Entwässerung ohne Hebeanlage möglich?

Diskutiere Entwässerung ohne Hebeanlage möglich? im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, für unseren Neubau beschäftige ich mich aktuell mit dem Thema Entwässerung. Wir bauen ein EFH mit Beton-Keller auf tragender...

  1. neo0711

    neo0711

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    Hallo zusammen,
    für unseren Neubau beschäftige ich mich aktuell mit dem Thema Entwässerung.
    Wir bauen ein EFH mit Beton-Keller auf tragender Bodenplatte.
    Wenn irgendwie möglich, wollen wir auf eine Hebeanlage komplett verzichten.
    Die Abwässer aus EG und OG werden an der Kellerdecke entlang und über eine, vom KG separierteLeitung, an der Rückstauklappe vorbei, nach draußen geführt. Dies macht auch Sinn, da das EG ca. 30cm über der Rückstauebene (Oberkante Kanalschacht, Straße) liegt.
    Die Abwässer im Keller werden in einer Leitung unter der Bodenplatte gesammelt und über eine vom Boden des Technikraums zugängliche Rückstauklappe zum Kanalschacht, Straße geführt.
    Die Strecke vom Kanalschacht zum am weitesten entfernten Entwässerungspunkt unter der Bodenplatte sind ca. 15m.
    Die Unterkante der Bodenplatte liegt 267cm unter dem „Straßenniveau“, sprich OK Kanalschacht, Straße.
    Zum Kanal habe ich vom zuständigen Amt folgende Information:
    DH= 120.44
    SH= 117.37
    Was heißt DH und SH (Deckelhöhe und Sohlehöhe)? Richtig?
    Für mich ergibt sich daraus eine Schachttiefe von 307cm.
    Die Höhendifferenz zwischen UK, Bodenplatte und SH beträgt demnach 40cm (307cm – 267cm).
    1. Grundsätzliche Frage: Ist hier eine Entwässerung ohne Hebeanlage möglich? Reichen die 40cm Höhendifferenz?
    2. Bei 1% Gefälle und 15m Strecke gehen schon mal ca. 15cm fürs Gefälle drauf. Es bleiben also 25cm, richtig?
    3. Wie viel Platz (welche Höhe) benötige ich unter der Bodenplatte um ein Schmutzwasserrohr (DN100) aus der Bodenplatte nach unten rauszuführen; 90° umzulenken und unter der Bodenplatte wegzuführen?
    4. Wie viele cm über SH wird das Rohr in den Kanal geführt?
    Die Sache wird knapp, ich weiß; Ein paar cm können wir evtl. mit dem Haus noch nach oben.

    Gruß, neo
     
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  3. Thomas B

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    Das Abwasserrohr wird sicher nicht direkt an UK Bodenplatte liegen, sondern erstmal ein Stückchen senkrechht und dann über 2 x 45° Bögen in die (fast) Horizontale kommen. Zudem hat dann auch noch das (vermutlich DN100 Rohr?) eine gewisse Höhe. Das Abwasser läuft also nicht an UK Bopla weg, sondern wohl eher 20 - 25 cm tiefer (+/-) !!!

    Zudem: warum sammelt man die Gülleu nter der Bodenplatte? Ich leite -wenn es geht- Abwaässer im Keller immer durch die Wand nach außen. Vorteil1: man liegt höher. Vorteil 2: bei einer Undichtigkeit kommt man ggf. auch von außen an die Stelle . Vorteil 3: bei einer Undichtigkeit/ Beschädigung des Rohres unter der Boppla kommt man nie wieder dran. Vorteil 4: Revisionsöffnung in der Falleitung ist zugänglich

    Also: Warum überhaupt Grundleitung unter der Bopla???????
     
  4. #3 Ralf Dühlmeyer, 30. Januar 2014
    Ralf Dühlmeyer

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    Ausserdem gehst Du mit Deiner Abwasserleitung nicht auf Niveau Sohle Strassenkanal in diesen rein, sondern in der Regel liegt die Sohle "Deines" Kanals auf Oberkante Strassenkanal.
     
  5. Thomas B

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    ...stümmt...zumindest im oberen Drittel (wird bei uns so gemacht!)
     
  6. neo0711

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    @Thomas:
    Viellicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt.
    Die Abwässer aus EG und OG werden an der Kellerdecke entlang und über eine, vom KG separierte Leitung, an der Rückstauklappe vorbei, durch die Seitenwand nach draußen zum Kanal geführt. Dies macht auch Sinn, da das EG ca. 30cm über der Rückstauebene (Oberkante Kanalschacht, Straße) liegt.
    Die Abwässer im Keller z.B. Waschbeckenanschlüsse+Kellerbodenabläufe (evtl. kommt später auch mal ne Toilette in den Keller) werden in einer Leitung unter der Bodenplatte gesammelt und über eine vom Boden des Technikraums zugängliche Rückstauklappe zum Kanalschacht, Straße geführt.

