ENEV 2009 Richtlinie: Hier erfüllbar?

Diskutiere ENEV 2009 Richtlinie: Hier erfüllbar? im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, ich bin neu hier! Es geht um folgendes: Meine Frau und ich wollen uns ein Haus bauen - insbesondere zur Geldanlage. Da ich kein...

  1. bau1234

    bau1234

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    Hallo zusammen, ich bin neu hier!

    Es geht um folgendes: Meine Frau und ich wollen uns ein Haus bauen - insbesondere zur Geldanlage. Da ich kein Freund langer Kredite bin, haben wir uns entschieden erstmal noch etwas kleiner zu bauen (120m2 + Keller). Wir sind ja auch noch jung und werden vielleicht später mal "upgraden". Ziel ist, das Haus größtenteils mit Eigenkapital zu finanzieren und den Baukredit in max. 5 Jahren abzahlen zu können - und da haben wir auch schon ein gutes Angebot gefunden: Ein massives EFH, schlüsselfertig via Bauträger. Im Frühjahr soll's mit dem Bau losgehen.

    Wir bauen das Haus im zentralen Stadtgebiet, weshalb das Grundstück aufgrund der nicht unerheblichen Kosten etwas kleiner ausgefallen ist. Darauf soll das Haus aus 36,5er T9 Poroton Ziegel gebaut werden. Da Ferngas vorhanden ist, möchten wir das wenn möglich auch zu nutzen. Eine WP wäre nur in Luft/Wasser Ausführung möglich (Grundstück zu klein) und würde sich rechnerisch erst nach 30 Jahren oder später rechnen. Deshalb die Entscheidung für Gas + FBH. Später kann man ja immer noch umrüsten.

    Jetzt stellt sich aber die Frage, ob man dieses Haus überhaupt ENEV 2009 konform kriegen kann. So weit ich verstanden habe, müsste dann zumindest eine Solarthermie Anlage drauf, um die 15% Anteil an regenerativer Energie einhalten zu können. Da aber auch diese ST Anlage ökonomisch unsinnig ist (zumindest aus heutiger Sicht, nachrüsten kann man immer noch), würde ich diese gerne vermeiden.

    Wie sieht es aus, wenn man eine KWL mit WRG einbauen würde? Wir wollen zwar eine KWL, tendieren aber aus hygienischen Gründen (nicht aus Kostengründen!) eher zu einer Variante ohne WRG (hier kommt die Frischluft direkt von außen durch Wandventile und muss nicht durch zig Meter Rohrleitungen gepumpt werden).

    Also welche Optionen habe ich, um mit dem Haus ENEV 2009 konform zu werden?

    Danke schon mal!
     
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  3. planfix

    planfix Gast

    naja, der knackpunkt sind die erneuerbaren energien.
    und ab 2012 gibts für bayern sogar noch eine statischtischer erfassung für die erfüllung im neubau, als zusatz zum statisischen erfassungsbogen.

    eine KWL ohne WR halte ich für energievernichtung.
    du hast eine luftwechselrate, mit der du sommer wie winter, frischluft ins haus holst.
    das führt zu einem ordentlich erhöhtem heizbedarf!

    ein bauträger wird sich auch nicht in eine ordentliche haustechnikplanung stürtzen, da ihm das sonst das geschäft vermasselt.
    entweder du holst dir eigenen sachverstand für eine angemessene haustechnikplanung und der BT schluckt die kröte, oder du versenkst ein paar euro in eine unwirtschaftliche solarthermie. alternativ kannst du auch via fotovolt. energie produzieren.
     
  4. #3 Thomas Traut, 19. Dezember 2011
    Thomas Traut

    Thomas Traut

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    Die Vorgaben zum regenerativen Anteil kommen nicht aus der EnEV, sondern aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Es ist möglich, eine KWL mit WRG anzurechnen. Evtl. reicht die aus in Kombination mit besseren Dämmwerten der Hülle. Das muss aber im Einzelfall berechnet werden.
     
  5. Baufuchs

    Baufuchs Gast

    KWL ohhne WRG erfüllt nicht die Anforderungen des EEWG.
     
  6. bau1234

    bau1234

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    Danke für de Antworten!

    Das habe ich schon befürchtet. Grundsätzlich wäre die WRG vermutlich noch die akzeptabelste Alternative, wenn dies dann ausreicht, um alle gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen.

