Fragen an Gerichtsgutachter: Bodenplatte zu tief, zu dünn, mit falscher Betongüte

Diskutiere Fragen an Gerichtsgutachter: Bodenplatte zu tief, zu dünn, mit falscher Betongüte im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Vor langer Zeit fingen wir mit dem Bauen an - Baustopp jedoch vor 2 Jahren. Trotz Bodengutachten wurde die Bodenplatte, eine Kombination aus...

  1. #1 Wir bauen bald, 14.06.2017
    Wir bauen bald

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    Vor langer Zeit fingen wir mit dem Bauen an - Baustopp jedoch vor 2 Jahren. Trotz Bodengutachten wurde die Bodenplatte, eine Kombination aus Pfahlrost mit Bodenplatte auf 11 Pfählen, wir folgt gepant und gebaut:
    - mit der Oberkante nur 5cm oberhalb des höchsten Wasserstandes +30cm,
    - trotz drückendem Wasser durch Grundwasser bis zur Geländeoberkante nur 20cm dick (aber WU-Beton) und
    - trotz betonangreifendem Grundwasser nur mit "normaler" Expositionsklasse (das Angreifende Element ist bei uns die hohe Konzentration von Ammoniak).

    Das Grundwasser steht ca. 6 Monate am Beton des Pfahlrostes an. Was nun aussieht wie ein kompletter Planungsfehler wird nun von der Versicherung des Planer als irrelevant abgetan. Ein noch zu bestimmender Gerichtsgutachter soll Klarheit bringen. Mit der Gegenseite einigten wir uns daraus, die möglichen Fragen zusammenzutragen um keine erneute Beauftragung zu riskieren.

    Mögliche Fragestellungen wären vielleicht Folgende:
    -Ist es problematisch, dass die gesamte Hauslast auf 11 Punkten aufliegt und hat gerade dort die falsche Expositionsklasse Auswirkungen? Löst sich der Beton auf, wird brüchig oder bei Frost und gleichzeitiger Einwirkung von Wasser gesprengt?
    -Alterung oder Beschädigung der Horizontalabdichtung - Auswirkung auf die Aussenwände aus Porenbeton, die Innenwände aus Kalksandstein und Gipskarton oder die Wärmedämmung?
    -Besteht eventuell schon eine "Durchfeuchtung" der Bodenplatte/Balkenrost-Konstruktion?
    -Ist es überhaupt schlimm die Bodenplatte/ Balkenrost-Konstruktion dauerhaft in Wasser steht? Mit welchen Schäden ist zu rechnen?
    -Welcher Schaden kann durch die falsche Expositionsklasse entstehen?
    -Sind möglicherweise später entstehende Schäden zu sanieren, wie sind die Erfolgsaussichten, Kosten?

    Unsere Baurechtsanwältin kümmert sich rührend, für passende Fragestellungen sind jedoch sicherlich Leute vom Fach die Richtigen. Vielleicht hat jemand noch eine Idee für eine Frage, die das tatsächliche Risiko aus dem Gutachter herauskitzelt oder hat andere Tipps?

    Es grüßt und dankt für die Aufmerksamkeit,
    M
     
  2. #2 Andybaut, 15.06.2017
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    https://www.beton.org/fileadmin/beton-org/media/Dokumente/PDF/Service/Zementmerkblätter/B9.pdf

    hier eine kleine Lektüre.

    Deine Fragen sind nicht so einfach zu beantworten. Über so etwas kann man Doktorarbeiten verfassen.

    Trotz Bodengutachten wurde die Bodenplatte, eine Kombination aus Pfahlrost mit Bodenplatte auf 11 Pfählen, wir folgt gepant und gebaut:
    steht im Gutachten, dass man das nicht darf?

    Also grundsätzlich kann man mit Beton viel bauen und Wasser und auch schädliche Wässer sind nicht unbedingt ein Problem.
    Daher gibt es eben eine ganze Menge Vorschriften für Beton, damit auch jeweils der richtige Beton genommen wird.

