Fehlerstrom im Neubau zulässig?

Diskutiere Fehlerstrom im Neubau zulässig? im Elektro 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, bei mir wurde gerade die Elektrik fertig gestellt. Nun habe ich ein Problem festgestellt: Schalte ich eine Sicherung von Fase 2 ein,...

  1. Markus

    Markus Gast

    Hallo,

    bei mir wurde gerade die Elektrik fertig gestellt. Nun habe ich ein Problem festgestellt:

    Schalte ich eine Sicherung von Fase 2 ein, kann ich am Ausgang der Sicherung von Fase 1 (die Sicherung ist eigentlich abgeschaltet) ein leichtes leuchten mit meinem Stromprüfschraubendreher sehen.

    Was ist davon zu halten? Sollte man sowas abnehmen, oder die Abnahme verweigern? Der Elektromeister hat bereits seinen Stempel vorgelegt, womit dann auch der Zähler beantragt wurde.

    Für Infos schon mal vielen Dank und "guten Rutsch!!!" sagt

    Markus
     
  2. #2 MarkusS, 29.12.2003
    MarkusS

    MarkusS

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    Diese "Stromprüfschraubendreher" werden in Fachkreisen auch als "Lügenstift" bezeichnet.

    Bei entsprechender Grosswetterlage kann man mit so einem Teil auch an Grossvaters nasser Unterhose draussen an der Leine "Strom" nachweisen.

    Ist doch kein Thema: Ruf den Elektriker an und schildere ihm freundlich und sachlich das Problem. Der Elektriker hat das Messgerät und die Erfahrung um sowas verlässlich festzustellen.

    Wenn da tatsächlich irgendwo Spannung verschleppt wird kann da wohl nur der Fachmann direkt an der Installation weiterhelfen, ferndiagnostisch ist das kaum was zu machen - und für einen Laien auch zu gefährlich.

    Gruss
    Markus
     
  3. Plewka

    Plewka

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    Die Schraubenwinder zeigen nur einen ggf. hochohmigen Potentialunterschied zum Prüfenden, wenn sie denn funktionieren...Berufsgenossenschaften verbieten in Werkzeug integriertes Messgerät.

    Ob Spannung zwecks Energieumwandlung auf einer Leitung ist, vermögen sie nicht anzuzeigen.

    Umliegende parallel liegende Kabel streuen ein (oder andere Adern) und lassen das Ding leuchten während gar nichts angezeigt wird, wenn man beim messenz.B. auf einem Kunststoffstuhl steht.

    Ein gefährliches "Messgerät", wenn man keine Ahnung hat:-((

    Phase hiess das mal...kommt vom Zeit. Heute (Aussen)leiter...
     
  4. Markus

    Markus Gast

    So, den Schraubendreher habe ich zum Prüfen verbannt. Allerdings habe ich ja noch ein "richtiges" Messgerät von Fluke. Halte ich das an den Ausgang der Sicherung und N zeigt es eine Spannung von ca. 80 Volt an. (Gleiches gilt auch für die Steckdosen, in denen diese enden, oder die Lampenanschlüsse, wenn das Licht ausgeschaltet ist).

    Nun, Strom fließt offensichtlich keiner, denn die Lampe/Glühbirne leuchtet ja nicht permanent und glimmt auch nicht oder so.

    Der Stromprüfer vom Elektriker (so ein Ding mit zwei Spitzen, welche mittels Kabel verbunden sind und auf der einen Spitze eine Anzeige haben) zeigt einfach nichts an.

    Fazit: Schraubendreher in die Tonne, Fluke auch und demnächst mal so einen Profiprüfer gekauft.

    Aber Fluke sind ja nicht irgendwelche unsinnigen Messgeräte, sondern schon aus dem Profibereich, daß verwirrt mich ein wenig.
     
  5. Ebel

    Ebel

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    Verbraucher

    Ist an L1 ein Verbraucher angeschlossen? Wenn ja sollte die Spannung an und für sich zusammenbrechen.

    Ist L1 aber ohne Verbraucher kann kapazitiv Spannung eingekoppelt werden. Allerdings sind die Kapazitäten zwischen den Adern verschiedener Kabel und den Adern zu PE plus N so unterschiedlich, daß mir 80 V etwas viel erscheinen.

