Falsche Statik Doppelhaus

Diskutiere Falsche Statik Doppelhaus im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Hi zusammen, ich würde mal gerne Eure Meinung zum Sachverhalt wissen: Gebaut wird eine DHH an eine bereits bestehende und beide sind ohne Keller....

  1. #1 MKNJ2024, 13.06.2024
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    Hi zusammen,

    ich würde mal gerne Eure Meinung zum Sachverhalt wissen:
    Gebaut wird eine DHH an eine bereits bestehende und beide sind ohne Keller. Die bestehende steht auf einem bewährten Streifenfundament, zu dem detailierte Pläne vorliegen. Als der Statiker errechnet hat, wie die Gründung der neuen DHH sein muss, hat er eine Ausführungsplanung geschickt, auf dem das Streifenfundament des Nachbarn nicht zu sehen war und seine Rechnung auf Annahmen beruhte.
    Auf Rückfrage bei der Bauleitung wurde mitgeteilt, dass die Pläne des Nachbar-Streifenfundaments dem Statiker vorliegen würden und er diese auch als Basis genommen hat. Soweit so gut, jedoch wurde die Frage aufgeworfen, warum man Annahmen treffen muss und ggf unterfangen muss, wenn man die Realität mit 2m tiefen Streifenfundament kennt?
    Ein Anruf beim Statiker ergab, die Unterlagen des Nachbarn nicht vorlagen und er würde nun nochmal neu rechnen müssen. Das Ergebnis ist nun, dass ebenso ein bewährtes Streifenfundament notwendig ist und die vorherige Rechnung nicht korrekt sein. Kosten sind nun doppelt so hoch wie bei der ersten Rechnung. Der Bauherr hat nun durch die Blume mitgeteilt bekommen, das das erste Angebot nun nicht mehr gelten würde, weil man ja so "dumm" war nochmal selber beim Statiker nachzufragen.

    Das geht doch eigentlich gar nicht, wie kann man Pläne für die Statik nicht weiterleiten? Das fällt doch spätestens auf, wenn der Bagger ansetzt.?
    Wer zahlt die Kosten für die neue Berechnung?
     
  2. #2 Jo Bauherr, 13.06.2024
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    "Augen auf beim Doppelhaushälftenkauf - vor allem als 2ter ...!!!"

    Sorry, aber die Statik sollte man in dieser Konstellation! immer als absolute Grundfrage VOR dem Notartermin klären.
    Nun ist es zu spät. Schade... Die Mehrkosten zahlt nun -leider- ihr.

    (PS: bitte um Begriffsklärung - wer ist eigentlich denn hier "Bauherr" - im Bezug zur Fragestellung?)
     
  3. Oehmi

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    Für das Fundament, ja. Weil sowieso-Kosten.

    Für den Statiker, kommt drauf an wer versäumt hat die Pläne rechtzeitig weiterzuleiten.
     
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  4. #4 Kriminelle, 14.06.2024
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    Der Auftraggeber?!
    Wer hat denn den Statiker beauftragt und ihm nicht die fehlenden Informationen weitergegeben, sodass der Statiker auf Vermutungen setzen musste?
     
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  5. #5 petra345, 14.06.2024
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    Warum mußte der Statiker Annahmen treffen?
    Gab es kein Bodengutachten?
    Warum sind die Streifenfundamente des Nachbarn 2 m tief?
    Konnte man nicht auf 2 m tiefe Streifenfundamente verzichten und eine entsprechende Bodenplatte planen?
    .
     
  6. BaUT

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    Hätte, könnte, sollte....

    Ihr lasst schlüsselfertig von einem Bauträger bauen oder baut ihr mit einem Generalunternehmer?

    Bei einem Bauträger ist das ganzen Risiko beim BT.

    Beim GU ist die Frage, wer den Statiker beauftragt hat und bezahlen soll. Oft werden Statiker vom GU vermittelt aber sind nicht Teil des Pauschalvertrages des Hausbaus. In diesem Falle wird es dann schwierig nachzuweisen wer wann welchen Organisationsfehler gemacht hat und wer die daraus resultierenden Folgekosten tragen muss.
     
  7. #7 MKNJ2024, 14.06.2024
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    Es wird vin einem GU gebaut, der auch den Statiker beauftragt hat. Das neue Streifenfundament (bewehrt, 2m tief) soll nun pauschal Betrag x kosten. Die Vermutung liegt nahe, dass da auch die Kosten des Statikers enthalten sind. Da nicht aufgezeigt ist, was wieviel kostet, liegt die Vermutung nahe.
     
  8. #8 MKNJ2024, 14.06.2024
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    Genau das ist der Knackpunkt, man hat ja sogar extra nachgefragt warum Annahmen getroffen werden und seitens GU wurde schriftlich bestätigt es läge alles vor. Das hat ja jetzt nachweislich nicht gestimmt.
     
