Fassadenmaterial muss bauaufsichtlich zugelassen sein?

Diskutiere Fassadenmaterial muss bauaufsichtlich zugelassen sein? im Außenwände / Fassaden Forum im Bereich Neubau; Hallo. Demnächst steht eine Außenwanddämmung unseres kleines Anbaues(Flachdach) an. Gerne würde ich eine VHF Fassade nehmen, da mir WDVS auf...

  1. CRONOS

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    Hallo.


    Demnächst steht eine Außenwanddämmung unseres kleines Anbaues(Flachdach) an.

    Gerne würde ich eine VHF Fassade nehmen, da mir WDVS auf der Nord-Ost Ausrichtung etwas zu heikel, wenn auch möglich, ist.

    Nun gibt es tausende Anbieter und Materialien zur Auswahl. Am liebsten würde ich Holz nehmen. Jedoch wäre sehr helles oder weißes Holz optisch am besten.

    Zukünftig sollte es aber auch keine Arbeit machen, also bin ich auf helle Aluverbundplatten gestoßen.

    Jetzt gibt es große Anbieter, die Ihre wetterfesten Platten zwar für Außenwerbung o.ä. anbieten, für Fassaden aber doppelt so teure Linien anbieten.

    Auf die Frage warum, sagte ein Händler mir, dass die Fassadenprodukte u.a. Bauaufsichtlich zugelassen seien.

    (Und selbst da gibt es noch welche mit Kunststoffkern und rein mineralische)


    Jetzt mal die Ketzerische Frage:

    Eine "normale" Holzfassade aus irgendwelchem Lärchen oder Fichtenholz, ob Roh oder lasiert, hat doch auch keine Bauaufsichtliche Zulassung?

    Und die Brandschutzklasse von Holz... naja.


    Sind diese Unterscheidung berechtigt, oder spielt das bei unseren 35m² Fläche, bei 3.5m Höhe, keine Rolle sondern sind eher für "Hallen & Hochhausbau" gedacht?


    Grüße...
     
  2. #2 simon84, 12.01.2018
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    Jede Fassadenlösung muss bauaufsichtlich zugelassen sein.
    Natürlich kann man auch eine nicht zugelassene Lösung montieren. Gibt dann im Zweifelsfall Probleme mit Versicherung usw.
    Wie kommst du darauf, dass ein Holzfassadensystem keine Zulassung braucht?

    Verwechselst du da vielleicht etwas mit Bestandsgebäuden die irgendwo an der Giebelwand Holz haben ?


    Hier gibt es (runterscrollen) auch eine Liste von holzbasierten WDVS:

    https://www.dibt.de/de/zv/NAT_n/zv_referat_II1/SVA_33.htm


    Brandverhalten bei Holz normalerweise B2, aber Holz brennt mMn wesentlich kontrollierbarer ab, als z.B. Styropor.

    Bei einer VHF ist das Holz in der Regel nur Deko, das Dämmmaterial etwas anderes.
    Gibt aber auch Systeme mit Holzfaserplatten (Steico usw.) Die haben auch Zulassungen für das System.

    PS. Brandschutzvorschriften bei einem typischen EFH reicht vermutlich B2 normalentflammbar, also spielt keine Rolle ob EPS oder holzbasiertes WDVS. Landesbauordnung und Gebäudeklasse prüfen !
     
  3. CRONOS

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    Weil ich Zimmermannslösungen gesehen habe, die Dachlatten mit Dämmung an die Wand schrauben und mit "normalen Holz" verkleiden. Da bin ich nicht auf die Idee gekommen, dass das als ganzes so irgendwo abgenommen ist. Bis natürlich die einzelnen Teile wie Befestigungsschrauben, normen zu Traglasten der Unterkonstruktion o.ä.
     
  4. #4 simon84, 12.01.2018
    simon84

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    Dann frag am besten den Zimmermann der es gebaut hat, er kann dir sicher genau erklären wie es bei diesem System mit der bauaufsichtlichen Zulassung funktioniert !
     
  5. #5 Andybaut, 12.01.2018
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    Ich denke ein Begriff wie "bewährte handwerkliche Konstruktionen" macht es deutlicher.
    Ich wüsste auch nicht, dass solche Konstruktionen eine Zulassung haben.
    Wie auch, ist ja auch immer ein wenig anders.

    Bei Fassadenlösungen von Hersteller XY ist das wieder anders.
    Da gibt es ein ganzes System. Und das ist als ganzes dann geprüft.

    Wenn du dort nun ein Bauteil durch ein anderes ersetzt, dann......
    ja was dann?
    das ganze ist so nicht mehr zugelassen, der Hersteller lehnt die Verantwortung ab
    und niemand garantiert irgendwas.
    Wenn es das Baurechtsamt erfährt, müssten die eigentlich einschreiten.
    Aber
    A Blicken die das eh nicht
    B habe ich davon noch nie gehört, dass die das interessiert hätte.
    Ob ein Fenster F30 ist, ja, aber ob ein Steine eine Zulassung hat wohl eher nicht.

    Nun stellt sich noch die Frage ob Produkt A absolut identisch mit Produkt B ist.
    Du also das billigere B nehmen kannst ohne Angst haben zu müssen.
    Ich würde mal ganz frech beim Hersteller anrufen und dumm fragen.
    Die Antwort würde mich auch interessieren.
     
  6. #6 petra345, 13.01.2018
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    Aluminiumplatten mit brennbarem Dämmmaterial dahinter war die Lösung beim Londoner Hochhausbrand.
    Eine bauaufsichtliche Zulassung ist bei einem Hochhaus sinnvoll und notwendig. Die "Systeme" haben sie auch.

    Aber was soll bei 3,5 m Höhe passieren wenn keine bauaufsichtliche Zulassung vorliegt?
    Was ist bei einem WDVS heikel wenn es geklebt und gedübelt ist?
     
  7. #7 simon84, 13.01.2018
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    Die Sinnhaftigkeit braucht man nicht hier in Frage stellen.
    Ich habe doch auch geschrieben, dass man technisch sehr wohl so etwas bauen kann ohne Zulassung.

    Die Frage ist ob z.B. eine Versicherung im Brandfall, auch wenn er nur klein ist (denkt mal an Sylvester, Asche in Mülltonne usw.)
    sich dann nicht querstellt ! Die fragen sicher nach einer Rechnung oder Unterlagen zu der Fassade. Und dann?
     
  8. #8 petra345, 13.01.2018
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    Warum sollte sie sich querstellen. Vorausgesetzt Sie haben kein Kontoguthaben mit roten Zahlen und wollten sich bei der Brandversicherung sanieren.

    Ob das Styropor zu einem geschlossenen System gehört oder einzeln gekauft wurde, es brennt in gleicher Weise. Das wird auch die Versicherung einsehen.

    Bei einer Dämmstärke von 6 bis 8 cm, wie sie früher üblich war, brennt eine Fassade sowieso nicht ab. Es gibt nur Brandstellen. Das hat man damals erprobt.

    Bei den heutigen 15 cm ist vermutlich die Grenze, bei 20 und mehr cm dauert es 30 min. bis alles abgebrannt ist. Auch das hat man unfreiwillig erprobt und per Film dokumentiert. Es waren 3 oder 4 Löschzüge bereits nach 8 min am Ort und konnten nichts ausrichten. Trotz "Brandriegel".
     
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