    Möglich wäre (muß aber nicht stimmen!): PE und N sind an einigen Stellen nicht angeschlossen oder (Fehler) in einem Kabel sind verschiedene Stromkreise. Dann könnte die Spannung stimmen: Kapazität L2/L1 gegen L1/(PE+N).
     
  6. #6 MarkusS, 31.12.2003
    MarkusS

    MarkusS

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    Naja, dem Fluke würde ich auf jeden Fall mal mehr vertrauen als dem Lügenstift - Fluke mach neben High-End-Messgeräte auch so "billige" Messgeräte für Elektriker. Insgesamt gehört Fluke sicher zur Weltspitze in Sachen Messgeräte und weiss eigentlich wie es geht. Ich wüsste nicht was ein "Elektrikermessgerät" anders / besser messen könnte als ein Fluke.

    Neben den Punkten die Ebel oben aufgezählt hat könnte es auch noch sein dass irgendwo Kabel blankgezogen sind.

    Suchansatz:

    Einen Stromkreis (Sicherung) nach dem anderen abschalten und sehen ob die 80V dann plötzlich verschwinden. Wenn das der Fall ist die anderen Stromkreise wieder zuschalten (bis auf den wo die Spannung verschwunden ist) um zu prüfen ob sonst noch von wo eine Spannung verschleppt wird.

    Dann hat man wenn man Glück hat einen Stromkreis der der Übeltäter ist und kann von da aus systematisch weitersuchen - Abzweigdosen, Steckdosen, Lichtschalter u.s.w. - aber das ist eigentlich Sache des Elektrikers - der hats möglicherweise verbockt und (hoffentlich) Ahnung von der Sache.

    Bei 80V würde ich auf jeden Fall dafür sorgen dass das überprüft und plausibel geklärt wird, das ist unter normalen Umständen irgendwie etwas zu viel. In meiner Hausinstallation (die wegen EIB sehr umfangreich ist) mit zig Kabeln die teilweise über 30 Meter in armdicken Bündeln parallel laufen habe ich auf einigen Stromkreisen eingekoppelte Spannungen in der Grössenordnung unter 10 Volt (und da sind sich mein Benning Digipol und das Metrawatt-Messgerät von meinem Elektriker sogar einig).

    Gruss
    Markus
     
  7. Plewka

    Plewka

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    Auch ein vergoldetes Multimeter kann nicht zaubern...

    Es ist eine Frage, was man messen möchte. Ein modernes Multimeter mit ICL7107;-)) im Inneren zeichnet sich dadurch aus, dass es bei Spannungsmessungen einen hohen Innenwiderstand hat, also die Schaltung während der Messung nicht beeinflusst.

    So, nun ist man bei der Installation aber im Bereich von Leistungselektik und ob das Messgerät etwas Stom zieht, ist völlig egal...schlimmer noch, es soll sogar Strom ziehen (s.u.)...es ist "falscher" als der Prüfer oben.

    Ein sehr brauchbares Messgerät ist der DUSPOL (das Orginal war Top). Es ist eine Lampe in einem Griff an einem Ende und einem weiteren Griff am anderen Ende eines Kabels. Inzwischen sind hochohmige Lampen integriert, damit man beim Berühren mit einem Kontakt schon etwas sieht (was sonst ein Problem war).

    Die richtigen Geräet haben einen Vibrator/Summer eingebaut (man muss man die Lampe gar nicht sehen, bzw. eine defekte Lampe fällt auf) und können auch die Drehfeld Richtung bei Drehstom anzeigen.

    Duspole ziehen deutlich Strom und man wird nur eine Anzeige von 230V bekommen, wenn sie auch mit "Wumm" da sind und nicht wenn sie nur eingestreut sind.
    Der FI kommt auf jeden Fall, wenn man nicht zu N sondern zu PE misst.

    DAS ist das primäre Gerät für den Installateur, und nicht das Multimeter oder gar der Prüfer. Mit beiden kann man bestimmte Dinge erkennen...

    Hier habe ich sowas gefunden, leider mit Fremdenergie (unsinnig, IMO).

    http://www1.westfalia.de/media/scaled_pix/250/180/000/000/000/000/000/186/14.jpg
     
  8. Plewka

    Plewka

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    Dann haben sie wohl den gleichen Innenwiderstand...mehr kann man daraus eigentlich nicht schliessen.

    Bei NYM ist es zugegeben meist recht wenig, viel stärker ist der Effekt bei den armseligen Stegleitungen.
     
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