Elektro Gewerk: Offene Fragen

Diskutiere Elektro Gewerk: Offene Fragen im Elektro 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, unser Elektriker hat mittlerweile das ganze Haus verkabelt, die Wände sind allerdings noch nicht verputzt. Ein paar Dinge geben mir auch...

  1. #1 hukr8, 19.03.2022
    Zuletzt bearbeitet: 19.03.2022
    hukr8

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    Hallo,

    unser Elektriker hat mittlerweile das ganze Haus verkabelt, die Wände sind allerdings noch nicht verputzt. Ein paar Dinge geben mir auch gerade noch zu bedenken.

    Erstmal vorab. Vertraglich wurde vereinbart:

    Allgemein
    Für die Durchführung der Leistung gelten alle Normen, DIN-Vorschriften, Bestimmungen, Richtlinien u. die
    Grundausstattung
    Elektroinstallation auf Grundlage der beigefügten Pläne gemäß DIN- und
    VDE-Vorschriften sowie den Vorgaben des örtlichen Energieversorgers inkl.
    Potentialausgleich wie nachfolgend beschrieben liefern und herstellen.
    [...]
    Auf die Einhaltung der Installationszonen (DIN 18015-3) in der Dämmebene
    des Estrichs mit den dort geforderten Abständen wird hier besonders
    hingewiesen.

    Für mich ist tatsächlich unklar, inwiefern der Elektriker hier verpflichtet ist sich an welche DIN oder VDE Norm zu halten. Wie seht ihr das?


    Der Elektriker hat fast sämtliche Kabel lediglich auf den Ziegeln mit Nagelschellen befestigt, sowohl im Innen- als auch Außenbereich. Nur im Estrichbereich hatte der Elektriker Leerrohre genutzt. Das gilt für Strom-, als auch für Antennen-, Netzwerk- und EIB-Kabel.

    Jetzt hatte ich ich schon teilweise gelesen, dass die Nägel der Schellen auch rosten können und dadurch ggf. braune Rostflecken zum Vorschein kommen könnten. Zudem wäre ein defektes Datenkabel natürlich auch ein ziemliches Problem, da im Notfall nicht austauschbar.

    Kann mir jemand sagen, ob das überhaupt so in Ordnung ist?

    Ein paar Fotos hierzu:
    [​IMG]
    [​IMG]
    [​IMG]
     
  2. #2 petra345, 19.03.2022
    petra345

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    Ich kann da keine Mängel auf die Schnelle entdecken. Aber ich hätte manches anders gemacht.

    Das muß der Kunde oder sein Architekt aber vorher vereinbaren.

    Datenleitungen und Antennenleitungen sollte man in Rohr verlegen, damit man die Leitungen später auswechseln kann. Das schlagen die Elektriker gerne dem Kunden vor, weil sie die erforderlichen Schlitze gerne auf Stundenbasis abrechnen. Aber vielleicht hat er keine Schlitzfräße oder kein Personal.

    Es gibt Zonen für die Installationen, die von Bildern und ähnlichen Artikeln gemieden werden sollen, damit man keine Leitungen anbohrt. Das gilt auch für den Fußbodenbereich, damit man später noch einen Deckendurchbruch machen kann. Das wurde offenbar eingehalten.

    Wenn die verzinkten Nägel verputzt sind und trocken bleiben, gibt es keine Rostflecke.

    Er muß sich immer an DIN und VDE-Vorschriften und weitere Regeln halten!
    .
     
  3. #3 Fred Astair, 19.03.2022
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    Für mich sieht es auch recht ordentlich aus.
    Wie liest man denn teilweise?
    In meinen Augen ist das Austauschen von Datenkabeln ohnehin eine Mär. Selbst aus durchgängig verlegten Schutzrohren ist spätestens nach dem zweiten Richtungswechsel Schluss. Außer aus Doppelböden kriegst Du das starre LAN-Kabel nicht wieder raus und schon gar kein Neues rein.
     
  4. #4 Maape838, 19.03.2022
    Maape838

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    Na an alle wenn er Sachen vorher nicht vertraglich ausschliesst
    Ja da stimme ich dir zu denn
    diese Aussage ist falsch:
    Und auch wenn dem hier teilweise zuzustimmen ist:
    Ist das ganz klar in der 18015-1:2020-05 geregelt:
    Datenleitung, Koaxial, Telekommunikations und Hausanlagen das Nachziehen oder Austauschen möglich sein muss.
    D.h. unter Estrich Rohr in M25 gefüllt max 50%
    Maximal 15m mit Bögen.
    Das Rohr demnach bis in die Dose.
    Hier kannste schonmal nacharbeiten lassen.
     
  5. #5 Maape838, 19.03.2022
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    Wie sieht es mit der Luftdichtigkeit der Dosen zu deinen Mauersteinen aus?
     
