Einblasdämmung sinnvoll oder fatal

Diskutiere Einblasdämmung sinnvoll oder fatal im Energiesparen, Energieausweis Forum im Bereich Altbau; Hallo allesamt, schon seit langem überlege ich, ob man mein Haus dämmen sollte. Nun habe ich eine Angebot für eine Einblasdämmung mit HK 35...

  1. #1 renovierer7, 11. November 2011
    renovierer7

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    Hallo allesamt,
    schon seit langem überlege ich, ob man mein Haus dämmen sollte.
    Nun habe ich eine Angebot für eine Einblasdämmung mit HK 35 bekommen.
    Der Zwischenraum (Luftschicht) zwischen Blendwerk und Innenstein liegt so bei 6-8 cm.
    Das Haus ist Bj.39 und ist mit Mauerankern versehen, die sicherlich nicht rostfrei sind.
    Erstaunlicherweise sind diese Anker heute noch in einem sehr gutem Zustand, was ich durch ein Endoskop sehen konnte.
    Diese Luftschicht hat nun gut 70 Jahre scheinbar gut funktioniert, aber nun wollen und sollen alle dämmen. Nur ich frage mich, kommt dadurch nicht die ganze Bauphysik ins schlingern? Ist so eine Maßnahme nicht Kontraproduktiv?
    Weniger Heizkosten, aber Ende teure Sanierungskosten?

    Ich habe etliche Berichte gelesen von Schaum, Zellulose Füllungen usw. wo Probleme entstanden.
    Ob sie nun wegen Brandschutz mit Mitteln behandelt wurden (die nach Jahren verflüchtigen) oder Formaldehyd beinhalten, wird nun so sehr von dem HK 35 geschwärmt.
    Keine Verwitterung, da Styroporkugeln.

    Leider finde ich dazu zu wenig Erfahrungen im Netz.

    Die Frage ist nun. Verschlimmbessert man nicht sein Haus mit so einen Dämmung der Luftschicht?

    Meine Ängste sind:

    Was ist mit dem Kondenswasser? Angeblich fällt die nicht an?!?!? oder wird von der Firma nicht erwähnt.
    Was ist mit Schlagregen, denn die Mauer ist nie 100% dicht und die Aussage der Firma, die da meinte, meine roten gebrannten Steine würden kein Wasser durchlassen (Aussenwand).

    Es würde also nur das Material eingeblasen, aber es würden keine Kondensöffnungen unten an der Mauer angebracht. Die alten Belüftungsöffnungen würden durch das neue Mittel verklebt bzw. abgedichtet werden.

    Eine Versiegelung unten an in der Mauerplatte oder wie ich das gelesen, würde hier auch nicht geplant, falls das Kondenswasser über die Zeit nach unten läuft.

    Was ist also Grundsätzlich zu beachten oder was für technische Tipps habt ihr.

    Die Innenwände sind teilweise im Winter nur 9,5 Grad warm, lt. Messinstrument und gerade im Schlafzimmer, auch bei gutem Stosslüften doch arg grenzwertig. An den kältesten Stellen!
    Ich habe bisher keine Probleme mit Schimmelt etc. und achte immer auf die Luftfeuchtigkeit und lüfte bis zu 2* am Tag mit groß geöffneten Fenster und Durchzug. Im Schlafzimmer hatte ich vor vielen Jahren Schimmel, weil der Kleiderschrank an der Aussenwand zu dicht stand und es da total alles versaut hatte. Heute steht ein neuer Schrank gut 30-40 cm von der Wand ab und zudem wurden Rohrleitungen für eine Heizung dort unten an der Wand verlegt, weil ein Heizkörper im Nachbarraum geändert wurde. Seitdem hatte ich dort keine Probleme mehr.

    Nur was ist mit den Mauerankern? Haben die nun bis heute gehalten und würden sie nun nicht, durch mögliches Kondenswasser ohne Belüftung in Turbozeit verrosten und dadurch mein Aussenmauerwerk instabil werden. Im Grunde würden diese ja verdichtet bzw. Luftdicht mit dem Füllmaterial umgeben.

    In meiner Stadt ist mir ein Fall bekannt, wo man eine Fassade von Aussen gedämmt wurde und die Maueranker verrostete und ein sehr teure Sanierung durchgeführt werden musste. Das fatale ist, in nur kurzer Zeit von 10-15 Jahren.

    Von dieser Info bin ich natürlich besorgt, ob das auch hier nicht passieren kann.

    Der Preis für die Arbeit würde ich auch nicht in 3 Jahren wieder raus haben, wenn die 25% wirklich real sind. Das wäre aber zweitrangig, denn wärmende Innenwände, wären schon sehr viel angenehmer.

    Im Sommer bzw. wenn ich den Ofen an habe, war und bin ich immer wieder begeistert, wie lange diese Wärme gespeichert wird.

