EPS auf Bitumen oberhalb Sockelbereich – bauphysikalisch kritisch oder möglich

Diskutiere EPS auf Bitumen oberhalb Sockelbereich – bauphysikalisch kritisch oder möglich im Praxisausführungen und Details Forum im Bereich Architektur; Hallo zusammen, ich habe eine Frage zur fachgerechten Ausführung einer Fassadendämmung und hoffe auf eine fundierte Einschätzung aus Praxis und...

  1. #1 dedieter, 15.10.2025
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    Hallo zusammen,

    ich habe eine Frage zur fachgerechten Ausführung einer Fassadendämmung und hoffe auf eine fundierte Einschätzung aus Praxis und Bauphysik.

    Ausgangslage:

    • Es geht um einen kleinen Anbau (ca. 10 m lang, 3 m tief).

    • Der Anbau ragt ca. 1,5 m über die Geländeoberkante heraus.

    • Die Außenwand des Anbaus wurde bis ganz oben vollständig mit 1K-Bitumendickbeschichtung (PMBC) abgedichtet.

    • Geplant ist eine Fassadendämmung mit 16 cm EPS.

    • Laut technischem Merkblatt von Knauf Sockel-SM Pro ist die Verklebung von EPS auf Bitumen zulässig, jedoch nur im Sockelbereich bis max. 30 cm über Geländeoberkante.

    • Oberhalb dieser 30 cm befindet man sich außerhalb der Systemzulassung.
    Fragen:
    1. Wenn EPS-Verklebung auf Bitumen im Sockelbereich möglich ist – warum genau ist sie oberhalb von 30–50 cm technisch problematisch?

    2. Welche bauphysikalischen Gründe sprechen dagegen, die EPS-Dämmung auch z. B. 1 m oder höher auf Bitumen zu kleben?

    3. Es wird argumentiert, es könne zu Feuchtestau und Frostschäden kommen.
      Woher soll diese Feuchtigkeit im Wandaufbau kommen (Baufeuchte, kapillar aufsteigende Feuchte, Schlagregen, Tauwasser)?
      → Wie kann sich Frost im Bereich der Bitumenschicht bilden, trotz 16 cm Außendämmung und beheiztem Innenraum?

    4. Bitumen ist nahezu diffusionsdicht.
      → Warum kann Feuchtigkeit im Mauerwerk nicht nach innen austrocknen, wenn dort doch geheizt und gelüftet wird?

    5. In der Praxis hört man oft Aussagen wie:
      EPS einfach direkt mit Bitumen kleben – machen viele – funktioniert.“
      Ist das technisch vertretbar oder klarer Ausführungsfehler mit Schäden in ein paar Jahren?

    6. Welche konkreten Schäden sind realistisch zu erwarten, wenn man EPS auch oberhalb des Sockelbereichs auf Bitumen klebt
      (z. B. Putzablösungen, Algenbildung, Hohllagen, Frostabplatzungen)?
      Ab welchem Zeitraum wären solche Schäden erfahrungsgemäß zu erwarten?
    Zusatzfrage:
    Falls der Bitumenauftrag bereits vorhanden ist:
    Gibt es sinnvolle Alternativen, ohne die Beschichtung komplett zu entfernen?
    (z. B. Haftbrücke, mineralische Trennschicht, Entkopplungssystem, Perimeterdämmung etc.)

    Danke vorab für eure Einschätzungen!
     
  2. BaUT

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    Wie dämmst du den erdberührten Teil des Anbaus? Hoffentlich mit XPS und nicht mit EPS!

    Dann gib deinen Außenwandaufbau doch mal bei UBAKUS ein und schau dir die Ergebnisse der Feuchteschutzberechnung an.
     
  3. #3 dedieter, 15.10.2025
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    Natürlich ist der erdberührte Teil mit Bitumen mit Gewebe Abgedichtet und würde so 40cm über Geländeoberkante mit Perimeterdämmung dämmen.
     
  4. #4 dedieter, 15.10.2025
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    Das ist das Ergebnis. wie kann ich das jetzt interpretieren?

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  5. BaUT

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    Funktioniert offenbar infolge der großen Dämmstoffdicke ähnlich wie die erdberührte Kelleraußenwand, wo außen ja auch eine Bauwerksabdichtung aus PMBC (KMB) drauf ist. Also kein Taupunkt im Mauerwerk.
     
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