    Aus der Zeichnung (siehe Anhang) entnehme ich, das der Schacht eine Tiefe von 3,07m hat.
    Auf welcher Höhe liegt nun in etwa mein Abflussrohr im Grundstück?
    Wie finde ich das denn raus, ohne es freizubuddeln?

    Kanal-klein.jpg
     
  7. Thomas B

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    Ich habe Dich verstanden. Du aber mich offenkundig nicht!

    Die diversen Nachteile sind Dir schon verständlich, oder?

    WARUM Leitungen UNTER der Bodenplatte? Welchen Mehrwert erwartest Du Dir?

    Und: Wenn WC im Keller, brauchst Du ohnehin zwingend eine Hebeanlage, die die Brühe über Rückstauebene pumpt (also eine Druckleitung, die irgendwo über EG-Niveau in einen fallstrang horizontal einbindet).

    Und weiterhin: Leitungen UNTER der Bodenplatte liegen ja nicht direkt unter der Bodenplatte, sondern mit etwas "Luft" dazwischen.

    Der Höhenuterschied reicht also m.E. nie und nimmer.
     
  8. neo0711

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    Nein, ich verstehe dich tatsächlich nicht.
    Wie soll ich einen Bodenablauf im Keller seitlich aus der Kellerwand führen, ohne "die Brühe" anzuheben? Mehrwert: ES FUNKTIONIERT ANDERS NICHT !

    Die genannten Nachteile sind mir schon klar, aber eine Hebeanlage kann auch diverse Probleme machen.
    Was spricht dagegen, die 2 x 45° Bögen in die Bodenplatte zu legen? ich sehe keinen Grund zunächst senkrecht nach unten zu gehen.
    Evtl. kann man auch das Abwasserrohr zum Teil in die Bodenplatte verschwinden lassen. Da gewinne ich auch ein paar cm.
    Habe gerade mit dem örtlichen Abwasserwerk gesprochen; die haben diesen Vorschlag gemacht. Ggf. das Haus ein paar cm "anheben".
    Zu einer Hebeanlage rät man nur im "Notfall".

    Letztendlich mache ich am WE den Schacht auf und messe nach, wo die Sohle meines Abflusses liegt und dann sehen wir weiter.
     
  9. Thomas B

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    Gut,...nein, natürlich nicht gut.

    Ein Bodenablauf geht dann logischerweise nicht. auf den kann man mE aber auch gut und gerne verzichten. Das macht mE nur Sinn, wenn man im Keller sehr viel Wasser verspritzt. Ansonsten braucht's das nicht.

    ja..sie kostet nmatürlich erstma Geld, muß gewartet werden und irgendwann sind Bauteile sicher verschlissen und müssen ersetzt werden. Hast Du ein WC im KG, kommst Du aber ohnhin nicht ohne Hebeanlage aus.

    Hängt davon ab was die Bopla aushakten muß. Soll sie druckewasserdicht sein? Bei senkrechtem verlauf des Rohres, gibt es hierfür speziele Einbauteile mit Dichtscheibe usw. Schräg verlaufend geht das nicht (außer man bettet das Rohr über die gesamte Länge in eine hier untervoutete Bopla ein...dann wird es aber schon wieder aufwendig und kompliziert....

    Dann ist Dein WC im Keller eben ein Notfall...
     
  10. neo0711

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    Hallo Thomas,

    danke für deine Hilfe.

    Auf die Option "WC im Keller" kann ich verzichten. Mir war nicht klar, dass ich, die in dem Fall, "Klößchenbrühe" anheben muss ... aber sonst funktioniert der Ablauf wahrscheinlich nicht vernünftig.

    Auf den Bodenablauf und das Waschbecken im Technikraum möchte ich ungern verzichten. Auf Siphon für GAS-BW und Lüftungsanlage kann ich ohne Weiteres nicht verzichten.
    Wenn ich auf den Bodenablauf verzichte käme ich ein ganzes Stück höher ...
    Wenn's knapp wird, wäre das evtl. eine Lösung die Hebeanlage zu umgehen.

    Evtl. habe ich auch unbegründete Vorurteile gegen eine Hebeanlage. Aber wo nichts ist, kann auch nichts kaputtgehen.
    Wie anfällig sind (Klein-)Hebeanlagen für fäkalienfreies Wasser?