  6. #6 chillig80, 19.03.2022
    chillig80

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    Fangen wir mal an…

    Das Bild außen:
    Es kommt jetzt drauf an, wenn da eine vollflächige Armierungslage beim Außenputz vorgesehen wäre, dann könnte ich mit der Schwächung des Putzes im Bereich des Kabels leben, falls nicht, dann wollte ich das Kabel da nicht „im Putz“ haben.

    Das Bild mit der Bierkiste:
    Die horizontal verlegten Leitungen liegen ziemlich sicher außerhalb der Installtionszonen nach DIN 18015-3 (ich meine die sind zu niedrig und liegen später verdächtig nahe über dem Boden, also dort wo man gerne Sockelleisten annagelt…).

    Generell wegen der Verlegung im Putz:
    Die Aussenputzdicke ist im Mittel 20mm, stellenweise zulässig sind min. 15mm. Beim Innenputz sind es iM 15mm, min. 10mm. Um die Mindestputzdicke im Bereich der Kabel hinzubekommen müßte jetzt theoretisch sowohl innen als auch außen die gesamte Putzdicke entsprechend erhöht werden… In der Praxis tut man das oft nich, aber dann ist es halt theoretisch falsch.

    Zu den Leerrohren:
    Es ist nicht damit getan die Datenkabel einfach nur in Leerrohre zu legen, damit man die austauschen kann dürfen die Leerrohre nicht zu lang sein (ggf. Zugdosen einbauen), nicht zu viele Biegungen haben, etc…, sonst bekommst da kein Kabel durchgezogen, keine Chance… Das ist mittelgradig aufwändig, muß separat vereinbart 7nd vergütet werden.

    Allgemein:
    Formal ist die Verlegung im Putz „normgerecht“. Ich persönlich empfände es aber gel8nde gesagt „frech“ wenn der das einfach ohne Abstimmung so macht. Ich war jetzt nicht dabei als das alles besprochen wurde und ich meine ich hätte es den Leistungspositionen auch angesehen wenn da die Kabelschlitze fehlen, aber es ist am Ende halt so, wenn die Schlitze nicht vereinbart waren, dann ist es halt so doch „normgerecht“ und der Mehraufwand beim Verputzen geht den Elektriker nicht an. Wenn da aber was von Schlitzen oder „unter Putz“ stand, dann ist es nicht vertragsgemäß…
     
  7. hukr8

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    Puh, vielen Dank für die Antworten. Das ist sehr hilfreich.

    Ich habe das LV nochmal geprüft. Unterputz steht tatsächlich nur bei den Dosen, nicht bei den Kabeln. Wäre vorher nicht mal darauf gekommen, dass man Kabel im Putz verlegen kann. Das kommt überraschend, aber jetzt wo ihr es sagt, macht es Sinn, dass Unterputz nicht Im-Putz heißt.

    Die Installationszonen hat der Elektriker wohl nicht eingehalten. Da war ihm das Nageln in den Ziegel vermutlich doch zu aufwendig. Ein Stein ist 25cm, der Fertigfußboden wird 16cm sein. 9 cm wäre noch verkraftbar.

    Dass die EIB/KNX-, CAT- und Antennenkabel ausgewechselt werden sollen, wird eine bittere Pille für ihn.

    Wie sieht es mit der Luftdichtigkeit der Dosen zu deinen Mauersteinen aus?​

    Vereinbart ist: "Geräteverbindungsdosen in luftdichter Ausführung mit Dichtungsmembran."

    Diese Dosen sind verbaut. Ich hab nicht jede Dose geprüft, aber werde es mir nochmal anschauen.
    Interessant für mich wäre allerdings, ob bei Übergabe des Kabels von Innen nach Außen etwas besonders beachtet werden muss. Hier wurden die Kabel mittels einzelner Bohrungen nach außen geführt ohne Rohr oder sonstiges.
    [​IMG]
     
  8. #8 chillig80, 19.03.2022
    chillig80

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    Wenn das so nicht explizit vereinbart war, dann wird das evtl. einfach nur teuer für dich…
     
  9. hukr8

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    Ich dachte das muss so gemacht werden laut DIN 18015-1. https://www.elektro.net/file/show/100482/abd622/DE_2021_PP1.pdf

    "Zum Thema Rohrnetze wird durch die DIN 18015-1 ausgesagt, dass Leitungen für die Informations- und Kommunikationstechnik (IuK), sowie der Radio/Fernseh-, bzw. der Rundfunk- und Kommunikationstechnik (RuK) zum Schutz und zur Möglichkeit der Auswechselbarkeit in Rohren oder Kanälen zu verlegen sind"
     
  10. #10 chillig80, 19.03.2022
    chillig80

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    Das mag alles sein, aber ohne das LV und den Bertrag geprüft zu haben kann ich dir nicht sagen, dass das auch wirklich vereinbart ist. Das Problem an der Generalklausel die Du oben zitiert hast ist, da steht nicht „es sind alle Normen vereinbart“, da steht:
    und das ist ein feiner Unterschied. Man müßte jetzt wissen was da genau „nachfolgend beschrieben“ wird…
     
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