Fragen zu Installationsplanung KWL im EFH

Diskutiere Fragen zu Installationsplanung KWL im EFH im Lüftung Forum im Bereich Haustechnik; Hallo zusammen, wir planen ein EFH (210qm, EG, OG, DG) mit Zentraler Lüftung und haben vom Heizungsbauer jetzt eine Lüftungsanlage von Tecalor...

  1. #1 Incrabbit, 17.02.2021
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    Hallo zusammen,
    wir planen ein EFH (210qm, EG, OG, DG) mit Zentraler Lüftung und haben vom Heizungsbauer jetzt eine Lüftungsanlage von Tecalor angeboten bekommen. Er hat auch gleich die Planung mitgegeben.
    Nachdem ich mich in das Thema eingelesen hatte haben sich mir ein paar Fragen gestellt, bei denen hier hoffentlich jemand Licht ins Dunkle bringen kann.

    - Die angebotene Lüftung (Tecalor 180 FRG) erscheint mir etwas unterdimensioniert. Laut techn. Unterlagen schafft sie 250m³/h.
    Berechnet wurde mit einem Gebäudeluftwechsel von 0,34. Was mir auch zu gering vorkommt. Gesamt-Außenluftvolumenstrom = Nennlüftung = 160m³/h
    - Das Dachgeschoss (ein großer Raum mit 45qm als Arbeits- und Gästezimmer) ist nur ein Abluftbereich mit einem einzigen Auslass, der 40m³/h rausziehen soll. Wird das nicht recht laut? Und ist es normal, dass es für einen so großen Raum, der auch noch der einzige im Stockwerk ist, keine Zuluft gibt?

    - Der Hauswirtschaftsraum gilt mit seinen 10qm sowohl als Zu- als auch ein Abluftbereich und hat dementsprechend 2 Ventile.

    - Im Elternschlafzimmer (20qm) gibt es nur ein einziges Zuluftventil, über das 30m³/h einströmen sollen. Und zwar direkt über dem Bett und nah beim Fenster. Ist das nicht zu wenig und am falschen Ort?

    - Die Kinderzimmer sind jeweils zwischen 16 und 17qm groß und haben ebenfalls nur ein Zuluftventil für 30m³/h.

    Vielleicht hat jemand wenigstens für einen Teil der Fragen eine beruhigende Antwort.
    Danke schonmal im Voraus.
     
  2. #2 Lexmaul, 17.02.2021
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    Jop, zu klein dimensioniert, wird also immer auf erhöhter Last laufen.

    Nur ein Ventil ist erstmal nicht schlimm in den Räumen, aber da müssen dann oft zwei Schläuche dran (zumindest Eltern). Kinderzimmer bei den Größen ist das doch ok.

    HWR mit Zu- und Abluft auf dem kleinen Raum verursacht einen Kurzschluss und ist quatsch.

    Dachgeschoss klingt etwas schmal, wieso ist der Raum als Abluft konzipiert? Wenn sich da Leute aufhalten, dann sollte es Zuluft sein (Küche/Bad/Abstellraum mal abgesehen).

    Aber das sind alles nur Einzelaspekte - da läuft meiner Meinung was grundsätzlich falsch, da kann man nicht durch Einzelmaßnahmen Wunder erwarten.

    Sanitär macht das zwar gerne mit, aber wieso nicht nen Lüftungsspezialisten das machen lassen?
     
  3. #3 Gast56382, 17.02.2021
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    Morgen,

    Wenn du mit 2 Schläuche (75er) pro Ventil anfährst, wirst du dies gerade in den Ruheräumen hören.
    Besser wäre 2 Ventile mit je 1 Schlauch für Geräuschsensible Räume. Welcher Querschnitt soll denn gefahren werden?
    30m3 ist schon ganz ordentlich vom Strömungsgeräusch bei den üblichen Verdächtigen.
    Lüftung nach DIN sind 0.4/ Tag. Bei 210m2 bei angenommenen 2,7m Raumhöhe ca. 227m3 / Stunde Luftwechselrate. Wenn du Reserven willst, um ggf. Druckverlust auszugleichen, musst du größer werden von der Anlage.
     
  4. #4 Lexmaul, 17.02.2021
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    Kann ich nicht betätigen, dass man irgendwas bei zwei Rohren/Ventil hört...

    Und ich bin da wirklich sensibel.
     
  5. #5 Gast56382, 17.02.2021
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    Lex,

    wieviel m3/h jagst du da rüber? Der TE meinte was von 30m3/h pro Schlauch. Das ist bei Standardgrößen, das max. bei vertretbaren Druckverlust.
     
  6. #6 Lexmaul, 17.02.2021
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    Ach, Du hast recht - das ist wahrscheinlich auch "etwas" viel.

    Ich hab um die 13 m3/h im Elternschlafzimmer...
     
