Ecksäule – Frage zur Stahl-Bewehrung des Fundamentfusses

Diskutiere Ecksäule – Frage zur Stahl-Bewehrung des Fundamentfusses im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, weiter unten stehend 2 Fragen zu einer Ecksäule aus Stahlbeton (Querschnitt 50x 25 cm), deren Baustahl-Bewehrung des...

  1. #1 gringito2, 13. März 2015
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    Hallo zusammen,

    weiter unten stehend 2 Fragen zu einer Ecksäule aus Stahlbeton (Querschnitt 50x 25 cm), deren Baustahl-Bewehrung des Fundamentfusses in Form eines “Korbes” ausgeführt werden soll.

    Problem dabei ist, das die Säule an die Wand (in den nachfolgenden Bildern GRAU dargestellt) eines Nachbargrundstückes grenzt. Zwischen der Stahlbewehrung der SÄULE (in BLAU dargestellt) und der Nachbarwand sind gerade mal 5 cm Abstand, genau so viel, wie für die Betonüberdeckung des Baustahls der Säule und auch der wandseitigen Bereiche des Säulenfundamentes benötigt wird.

    Die beigefügten Skizzen zeigen Säulen- und Fundamentbewehrung in seitlicher Schnittdarstellung.

    Frage 1):
    Ist es empfehlenswert, die Stahlbewehrung der Säule (BLAU) innerhalb der Bewehrung des Fundament-“Korbes” (ROT) anzuordnen (siehe BILD 1)
    oder
    wäre es auch ok, aufgrund des Platzmangels (die Stahlstangen des Korbes würden bei der erstgenannten Variante zu nahe an der Nachbarwand verlaufen…) die wandseitigen Baustähle der Säule ausserhalb des “Korbes” anzuordnen (siehe BILD 2)?

    Frage 2):
    Muss der “Korb” tatsächlich als GESCHLOSSENER Korb ausgeführt werden oder reicht es, ihn durch ein unteres u-förmiges “Gitter” und ein oberes U-förmiges Gitter auszugestalten, die einfach in einem vertikalen Abstand zueinander angeordnet werden (also so, wie in den Skizzen angedeutet)?



    [​IMG]
    Bild 1

    [​IMG]
    Bild 2
     
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  3. #2 Inkognito, 13. März 2015
    Inkognito

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    Eigentlich liegt der Bügel und die Längsbewehrung in einer Ebene, hintereinander, aus dieser Perspektive betrachtet. Geschlossene Bügel sind prinzipbedingt besser, man kann aber auch zwei Stecker (mit Übergreifungsstoß!) ausführen.

    Ansonsten nehme ich an, dass noch eine Trennlage zwischen das Bestandsgebäude und den Neubau kommt? Wenn Bügel nicht passen, dann kann man auch kleinere nehmen, man muss nur ggfs. rechnen. Ich würde zudem noch die Winkelhaken der Stützenbewehrung auf die Längsbewehrung des Fundaments stellen, wenn nicht gerade Zugkräfte verankert werden sollen.
     
  4. #3 Alfons Fischer, 13. März 2015
    Alfons Fischer

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    zur Bestandswand muss zunächst mal eine elastische Trennschicht vorgesehen werden, damit sich die beiden Bauwerke unabhängig voneinander bewegen können (was sie sicher auch machen werden). z.B. eine Lage Mineralfaser-Dämmung o.ä.

    Da die erforderliche Betondeckung unbedingt eingehalten werden muss, muss demnach die Stütze etwas von der Nachbarwand wegrücken.

    Nach meinem statischen Verständnis muss der Korb insbesondere dort, wo Zugkräfte zu erwarten sind, geschlossen (oder mit entsprechenden Ersatzmaßnahmen ausgebildet) sein. Also zur Nachbarwand hin.


    Ich weiß zwar nicht, wie das in Peru läuft... Aber da statische Fragen auch in Peru sicherheitsrelevant sind muss ich eindringlich laienhaften Basteleien ablehnen. Und dass Sie Laie sind, haben Sie bewiesen. "Ing" sind Sie vermutlich nicht in einem konstruierenden Fachbereich...
    Darum muss ich Sie bitten, sich mit den Fragen an einen Tragwerksplaner ("Statiker") zu wenden, der zunächst die Einwirkungen (Lasten) und auch die sonstigen Randbedingungen analysieren muss, bevor er ein Tragsystem entwickelt und bemisst...
     
  5. RMartin

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    Zusätzlich dann bitte beim Bau berücksichtigen, dass gegen eine vorhandene Wand betoniert wird.
    Schalkonstruktion so wählen, dass bei der Herstellung auftretende (Frisch)Betondrücke sicher aufgenommen und abgeleitet werden können.
     
