Fliesen schief verlegt, Toleranz?

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  1. #1 meraenchen, 22.04.2022
    Zuletzt bearbeitet: 22.04.2022
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    Hallo liebe Bauexperten,

    unser Fliesenleger hat Travertin Naturstein im römischen Verband im gesamten EG gelegt. Verlegestart ist oben links (NW, Küche). Er hat sich nach SO (Wohnzimmer) vorgearbeitet. In der Nähe vom Verlegestart laufen die Fugen noch parallel zu den Wänden. Je weiter vom Verlegestart entfernt, desto schiefer werden die Fliesen/Fugen im Vergleich zur Wand. Ganz unten am Wohnzimmerfenster (skizziert im Bild) laufen die Fugen dann gar nicht mehr parallel zur Wand. Da ist das Stichmaß 40mm auf 3m.

    Am Rand ist es dadurch auch an mehren Stellen dazu gekommen, dass die letzte kleine Lücke an der Wand mit keilförmig geschnittenen Ministücken (teilweise nur 2cm breit) gefüllt werden musste. Die fangen bereits an zu brechen, weil sie so fragil sind.

    Fragen:
    1) Ist das normal? Kann ein Fliesenleger das nicht besser?
    2) Welche Toleranzen gelten? Ist die 18202 (Toleranzen im Hochbau) einschlägig? Googlen ergibt nur die Toleranzen für die Ebenheit (also Überzähne), nicht zum Verlegewinkel.

    Vielen Dank für Kommentare!
     

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  2. #2 Fred Astair, 22.04.2022
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    Sind denn die Fugen schief (ungleichmäßig dick) oder die Wände zueienander?

    Bei Letzterem rechnet ein guter Fliesenleger aus, wie er hinkommt, damit keine Zentimeterstreifchen an einem Anschluss entstehen, legt dann eine Startlinie mit dem kleinsten Fehler fest und schneidet so, dass am Rand genügend Breite übrigbleibt, um Abweichungen der Parallelität der Wände nicht sichtbar zu machen.
     
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  3. #3 meraenchen, 22.04.2022
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    Hallo Fred Astair,

    die Wände (es handelt sich um einen Neubau) sind bis auf ein paar mm gerade, zumindest sagt das unser Lasermesser. Der Fliesenleger hat beim Verlegestart einfach mit einer 60x40-Platte bündig in der Ecke angefangen und von da aus den römischen Verband entwickelt. Entlang der nördlichen Wand Richtung Osten hat das auch anscheinend gepasst. Aber entlang der westlichen Wand Richtung Süden entsteht schon nach ein paar Metern das erste Zentimeterstreifchen, das dann immer breiter wird. In der SW-Ecke (beim Esstisch) ist das Streifchen dann schon ca. 3cm breit.

    Die Fugen sind ungleichmäßig dick. Das liegt zum einen natürlich an der getrommelten Kante des Natursteins, aber die Fugenbreiten variieren insgesamt zwischen ca. 2 und 8 mm.
     
  4. #4 chillig80, 22.04.2022
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    Nein.

    Ein Fliesenleger sollte das schon können, aber vllt. war bei euch ja ein „Fliesenleger“?

    Jo, beim Winkel gilt erstmal die 18202 Tabelle 4.

    Das Thema ist ja aber, es passt ja an einer Wand und die Rohbautoleranzen sind ja iO. Das bekommt man also nur so hin:
    Und genau das ist auch mangelhaft. Hier würde ich mich erstmal nicht um irgendwelche Toleranzen in den Fugenmaßen kümmern, sondern auf die DIN 18 352 abstellen, da heißt es: „3.4.1. Die Fugen sind gleichmäßig breit anzulegen.“ Und genau das ist hier ja offensichtlich nicht der Fall.

    Das ist also doppelt mangelhaft, einmal die Winkligkeit nach DIN 18202 und einmal die offensichtlich ungleich breit angelegten Fugen nach DIN 18352.

