Fragen von einem Einsteiger in die Thematik...

Diskutiere Fragen von einem Einsteiger in die Thematik... im EnEV 2002 / 2004 / 2007 / 2009 Forum im Bereich Bauphysik; Ein Hallo ans Forum! Ich lese mich jetzt seit einiger Zeit in die Thematik EnEV, KFW Effizienshaus etc. ein, wollte nun aber mal hier in die...

  1. #1 BEngBoomBEng, 7. Februar 2013
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    Ein Hallo ans Forum!

    Ich lese mich jetzt seit einiger Zeit in die Thematik EnEV, KFW Effizienshaus etc. ein, wollte nun aber mal hier in die "Offensive" gehen :konfusius

    Folgendes Bauvorhaben ist in Planung: EFH als Stadtvilla, 10x10m, 2 Vollgeschosse. Vermutlich in Holzrahmenbauweise erstellt.
    Grundstückslage ist ein Südhang im Sauerland, mit unverbautem Südwestblick.

    U-Wert der Holzrahmenwände liegt bei 0,13 und die Fenster werden dreifach verglast. (Ich weiß, dass sind nur grobe Infos, mehr gibt der Planungsstand noch nicht her)

    Unseren Heizbedarf (2 Personen) würde ich als eher gering einschätzen. Momentan (Mietwohnung) heizen wir nur das Wohnzimmer (20 Grad), für den Rest reicht uns die "Abwärme". Badewanne wird äußerst selten benutzt, 99% wird geduscht, dass aber teilweise sogar auf der Arbeit.

    Folgende Technik würde ich bisher für mein Bauvorhaben bevorzugen:

    - Kleine Gastherme mit Fußbodenheizung
    - Kaminofen für den Spitzenbedarf im Winter, der würden mitten in der offen geplanten Wohnfläche stehen
    - KWL mit ggfls. Wärmerückgewinnung

    Meine Fragen:

    - Reicht die Technik zur Erfüllung der 15% Regel der EnEV?
    - Erreiche ich damit KFW 70 Standard?

    Ich weiß die Fragestellung ist sehr Pauschal/Laienhaft, aber jegliches Input von Euch würde mir da schonmal in der derzeitigen Planungsphase weiterhelfen :28:

    Danke!
     
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  3. #2 Alfons Fischer, 7. Februar 2013
    Alfons Fischer

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    kfw-70 werden Sie mit Gasheizung und einer kleinen Solaranlage vermutlich nicht erreichen (abhängig vom Fensterflächenanteil). Ich habe heute erst ein ähnliches Haus gerechnet. Der Kaminofen bringt Ihnen für den Nachweis für die KfW keine Vorteile, sofern nicht wasserführend. Und die Wohnraumlüftung bringt nicht genug, selbst bei bester Bodendämmung.
    Mit Gasheizung werden Sie vermutlich mit KWL und Kaminofen das EEWärmeG einhalten können (geringfügige Unterschreitung der Anforderungen). Aber von Eff-70 sind Sie vermutlich noch um einiges entfernt.

    Muss man rechnen.
     
  4. ypg111

    ypg111 Gast

    wir bauen Kfw70 mit Gas+Solar, zusätzlich KWLmWRG.
    Aber wir mussten zum Standard eine verbesserte Wärmedämmung im Dach und Aussenmauern, sowie verbesserte Fenster, dazunehmen.
     
  5. benben

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    Ich denke schon, dass Du KfW-70 erreichen kannst. Welche EnEV gilt denn momentan?
    Unser Haus erreicht 56 % der Anforderungen von KfW-70 der EnEV 2009, und das mit "schlechteren" Daten als bei Dir. Damals gabs gerade keinen Unterschied zwischen KfW-70 und KfW-55, daher wurde das eine Prozent nicht mehr optimiert.
    Allerdings spielt auch eine relativ grosse Rolle ob Du einen Keller hast. Mit Keller is es schwieriger.

    Details:

    Ich habe U=0,14 bei der Wand (Holzständer mit Mineralwolle dazwischen und Weichholzfaserplatten 6 cm aussen).
    Fenster sind auch 3fach verglast mit Uw=0,9 (Ug=0,7). Dämmung von Dach und Bodenplatte ist aber relativ schlecht im Vergleich zu Ziegelhäusern, Wert müsste ich suchen - wohl deswegen weil mehr einfach nicht notwendig ist bei so einer Wand.

    Seit EnEV 2009 gibt es ja die alternative Berechnungsmethode, die das Haus mit einem Referenzhaus vergleicht. Da das Referenzhaus 2fach-Verglasung vorsah/vorsieht? konnte man mit 3fach-Verglasung und grossen Fensterflächen im Süden locker die Grenzwert unterschreiten.

    Fussbodenheizung, Gastherme und KWL haben wir auch.
    Kamonofen würde ich nochmal überdenken. Du wirst wahrscheinlich Heiz- und Warmwasserkosten von 400 bis 500 EUR pro Jahr haben. Wieviel EUR glaubst Du, könntest Du mit dem Kaminofen einsparen, wenn das Holz sogar gratis wäre? Wohl nicht mehr als 100 bis 200 EUR. Allein der Kamin wird Dich wol 2000 EUR Mehrpreis kosten. Und dann noch der Ofen mit mindestens 1000 EUR. Bei 3000 EUR zahlst Du bereits mehr als 100 EUR an Zinsen.
    Das waren jedenfalls unsere Überlegungen.


    Ein Ofen hätte uns zwar auch gereizt wegen dem Ambiente, aber inzwischen sind wir sehr froh, dass wir keinen haben. Er nimmt ja auch Platz weg.