    Gruß, neo
     
  11. Tiefbau01

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    Hallo neo0711,

    der Lageplanausschnitt irritiert mich etwas. Ich erkenne das so, dass du Dir zusammen mit dem Nachbarn einen Grundstückskontrollschacht teilst, der in der öffentlichen Fäche liegt,? Sehe ich das richtig? (Erscheint ungewöhnlich.)

    In "meiner" Kommune wird für so einen Fall wie Deinen mittlerweile per Satzung das Anheben über Rückstauebene gefordert (für jeden SW-Anschluss, auch HWB und Kellerbodenablauf).
    Wenn Euer Abwasserbetrieb das nicht fordert, braucht man aber ohne diese Anhebung zumindest eine Rückstauklappe. Die Dinger zeigen erfahrungsgemäß aber immer wieder Fehlfunktionen, und glaub mir, auch wenn`s viele Jahre gut lief, wird genau DANN etwas Dreck die Klappe am Schließen hindern, wenn unsere (mittlerweile fast jährlichen) Jahrhundertregen auftreten. Und dann hast Du die Dreckbrühe zentimeterhoch im Keller stehen (weil Fehleinleitungen den SW-Spiegel gehörig ansteigen lassen, und über die Schächte läuft das Wasser dann auch in den SW-Kanal) ... das macht keinen Spaß. Beim ersten Mal ist es ärgerlich, beim zweiten Mal wird man sauer und beim dritten Mal wütend und will die Kommune auf Schadenersatz verklagen ....

    Es gibt inzwischen gute und zuverlässige Hebeanlagen in allen Größe: vom kleinem Kasten hinterm WC bis zum großen Fertig-Schacht im Garten. Klar ist jeder Betriebspunkt mehr auch eine Gefahrenquelle mehr.
    Aber eine Rückstauklappe ist eben auch ein Betriebspunkt.
    Wenn die ausfällt, bist Du machtlos und bekommst die Suppe anderer Leute gnadenlos in den Keller. Wenn dagegen die Pumpe ausfällt, bist Du sicher, weil nix zurück fließen kann. Dann benutzt man das Waschbecken und den Bodenablauf halt nicht, bis die Pumpe repariert ist.

    Ich würde Dir unbedingt zur Pumpe raten. Aus Erfahrung.
     
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  13. neo0711

    neo0711

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    Ja, der Kanalschacht liegt im öffentlichen Bereich (Bürgersteig).
    Wie es tatsächlich aussieht (u.a. Sohlehöhe meines Kanals) werde ich am WE begutachten.

    Für den Abfluss im Keller ist aktuell eine Rückstauklappe eingeplant. Das diese "versagen" kann, sehe ich ein.

    Nachdem ich gestern über das Gesamtkonzept nachgedacht habe, bin ich inzwischen auch der Meinung, dass eine direkte Einleitung (ohne Anheben) bei Rohrführung unter der BoPla nicht möglich sein wird.
    Die genaue Sohlehöhe meines Abwasserkanals werde ich am WE versuchen nachzumessen.

    Jetzt bleiben meines Erachtens folgende Optionen:

    1) Wir verzichten auf den Bodenablauf im Keller (damit kann ich leben) und führen die restlichen Abwässer im Keller (Gas-BW; Lüftung; HWB) zusammen und führen diese zusammen über eine Rückstauklappe seitlich aus der Außenwand in den Kanal. Dann sollte eine direkte Einleitung kein Problem sein.

    2) Wir heben die "Brühe" (Abwässer Keller) über Rückstauniveau mit einer Hebeanlage an und leiten diese zusammen mit den EG/OG Abwässern in den Kanal.
    Zu 2) Wie wird das technisch sinnvoll umgesetzt? Werden die Abwässer in einem "Sumpf" zusammengeführt und dann angehoben? Eine Hebeanlage an jedem Abwasserpunkt ist sicher nicht sinnvoll, da an manchen Stellen nur sehr wenig Abwasser anfällt (Lüftung; Gas-BW).

    Gruß, neo
     
  14. Thomas B

    Thomas B

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    1) ist schon mal gut :)

    2) ich würde nur evtl. anfallendes Schmutzwasser (also WC, wenn es denn kommen sollte) über Hebeanlage laufen lassen. So etwas kann man später (vielelicht kommt das WC ja später gar nicht??) mit einer entsprechend im WC integrierten Minihebeanlage realisieren. Jetzt schon alles (WM, Heizungsüberlauf, Ausgu0ßecken,...) jedes mal zu pumpen erscheint mir nicht geboten. Soclhe Entwässerungsgegenstände zusammenführen und -bevor es rausgeht- über einen Doppelrückstauverschluß sichern.
     
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