Entkoppelung Anbau Fundament

Diskutiere Entkoppelung Anbau Fundament im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Hallo, ich plane einen Anbau an ein bestehendes Doppelhaus. Beide Gebäude haben dann ein Streifenfundament. Wie ich bisher recherchiert habe,...

  1. Maaks7

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    Hallo,

    ich plane einen Anbau an ein bestehendes Doppelhaus. Beide Gebäude haben dann ein Streifenfundament. Wie ich bisher recherchiert habe, sollte man aufgrund unterschiedlichen Setzverhaltens, eine Perimeterdämmung aus XPS an das Bestandsfundament fixieren und dann dagegen das neue Fundament des Anbaus gießen. Soweit korrekt? keine Noppenfolie dazwischen?

    Wenn soweit korrekt, welche Stärke empfiehlt sich dafür? 10mm? 20mm? Das das alte Fundament etwas herausguckt, habe ich im Mauerbereich bei z.B. 10mm XPS-Fundamenttrennung dann ca. 40-50mm für Trennwandplatten zwischen den Wänden.

    Danke schonmal für hilfreiche Tipps :-)
    Gruß, Max
     
  2. #2 MQP, 23.05.2020
    Zuletzt bearbeitet: 23.05.2020
    MQP

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    Hallo Leute bei mir ist selbes geplant: Altbestand + Anbau + neue Garage

    Habe nun das Streifenfundament für den Anbau + Garage rundum >80 cm ausgehoben und möchte es nächste Woche gießen.

    Mich treibt auch noch die Frage um ob ich das Fundament zwischen Anbau und der Garage ebenfalls entkoppeln muss?

    Beton wollte ich Frost und tausalzbeständigen verwenden, mich treibt aber noch die Körung um.

    Vielen Dank für eure Meinungen.
     
  3. #3 Canyon99, 23.05.2020
    Canyon99

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    Hast du keinen Architekten / Statiker den du fragen kannst?? Das Thema Entkopplung ist doch in dem Kontext imho Bullshit: Ich will doch gerade keine Entkopplung und die damit verbundenen Risse etc zwischen Bestand und Anbau / Neubau. Aus meiner Sicht geht es im Gegenteil eher darum, die Verbindung zwischen Neu & Alt möglichst kraftschlüssig zu gestalten. Das dürfte aus meiner Sicht bei mineralischen massiven Baustoffen besser als in Holzrahmenbau etc. gelingen : Siehe Massive Baustahleisen im Fundament / Deckenbereich des Altbestandes die in die neuen Fundamente / Decken mit verankert werden. Außerdem würde ich peinlich darauf achten, daß die Gründungsebene zwischen alt und neu möglichst identisch ist. Also wenn der Bestand einen Keller hat, dann auch bei einem geplanten EG Anbau die Fundamente bis Bodenplattenniveau Keller gründen.

    Wir haben das so gemacht und haben keinerlei Risse / Setzungen zwischen alt & neu.... Warum man da entkoppeln sollte erschließt sich mir nicht.
     
  4. Mok

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    Wo sollen denn Risse entstehen, wenn beide Bauteile getrennt sind?
    Der TE hat das Thema Setzungsverhalten ja schon angesprochen und darum geht's hier auch. Wenn du schön dicht gelagerten Boden oder Fels hast, dann setzt sich das Bauwerk kaum bis praktisch gar nicht und es treten kaum Zwangsspannungen zwischen kraftschlüssig verbundenen Bauteilen auf. Anders sieht es bei locker gelagerten oder bindigen Böden aus. Hier können auch Setzungen von mehreren Zentimetern auftreten, die aber unproblematisch sind, wenn sich alles gleichmäßig setzt. Das Bestandsgebäude hat die Setzungen aber schon hinter sich, der Neubau hat sie noch vor sich. Das kann dann zu erheblichen Zwangsspannungen und in der Folge zu Schäden am Bauwerk führen, wenn Neubau und Bestand nicht entkoppelt sind.
     
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  5. #5 Canyon99, 23.05.2020
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    Merkst du nicht, daß du dir selbst widersprichst??? Was glaubst du denn was passiert, wenn man beispielsweise einen Anbau im Wohnbereich an den Bestand so wie ihr schreibt „entkoppelt“ und dann aus welchen Gründen auch immer tatsächlich Setzungen von mehreren Zentimetern im Neubau auftreten. Dann gibt’s bei „Entkopplung“ also keine Risse zwischen neu & alt? Ich denke, daß gerade das Gegenteil der Fall ist.