  6. #5 gringito2, 14. März 2015
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    @Inkognito:
    Habe ich das so richtig verstanden (siehe Skizze gemaess Bild 3) ?

    Trennlage/Elastische Trennschicht: Selbstverständlich.

    Könntest Du mir erklären/bildlich darstellen, wie das aussehen soll?
    Von den Winkelhaken habe ich nur mal einen in GRÜN in die Skizze eingezeichnet.
    Wie soll so ein Ding “auf der Längsbewehrung stehen” ?
    Normalerweise ist der unterste Winkelhaken in einem vertikalen Abstand von ca. 10 cm zur unteren Längsbewehrung an der Stützenbewehrung (BLAU) fixiert.

    Bild 3
    [​IMG]

    Ihre Bemerkung lässt mich – mit allem Respekt für Sie und Ihren Beruf und Dank für Ihre Stellungnahme – schmunzeln.
    Zunächst einmal ist völlig richtig, dass ich nicht vom Baufach bin. Meine Konstruktionen schwirrten normalerweise im All oder im irdischen Luftraum herum, ergo ein völlig anderes Genre.

    Die laienhaften Basteleien sind in Peru kaum vermeidbar, selbst wenn man sog. “Fachleute” einschaltet, von denen es hier sicherlich einige wenige gute und kompetente…leider aber auch viele Dilettanten gibt, zu denen ich mich fragen muss, wie zum Henker sie ihren Titel erworben haben. Selbst eine gute Konstruktion auf dem Papier wird nicht auch zwangsläufig vom Baumeister (hier gibt es keinerlei Berufsausbildung im deutschen Sinne – eher lerning by doing…) umgesetzt oder gar intellektuell verstanden.

    Das wiederum bringt mich dazu, hin und wieder mal selbst bescheiden “nachzuforschen”, mit dem Resultat, dass meine Konstruktionen zumindest stehen bleiben (teu, teu).

    Wie eine Ecksäule hier in PE bei einem Bauwerk bis zu 5 Stockwerken normalerweise ausgeführt wird, skizziere ich Ihnen einmal im nachfolgenden Bild 4 (Winkelhaken etc. sind in der Skizze weggelassen). Da wird sogar mir übel.
    Soviel auch zu den Zugkräften…
    Dennoch blieben/bleiben die meisten dieser “Konstruktionen” selbst bei einem Beben von 7,4 auf der Richterskale stehen.

    Dies alles wohlgemerkt nur zur Ihrer Erheiterung – oder für Ihre schlechten Träume oder Magenschmerzen… wie auch immer.
    Deutschland ist eben die Insel der Glückseeligen, der Fachleute und der Perfektionisten. Hier in Peru (eine Erläuterung der hiesigen Zustände möchte ich Ihnen und ihren Nerven ersparen) muss leider oft oder sogar meistens mit den wenigen vorhandenen Mitteln improvisiert werden.
    Und das tue ich in meinen eigenen 4 Wänden dann doch lieber mit einer kleinen Prise Deutschland.

    Bild 4
    (Typische peruanische Bauweise)
    [​IMG]


    @RMartin:
    Verschalung und Betondrücke: Selbstverständlich. Wir wollen ja kein rundes Beton-Schlauchboot bauen.
     
  7. #6 Inkognito, 14. März 2015
    Inkognito

    Inkognito Gast

    Winkelhaken sind die um 90° abgebogenen Enden der Stützenlängsbewehrung, nicht die Stützenbügel. Sie haben die Längsbewehrung des Fundaments, die ich meine, noch gar nicht gezeichnet, sie würde in diesem Schnitt 'durchschnitten' und wäre als Punkte zu sehen.
     
  8. #7 gunther1948, 14. März 2015
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    hallo
    da ich heute meinen sozialen tag habe werde ich dir heute abend mal eine skizze einstellen wie man das vernüftig/ richtig und montagefreundlich ausführen kann.

    gruss aus de pfalz
     
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  10. #8 gringito2, 20. März 2015
    gringito2

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    Ach so...got it!
    (Die gesamte Bauterminologie habe ich leider nur auf Spanisch drauf).

    JA BITTEEEEEEEEEE @gunther1948 !!!!!!!
    :bounce:
     
  11. OLger MD

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    Wenn es die Einbausituation erlaubt, sollten die roten Bügel als geschlossenen Bügel mit Endhaken ausgebildet werden. 25er Bauteilstärke minus 2x Betondeckung minus 2x Biegeradius = da bleibt kaum noch Übergreifungslänge übrig.
     
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