Fernwärme - ersetzen durch Wärmepumpe + PV

Diskutiere Fernwärme - ersetzen durch Wärmepumpe + PV im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo zusammen, wir stellen uns die Frage, ob der vorgesehene Anschluss an das Fernwärmenetz (7.000 € Anschlusskosten + Kosten für die...

  1. baums

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    Hallo zusammen,
    wir stellen uns die Frage, ob der vorgesehene Anschluss an das Fernwärmenetz (7.000 € Anschlusskosten + Kosten für die Übergabestation) verbunden mit den jährlichen Kosten nicht viel zu teuer ist und eine Versorgung über eine Wärmepumpe viel günstiger wäre.
    Immerhin beträgt allein der Grundpreis für die Wärme 1.030 € pro Jahr (!).
    Da in dem Baugebiet ohnehin ein PV Anlage auf den Dach verpflichtend ist, erwägen wir, im KFW40 Plus Standard zu bauen. Dann dürfte aber eine Wärmepumpe doch wohl erheblich günstiger sein als die im Blockheizkraftwerk erzeugte Fernwärme. Oder mache ich da einen Denkfehler?

    Die Stadt liefert die Fernwärme auch nicht, sondern ein privater Anbieter, so dass ich auch kein gutes Gefühl habe, einen 10 Jahres-Vertrag dort zu unterschreiben und von den Preisen komplett abhängig zu sein.

    Die Stadt hat schon signalisiert, dass sie grundsätzlich bereit wäre, einen Befreiung vom Anschlusszwang zu erteilen. Dafür müsste ich aber ein "Energiekonzept" vorlegen. Was genau versteht man darunter? Wer könnte mir da helfen?

    Vielen Dank für Eure Anregungen im Voraus!
     

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  2. #2 simon84, 02.12.2021
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    das ist eine Ganz einfache mathematische Aufgabe!
    Generell sind die Preise für „Fernwärme“ gut ! Aber um das genauer zu beurteilen müsste man den gesamten Vertrag kennen, was ist mit Grundgebühren, was ist bei mehr oder minder Abnahme etc.

    In 10 Jahren kann man immer noch eine WP installieren.

    was kostet die kWh bei beiden Varianten ?

    Wie viel kostet dein Strom beim Energieversorger ?

    Wie viel Euro bist du bereit zu investieren ?
    Auf welchen Zeitraum bzw soll sich die Investition überhaupt amortisieren?

    Hast du PV auf dem Dach, evtl sogar mit Speicher ?
    Falls nein ist geplant das aus anderen Gründen anzuschaffen ?

    spielt alles mit rein
     
  3. Skogen

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    Im Bild oben sieht man doch schon den Berechnungsirrsinn. 9000 kW/h

    Nahwärme lohnt sich, wenn ich mein Haus nach WSchVO 95 dämme. Dann allein schon 1000 Euro Grundgebühr, klar, er muß sein Invest wieder reinbekommen.

    Fakt ist, bei kfw 40 brauchste doch darüber noch nicht mal ansatzweise drüber nachzudenken. Bei 40+ noch weniger.
     
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  4. #4 Fabian Weber, 02.12.2021
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    Ich würde mich auch befreien lassen.

    Dein TGA-Planer macht eine Heizlastberechnung. Da kommt dann vielleicht 6KW raus. Jetzt suchst Du Dir ne Wärmepumpe mit 6KW für vielleicht 10-12tsd. Euro. Dann rechnest Du wenn es eine Luftpumpe ist mal mit einer Az von 3,5 was sehr seriös ist. In echt kann man auch bessere Werte erzielen.

    Wenn Du also z.B. 12.000kW/h für Heizung und Warmwasser im Jahr benötigst (siehe Heizlastberechnung) dann teilst Du das jetzt durch 3,5 und hast 3.428,57kW/h Strom, die Du benötigst.

    Das macht dann bei aktuellem WP-Stromtarif von 25ct also 857,14€ jährliche Kosten für Heizung und Warmwasser. Weitere Gebühren fallen nicht an, die Anlage ist wartungsfrei, man die höchstens warten, um eine Gewährleistungsverlängerung zu bekommen.

    Also stehen in meinem nicht ganz unrealistischen Beispiel ca. 850€/Jahr gegen 1.030€ + XXX€ Verbrauch.

    Der höhere Investition in die WP ist wahrscheinlich nach 5-6 Jahren wieder drin. Mit Eigennutzung der PV geht es natürlich noch schneller.
     
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  5. #5 nordanney, 02.12.2021
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    Kurze Antwort. Mir würde sich die Frage erst gar nicht stellen.

    ==> nimm die eigene WP + PV

    Frag die Stadt, was sie meint. Ich würde als Konzept verstehen, dass ich eine WP installiere, dazu eine PV nebst Speicher (um 40+ zu erreichen). Konzept = möglichst viel Heizungsenergie (Strom) selbst produzieren und zu speichern = Direktverbrauch und Verbrauch, wenn die Sonne nicht scheint (z.B. nachts).
     
  6. #6 nordanney, 02.12.2021
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    Was bei KfW40 dann salopp formuliert 300qm Wohnfläche wären oder im Normalfall eine 5kW WP für Heizung und Warmwasser ausreichen bei einen Durchschnittsbau.

    Ich denke, dass die aufgemachte Rechnung eher ein worst case ist.
     
