Feuchtigkeit in Einliegerwohnung

Diskutiere Feuchtigkeit in Einliegerwohnung im "Bautenschutz" Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, ich bin kein besonders erfahrener Hobbyhandwerker und brauche Tipps für das weitere Vorgehen bei einem Feuchtigkeitsschaden in...

  1. #1 butsche86, 28.11.2017
    butsche86

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    Hallo zusammen,

    ich bin kein besonders erfahrener Hobbyhandwerker und brauche Tipps für das weitere Vorgehen bei einem Feuchtigkeitsschaden in meinem Haus

    Wir haben vor 1,5 Jahren ein 15 Jahre altes Haus mit Einliegerwohnung gekauft. Wir haben vor einigen Wochen in der Einliegerwohnung an einer Ecke eines bodentiefen Fensters festgestellt, dass der Putz massiv durchnässt ist. Wir nutzen die Einliegerwohnung erst sein 3 Monaten als Ferienwohnung, bis dahin wart sie unbewohnt und auch die Vorbesitzer nutzen diese seit mehreren Jahren nicht. Als ich die Raufasertapete entfernte kam mir bereits der völlig durchnässte Putz entgegen. Ebenso war das verzinkte Eckprofil bis auf eine Höhe von 40cm komplett durchgerostet. Für mich war dies ein Zeichen, dass schon länger Feuchtigkeit in diesem Wandbereich vorhanden ist.

    Nach Feuchtemessung und Begutachtung durch eine Bausanierungsfirma wurde mir empfohlen außen die Abdichtung des bodentiefen Fensters freizulegen, weil diese mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht vorschriftsmäßig angebracht wurde. Nach Entfernung der Blockstufe vor dem Fenster und dem darunterliegenden Beton wurde deutlich, dass die Bitumenbahn am Fenster zwar unteren Bereich des PVC-Rahmen angeklebt war, aber rechts und links sowie nach unten nicht mit der Mauerwerksabdichtung verbunden war. Ich dachte dies sein nun die wesentliche Ursache für die Feuchtigkeit. Nach dem Entfernen der Folie entdeckte ich jedoch den nächsten, aus meiner Sicht noch katastrophaleren, Baumangel. Unter dem Fenster wurden die Bodenplatte teilweise abgetragen, um horizontal unter dem Fensterrahmen eine Abwasserleitung an den Abfluss in der Bodenplatte anzuschließen. Dieses Abwasserrohr kommt aus der Küche in der 1. Etage. Sicherlich sollte das Rohr eigentlich senkrecht nach unten führen, jedoch bedachten die Handwerker beim Bau nicht, dass ein bodentiefes Fenster im Weg ist (Wie kann sowas passieren?). Deshalb führten sie das Rohr am Fenster außen vorbei und darunter entlang. Damit hierbei ein Gefälle überhaupt möglich wurde, entfernten sie Teile der Bodenplatte. Ebenso wurden alle Rohre im 90 Grad Winkel (Was glaube ich so eigentlich auch nicht sein darf?) verbunden. Das Loch um die Rohrleitung wurde lediglich mit Bauschutt aufgefüllt. Eine Isolierung der Rohre ist nicht vorhanden. Nach Entfernung des Bauschutts aus dem Loch viel mir auf, dass dieser ebenfalls sehr stark durchnässt war. Scheinbar zieht aus diesem Bereich Feuchtigkeit das Mauerwerk hinauf. Ebenso ist scheinbar der Estrich unter Fussbodenheizung beschädigt, weil dieser wie Sand zwischen Fließen und Sperrfolie herausrieselt.
    Aus meiner Sicht kommen daher nun ein undichtes Abwasserrohr (vielleicht durch einen Frostschaden?), eine nach unten beschädigte Bodenplatte oder die mangelhafte Fensterdichtung als wesentliche Ursache für die Feuchtigkeit in Frage. Ein beschädigtes Rohr wäre eine Schaden, der aus meiner Sicht durch die Gebäudeversicherung abgedeckt ist. Die anderen Ursachen jedoch nicht. Die Gebäudeversicherung prüft gerade ob sie eine Leckortung bezahlt. Zur Verdeutlichung der Problematik habe ich Bilder in einer PDF angefügt.

    Ich stelle mir nun mehrere Fragen:
    1. Welche Ursache ist am wahrscheinlichsten für die Feuchtigkeit?
    2. Kann es sein, dass die Bodenplatte durch die nachträgliche Entfernung von Material Risse bekommen hat und von unten Wasser aufsteigen kann? Wie kann man dies ausschließen?
    3. Kann man den Verlauf der Abwasserleitung jetzt überhaupt noch verbessern?
    4. Welchen der Baumängel sollte man als erstes beheben bzw. welche Gewerke übernehmen dies?
    5. Wir haben ab Mitte Dezember für 3 Monate Mieter in der Einliegerwohnung. Erst ab März kann ich dann größere bauliche Vorhaben in der Wohnung durchführen. Wie bekomme ich eine Abdichtung hin, die verhindert, dass weiteres Wasser von außen eintritt, aber keine Unmengen an Zeit und Geld verschlingt?
    6. Ist Innen eine Öffnung der Fliesen notwendig, um die Durchnässung des Estrichs zu beheben?
     

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  3. #2 petra345, 28.11.2017
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    Ein undichtes Rohr, weil man Schwierigkeiten hat das Rohr an ein vorhandenes Rohr in der Bodenplatte anzuschließen, ist nicht auszuschließen.

    Aber hier sind wohl etliche Planungsfehler gemacht worden.
    Ein Bodentiefes Fenster im EG auf den Rohboden gestellt ist bei Architekten, aber auch Bauherren, sehr beliebt. Stellt man es auf die erste Steinlage hat man weniger Probleme.
    Es muß auf jeden Fall ein 30 cm hoher Spritzschutz an dieser Stelle vorhanden sein, mindestens 15 cm.

    Man kann ihn erreichen, indem man unmittelbar vor der Wand einen 30 cm tiefen und ausreichend langen und breiten Graben mit einem Gitterrost anbringt und das anfallende Wasser aus dem Graben ableitet.

    Bei dem krümeligen Estrich handelt es sich vermutlich um weißen Anhydrit-Estrich. Der zerfällt bei Wasser. Wenn er jetzt mit Zement ergänzt und wieder naß wird, wird er auch noch mit dem Zement reagieren und quellen.

    .
     
  4. #3 Bromm Edmund, 24.01.2018
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    Nun sehr oft fehlt die Abdichtung am unteren Anschluss des Rahmens. Weder von außen noch von innen wird wurde abgedichtet. Da verlässt sich Einer auf den Anderen.
    Dies sollte vorab relativ einfach zu prüfen sein.
     
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