    Nur noch zur Info, die verschiedenen Toleranzen bei den Fugenbreiten die immer wieder mal gerne bemüht werden sind eigentlich dazu da die Maßtoleranzen der Fliesen und auch die handwerkliche Machbarkeit abzubilden. Beides sehe ich angesichts der Beschreibung nicht, es sei denn die Fliesen hätten bis zu 12mm Maßtoleranzen…
     
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  5. #5 meraenchen, 24.04.2022
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    Hallo Chillig80,

    danke. Nur, um nochmal sicherzugehen: Regelt die 18202 nur die Ebenheitstoleranz des fertigen Bodens, also das Thema Überzähne? Oder regelt sie auch den Winkel der Fugen zu den Wänden?
     
  6. SvenvH

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    In deinem Fall gilt eine Winkeltolleranz von 16mm. Liegt das wirklich nicht am Gebäude selbst? 40mm ist schon ganz schön heftig.
     
  7. mmalle

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    Ich könnte mir ebenfalls vorstellen, dass das am Gebäude liegt… Das wäre natürlich noch problematischer, aber 40 mm sind definitiv heftig…
     
  8. #8 chillig80, 26.04.2022
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    Jo.
     
  9. #9 meraenchen, 03.05.2022
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    Hallo liebe Bauexperten,

    mittlerweile wurde nachgemessen. Die Wände sind gerade. Die Fliesen sind schief. Und zwar entlang aller Wände in unterschiedlichem Ausmaß. An einer Wand sind es ca. 2 cm Stichmaß auf 8m, an einer anderen ca. 3 cm auf 7m und, wie oben im Bild eingezeichnet, an der südlichen Wand ca. 4 cm auf 3m. Also insgesamt sind die Fliesen schief zur Wand und auch die Fliesenfläche selbst macht eine Krümmung in sich.

    Ändern kann man es ja leider nicht mehr. Welche Minderung wäre angemessen? Es sieht halt wirklich nicht gut aus an dem großen Fenster.

    Wir sind nun zusätzlich darauf gekommen, dass vor der Verlegung eine Ausgleichsmasse verwendet wurde, die keine explizit genannte Eignung für Fliesen und Naturstein hat. Unser neuer Fliesenleger (aus naheliegenden Gründen ist der alte nicht mehr da) meint, dass die Ausgleichsmasse viel zu glatt und ungeeignet für Fliesen ist (nicht genug Haftung) und dass er noch eine Zusatzschicht mit Quarzsand einbauen muss.

    Es handelt sich um die Ausgleichsmasse Uno PS240. Auf der Verpackung und im Datenblatt heißt es: "Geeignet für Textilbeläge, PVC-/CV-Bodenbeläge, sowie Linoleum in Bereichen mit normaler bis erhöhter Beanspruchung. Nach ausreichender Trocknung und einer Schichtdicke von mind. 3 mm ist auch die Verklebung von Mehrschichtparkett möglich. Geeignet auf Zementestrichen sowie auf alten Mischuntergründen mit fest anhaftenden Klebstoff und Spachtelmassenresten. Nur im Innenbereich."

    Von Fliesen und Naturstein steht da nichts. Ist das ein Problem? Ist das ein Mangel? Muss der (alte) Fliesenleger nachweisen, dass er zugelassene/geeignete Baustoffe verwendet hat?

    Danke!
     
  10. #10 chillig80, 03.05.2022
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    Jo, so ungefähr. Der Handwerker schuldet ein mangelfreies Werk und wenn es da irgendwelche begründbaren Zweifel gibt, dann muss der Handwerker erstmal beweisen, dass das alles iO ist. Erst nach der Abnahme gilt die Beweislastumkehr.

    Wie auch immer, ich finde kein Datenblatt zu der Ausgleichsmasse in dem steht was mich interessiert. Dass die Oberfläche „zu glatt“ ist mag sein, aber deshalb schließt man als Hersteller die Verwendbarkeit für Fliesen nicht aus, sondern schreibt für den Fall einen Schliff oder Haftgrund vor. Ich mutmaße jetzt einfach mal, dass das Material nicht hart genug wird oder auch in der Zugfestigkeit bisschen mager ist um da sicher Fliesen oder Naturstein drauf machen zu können. Da hilft nur die Anfrage beim Hersteller…
     
  11. #11 simon84, 03.05.2022
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