Drainage für Haus mit Streifenfundament auf Lehmboden

Diskutiere Drainage für Haus mit Streifenfundament auf Lehmboden im "Bautenschutz" Forum im Bereich Altbau; Unser Haus hat ein Streifen-Fundament, das nicht unter der Kellerwand hervorsteht, d.h. es gibt keine Hohlkehle. Es steht auf einer 22m starken...

  1. #1 Horizont, 14.05.2019
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    Unser Haus hat ein Streifen-Fundament, das nicht unter der Kellerwand hervorsteht, d.h. es gibt keine Hohlkehle. Es steht auf einer 22m starken Geschiebelehm/Mergel-Schicht (Teltower Hochebene) mit Schichtenwasser (allerdings nur wenn es stark und lange regnet, das letzte Mal 2017). Die Kellerwand hat nun eine neue Putzschicht aus Hohlkehlenspachtel, darüber eine 4 mm –Bitumen-Dickschicht mit eingelegtem Glasfaservlies und dann eine Perimeter-Dämmung 6 cm erhalten. Die Perimeter-Dämmung wird noch mit sogenannten Drainage-Matten (Noppenbahn mit Folie und Drainagevlies beschichtet) bestückt.

    Die DIN 4095 für Drainage sieht vor, dass besonders bei Häusern auf Lehmboden eine Drainage angesagt ist. Deshalb will ich zusätzlich ein solche legen, wenn das Haus schon mal aufgebuddelt ist. Nun soll das Drainagerohr auf etwa 10 cm Kies liegen. Bei uns versickert im Lehm kaum Wasser.

    Bei ankommendem Wasser könnten doch ständig 10 cm Wasser im Kiesbett am Streifenfundament unter dem Drainagerohr stehen.

    Dagegen möchte ich Folgendes tun:

    Der 0,5m breite Drainagegraben hat 0,5 % Gefälle hin zur Hausecke. Dort soll ein Revisionsschacht hinkommen. Weiters hat der Drainagegraben etwa 2% Gefälle vom Haus weg. Nun will ich in den Drainagegraben ein Vliesstreifen und darauf einen bis zum Revisionsschacht durchgehenden Teichfoliestreifen (0,8 m breit, 0,5 mm stark) legen. Dieser soll etwa 20-30 cm an der Kellerwand hochgelegt werden und bis an den Revisionsschacht führen. Der Revisionsschacht erhält an dieser Stelle zur Teichfolie Bohrungen und wird in Drainagevlies eingepackt.

    Die o.g. Drainmatte an der Kellerwand soll über die Teichfolie bis etwa 10 cm in den Drainage-Grabenboden hineinreichen. Dann wird Drainagevlies in den Graben eingelegt und dahinein kommt die Kiespackung mit dem Drainagerohr.

    An der Wand ankommendes Schichtenwasser soll so über die Drainagematte auf die Teichfolie in das Kiesbett geleitet werden und wenn es nicht den Weg in das Drainagerohr findet auf der Teichfolie von dort aus zum und in den Revisionsschacht laufen.

    Frage 1: Was ist von dieser Lösung zu halten?

    Dazu noch zwei weitere Fragen:

    Um trotzdem auf der Teichfolie möglichst wenig Wasser stehen zu haben, möchte ich zusätzlich das Drainagerohr auf ein dünneres Kiesbett oder sogar ganz auf die Teichfolie (bzw. das Drainage-vlies)auf den Grabenboden legen. Das Rohr würde ich auch an die Seite des Grabens auf die tiefste Stelle des Grabens vom Haus weg legen wollen. Außerdem wäre noch vorstellbar, die Teichfolie auch an der Drainage-Graben-Wand der Haus abgewandten Seite etwa 10 cm hochzuziehen, so dass eine Art Trog aus Teichfolie (der aber an der Hauswand höher ist) entsteht.