    Meine anfängliche Freude war über diese Dämmung, dass die Innenwände dadurch einfach wärmer werden würden und der Taupunkt steigen würde.
    Nur dann dachte ich, was ist mit der Aussenwand? Was ist mit Frostschäden, wenn die Aussenwand von Innen besser isoliert wird und dadurch kälter wäre. Die Firma sagte, die bekommt von der Innenwand sowieso so gut wie keine Wärme ab, da ständig diese Zugluft im inneren herrscht, also kein Unterschied mit oder ohne Dämmung.

    Ich würde mich freuen, wenn ich da Tipps bzw. Erfahrungen bekommen könnte.
     
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  3. Lebski

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    Ohne was zu den Massnahmen zu sagen (null Erfahrung), auch hier der Rat:

    Schau mal bei der KfW. Die finanzieren Sanierungen und die Planung dazu. Die Kredite sind spottbillig, durch eigene Planung bekommst du eine Aussage was geht, ohne das jemand was verkaufen will.
    Eventuell wird eine endgültige Aussage nur ein Spezialist treffen können, aber ein Energieberater und Planer sollte dir das dann sagen.
     
  4. Reinsch

    Reinsch

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    Bei einem Klinker oder Backsteinhaus würde ich die Kondensöffnungen nie verschließen. Hierfür gibt es Stoßfugenlüfter die das von dir beschriebene Dämm-Material nicht durchlassen aber ihren Zweck erfüllen.
    Ob es bei Deinem Haus machbar und sinnvoll ist ,wird Dier hier aus der Ferne niemand sagen können.
    Achte bei deinem Anbieter ob er die Hohlwand genau untersucht.
    Und nicht nur mit dem Endoskop an zwei stellen des Hauses in die Hohlwand sehen und somit die gesamte Hohlschicht beurteilen zu können finde ich sehr .....!
    In diesem Boomsegment sind viele schwarze Schafe unterwegs die mal schnell auf kosten der Hauseigentümer Geld verdienen wollen und nach kurzer Zeit wieder in der Versenkung verschwinden.
     
  5. papeFT

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    Mein Elternhaus hatte das gleiche Baujahr. Ebenfalls mit dem bekannten Hohlraum zwischen zwei Backsteinmauerscheiben. Was auch eine gute Hohlraumdämmung nicht ausgleicht sind mögliche Verbindungen zwischen den beiden Mauerscheiben, die eben über diese Maueranker hinausgehen. Dies sind dann die Wärmebrücken, die sich irgendwo abzeichnen und Probleme bereiten.
    Wie hoch soll denn der Preisunterschied sein zwischen der angebotenen Innendämmung und einer kompletten Außendämmung mit regendichtem Außenputz? Und nicht vergessen, die Außenwände machen nur einen Teil der Außenhülle aus.
     
  6. #5 renovierer7, 14. November 2011
    renovierer7

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    Hallo,

    vielen Dank für Eure Meinung und Hinweise.
    Der Punkt ist, ich war für solch eine Dämmung, weil sie mir optisch und finanzell am meisten zusagte. Bei einem Preis von ca. 2000 Euro (3 Seiten) für die Einblassdämmung, wäre ich sicherlich, ohne die Preise für eine Aussendämmung genau zu wissen, günstiger weggekommen. Nur betrachtet man die ganze Sache immer tiefer, komme ich zu den gleichen kritischen Punkten und die wurden von der Firma naja, evtl. etwas lapidar abgetan. Ja, konkret wurden nur drei sporadische Löcher gebohrt und mehr nicht. Diese Löcher muss ich nun wieder schließen:mauer, aber das ist ja kein Problem.:hammer:

    Ich denke, ich lasse es einfach, denn was schon gut 70 Jahre gehalten hat, kann man schnell in sehr kurzer Zeit zerstören. Man kann sich auch kaputt dämen und da ich schon seit mir das Haus gehört, jeden Tag richtig stoßlüfte und überall Hydrometer habe, bin ich grundsätzlich zufrieden.
    Nur wer will nicht mehr sparen?

    Richtig, später sind diese Firmen evtl. nicht mehr greifbar. Wer hat schon Lust lange Rechtsstreits mit teuren Gutachten, wegen der Beweispflicht.

    Mir erschien die ganze Sache einfach logisch, dass man die Schicht einfach wärmer macht, aber ich gebe zu, ich habe immer wieder an die jetzigen Kältebrücken gedacht, die sich ja nicht in Luft auflösen würden. Und an das Kondenswasser, was sicherlich nicht nach 1-2 Jahren Schäden macht, aber auf lange Sicht bzw. wie schnell eine Innenwand betroffen sein könnte.

    Eine Aussendämmung kommt einfach noch nicht in Frage. Vielleicht später mal, wenn man marode Fugen damit auch verbessert, weil sie nicht mehr dem Wetter ausgesetzt werden müssen. Nur das rechnet sich einfach nicht. Allein diese Aktion hätte ich in ca. 5-6 Jahren wieder raus gehabt, wenn die 25% real sind.

    Ich habe viele verschiedene Beiträge gelesen u.a. auch ein Maurermeister, der da schrieb: Diese Belüftung hatte damals einen Grund und wird sie auch weiterhin haben, also bloß nichts ändern.
     
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