    Hier geht es doch eher darum Setzungen unbedingt konstruktiv zu vermeiden und die Verbindung zwischen alt & neu möglichst starr & kraftschlüssig zu machen. So hat
    das zumindest auch unser Darmstädter Architekturbüro und der beauftragte Statiker für einen Anbau von 70m² Fläche je Stockwerk an einem 3-stöckigem Bauwerk gesehen. Fakt ist, da ist mal gar nichts entkoppelt, sondern es wurde sehr viel Sorgfalt auf die Gründungsebene und die kraftschlüssige Verbindung der bestehenden neuen und alten Fundamente, Decken & Wände verwendet.

    Ich würde hier an Stelle des TE deshalb erstmal die Fachleute kontaktieren und mich umfassend beraten lassen. Der vorgeschlagene Bastelansatz wird jedenfalls nicht funktionieren.
     
  6. MQP

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    Also bei mir ist er Besand unterkellert und der Anbau nicht. Die Fundamente des Anbaus nun auf Kellertiefe zu bringen steht m.E. in keinem Kostenverhältnis.

    Kann mir wer noch einen guten Baustoff zum entkoppeln nennen. Danke euch
     
  7. #7 Canyon99, 24.05.2020
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    Wenn du mit Rissen an den Bauteilanschlüssen leben kannst, dann brauchst du das ja auch nicht machen. Dann reicht frostfreie Gründung, aber dann kannst du dir imho auch gleich den Quatsch mit der Entkopplung sparen.... Es gibt meines Wissens nicht so was wie gleitende "Rohbauanputzleisten" oder Rohbau-Trenn-Fix. Was schlägt dein Architekt / Statiker vor? Die müssten doch am ehesten eine belastbare / brauchbare Aussage machen können.
     
  8. #8 Fred Astair, 24.05.2020
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    Der Billigste und Beste ist Luft. Und damit nichts in den Luftspalt fällt, klemmt man etwas Weiches, z.B. Mineralwolle dazwischen.
    Falls Du Dir das Prinzip der Entkopplung nicht vorstellen kannst: Stell mal zwei Pappkartons nebeneinander auf den Tisch. Nun verschiebst Du einen davon.
    Reißt da was? Na siehste...
     
  9. #9 Canyon99, 24.05.2020
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    Ich sag nur: Schuster, bleib bei deinen Leisten... Wenn das hier ein Installations-/Heizungsthema wäre, würde ich dir quasi blind vertrauen.

    In dem konkreten Kontext, sollten sich aber lieber mal Architekten / Statiker zum Thema äußern. Das mit dem Entkoppeln klappt vielleicht mit einer angeflanschten Garage. Ganz sicher aber nicht bei einer Wohnraumerweiterung über einen Anbau der evtl. auch noch mehrere Stockwerke umfasst. Wenn sich ein solcher Anbau tatsächlich setzen sollte - nicht unwahrscheinlich wenn die alte Baugrube großflächig ausgehoben wurde - wie sehen dann die Bauteilanschlüsse an Decken und Wänden aus?? Da ist von außen und innen überall verputzt und die alten Räume gehen wahrscheinlich in die neuen Räume über . Wie soll das aneinander vorbeigleiten ??

    Ich glaube deshalb mal nicht, daß in dem von mir angeführten konkreten Beispiel der Statiker & Architekt den Aufwand bezgl. Gründungsebene /Fundamente/Wand- und Deckenverbindung ganz ohne Grund getrieben haben....
     
  10. #10 Fred Astair, 24.05.2020
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    Du sollst mir gar nicht vertrauen. Bitte bitte tue das nicht. Du sollst nur selber denken und zwei Pappkartons solltest Du ja haben.
    Was Du vermutlich meinst, ist ein U, also eine gemeinsame Trenwand zwischen Bestand und Neu und ich rede von einem Anbau als eigenständigen Baukörper. Dein "angestricktes" U wäre also ein Pappkarton mit fehlender Seitenwand. Der muss natürlich mit ganz viel Tesa an den vorhandenen drangeklebt werden.
    Bei Pappkartons funktioniert das gut, weil die Pappwände im Vergleich zu Mauerwerk um ein Vielfaches stabiler sind. Aber ein halbes Haus wird Dir was husten. Armierst Du die unmittelbare Verbindung , reißt es ein Stück weiter. Die starre Verbindung zwischen Alt und Neu ist eine Lotterie. Kann gutgehen oder auch nicht.
     