    Dämmen möchte ich aber nicht mehr zusätzlich: Ich habe einen vorläufigen Energiepass vorliegen. Auf die Außenmauer entfallen laut Pass ca. 30% vom Gesamtheizbedarf bzw. gut 15%, wenn keine KWL + WRG eingebaut ist. Letztlich bedeutet das, dass auf die Außenmauer (Uw=0,23) ca. 100 Euro jährlich an Heizkosten entfallen. Mit einer Dämmung oder dickeren Ziegel könnten ich natürlich Uw=0,15 oder so erreichen. Aber das macht dann im Jahr keine 30 Euro mehr aus und wird die höheren Investitionskosten nie amortisieren. Wir planen, gute Holz/Alu Fenster, natürlich 3-fach verglast einzubauen. Ich denke demnach nicht, dass es noch Sinn macht, irgendwo in mehr Dämmung zu investieren. Das Dämmzeugs an der Mauer ist aus nicht chemischen Materialien und es gibt halt auch geteilte Meinungen dazu. Ich habe selbst bis vor kurzem in einem nachträglich gedämmten Mehrfamilienhaus gewohnt (Gebaut Anfang der 90er, gedämmt Anfang der 2000er), und nach einigen Jahren sahen die Fassaden schrecklich aus: Grüne Algen und schwarze Flecken. Die Hausfassade musst nun - nur 10 Jahre nach der Dämmung - komplett erneuert werden. Das Risiko möchte ich wegen 30 Euro im Jahr Ersparnis nicht eingehen.

    In der Tat macht der Lüftungsverlust laut Energiepass nahezu 50% vom Gesamtheizenergiebedarf aus, wenn keine KWL mit WRG eingebaut ist. Ich gehe jedoch nicht davon aus, dass man unter realistischen Bedingungen im ganzen Haus jede Stunde 70% der Luft (n=0,7) austauscht. Das ist meines Erachtens völlig absurd. Niemand lüftet so viel - und das ist laut Aussage diverser Sachverständiger auch gar nicht nötig.
     
  7. bau1234

    bau1234

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    Nachtrag: Ich meine, die Dämmungen sind aus chemischen Materielan, nicht "nicht".

    P.S.: Warum kann ich hier eigentlich meine Beiträge nicht editieren?
     
  8. #7 Thomas Traut, 19. Dezember 2011
    Thomas Traut

    Thomas Traut

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    Nur nach monetären Gesichtspunkten rechnet sich eine WRG auch nie. Zu den wesentlich höheren Baukosten kommen noch Wartungskosten (Filterwechsel usw.) und Betriebskosten. Evtl. ist die preiswerteste Lösung die Aufrüstung auf 15% unter EnEV (Ersatzmaßnahme). Das muss in Variantenvergleichen berechnet werden.
     
  9. bau1234

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    Was bedeutet "die Aufrüstung auf 15% unter EnEV (Ersatzmaßnahme)"? Aufrüstung in welcher Form?

    Das mit der Amortisation der KWL + WRG hat mir der Verkäufer der Anlage auch gesagt. Obwohl die KWL mit WRG doppelt so viel kostet als die einfache ohne WRG (und die Firma beides problemlos liefern kann) hat er mir dazu geraten, auf die WRG zu verzichten. Begründung: Reinigung alle zwei Jahre, Filterwechsel jährlich und immer noch fehlende Langzeiterfahrung bezüglich der hygienischen Problematiken. Von der fraglichen Ausdünstung der Kunststoffrohre ganz zu schweigen... Auch wenn das minimal ist - man atmet ständig Luft aus Plastikrohren. Kann das gesund sein?
     
  10. lumo

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    Besser isolieren (Dämmung, Fenster, Details...).

    Ggf. könnte auch besser rechnen helfen. Im EnEV-Nachweis kann man für Wärmebrückenzuschläge 10% (pauschal), 5% (Ausführung besser als DIN 4108 Beiblatt 2) ankreuzen oder detailliert rechnen.
     
  11. #10 Thomas Traut, 19. Dezember 2011
    Thomas Traut

    Thomas Traut

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    Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverluste über die Hülle müssen 15 % unter den Anforderungen der EnEV liegen.

    Zur Amortisation: Wann haben sich die Mehrkosten Deines Autos im Vergleich zur minimal erhältlichen Konfiguration amortisiert? (Ich nehme die Frage zurück, wenn Du einen Dac.. ..gan fährst).

