Feuchte Innenwand im Keller nach Abdichtung von außen

Diskutiere Feuchte Innenwand im Keller nach Abdichtung von außen im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, ich hoffe, ich bin hier richtig. Wir haben vor etwa 5 Jahren den Kellerabgang unseres Hauses von 1974 entfernen, die Kellertür...

  1. #1 skuenster, 22.02.2024
    skuenster

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    Hallo zusammen,

    ich hoffe, ich bin hier richtig.

    Wir haben vor etwa 5 Jahren den Kellerabgang unseres Hauses von 1974 entfernen, die Kellertür zumauern und die gesamte Hausseite von außen abdichten und isolieren lassnen. Zusätzlich wurde die Klinkerfassade imprägniert.

    Die gesamte Wand ist dicht, bis auf einen Bereich von etwa 1-1,5qm in einem der Kellerräume, die an die alte Außentreppe grenzen.

    Hier mal eine Skizze:
    upload_2024-2-22_16-25-16.png

    Wie ihr seht, sind es zwei verschiedene Räume. Rechts der Raum mit der alten Kellertür, die nun zugemauert ist. In diesem Raum ist alles ok und trocken. In dem linken Raum gibt es ein Fenster und von außen einen Lichtschacht, der damals ebenfalls erneuert und abgedichtet wurde. Das Fenster ist ein Kunststofffenster und soweit erkennbar auch dicht.

    In blau angedeutet ist der Verlauf der alten Kellertreppe die von außen entfernt wurde.
    Nach dem Abbruch wurde die Hauswand verputzt und abgedichtet. Hier muss vermutlich erwähnt werden, dass der Klinker im Bereich den Treppenabgangs, der jetzt also zugeschüttet ist, nicht weiter bearbeitet wurde, sondern "nur" abgedichtet wurde, d.h. das Material wurde direkt auf den Klinker aufgebracht. Der Bereich, wo die Treppenstufen waren, sowie der Bereich darunter, wurden ensprechend verputzt und abgedichtet.

    Das Ganze ist jetzt etwa 4-5 Jahre gut gegangen und es gab kein Problem. Seit einigen Monaten stellen wir jedoch verstärkt Feuchtigkeit im Bereich links und unterhalb des Fensters fest, siehe orange eingefärbter Bereich.

    Darüber, sowie auch in weiten Bereichen unterhalb des Fenster ist die Wand ebenfalls trocken.
    Es fällt auf, dass die Feuchtigkeit einigermaßen parallel zum Verlauf der alten Treppenstufen verläuft.

    Aus meiner Sicht ist es damit keine aufsteigende Feuchtigkeit (weil der Bodenbereich ja trocken ist) und es ist auch keine seitlich eindrückende Feuchtigkeit, weil dann ja nicht nur ein kleiner, klar abgrenzbarer Bereich der Wand betroffen wäre. Außerdem unterstelle ich mal, dass die Außenabdichtung intakt ist.

    Nun meine Frage: Könnte es sein, dass im Bereich entlang der alten Kellertreppe eine Sperrschicht existiert, die dazu führt, dass Wasser, das durch die nicht mehr ausreichend imprägnierten Klinkersteine dringt und in diesen bzw. hinter diesen Klinkersteinen in der Wand nach unten läuft, in dem orangenen Bereich gesammelt wird und dann nach innen dringt, weil nach unten und nach außen ja eine Sperre existiert?

    Und wenn ja (oder auch nein): Was könnte man tun, um der Ursache weiter auf den Grund zu gehen und das Problem dauerhaft zu beheben?


    Vielen Dank für eure Hilfe!
    Stephan
     
  2. #2 skuenster, 22.02.2024
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    Hier meine Vermutung im Bild:

    upload_2024-2-22_16-43-57.png
     
  3. BaUT

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    Gibt's keine Fotos von der Abdichtungssituation bevor der ganze Quatsch zugefüllt wurde?
    Wenn wir uns hier nur auf deine Schilderungen und Mutmaßungen verlassen sollen, dann kannst du dir die Sachen auch gleich selbst beantworten.

    Wenn es keine Fotos gibt, dann grab den Bereich im Frühling aus und schau es dir an und schick uns dann ein paar Fotos.
     
  4. Bromm Edmund

    Bromm Edmund

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    „Abdichtungsarbeiten“ im Keller

    Wenn Keller feucht sind, ist es mit dem angenehmen und gesunden Wohnklima vorbei. Der Modergeruch verbreitet sich im Haus, die Wände und der Boden fangen an zu schimmeln, das Werkzeug und andere Materialien aus Eisen fangen an zu rosten. Die Wärmedämmung nimmt mit zunehmender Feuchte sehr schnell ab.

    Weil nun dies alles dazu beiträgt, dass die Schimmelpilze vermehrt wachsen, wird sicherlich auch noch falsch gelüftet, d.h. in der Regel zu lange.

    Dies deswegen, weil eben dieser Modergeruch aus dem Keller entfernt werden soll. Auch das hat jedoch verhängnisvolle Folgen. Die Nutzung ist somit sehr stark eingeschränkt. An den Wänden zeigen sich Feuchteschäden und Ausblühungen. Es kommt zu Farbabplatzungen an den Oberflächen und zum Teil werden auch die Putze geschädigt. Das Wasser läuft die Wände entlang, der Belag auf dem Boden fängt an zu faulen. Dies bedeutet jedoch auch gleichzeitig eine Verschlechterung der Wärmedämmung. Häufig wirken beim Auftreten solcher Feuchteschäden auch verschiedene Ursachen zusammen.


    Die Nutzung eines feuchten Kellers ist oft sehr eingeschränkt.

    Insbesondere eines Kellers der nicht wärmegedämmt ist.