    Dazu noch drei passenden Fragen:

    Frage 2: Das Drainagerohr auf 3-5 cm Kies oder auf den Boden legen?

    Frage 3: Das Drainagerohr an die Seite des Grabens (maximaler Abstand vom Haus, tiefste Stelle) oder in die Mitte des Grabens legen?

    Frage 4: Die Teichfolie auch an der hausabgewandten Seite der Drainage-Graben-Wand 10 cm hochziehen?



    Vielen Dank für die Antworten und Gruß aus Berlin
     
  2. #2 jodler2014, 14.05.2019
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    Die Idee eine Teichfolie zu verwenden ist gar nicht gut..
    Wie soll da eine dauerhafte Verbindung zum Rest gewährleistet sein..
     
  3. #3 Horizont, 15.05.2019
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    Die Teichfolie benötigt keine dauerhafte Verbindung zum Rest. Sie ist 9 m lang und 0,7 m breit und liegt der Länge nach auf derm Boden des Drainagegrabens. Der Graben ist 50 cm breit, d.h. 20 cm der Folie werden am Hausfundament hochgelegt. Auf diese 20 cm Überstand wird die Drainmatte drübergelegt und hängt an der Perimeterdämmung. Das funktioniert wie bei Dachziegeln durch Überlappung. Durch das Kiespaket werden Teichfolie und Drainmatte übereinander fixiert. (Siehe Skizze). Am Ende des Grabens am tiefsten Punkt sitzt der Revisionsschacht mit WU-Beton eingegossen. Auf diesen WU-Mantel des Revisionsschachtes mündet die Teichfolie. Dort ist der Revisonsschacht gelocht und mit Drainagevlies ummantelt. Dort kann das Wasser von der Folie in den Revisionsschacht laufen.
     

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  4. #4 Maape838, 15.11.2020
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    Hallo. Hast du es so ausgeführt?! Ich habe die gleiche Überlegung.
    Hat das so geklappt?
     
  5. #5 Andreas Teich, 15.11.2020
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    Vermutlich handelt es sich um ein älteres Gebäude oder ist’s ein Neubau?

    Eine Kehle ist ja nur bei einer seitlich überstehenden Bodenplatte möglich,
    die bei älteren Häusern per se nicht existiert.

    Lehm und Ton wurden früher (und auch heute noch) als Abdichtung verwendet.
    Drainagen sind allenfalls erforderlich wenn es Feuchtigkeitsschäden gibt.

    Ob diese sinnvoll ist hängt vom Einzelfall ab und setzt ohnehin entsprechende Planung, Ausführung und regelmäßige Wartung voraus.
    Ohne Einhaltung dieser Bedingungen kann eine Drainage die Situation verschlechtern-
    vom ggf unnötigen Aufwand und Geldausgaben ganz abgesehen.

    Gibts Infos und Fotos vom Gebäude, Schnitt vom Sockel und ggf Schadensauflistung?
     
  6. #6 Maape838, 15.11.2020
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    Hallo Andreas. Meinst du meins? Danke das du deine Erfahrung dazu beitragen möchtest. Aber ich kann auf deine Fragen nicht antworten. Dann werd ich nur ausgelacht und bekomme ne Info für den Umgang im Forum mit DIY.
    Beste Grüsse Markus
     
  7. #7 Horizont, 16.11.2020
    Zuletzt bearbeitet: 16.11.2020
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    Hallo,

    ich habe es genauso ausgeführt, wie auf der Skizze, die ich eingestellt habe. Auch wenn jetzt viele Experten sagen werden, dass man das so nicht macht, kann ich berichten, dass es aus meiner Sicht ein voller Erfolg geworden ist. Anbei einige Bilder zur Erläuterung:

    Auf dem ersten und zweiten Bild ist die Vorbereitung zu erkennen. Den Lehmboden im Graben am Haus habe ich ganz glatt abgeschabt mit Gefälle zum Schacht und vom Haus weg. Der Schacht geht noch tiefer runter, so dass ein anständiger Pumpensumpf entsteht. Er ist in einen wu-Beton-Ring gesetzt. Der Betonring hat auf seiner Oberseite zum Schacht hin Gefälle. Im Schachtrohr sind genau über der Oberkante des Betonringes Löcher ringsherum gebohrt. Dort ist der Schacht in Vlies eingeschlagen, so dass das Wasser vom Ring (über das Vlies gefiltert) in den Schacht fließt.