    Ich denke auf keinen Fall ungesünder als die Ausdünstungen aus Möbeln, Teppichen, Kleidung usw.
     
  12. bau1234

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    Würde da auch eine KWL mit WRG zählen oder muss das gezwungenermaßen über die Dämmung passieren?

    Ich möchte kein Extra meines BMWs missen :D Das hat dann auch mit Amortisation nix zu tun :e_smiley_brille02:

    Das sehe ich nicht ganz so. Denn wir legen auch Wert auf hochwertige Materialien im Haus: Das wird auf jeden Fall echter Holzboden und keine Plastikmöbel. Und selbst wenn, die Möbel werden ja nicht ständig "durchblasen" mit der Luft, die ich zum Atmen brauche. Und: Wenn man "normal" lüftet, dann werden die Schadstoffe ja auch nach draußen geleitet und die mit etwaigen Schadstoffen belastete Raumluft durch echte Frischluft ersetzt. Bei der KWL mit WRG saugt man die einen Schadstoffe raus und bläst andere rein. Echte Frischluft kommt so überhaupt nicht mehr ins Gebäude. Es ist also alles auch eine Frage der Aufsummierung der verschiedenen Belastungen. Und wenn sich dann die Mehrkosten der WRG nicht mal finanziell amortisieren lassen, kann man diese Ausstattung, denke ich, mit Berechtigung in Frage stellen.
     
  13. fmw6502

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    hmm, ihr wollt kostengünstig bauen und setzt dann auf einen BT (oder doch eher GÜ?) sowie HolzAlufenster, aber keine KWL mit WRG?

    zZt boomt es in ganz Bayern, die (guten) Handwerker sind ausgebucht, Verkäufer inkl.. BT/GÜ/GU freuen sich über den Markt und bebauen die allerletzten Lücken und verticken das teuer - kenne in/um Ingolstadt einige Erfahrungen von Kollegen.
    Ist also gerade die schlechteste Zeit kostengünstig zu bauen...

    HolzAlu-fenster sind was fürs Anschauen und deutlich teurer als Kunststoff. Also Materialwechsel und dann steht auch das Budget für eine KWL mit WRG zur Verfügung - die Verrohrung kann ggfs. auch aus Metall sein.
    Bei der Außenwand würde ich heute mind. einen T8/36,5cm empfehlen. Alternativen wie T7 oder 42,5cm immer prüfen lassen. Bei einem guten BU wird sich der Aufpreis im einstelligen Prozentbereich der Gesamtbausumme bewegen.
    bei einem späteren Verkauf werden wohl bessere Dämmung und richtige KWL eher Mehrwert sein als Holzalu-Fenster.

    Fazit: überleg es dir nochmal gut und laß Dir ggfs. lieber mehr Zeit dazu.

    Gruß
    Frank Martin
     
  14. bau1234

    bau1234

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    Hallo Frank Martin, Danke für Deine Tipps!

    Wir haben mit dem GÜ eine Festpreis vertraglich vereinbart, welcher vergleichsweise günstig ist. Aber klar, momentan ist Bauen etwas teurer, das hält sich bei unserem Preis aber wirklich sehr in Grenzen.

    Ich gebe Dir bei den Fenstern usw. natürlich Recht. Kunststoff wäre technisch genauso ausreichend (oder sogar besser). Aber wir sind aufgrund des insgesamt kleineren Hauses in der, ich sage jetzt mal, "luxuriösen" Lage, dass wir bei der Ausstattung nicht sparen müssen. Und die Ästhetik bzw. das Wohngefühl spielt für uns eine wichtige Rolle. Das schließt Kunststofffenster oder Laminatböden usw. von vornherein aus. Sowohl KWL mit WRG als auch bessere Ziegel wären finanziell überhaupt kein Problem, trotzdem stellt sich die Frage der Wirtschaftlichkeit (Ziegel) bzw. der hygienischen Sauberkeit bei der KWL. Wie ich oben beschrieben habe: Wenn auf das ganze Mauerwerk - trotz Gasheizung - nur 100 Euro Heizkosten fallen, dann stellt sich die Frage nach besseren Ziegeln aus ökonomischer Sicht einfach nicht. Und 50er Ziegel hätten wahrscheinlich auch negativen Einfluss auf die Wohnfläche, weil das Haus das Grundstück in der Breite praktisch schon vollständig ausfüllt. Gemäß Energiepass wäre der Unterschied Uw=0,15 (ideal) zu Uw=0,23 (ist) ca. 30 Euro pro Jahr. Selbst wenn sich der Energiepreis gegenüber der normalen, durchschnittlichen Inflation verdrei- oder gar vervierfacht, hat das schlichtweg keine Relevanz.

