Feuchte Kellerwände

Diskutiere Feuchte Kellerwände im Abdichtungen im Kellerbereich Forum im Bereich Neubau; Hallo, wir haben akut ein Problem mit feuchten Wänden in unserem Keller. Vor vier Jahren haben wir ein vollunterkellertes Haus gebaut. Eine...

  1. Joernsen

    Joernsen Gast

    Hallo,
    wir haben akut ein Problem mit feuchten Wänden in unserem Keller.
    Vor vier Jahren haben wir ein vollunterkellertes Haus gebaut. Eine "weiße Wanne" wurde nicht verwendet. Meines Wissens nach (ich bin echt Laie) ist der Aufbau wie folgt: auf eine Beton-Bodenplatte wurden die Außenwände aus Poroton gemauert. Das Ganze bekam dann einen Schutzanstrich (schwarze Bitumenfarbe) und es wurden außen noch Styropor-Dämmplatten angebracht, die ja aber mit Feuchtigkeitsschutz nichts zu tun haben. Die Drainage läuft in einer Kiesschicht laut Plan unterhalb der Bodenplatte rund ums Haus, anfallendes Wasser wird mit einer automatisch anspringenden und alarmgesicherten Tauchpumpe aus dem Drainageschacht in den Kanal gepumpt.
    Bei Übergabe vor 4,5 Jahren stand viel Regenwasser im Keller und wir konnten erst nach einer 4-wöchigen Austrocknung mit Kondenstrocknern den Kellerausbau starten, weil sich der Poroton mit Wasser vollgesogen hatte.
    Der Keller (60qm nutzbare Fläche) hat fast komplett (50qm) Fußbodenheizung und wird als Wohnraum genutzt, ein Bad mit Sauna befindet sich auch darin. Bei schlechtem Wetter wurde im Keller Wäsche getrocknet.
    Wir hatten kurz nach dem Bezug schon öfter feuchte Ecken im Keller beobachtet (erkennbar an der Schattierung der weißen Wandfarbe), die sich aber immer relativ schnell wieder verzogen haben. In den letzten zwei Jahren trat dies gar nicht mehr auf.
    Wir haben dann in diesem Jahr mit dem Anbringen der Fußleisten im Keller den Innenausbau abgeschlossen.
    Nach unserem 3-wöchigen Urlaub bemerkten wir Schimmel auf den Fußleisten. Die sofort rausgeschmissen und eine Firma kommen lassen zur Feuchtigkeitsmessung der Wände. Ergebnis: zu hoch, aber nur in den Außenecken. Jetzt haben wir wieder Trocknungsgeräte im Keller.
    Die große Frage ist: wo kommt die Feuchtigkeit her? Leckage in der Fußbodenheizung schließen wir aus, da konstanter Druck. Von außen? Von Innen durch Kondenswasser, also selbstverschuldet? Noch die Reste aus der Bauphase?
    Wie sollen wir weiter vorgehen? In welcher Form müssen wir den Kellerbauer jetzt benachrichtigen, um bei Nachweis eines Mangels die Gewährleistung (5 Jahre sind in 6 Monaten rum) in Anspruch nehmen zu können?

    Wir sind für jeden hilfreichen Tipp und Kommentar dankbar!
    Viele Grüße,
    Jörn
     
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  3. #2 Schimmeldoktor, 6. August 2010
    Schimmeldoktor

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    Lösungsversuch

    Ferndiagnosen sind schwierig. In Ihrem Falle würde ich zunächst empfehlen, daß Raumklima zu kontrollieren und dann nach folgendem Grundsatz zu verfahren:

    "Im Sommer wird der Keller nass, im Winter trocken gelüftet..." Will heißen, Wenn es draußen wärmer ist als drin - dann Fenster zu! Wenn Sie dies beherzigen, sollten die Probleme verschwinden. Außenecken sind immer Wärmebrücken. In Ihrem Falle dreidimensionale. Da das Erdreich im Sommer als Kühlung fungiert, sind die unteren Aussenecken besonders kühl. Je größer jetzt das Temeraturgefälle zwischen innen und aussen ist, um so mehr feuchte, weil warme Luft wird sich in die Richtung dieser "Kühlrippen bewegen und dabei abkondensieren. Durch die Durchfeuchtung des Baustoffes nimmt dessen Wärmeleitfähigkeit zu, da die Luftporen nun mit Wasser gefüllt sind. Die Oberflächentemperatur sinkt dadurch weiter ab, was noch mehr Kondensat anzieht. Um diesen Teufelskreislauf zu durchbrechen hilft nur eine technische Trocknung und ein kontrolliertes, am besten menschenunabhängiges Lüftungssystem wie es die dazugehörige DIN auch vorschreibt (Grundlüftung = Menschenunabhängig)
     
  4. PlanA

    PlanA

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    Moin,
    grundsätzlich ist das ein sehr ehrgeiziges Ziel, einen Keller zum Wohnen nutzen zu können. In diesem Fall ist es ohne eine mechanische Lüftungsanlage vermutlich kaum zu schaffen, insbesondere der sommerliche Kondensat muss vermieden werden. Oder, auch wenn es komisch klingt, im Sommer die Fußbodenheizung anstellen, um die Oberflächentemperatur der Außenwandflächen zu erhöhen. Und im Winter massiv trockenheizen.
    Die große Feuchte während der Bauphase muss ja auch raus, und über die Außenwandflächen kann sie nicht raus, weil dort das Erdreich ist.
    Wie gesagt, ein ehrgeiziges Ziel. Vielleicht allerdings auch ein Planungsfehler, wenn eventuell suggeriert wurde, dass ein "Komfortkeller" ohne Weiteres mögllich ist.
    Bei uns im Norden kommen in den Keller die Kartoffeln, das Bier http://www.bauexpertenforum.de/images/smilies/bierchen.gif und der Wein, ansonsten wird gerne auf unterirdisches Wohnen verzichtet. Stimmt so natürlich auch nur begrenzt und hilft nicht weiter.
     
  5. ISYBAU

    ISYBAU

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    Bauingenieur, öbuv SV Kanalinspektion&-sanierung
    Mangel sofort schriftlich anmelden! Gab es auch einen Planer? Eine "Grundwasserregulierung" in die öffentliche Kanalisation mit Pumpe ist zwar nach wasserrechtlicher Erlaubnis und genehmigter Entwässerungplanung in Ausnahmefällen zwar möglich - aber bei einem Neubau? sehr ungewöhnlich.
     
  6. Joernsen

    Joernsen

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    Immer noch

    Technische Trocknung durchgeführt (3 Wochen lang). Keller (Außenwände und Bodenplatte) war danach Trocken (Firma hat gemessen). 4 Wochen später (jetzt) Nachmessung: wieder hohe Feuchtigkeitswerte in Außenwänden und auf Platte.

    Keller wurde 2006 gebaut.

    Sehr verehrte Experten: Wie sollen wir weiter vorgehen?
     
Thema: Feuchte Kellerwände
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