    Du meinst die Regel, dass ein gewisser Anteil der Energie erneuerbar sein muss? Der Energieberater unseres GÜ hatte behauptet, dass wir noch einem Sonnenkollektor für Heisswasser deswegen benötigen würden. Ich war der Meinung dass das nicht notwendig wäre, weil man ja statt dessen alternativ einen "Strafabschlag" rechnen kann. Statt 15 % erneuerbare Energie einzusetzen, kann man ja gleich auf 15 % Energieverbrauch verzichten...
    Ich hatte aber nachgegeben und es wurde der Kollektor eingebaut.
    Als ich dann zum Schluss aber die Berechnungen des Energieberaters durchsah, merkte ich, dass der Sonnenkollektor für den KfW-Nachweis tatsächlich jedoch nicht verwendet wurde. Es wäre also auch ohne gegangen. Der Grund dafür war wohl, dass der Sonnenkollektor nur für Dachneigungen ab 16 % zertifiziert war, wir jedoch 15 % haben.

    Wir haben relativ viele Glasflächen, aber hautpsächlich nur im Süden, sowie einen Anbau. Deshalb wurden die angestrebten 40 kWh/(Jahr * m2) zwar nicht erreicht, aber ein entsprechendes Referenzhaus hätte dementsprechend noch viel mehr Energieverbrauch gehabt. Der berechnete Verbrauch war 51 kWh/(Jahr*m2). Tatsächlich hatten wir 8000 kWh an Gas und 4000 kWh Strom pro Jahr verbraucht. Da wir hauptsächlich mit Gas kochten, betrug der Heizenergie- und Warmwasserverbrauch weniger als 8000/176 (m2) = 45 kWh/Jahr. Allerdings kommt noch etwas Strom für die Lüftunganlage dazu. Im grossen und ganzen stimmte die Berechnung.
     
  6. benben

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    Ist halt die Frage, was der "Standard" ist.
     
  7. ypg111

    ypg111 Gast

    zum normalen EneV 2009 Standard ohne KfW 70. Was denn sonst?
     
  8. benben

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    Oder die Baubeschreibung?
     
  9. ypg111

    ypg111 Gast

    die BB passt schon zum EneV 2009... habe sie jetzt aber nicht im Kopf oder digital... und wenn, werde ich sie hier auch nicht reinkopieren, weil es sinnfrei wäre.

    Worum ging es nochmal in der Frage des TE? Um meine BB oder was brauchts für ein KfW70-Haus? Siehe die Frage, dann weisst Du die Antwort!
     
  10. benben

    benben

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    Nochmal zum Wort "Standard":

    Der TE will ja mit Holzständerbauweise bauen, sein U-Wert is ja weniger als 50 % des "Standard", wenn man KfW100 als Standard nimmt.
    Dann hat er auch noch 3fach-Verglasung, womit der den U-Wert der Fenster auch nochmal deutlich unterschreitet.

    Dass DU eine verbesserte Wärmedämmung als der Standard benötigt hattest, um 70 % des Standards zu erreichen, ist schon klar. :-)

    Bei manchen Fertighausherstellern ist deren "Standard" jedoch so, dass locker KfW-70 erreicht wird.
    Das Wort "Standard" ist also keinesfalls eindeutig.


    Ich bezog mich ja auf DEINE Antwort und nicht auf den TE.
     
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  12. ypg111

    ypg111 Gast

    @benben: Hast recht. Ich habe eher auf das "...Vermutlich in Holzrahmenbauweise erstellt..." geschaut und "U-Wert der Holzrahmenwände liegt bei 0,13" überlesen, da TE mehr vermutliches genannt hat und "jegliches Input" einforderte :-)
     
  13. #11 BEngBoomBEng, 8. Februar 2013
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    Hey, danke schonmal für die zahlreichen Antworten :think

    Die KWL sowie der Kaminofen werden primär aus Komfortgründen geplant, insofern steht die Wirtschaftlichkeit da nicht unbedingt im Vordergrund. Aber wenn diese Investitionen sich zusätzlich noch positiv auf die Energiebilanz auswirken, ist das natürlich sehr angenehm und beruhigt ein wenig das (Finanz-) Gewissen :-)

    Weitere Rahmeninfos: Das Gebäude wird nicht unterkellert, und die größten Fensterflächen befinden sich auf der Süd-Westseite. Wie zu lesen war, wirkt sich das ja ebenfalls nochmal positiv aus.

    Die 15% Regel der EnEV muss ich ja nunmal mindestens einhalten (bzw Kompensationsmaßnahmen), insofern wäre es natürlich super, wenn das bereits in meinem derzeit geplanten Umfang möglich wäre.

    Wenn ich das richtig sehe, geht es bei den KFW Effizienzen primär um Einsparung von CO² Emissionen. Hatte zu dem ganzen CO² Hype/Unsinn mal eine sehr aufschlußreiche Physikvorlesung an der Uni, daher bräuchte ich den KFW Standard nicht für mein grünes Gewissen, sonder eher für den Geldbeutel. ;-)

    Und wenn ich den KFW Standard dann über zusätzliche regenerative Investitionen erkaufen muß, wirds halt zum Rechenexempel.
    Rein wirtschaftlich ist sowohl Wärmepumpe, Solar, als auch Photovoltaik unter Berücksichtigung des Investitionsbedarfs idR nicht rentabel.
    Und wenn ich sehe, wie die Ökobilanz (Inklusive Herstellung) bei Solar und PV aussieht, taugt das ganze auch wieder nicht wirklich fürs grüne Gewissen.
     
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