    Ich denke, alle Arten von besonderer Dämmung sind meist nur eine Maßnahme, um einen von vielen Bauherrn immer wieder begangenen, grundlegenden Baufehler zu mindern (aber nicht zu lösen): Nämlich das Bauen schlichtweg viel zu großer Häuser. Ich finde es schon ein bisschen fragwürdig, wenn man über 200 m2 große Häuser für vierköpfige Familien baut und dann versucht, diese Überdimensionierung mit riesigem Dämmungsaufwand aufwiegen zu wollen. Zudem: Fast jedes Haus wird auf Kredit finanziert, so dass man die zusätzlichen Kosten für Dämmung, KWL usw. über die gesamte Kreditlaufzeit verzinsen muss. In der Regel geht die Rechnung in den allerwenigsten Fällen wirklich auf. Wir haben nur ein paar wenige Jahre Kreditlaufzeit - und selbst da rechnet sich das alles hinten und vorne nicht, auch wenn man von massiv steigenden Energiekosten ausgeht. Und wie oben geschrieben, das ganze kann (!) auch Nachteile haben, die heute noch nicht wirklich absehbar sind.
     
  15. #14 Thomas Traut, 19. Dezember 2011
    Thomas Traut

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    Es gäbe z.B. die Möglichkeit, die Hülle 15% besser zu machen durch Dämmung. Für den Primärenergiebedarf kann die WRG ihren Beitrag liefern.


    Irgendwelche Schadstoffe (ich mag den Begriff nicht, da bekanntlich die Dosis das Gift macht) sind immer vorhanden, sei es durch Ausdünstungen in Holz, Leder, Stoffen, Farben usw. Der Holzfußboden wird auch behandelt, und die Pflegemittel dünsten irgendwas "Schädliches" aus.
    PE-Rohre für KWL sind meines Wissens emissionsfrei.
     
  16. fmw6502

    fmw6502

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    man kann aber nicht alles beim Bau rein monetär bzgl. Betriebskosten bewerten. Dann müßte man gleich im MFH bleiben...

    Derzeitig 120 m² Wohnfläche und jung kann auf Dauer zu knapp werden. Oder sind Kinder aufgrund von Unwirtschaftlichkeit ausgeschlossen? ;)

    Sei es drum, die Zahl wird erst im Zusammenhang mit den Grundrissen richtig bewertbar, zB ob auch genug Lagerraum (in thermischer Hülle) vorhanden ist.

    Unser Haus hat vor kurzem mal als Referenzobjekt gedient. als das bauwillige Paar hereinkam war spontan die Aussage, daß es hier ein sehr gutes Raumklima gibt. Dazu trägt ganz sicherlich die KWL mit WRG/FRG bei.
    Uns fällt heute eher das Gegenteil in Häusern ohne KWL auf. D.h. der Komfort einer guten KWL wollen wir nicht missen und das Geld entstammt dem Komfortbudget, nicht dem Energieeinsparbudget.

    Eine gut gedämmtes Mauerwerk und entsprechende Fenster erlauben auch im Winter ein sehr angenehmes Gefühl auch wenn man direkt an der Außenwand sitzt/steht. Also ist dort ein möglicher Invest auch gut angelegt, besser als in teure Innenausbauten. Letztere wie Fußbödenbeläge kann man später leichter noch wechseln.

    Genau solche hinterfragende Diskussionen sollten am Anfang mit dem Architekten stattfinden, um so ggfs. Fehleinschätzungen zu beseitigen und so ein optimales Konzept für Euch zu finden.
    Ob ein GÜ-Planer die Zeit und andere Voraussetzungen dazu hat?

    Gruß
    Frank Martin
     
  17. bau1234

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    Kinder sind schon geplant - aber es sind ja auch zwei Kinderzimmer problemlos da. Der Keller (geziegelt) bietet genug Platz für Lagerraum bzw. könnte für bestimmte Zwecke auch richtig genutzt werden (Fitnessraum, Büro usw.).