  7. #7 simon84, 02.12.2021
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    Ich hab das kostenmodell dann wohl falsch verstanden
    Ich dachte die Summen beziehen sich bereits auf die 9000
     
  8. baums

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    Ganz herzlichen Dank für die schnellen Antworten.

    Das hat mir schon mal wirklich sehr weitergeholfen. Nach ein bisschen googeln weiss ich jetzt auch, was ein TGA-Planer ist ;-). Wusste gar nicht, dass es so etwas gibt.

    Könntest Du mir erklären, warum "Irrsinn"? Hat das Unternehmen da was falsch berechnet? In dem Vertrag unterstellen sie 150 qm Wohnfläche.

    Und diese Heizlastberechnung macht der TGA-Planer? Gibt es ungefähre Werte pro qm mit denen man rechnen könnte? Geplant ist ein 5 Personenhaushalt mit etwa 160-180 qm Wohnflläche.
     
  9. baums

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    Für mich ist auch wirklich schwer zu verstehen. Im notariellen Kaufvertrag des Grundstücks ist genau die Berechnung oben mit abgebildet und als Anlage dort enthalten.
    Es wird so dargestellt, dass für ein etwa 150 qm Haus pro Jahr Heizkosten i.H.v rund 1800 € anfallen (bei 9.000 kw/h) - so ist es mir auf Nachfrage erklärt worden.
     
  10. baums

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    Verstehe ich Dich richtig, dass das nach Deiner Meinung selbst "Worst Case Szenario" mit Wärmepumpe dann nicht einmal die Hälfte der Kosten des Fernwärmeanbieters verursachen würde?
     
  11. Skogen

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    Die 1.030 Euro Grundgebühr zahlt er so oder so, ob er 1 kWh verbraucht oder 9.000. Bei 9.000 will der Aufsteller der Rechnung nur beweisen, wie günstig er im Vergleich zu allen anderen Energiequellen ist :respekt. Blöd nur, wenn der Kunde nur 2500 verbraucht, was bei den neuen Häusern eher der Standard ist... Heißt, Nahwärme ist nie ein Anreiz zum Energiesparen.

    Ob die WP gegenüber des Hausanschlusses teurer ist, bezweifle ich auch mal zunächst. Die Kosten für die Übergabestation kommen hinzu, dann ist die Frage, ob die Fernwärme genügend Power auch für Warmwasser liefert, nicht daß er da noch nen Puffer zwischenschalten muß. Dann ist es dann von den Kosten schon paari.

    Bei 40 Plus ist die komplette Eigenversorgung das Pfund mit dem er wuchern kann. 40 kann er so oder so bauen, PV ist eh Pflicht
     
  12. #12 simon84, 02.12.2021
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    Eben daher meine Nachfragen. PV , evtl. sogar Akku und WP sind in jedem Fall besser.

    Wobei der Preis im Vergleich zu anderen "Fernwärme" Angeboten die ich so gesehen hab bei 9000 relativ günstig ist.
    Da hab ich auch schon 17 Cent/kWh gesehen, bei "echter" Fernwärme.
     
  13. Skogen

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    Zu Zeiten der Ölkrise war das sicherlich günstig :mega_lol:

    Bei 150 qm mit 30 kWh sind wir bei 4.500, bei ner Effizienz einer LWWP von 3 (bin da eher konservativ auf dem Weg) reden wir von 1.500 kWh bei 30 ct (kein!! Wärmepumpentarif wg. PV Speicher) also von 450 Euro/Jahr. plus nen Hunni Grundgebühr (wobei man den teilweise auf den Haushaltsstrom anrechnen muß) sagen wir mal 500 Euro/Jahr. Ende Gelände.
     
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  14. #14 Fabian Weber, 02.12.2021
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    Ja genau, es wird wahrscheinlich viel besser, aber gegenüber der Stadt als Argumentation würde ich halt voll konservativ rechnen.
     
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    Danke. Genau das ist auch mein Hauptargument.
     
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    Ich hätte mindestens 80 qm Fläche (+ Garage wenn es notwendig ist) auf einem Flachdach für Solarmodule zur Verfügung. Ich hatte geplant, gegenüber der Stadt zu zu argumentieren, dass ich mit einer solchen Anlage den kompletten Strom selbst produzieren kann, um die Heizung zu betreiben. Mir ist klar, dass ich dann natürlich auch einen Stromspeicher benötigen würde.
    Ist das realistisch?
     
  17. #17 Fabian Weber, 02.12.2021
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    Ist der Speicher nicht sowieso Pflicht bei KFW 40+?
     
  18. baums

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    Ja das stimmt. Ich habe bei der KfW nachgelesen. Dort steht als Voraussetzung für 40 Plus:

    • Anforderung an den jährlich zu erzeugenden Stromertrag und die nutzbare Speicherkapazität:
      • Mindestanforderung an den jährlich zu erzeugenden Stromertrag:

        500 kWh/a je Wohneinheit zuzüglich 10 kWh/a je Quadratmeter Gebäudenutzfläche AN

      • Mindestanforderung an die nutzbare Speicherkapazität:
        • 500 Wh je Wohneinheit zuzüglich 10 Wh je Quadratmeter Gebäudenutzfläche AN
     
  19. Skogen

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    Deshalb ja auch Verzicht auf WP-Tarif
     
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