    Es liegt in der Natur der Sache, dass die Luft nur eine bestimmte Menge Feuchte aufnimmt und zwar bis zur maximalen Sättigung (Taupunkt). Je wärmer umso mehr, je kälter umso weniger.

    Die Boden,- aber auch die Wandoberflächentemperaturen sind oft nur um 8 – 12 Grad. Somit meist kälter als die Raumtemperatur.

    Viele Menschen wundern sich, wenn Sie in Ihrem Keller Karton oder Holz oder auch höherwertigere Materialien lagern in welch kurzer Zeit diese von Schimmel befallen sind.


    Um nun die Nutzung eines alten und feuchten Kellers doch zu ermöglichen gibt es eine Reihe von Möglichkeiten um diese Problematik in den Griff zu bekommen.

    Das zunächst wichtigste und einfachste ist, die Luftfeuchtigkeit abzusenken.

    Dies geschieht in der Regel durch Aufstellen eines geeigneten Luftentfeuchters. Über die in der Regel eingebauten Hygrostaten können die elektrisch betriebenen Geräte so eingestellt werden, dass z.B. bei überschreiten von 65 % relativer Luftfeuchtigkeit das Gerät automatisch einschaltet und z. B. bis auf 55 % heruntertrocknet. Damit wäre zunächst eine doch relativ hochwertige Nutzung möglich.

    Es ist jedoch dabei darauf zu achten, dass wenn die Kellerräume trockener werden und die Wandflächen außen und die Bodenflächen keine ausreichende Feuchteabdichtung aufweisen, dann um so mehr sowohl an Wasser als auch an Salzen z.B. Chlorite und Sulfate im Volksmund (Salpetersalze) genannt an der Oberfläche auftauchen und zu den bekannten Zerstörungen führen.


    Um jedoch diesen Effekt der Feuchteabgabe zu unterbinden wurde von mir ein System entwickelt. Dabei wird eine dampfdichte Noppenbahn innen wie eine Wärmedämmung an der Wandoberfläche aufgebracht und mit Sanierputzen wieder verputzt. Das dabei insbesondere die Überlappungen und die Stöße sowie die Öffnungen von Elektro- oder Heizleitungen besonders zu bearbeiten sind versteht sich von selbst.

    Es bedeutet jedoch in jedem Falle, dass durch die fehlende Verdunstung von Wasser an der Oberfläche die Feuchte im Keller ganz erheblich reduziert wird. In Verbindung mit einem Luftentfeuchter ist somit eine Reduzierung der Feuchte, ohne dass etwas nachwandert gegeben. Weitere Beschreibungen über die sehr oft gestellten Fragen, z.B. was passiert hinter der Wand, kann auf dieser Fläche dann noch Schimmelpilz entstehen etc. sind ausführlich in dem Beitrag auf meiner Homepage beschrieben.


    Die weitere Thematik, nämlich über das richtige Lüften im Keller ist besonders wichtig.

    Dieser Aufsatz ist von mir schon öfters veröffentlicht worden. Bleibt noch, dass auch eine Reduktion der relativen Luftfeuchtigkeit dadurch möglich ist, dass z. B. auch die Temperaturen erhöht werden. Dies ändert zwar nichts an der tatsächlichen Veränderung der Feuchte.

    Es kann jedoch auch als Mittel dafür eingesetzt werden, z. B. durch eine Konvektion und Abstrahlung der Wärme im Bereich einer erwärmten Sockelleiste, dass dadurch das Wachstum von Schimmel verhindert wird.


    Ganz allgemein kann noch angefügt werden, dass es falsch ist, wenn man annimmt den Keller etwas zu erwärmen und die Heizungstüre offen steht um mit dieser so genannten Abwärme auch die übrigen Kellerräume zu erwärmen.

    Wenn dann noch, wie sehr oft der Fall im Heizungsraum die Frischluftzufuhr nur über ein geöffnetes Fenster gegeben ist, kann eigentlich nur von Energieverschwendung gesprochen werden.

    Es entweicht sowohl die Abwärme des Raumes und des Heizkessels als auch der Heizungsrohre.


    Weiter wird auch durch die kalte Luft die durch das geöffnete Fenster entweicht im Erdgeschoß die Bodenfläche der darüber liegenden Wohnung abgekühlt und diese Wärme direkt zum Fenster hinausgelüftet.

    Es wäre schon besser durch das Anbringen von Zuluft-Rohren (die bis knapp über die Bodenflächen reichen) die Abwärme nicht zum Fenster hinauszuleiten. Noch besser wäre eine direkte Anbindung an die Außenluft über geschlossene Rohrsysteme oder den direkten Anschluss durch den Kamin mittels innenliegender Zuluft Rohre.

    Es bleibt unverständlich warum sowohl der Heizungsbauer als auch der Kaminkehrer diese geöffneten Fenster nicht verbietet. Logisch erscheint mir dies auf keinen Fall. Belastest es nicht nur den Geldbeutel des Hausherrn, sondern auch unsere Umwelt ...


    Eine gute Planung ist notwendig, wenn der Keller als Wohnraum umgenutzt werden soll.

    War dieser bisher gut geeignet um sowohl Kartoffel, Obst und sonstiges Gemüse aber auch den Wein und eine Reihe anderer Vorratsgüter zu lagern, fehlt oft die dafür notwendige Voraussetzung.

    Dabei ist (unter anderem) ein wichtiger Parameter die fehlende Wärmedämmung.

    Wenn hier die Feuchte aber und auch die Raum-Temperatur „ideal“ für das Wohlbefinden sind, somit ca. 18-22 Grad und 45-60 % relative Feuchte, dann kann diese Feuchte in den unteren Bereichen zu Tauwasser führen. Dies kann auch dazu führen, dass Schimmel entsteht.

     
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