    In meinem Bekanntenkreis gibt es Häuser in allen Ausführungen: Mit/ohne KWL, KWL mit/ohne WRG. Ich empfinde das Klima und die Atemluft in Häusern mit KWL, aber ohne WRG, am besten. In den extrem stark gedämmten (Fertig-)häusern (Holzwände mit extrem-Isolierung) und KWL/WRG bleibt mir beim Betreten subjektiv die Luft weg. Ich kann nicht genau sagen woran es liegt - und ich weiß, dass dies hier im Forum gerne in die Ecke der Einbildung und Paranoia geschoben wird - aber ich fühle mich in diesen Häusern definitiv nicht wohl. Selbst die Besitzer dieser Häuser sagen selbst, dass im Sommer nachts ein offenes Schlafzimmerfenster viel angenehmer ist als die Luft aus der KWL. Das muss doch Gründe haben!
    Und eine 36,5er T9 Ziegelmauer ist innen nicht kalt - zumindest nicht fühlbar kälter als eine T7 Mauer. Anders bei den Fenstern: Hier ist der Komfort der Grund, warum die 3-fach Verglasung gesetzt ist. Rechnerisch gesehen ist ja nicht mal die wirklich ökonomisch im Vergleich zu guten 2-Glas Fenstern. Aber von letzteren geht es halt kalt weg.
    Also wie du siehst haben wir durchaus zwischen Komfort und Ökonomie abgewogen. Aber wenn sich eine T7 Mauer erst nach 50-100 Jahren amortisiert, dann sehe ich keinen Grund, in eine solche zu investieren.
     
  18. MGHH

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    Der Grund ist ganz einfach: Mann und Frau sind es ein Leben lang gewöhnt gewesen im Sommer bei geöffneten Fenstern zu schlafen. Und plötzlich "dürfen" sie keine Fenster mehr öffnen... Das muss erstmal verstanden werden. Wobei natürlich auch nichts dagegen spricht im Sommer die KWL zeitweise aus zu schalten.
     
  19. raaner

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    Komisch, ist doch dieselbe Luft. Ggf. ein bisschen wärmer. Zu den objektiven und subjektiven Vor- und Nachteilen einer KWL wurde hier im Forum schon seitenweise geschrieben.
    In der Tat sehr oft psychologische. Der Egomane Mensch will selbst bestimmen und nicht einer Maschine "ausgeliefert" sein. Vielleicht haben Deine Bekannten aber auch eine schlechte Anlage, bzw. können mit selbiger nicht umgehen.
    Weiterhin habe ich das Gefühl das du dich eh schon entschieden hast und hier wieder mal nur Bestätigung gesucht wird.
     
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    Wir sind auch überzeugte Nutzer einer KWL mit WRG, trotzdem lüften wir im Sommer gerade nach heißen Tagen in den kühleren Nächten mit geöffneten Fenstern im DG, im OG und eben auch in den Schlafzimmern, da zum einen die Kühlleistung größer ist und die Lüftung auch nicht die ganze Nacht auf maximaler Stufe laufen muss.
    Daher sollte man nicht jeden Satz, der das Fensterlüften beinhaltet als Kampfansage gegen Lüftungsanlagen verstehen.

    Bei der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit sollte der TE vielleicht auch mal berücksichtigen, dass es in 10 Jahren, wenn er das Objekt wieder verkauft oder vermietet, auch Interessenten geben muss, die sich für ein Haus entscheiden, dass schon bei seiner Erstellung veraltete Standards hatte. Gerade als Vermieter stehe ich in direkter Konkurenz zu Neubauten. Aufgrund steigender Nebenkosten stellt sich dann die Frage, ob ich mein Häuschen überhaupt noch vermietet bekomme.
     
  22. solib

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    So wie es aussieht, wird im Wärmeschutznachweis nicht von einer durch eine Blower-Door-Messung nachgewiesenen luftdichten Gebäudehülle ausgegangen, sonst würde hier ein n=0,6 1/h stehen. Diese Eingabe würde den rechnerischen Primärenergiebedarf drücken. Bei dem Einsatz von KWL muss sowiso dichter gebaut werden, n50 max. 1,5 laut EnEV. Hat der BT/GU ein Lüftungskonzept vorgelegt?
     
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