    Im dritten Bild ist zu sehen, wie die Noppenbahn mit dem kaschierten Vlies von der Kellerwand in die Teichfolie hineingeführt ist. Die Teichfolie liegt auch auf Vlies auf dem Lehmboden des Grabens. Sie ist an der Kellerwand hinter der Noppenbahn etwa 20 cm hochgeführt. An der Seite des Grabens, die vom Haus wegzeigt, ist die Folie etwa 5 cm hochgeführt, so dass sie eine Art Trog bildet.

    Das vierte Bild zeigt die Ausführung am Schacht: Hier ist zu sehen, wie die Teichfolie bis an den Schacht auf den Betonring reicht. Über und unter der Folie liegt zum Schutz das Vlies, danach habe ich 10 cm Kies eingefüllt und darauf das Drainagerohr gelegt und fertig.

    Zum Erfolg habe ich noch Etwas zu berichten:
    Als der Graben noch offen war und die Drainage schon eingebaut, habe ich aus Versehen den Außenwasser-hahn nicht zugedreht. Der tropfte dann an der Kupplung ganz wenig für ca. 5 Stunden auf die in das Vlies eingeschlagene Drainage. Und siehe da: Diese verhältnismäßig kleine Menge Wasser ist über eine Strecke von 6 m offensichtlich einwandfrei über die Teichfolie zum Schacht gelaufen und kam dort an (siehe letztes Bild). Das war daran zu erkennen, dass das eigentliche, einmündende Drainagerohr im Schacht trocken ist. Man sieht deutlich, wie das Wasser von der Seite unterhalb der Drainageanschlüsse in den Schacht tropft. Das bestätigt mich darin, dass dieses Wasser ohne die Teichfolie mt dem Gefälle zum Schacht schön unter dem Drainagerohr gestanden hätte, bis es dann langsam im Lehm am Haus versickert.

    Obwohl ich ein halb unterkellertes Haus habe (also an eine Kellerwand nicht rankomme und die zweite Kellerwand aufgrund eines Anbaues auch nicht erreiche) ist der Keller trotz zahlreicher, lang andauernder Regenfälle bis jetzt knochentrocken geblieben. Sogar meine Innen-Pumpschächte, die ich zuvor mal angelegt hatte, weil ich noch nicht die große Nummer von außen machen wollte, sind trocken.
    Bei uns beginnt der Lehm schon nach zwei Spatenstichen. Als damals die Baugrube für den Keller angelegt wurde, ist offensichtlich ein richtiger Lehmbecher entstanden. Es gibt richtige Sandadern. Beim Freilegen des Hauses bin ich auf Solche gestossen. Da ist der Zuckersand wie aus einer Sanduhr in den Baugraben rausgerieselt. Von da kommt das Schichtenwasser und der Lehmbecher läuft voll, bis es im Keller ankommt. Nun nicht mehr, denn ich sammle alles auf der Folie ein und pumpe es weg. Falls die Pumpe ausfällt, habe ich noch eine Zweite und einen Pegelalarm mit Hupe installiert. Jetzt geht es mir besser und der Keller ist trocken.

    Grüße aus Berlin
     

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  8. #8 Maape838, 16.11.2020
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    Hallo. Danke für die ausführliche Rückmeldung.
    Deine Schilderungen helfen mir sehr weiter das auch so umzusetzen.
    Schöne Grüsse zurück von bei Berlin ;-)
     
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