Differenzsetzungen im Altbau / Statik Problem?

Diskutiere Differenzsetzungen im Altbau / Statik Problem? im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, ich war gerade kurz vor Zusage bzw. Kauf eines 3- Familienhauses in Hanglage. Bei der letzten Besichtigung ist mir allerdings nun...

  1. #1 matze1860, 21.12.2025
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    Hallo zusammen,

    ich war gerade kurz vor Zusage bzw. Kauf eines 3- Familienhauses in Hanglage. Bei der letzten Besichtigung ist mir allerdings nun gravierendes aufgefallen, was für mich fast schon einen „Dealbreaker“ darstellt.

    Ich habe eine Lasermessung an verschiedenen Punkten gemacht (der Boden war spürbar schief) um das Ausmaß abzuschätzen. Während dem Messen ist mir dann kurz schlecht geworden: Ein Gefälle von ca 10-12 cm über eine Strecke von ca 8 Meter hin zur Bergseitigen ecke des Hauses. Bei genauerem Hinschauen habe ich festgestellt, dass alles in diese Richtung schief ist bzw. Fällt (Wände, Dach, Treppe etc.). Außen an der Fassade habe ich dann mehrere Risse (teilweise horizontal, teilweise diagonal und teilweise treppenförmig entdeckt). Teilweise zugeschmiert, teilweise offen, teilweise wieder offen.

    Ich bin jetzt nun kein Statiker, aber ein Baugrundversagen bzw. Ein falsches Fundament in dieser Ecke in Kombination mit den ganze Zug- und Druckspannungen in jeden Bauteil sind doch ein unschätzbarer Kostenpunkt, richtig?
    Selbst wenn die Setzung abgeschlossen ist, ist das Ausmaß doch schon zu stark und wer sagt, dass es nicht wieder aktiv wird?

    Bitte korrigiert mich, falls ich falsch liege
     
  2. #2 nordanney, 21.12.2025
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    Ehrlich gesagt wäre mir das Thema Statik & Co. total egal.
    So ein Gefälle ist für mich ein No-Go und so günstig kann das Haus gar nicht sein, um in so einer Bude zu leben, diese zu besitzen oder auch zu vermieten.
     
  3. artibi

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    Kommt ein wenig darauf an, was du vorhast.

    Unser Fachwerkhaus hat sich über die Jahrzehnte/Jahrhunderte auch massiv "gesetzt" - Gefälle Nord/Süd ca. 25cm, Gefälle Ost/West ca. 15cm (auf 10m bzw. 8m). Für uns war das kein Dealbreaker weil:
    - es war klar, dass das Haus komplett entkernt wird bis zurück auf die Holzbalkendecke
    - Dach komplett neu war auch klar
    - Raumhöhe innen gibt das her

    Wir haben dann im Zuge der angehenden Sanierung die Wände gerade richten lassen sowie in den oberen beiden Stockwerken den Boden ausgleichen lassen mittls KVH als Keile geschnitten auf den Holzbalken. Jetzt haben wir in der Bühn eine komplette Ebene ohne Stufen und im OG lediglich in ein Zimmer eine Stufe. Der komplette Boden ist in waage.

    Aber: Sehr individuelles Thema - je nach geplanten Maßnahmen und Bestand kommt man auch schnell dahin, die Finger davon zu lassen.
     
  4. #4 Viethps, 22.12.2025
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    Techniker kriegen das hin....wie auch immer
    Zum Thema Schieflage: Hier im Ruhrrevier sind Häuser gebaut worden während darunter massiv abgebaut wurde.
    Bei einem Bau, den ich verwalte, sind während der Bauzeit weitere Setzungen aufgetreten. Zweimal mußte eine neue Statik erstellt werden, da auch noch Wiesenkalk gefunden wurde.....
    Dieser Bau steht auch schief ( ca. 8mm auf den Meter ), aber praktisch ohne Risse.
    Daraufhin habe ich den Bau trotzdem gekauft. Die Ringanker und Vertikalanker sind massivst.
    Von einem Bau ohne diese Maßnahmen würde ich die Finger lassen!
     
  5. #5 nordanney, 22.12.2025
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    Ja, da sind mir Setzungen egal. Wohne auch in so einem Haus (aber der Fußboden ist im Rahmen der Sanierung jetzt in Waage).

    Kannst Du aber absolut nicht vergleichen, da es im Pott die Ruhrkohle (bzw. den passenden Träger) gibt, der sämtliche Schäden bezahlt (Standard - außer bei Minderwertverzichten oder Vollverzichten ==> Vollverzicht ist dann auch praktisch unfinanzierbar). Ich weiß gar nicht, wie viele 10.000€ in den letzten Jahrzehnten durch die Ruhrkohle in mein Haus geflossen sind (und das der Nachbarn) - auch wenn es keine großen Schäden sind. Aber alleine eine Schiefstellung des Gebäudes wird gut entschädigt.

    Der TE hat im Zweifel einfach Pech, wenn die Hütte einstürzt. Und aktuelle Schäden sind aus seinem eigenen Portemonnaie zu bezahlen.
     
  6. #6 matze1860, 22.12.2025
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    Hallo,
    Erstmal vielen Dank für eure Antworten.
    Also ich denke mir ist das für den Preis fast zu heikel. Die Hanglage macht mir dabei etwas Bauchschmerzen, weil ich ein Unzureichendes Drainage-System als sehr wahrscheinlich halte.
    Das Haus ist zwar günstig bis normal, aber nun auch nicht so günstig das ich voll ins Risiko gehen könnte. Ich würde jetzt mal grob schätzen, dass man mit injektion/Unterfangungen + neuem Drainage System ohne Probleme auf 150+/- landen wird. Und da ist noch kein Boden ausgeglichen und noch keine Wand begradigt.
    Zumal der restliche Zustand jetzt nicht soweit ist, dass komplett entkernt und neu aufgebaut werden muss. (Baujahr ca 1980, größtenteils renoviert in 2015).
     
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