung könnte das ziemlich fies werden...
    Mag sein, dass das für die Errechnung des Wärmeschutzberechnung zulässig ist (Stichwort: Schönrechnen), aber vielleicht hilft's mir in der Praxis dann nix :-)
    Habe bei Deinen anderen Beiträgen schon öfter gelesen, dass Du imme erst vernünftig dämmen würdest und den Rest durch Technik ergänzen.
    Das wäre in oben genannten Fall dann wohl eine (realistische) Reduzierung der Heizlast durch die KWL mit WRG - zulasten allerdings (unberücksichtigter) Hilfsenergie / Strom.

    Macht es bei aktuellen Materialpreisen für das WDVS Sinn schon in die nächstbessere WLG zu wechseln? Schließlich trägt die Aussenhülle ja erheblich zum Wärmeverlust bei. Bei den Fenstern vermute ich mal, dass man da ohne massive Mehrkosten erstmal wenig machen kann.

    BTW: Gibt es tatsächlich eine Anforderung für Effizienzhaus 55, dass zwingend eine Wärmepumpe verbaut werden muss?

    Viele Grüße
    Sascha
     
  17. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Deine Fassade ist mit einem U-Wert von 0,14W/m2K schon sehr gut, da sehe ich wenig Potenzial.

    Was KfW55 betrifft, so wäre mich nicht bekannt, dass man zwingend eine WP nehmen müsste, aber ich befürchte, dass es ohne kaum möglich wird die Anforderungen zu erfüllen. Einfach mal nachlesen.

    Gruß
    Ralf
     
  18. #17 kaufwilliger81, 5. September 2012
    kaufwilliger81

    kaufwilliger81

    Dabei seit:
    14. Februar 2011
    Beiträge:
    72
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Angestellter
    Ort:
    PB
    Hallo Ralf,

    danke für die vielen sehr hilfreichen Hinweise bisher!
    Ich habe gestern noch einige Seite gewälzt, konnte aber zu dem "Problem" der Gasheizung nichts finden...
    Das hier finde ich bei der KfW auf der Seite:

    KfW-Effizienzhaus 40
    • der Jahres-Primärenergiebedarf (QP) beträgt maximal 40 % des Wertes für das
      Referenzgebäude nach Tabelle 1, Anlage 1 (EnEV2009)
    • der Transmissionswärmeverlust (H’T) beträgt maximal 55 % des Wertes für das
      Referenzgebäude nach Tabelle 1, Anlage 1 (EnEV2009)

    KfW-Effizienzhaus 55
    • der Jahres-Primärenergiebedarf (QP) beträgt maximal 55 % des Wertes für das
      Referenzgebäude nach Tabelle 1, Anlage 1 (EnEV2009)
    • der Transmissionswärmeverlust (H’T) beträgt maximal 70 % des Wertes für das
      Referenzgebäude nach Tabelle 1, Anlage 1 (EnEV2009)

    Ich verstehe noch nicht, wo da der Zusammenhang mit der Wärmequelle besteht?!

    Wenn die Berechnungen stimmen, müsste ich doch alleine durch die KWL mit WRG den Effizienzhaus 55 Standard erreichen können - auch wenn ich die Gastherme weiterhin als Wärmequelle nutzen möchte... Hmmm, irgendwo scheint mir da noch ein Denkfehler...

    Viele Grüße
    Sascha
     
  19. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19. August 2005
    Beiträge:
    48.841
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Die Wärmequelle steckt im Primärenergiefaktor.

    Gruß
    Ralf
     
  20. Anzeige

    Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  21. bogi32b

    bogi32b

    Dabei seit:
    6. September 2011
    Beiträge:
    126
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Netzwerkspezi
    Ort:
    Moorrege
    Polystyrol
    PS = Styrodur (einer der Handelsnamen für PS)
    Also sind bei Dir insgesamt 19cm PS unter der Bodenplatte geplant. Muss man abwägen, MIR würde es reichen, aber soweit ich weiss, gibt der Hersteller keine Zulassung für mehrere Schichten PS, es muss 1 durchgehende Schicht sein! Der BT wird sagen, geht schon... vermutlich wird es keine Probleme geben. Wenn doch, lehnt der Hersteller schon mal ab, weil keine Zulassung ;) frag mal deinen BT nach Details, wie gesagt, kommt man da nachher nicht mehr dran.
     
  22. #20 kaufwilliger81, 5. September 2012
    kaufwilliger81

    kaufwilliger81

    Dabei seit:
    14. Februar 2011
    Beiträge:
    72
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Angestellter
    Ort:
    PB
    Hi Bogi,

    hab gerade mit dem BT gesprochen. Wenn ich das wünsche könnte man mehrere Dämmplatten übereinander legen (je 8 cm), dickere gäbe es nicht?!
    Alternativ könnte man auch eine höherwertige Dämmung unter dem Estrich anbringen. Muss ich noch mal genau nachforschen... Aber letztlich: Der Wärmeverlust über die Bodenplatte ist auch nicht soooo riesig. Mal schauen, wie hoch die Mehrkosten hier wären.

    @Ralf: ist das die "primärenergiebezogene Gesamt-Anlagenaufwandszahl"? Falls ja, die ist in der Berechnung mit 0,99 angegeben...

    Viele Grüße
    Sascha
     
Thema:

DHH als KfW70 Haus geplant - an welcher Stelle kann ich sinnvoll weiter optimieren?

Die Seite wird geladen...

DHH als KfW70 Haus geplant - an welcher Stelle kann ich sinnvoll weiter optimieren? - Ähnliche Themen

  1. Sanierung Bungalow-DHH BJ 1974

    Sanierung Bungalow-DHH BJ 1974: Hallo liebes Forum, meine Partnerin und ich haben uns eine schöne Doppelhaushälfte in Bungalow-Stil (Flachdach), BJ 1974 gekauft. Nun planen wir...
  2. Vorwand an Haus-Außenwand - wie sanieren?

    Vorwand an Haus-Außenwand - wie sanieren?: Hallo! Wir sind frischer Eigenheimbesitzer - Baujahr 1979. Nun ist uns beim renovieren aufgefallen, dass alle Außenwände "hohl" klingen. Es...
  3. DHH KFW55: defekte Porotonziegel & breite Stossfugen

    DHH KFW55: defekte Porotonziegel & breite Stossfugen: Hallo liebe Baugemeinde, lasse gerade mein erstes (und hoffentlich letztes) Haus bauen. Eine Doppelhaushälfte KFW55 Standard mit 36,5 cm...
  4. Nasse Stelle Kaltdach

    Nasse Stelle Kaltdach: Hallo zusammen, erst mal eine kurze Einführung. Wir haben diesen Monat ein Einfamilienhaus gekauft Baujahr 2007 und sind jetzt gerade dabei es zu...
  5. Altes Haus, neues Dach und schon...

    Altes Haus, neues Dach und schon...: habe ich Bauchschmerzen. Hier ein paar Fotos von den Stellen, die mir gleich ins Auge sprangen. Lattung ist neu gekommen, Sparren sind geblieben,...