  9. #9 MKNJ2024, 14.06.2024
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    Ist sowas denn ein Thema was "auf dem Bau mal passieren" kann? Oder eigentlich ein No-Go?
     
  10. #10 Kriminelle, 14.06.2024
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    Die Statik ist aber Inhalt der BLB des GUs?
    Wir kommen doch der Antwort immer näher :)
     
  11. #11 Ettlingen, 14.06.2024
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    Der TE kann sich jetzt die von ihm "bevorzugte" Variante nicht mehr aussuchen, daher hier nur als Gedankenspiel:
    Variante 1: TE hält sich aus allem raus und vertraut dem GU.
    Variante 2: TE hinterfragt die Ausführung kritisch. Der Statiker rechnet daraufhin neu. Statik + Ausführung werden teurer.
    Auswirkungen:
    V1: Geld gespart; später Gebäudeschäden durch Senkung etc.
    V2: Die Fundamentierung kostet jetzt das, was sie kosten muss und ist damit solide. Der Statiker kostet ein paar hundert Euro mehr.
    Mein Rat an den TE: Diesen Tread beenden und auch zukünftig beobachten, kritisch nachfragen und im Zweifel einen neuen Tread aufmachen und nachfragen. Wichtig: Alles mit Fotos dokumentieren, jeden Tag morgens und abends auf die Baustelle und wenn möglich auch wenn die Handwerker da sind. Und zum Abschluss: Freuen, dass man ganz am Anfang des Hausbaus (vermutlich) haarscharf an einem schweren Baumangel vorbei geschrammt ist.
     
  12. BaUT

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    OK - über welche Summe X reden wir denn hier?

    Damit der GU die Mehrkosten des Fundaments innerhalb des Pauschalgesamtpreises trägt, müsstest du nachweisen, dass er die Unterlagen zur Gründung des Nachbarhauses bereits vor der Erstellung seines Pauschalangebotes vorliegen hatte und dass er somit in Zusammenarbeit mit seinem Statiker die notwendige Gründung hätte vorher schon kalkulieren können/müssen.

    Wenn ihm alle Unterlagen schon vor Vertragsunterzeichnung vorgelegen haben, dann kann er jetzt nicht mit "unverhergesehenen Mehrkosten" kommen und die von euch als Nachtrag verlangen.

    Wenn er die Statik-Unterlagen des Nachbarn aber erst später (also nach Angebot und Vertrag) erhalten hat, dann gibt den Begriff der "Sowiesokosten" darunter fallen alle Kosten, die der Bauherr hätte sowieso zahlen müssen, wenn von Anfang an richtig geplant worden wäre.

    Mein Vorschlag:
    Schreib dem GU dass ER ES VERPENNT HAT und dass ihr deshalb aus Kulanz nur 50% der Kosten übernehmen würdet.
     
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  13. #13 Ettlingen, 14.06.2024
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    Das halte ich für einen ausgezeichneten Vorschlag. Das begründet (im wahrsten Sinne des Wortes) eine gute weitere Zusammenarbeit.

    Einem Handwerker in begründeten Fällen die Rechnung zu kürzen, ist für mich absolut o.k.. In diesem Fall wäre es - bis auf die zusätzlichen Statikerkosten - jedoch völlig ungerechtfertigt.
     
  14. #14 Kriminelle, 14.06.2024
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    Ich möchte nochmal darauf hinweisen, dass wir hier nur vermuten können, wer „man“ ist oder wer hier für was verantwortlich ist. Das geht nämlich in der ganzen Fragestellung etwas verloren, sodass Du @MKNJ2024 zwar Antworten erhältst, diese sich aber auf Mutmaßungen bezüglich Deiner Wortwahl begründen
    Wem liegen oder lagen die detaillierten Pläne vor? Euch? Dem GU? (Dem Statiker?)
    Wer hat rückgefragt? Ihr?
    Wer hat die Frage aufgeworfen?
    Wer ist „man“?
    Wer hat angerufen? Ihr? Der GU? Die Bauleitung?
    Der Bauherr seid Ihr… warum in der dritten Form?
    Ah, ok, „man“ seid Ihr…
    Schon wieder dieses „man“. Das seid dann nicht Ihr?

    Dein Problem könnte sein und werden, dass der Bauherr für das Grundstück und allen auftretenden Kosten (bauseits) verantwortlich ist.

    Wieso Vermutung? Du hast doch einen Vertrag! Da müssen die Kosten der Einzelpositionen nicht drin stehen, wenn es sich um ein Gesamtangebot, wie es sich bei einem GU handelt. Was steht denn explizit zur Statiker- und Architektenleistung?
    Wer ist denn hier jetzt „Man“? Das ist eine ganz schlechte Kommunikationsbasis.
     
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