EnEV -30: Wärmebrückenzuschlag 0,05 im Bestand - ich hab's aufgegeben.

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  1. TeeJay

    TeeJay

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    Hallo,

    bei unserem frisch erworbenen Häusle soll der EnEV-30 - Standard erreicht werden. Um die Dämmstärken zu minimieren, habe ich mal versucht, die Wärmebrücken mithilfe der gängigen Kataloge genauer zu erfassen, da die Pauschalierung auf einen Wert von 0,10 den HT'-Wert schon sehr negativ beeinflusst, d.h. Ausbildung der Wärmebrücken entsprechend der DIN 4108 Bbl. 2 bzw. ein Zuschlag von 0,05.

    Jetzt mache ich schon seit Wochen an der Berechnung rum, und bin mittlerweile auf fast 25 Wärmebrücken gekommen, und das, obwohl wir keinen Balkon, Terrasse oder Gauben als typische Wärmebrücken haben. Dafür hat's der beheizte Kellerabgang in sich (der Keller ist unbeheizt). Das sind alleine schon über 7 Wärmebrücken :eek:!

    Nachdem einige Wärmebrücken nicht in den Katalogen auftauchen, wäre eine genauere Berechnung erforderlich. Für die will mein Bauphysiker 250 Ocken - je Detail, d.h. schätzungsweise insgesamt fast 2000,- Euro!

    Ich hab die Werte zwar mal "geschätzt" anhand von Standarddetails aus den Katalogen, die nur geringfügig abweichen. Einfach nur um zu sehen, wo ich da lande. Damit bin ich, was den HT'-Wert betrift, fast wieder soweit (so schlecht) wie mit dem pauschalen Wärmebrückenzuschlag.

    D.h., die ganze Aktion ist für die Katz :mauer. Ich muss im Endeffekt fast genauso hoch dämmen. Das ist schon sehr deprimierend.

    Wenn der genaue Nachweis nicht so teuer wäre, hätte es mich schon gereizt, das mal durchrechnen zu lassen.

    Hat das mal jemand machen lassen / selbst gemacht? Mit welchem Ergebnis? Kosten bzw. Einsparungen?​
     
  2. Bruno

    Bruno

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    Ich habe es zweimal gemacht, jeweils um KfW 40 zu erreichen. Einmal war der Zuschlag -0,003, einmal +0,01.

    Muster hier (weiter unter "Leistungen / Energieberatung / Muster einer Energiebedarfsberechnung", direkter Download Nachweis als pdf 709 kB, dort Seite 6 und Seite 32 ff.)

    Die Verbesserung gegenüber dem pauschalen Zuschlag war mit 0,04 bzw. 0,05 deutlich und hat den Transmissionswärmeverlust jeweils um über 10% verbessert und die Dämmung entsprechend verringert.

    Obwohl ich die Berechnungen gerne verkaufe, muss ich einräumen, dass man für das Honorar eine ganze Menge Dämmstoff kaufen kann. Man muss also genau abwägen ob sich das Rechnen überhaupt rentiert, auch wenn der Nachweis für eine Wärmebrücke weniger als 250 € kostet.
     
  3. JDB

    JDB

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    Falsch.
    Du machst einen Nachweis im Bestand und kannst die Wärmebrücken sowieso nicht äquivalent zum BB2 abbilden. Also ist die WB-Pauschalierung mit 0,10 W/m²K anzusetzen.
     
  4. R.J.

    R.J.

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    Ich kam für ein Passivhaus (vereinfacht!) zuletzt auf weit über 30 Details und der Zuschlag stagnierte bei 0,0. Ja, ist deprimierend :lock
     
  5. PeMu

    PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    Ergo, solange man mit dem pauschalen Zuschlag klarkommt - der Aufwand lohnt nicht.

    Dann muss man das oft ständig abgleichen - stetige Änderungen von Details. Oder falsch ausgeführt und man hat die Gurke wieder an der Backe.

    Effektiv bringt es nur was, wenn man bessere Details hervorzaubert als im Katalog

    -> Der Frust. Erspart euch dies.

    Meine Meinung.
     
  6. mls

    mls Bauexpertenforum

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    kann man so nicht pauschalieren.
    bei kfw40/ph gehts nicht ohne. sag ich pauschal :)
     
  7. #7 VolkerKugel (†), 03.03.2008
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    ... auch :konfusius .
     
  8. PeMu

    PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    Ok nachsatz, wenn es an die Grenzen geht.
    Dazu gehört dann auch die Details vorzugeben.

    Oder man hat sonstige enge Randbedingungen.
     
  9. TeeJay

    TeeJay

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    @Bruno

    vielen Dank übrigens für den Link :winken. Es scheint sich bei diesem Musterprojekt um einen Neubau zu handeln, und da ist man, denke ich, bei der Handhabung der Wärmebrücken flexibler. Des Weiteren wurde offensichtlich der Keller vollständig außengedämmt, was ja ebenfalls mit einer Optimierung der Wärmebrücken verbunden ist.

    @Alle
    Es ist schön zu hören, dass ich nicht der einzige bin, der frustriert ist :D.

    Vielen Dank für eure Auskünfte.
     
  10. R.J.

    R.J.

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    Na, ganz so schlimm ist es nun auch nicht. Immerhin kann beim detaillierten Nachweis meistens gänzlich auf den Zuschlag verzichtet werden, siehe Bruno.
    Es macht auch Spaß anhand der WB-Berechnung ein Detail erst zu entwickeln bzw. zu optimieren. Und vielleicht konstruiert man beim nächsten mal gleich ein bisschen anders... Also mir hilft es auch.
     
Thema: EnEV -30: Wärmebrückenzuschlag 0,05 im Bestand - ich hab's aufgegeben.
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