    Wenn ich nun als Beispiel einen Beton verwende, der "nur" CX1 ist und diesen in einem Bereich einsetze in dem ständig mit Wasser und
    schädlichen Stoffen zu rechnen ist und der eigentlich ein XS3 sein müsste, dann wird der Beton und der Stahl im Beton nicht so lange
    halten wie er das sollte. Kurz gesagt: Planungsfehler und Baufehler

    Das die gegnerische Versicherungsseite so etwas als nicht relevant abtut ist aber nicht wirklich verwunderlich.
    Versicherungen sind nicht bekannt dafür, gerne Geld auszuzahlen.
    Abgesehen davon wird die Versicherung wohl auch kein Fachwissen besitzen dies zu beurteilen, außer es gibt schon
    ein Gutachten der Gegenseite.

    Wann das bei dir zu welchen Schäden führt kann hier nicht beantwortet werden.
    Es gibt kein Merkblatt a la :
    Sie haben anstelle XC3 nur XC2 genommen, dadurch verkürzt sich die Haltbarkeit von 100Jahren auf 80Jahre.
    Bereits nach 10 Jahren werden faustgroße Stücke Beton herausbrechen.

    Wenn es solch ein Buch gäbe, würde ich es mir sofort kaufen.
    Die Fragen von dir stellt nämlich jeder Bauherr in ähnlicher Weise.
    "was passiert, wenn ich nun von DIN XYX abweiche...."
     
  3. #3 Wir bauen bald, 15.06.2017
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    Danke für die Rückmeldung!
    Ja, alles stellt sich wahrlich schwer dar. Alles einzeln betrachtet vielleicht irgendwie OK, zusammen aber gefühlt eine Katastrophe. Einem möglichen Käufer wäre solch eine Immobilie wohl schwer zu verkaufen.
    Die Aufgabe die sich uns nun stellt ist das richtige Fragen...

    Gruss
    M
     
  4. arch

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    Da ich mal nicht davon ausgehe, dass der Bauunternehmer hohes Risiko liebt oder gar vorsätzlich etwas billigeren Beton nimmt und damit genau diesen Streit in kauf nimmt, oder es an angewandter Klugheit mangelt, gehe ich davon aus, das irgendwo ein Kommunikationsproblem aufgetreten ist. Offensichtlich sieht es so aus, als hätte er einfach den falschen Beton bestellt und verbaut. Außerdem zu dün und zu tief klingt ungewöhnlich.

    Also mal ganz vorsichtig gefragt... Wenn Klar ist, das ein Mangel besteht, wie kann dieser beseitigt werden? Wie wird der entstande Schaden beziffert? Also 2 Jahre mietausfall/ oder eigene Wohnung mieten, da baustopp. Wodurch wurde der Baustopp verursacht? Wurde im Angebot/Auftrag/Ausschreibung auf die Expositionklasse hingewiesen, wer hat die Expositionsklasse bestimmt(Bodengutachten/Statiker/Architekt/Bauherr/Bauunternehmer?)? Ist es tatsächlich die richtige Expostitionklasse? Stand dem Ausschreibendem das Bodengutachten zum Zeitpunkt zur Verfügung? Hat der Bauunternehmer aktuelle Pläne gehabt, oder nach einem "alten Planstand", indem die Betonklasse, Stärke und Höhenlage noch anders war? Nach wessen Plänen hat er gebaut(Statiker/Architekt) ? Hatte der Statiker die Aktuellen Architektenpläne, oder umgekehrt, als die Pläne zur Ausführung freigegeben wurden? Hat der Bauunternehmer nach freigegeben Plänen ausgeführt?

    Man sieht, alle meine Fragen würden darauf abzielen, wo der fehler passiert ist. Schließlich könnte das einen wesentlichen Teil der "Schuld" klären. Was mich außerdem interessieren würde: wie kann man diesen Mangel beseitigen?

    Aber der Gutachter muss erstmal einen Mangel feststellen. Wenn alles so ist, wie du beschrieben hast, ist ein Mangel vorhanden, nun ist die Frage, wie dieser beseitig, und der Schaden beziffert wird.
     
  5. #5 Wir bauen bald, 16.06.2017
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    Dem Planer, in unserem Fall ein BauIng. lag das Bodengutachten vor. Die Ausschreibung war schon falsch. Da wir am Fluss bauen und das Wasser fast am Zaun steht ist es für den Bauunternehmer sicher auch schwer keine Bedenken geäußert zu haben...
     
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