  11. #11 Canyon99, 24.05.2020
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    Na ich rede die ganze Zeit von dem U.. :D Geht hier doch auch um Anbau / Wohnraumerweiterung. D.h. altes kleines Zimmer wird durch einen Anbau zu einem neuen großen Zimmer. Im neuen großen Zimmer liegt natürlich auch FBH und der Verteiler sitzt im Altbestand. Elektrik wurde auch auf dem Rohfußboden verlegt. Deswegen funktioniert ein Entkoppeln in dem Fall nicht. Setzungen muss man konstruktiv vermeiden und das bedeutet Aufwand.
    Wenn ich einen separaten Anbau für sich betrachte, dann bin ich ja bei euch. Das kann man kostengünstiger machen. Aber auch da dürften Leitungsanschlüsse & Verbindungen bei größeren flächigen Setzungen im Neubau herausfordernd sein.
     
  12. #12 Fred Astair, 24.05.2020
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    Tja, Du redest...
    Das ist aber hier nicht das Thema:
    Der TE fragt aber nach zwei Gebäuden und nicht nach einer Zimmervergrößerung.
     
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  13. SIL

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    Das kann man doch so nicht beantworten Fred, Gründung wie lange steht das ältere Gebäude... Ob entkoppelt/gleitend oder Fix mit Sollbruchstellen who knows...
    Setzungen hast du immer bei Erweiterung, fragt sich nur wieviel...
     
  14. #14 Wieland, 26.05.2020
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    Ja das mit dem Bestand und Anbau ist grundsätzlich eine interessante Frage. Trennen oder Kraftschlüssig verbinden.
    Bestand ist vorbelastet.( Normalerweise Ende der Setzung nach einer gewissen Zeit. Sofern keine Grundwassersenkung.

    Meiner Meinung nach sollte man in jedem Fall, für den Anbau auf die Streifenfundamente verzichten. Und die Fundament-
    platte als Mittel der Wahl sehen. Denn da wird eine Setzung am unwahrscheinlichsten.

    Sofern getrennt. Sollten alle Trennfugen einschließlich der Horizontal und vertikal Wasserdichtungen sorgfältig geplant
    werden. Nämlich im Detail.

    Detailplanung auch für eventuelle Aussteifungsstützen an angrenzende Wände zum Bestand.

    Was das Material im Trennfugenbereich betrifft immer auch den Brandschutz und die Feuchtigkeitssperren mit bedenken.

    Grüße
     
  15. #15 Wieland, 26.05.2020
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    Ja bitte nicht vergessen dass sich im unterkellerten Bereich früher der Arbeitsraum/Baugrube befand!!!
    von daher könnte der Vorschlag von Canyon 99 richtig sein. Zumindest verankern der Fundamentplatte.
    Und darüber mit der Trennung/Fuge beginnen!!
     
  16. Mok

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    Davon bin ich auch ausgegangen.

    Wenn es um ein "U" gehen soll, dann muss man sicher intensiver darüber nachdenken, wie man den Anbau oben hält und das geht nicht, ohne den Boden einzubeziehen (und das wurde bei dir, @Canyon99, der Beschreibung nach auch getan). Wenn man nicht weiß, wie viel der Boden mitträgt, dann weiß man auch nicht, was über den Bestand abzutragen ist. Sind die erwarteten Setzungen zu hoch, dann ist es sinnvoll, nicht nur zu versuchen den Anbau bombenfest am Bestand fest zu tackern, sondern auch mal nach unten zu gucken. Ggf. ist eine Bodenverbesserung oder Tiefgründung in Kombination mit konstruktiven Maßnahmen dann am sinnvollsten.

    Also plädiere ich dafür, das Planungsteam um einen Geologen zu ergänzen.
     
  17. MQP

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    Danke Leute für die rege Diskussionsbeteiligung, also nach Rücksprache mit den Statiker schlägt dieser vor, den Bestand und den Neubau an der Bodenplatte und die Decken (OG, DG) miteinander zu verdübeln. In der Ausführung, bohrt man ca. alle 30 cm 70cm tief in den Altbestand und verankert da Eisen damit sich die neue Bodenplatte sowie Decken damit verbinden können.

    Es handelt sich dabei um einen "U" Anbau 6 x 3m, also nichts sehr großes. Dennoch soll im OG ein Zimmerverbund entstehen.
     
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Entkoppelung Anbau Fundament

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