  7. #7 Incrabbit, 17.02.2021
    Zuletzt bearbeitet: 17.02.2021
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    Danke schonmal für die Antworten,
    Es wurde wohl von einem Spezialisten geplant. Der Heizungsbauer hat es nur weitergeleitet.

    Ich konnte auch mal mit dem Hersteller der Lüftungsanlage und dem Auslegenden telefonieren und hab folgende Infos bekommen:
    - die Luftwechselrate von 0,34 wäre vollkommen ausreichend und mehr würde nur zu trockener Luft (trotz Feuchterückgewinnung) führen.
    - Die 160m³ sind die nach neuster DIN 1946-6 (2020) geltenden Volumenströme für ein Haus dieser Größe. Da gibts eine Tabelle (die hab ich auch vorliegen) und das steht für 210qm eben 165m³/h. Die hohen Werte die man so kennt resultieren aus der alten Norm. Da stehen nämlich für 210qm noch über 200m³/h. Das hat zu viel zu trockener Luft geführt (trotz FRG) und wurde deswegen angepasst.
    - die Zu- und Abluft im Hauswirtschaftsraum braucht man, weil der Raum nicht wie die anderen Räume durchlüftet wird. Zum Schallschutz werden die Türen nicht gekürzt, es kommt kaum Luft von außen rein usw.
    - die fehlende Zuluft des Dachgeschosses war ein Fehler, da die Nutzung des Raums falsch deklariert war. Es wird jetzt ein Zuluftraum. Die 160m³ bleiben aber gleich, sodass andere Räume deswegen eine niedrigere Zuluft erhalten.

    Das ganze hab ich durch das Auslegetoll von Tecalor gejagt und komme bzgl. des Gesamtvolumenstroms auf den gleichen Wert. Nur die Verteilung ist ein bisschen anders. Aber auch dafür gibts in der Norm ja Multiplikatoren mit ein wenig Spielraum.

    So. Da steh ich nun und kann nicht anders. Die Argumentation: "Das muss ausgelegt werden wie es in der Norm beschrieben ist" ist klar. Dagegen kann ich nicht argumentieren. Womit auch? Wie genau bestimmt man denn sonst, was gut ist und was nicht?

    BTW: Es werden Flachkanäle benutzt. DN 125 Lüftungsgitter mit Luftleitblech.
     
  8. #8 Lexmaul, 17.02.2021
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    Schallschutz für den HWR - interessant.

    Also habt Ihr Türdichtungen an allen Türen? Alles Vollholztüren? Bei uns wurde auch nichts gekürzt - neben der Tatsache, dass meistens eh alles auf steht, hat man immer einen Spalt. Zur Not über die Zarge.

    Die DINs werden immer geiler - und was ist mit dem FrühlingmSommer/Herbst, wo nix austrocknet?

    Aber davon ab ist Lüftung auch was sehr individuelles - ich habe die Erfahrung gemacht, dass man auch später runterregeln kann, solange Feuchte und Wohlbefinden passen. Mittlerweile läuft meine Anlage mit leichtem Unterdruck in einem sicher 1/4 gedrosselten Bereich zur Nennlüftung.
     
  9. #9 Incrabbit, 17.02.2021
    Zuletzt bearbeitet: 17.02.2021
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    Ist das mit dem Schallschutz denn ungewöhnlich? Wenn eine außenstehende Wärmepumpe zu laut für den Nachbarn sein kann, dann ist eine Wärmepumpe im Innern des Hauses doch nochmal schlimmer. Dazu kommt die Lüftungsanlage u.ä

    Das mit der Tür betrifft nur die Tür zum Technikraum. Alle anderen sind durchlässig. Durch die geschlossene Tür zirkulierts aber eben nur unter der Tür.
    Bei uns stehen die WC/Bad Türen nicht auf.

    Die FRG trocknet doch im Sommer die Luft.

    Die Lüftung ist natürlich individuell. Deswegen hab ich ja das Problem mit der DIN. ist das denn ein guter Ansatz oder woran wurden diese Werte festgemacht? Und wie argumentiere ich dagegen? Die trockene Luft im Winter ist hier schon ein Problem. Wer einmal einen heftigen Pseudo-krupp-Anfall bei einem Kleinkind miterlebt hat.. Deswegen haben wir bisher extra Luftbefeuchter.
     
  10. #10 Gast56382, 17.02.2021
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    Wir sind in unserem 3. Projekt. Immer wieder mit Lüftung, Zentral!
    Die Stoßlüftungsfkt. möchte ich nicht mehr missen. Ich lege aber alles selbst und plane auch. Zu schlechte Erfahrung mit den sog. Spezis.
    Mir ist die Lüftung sehr wichtig, daher lege ich 1:1 aus. 26 Ventile mit 600m3 Nominalleistung und nen Alu Rotations-WT.
    Aber ich bin allerdings ein Sonderfall. :-)
     
  11. #11 Lexmaul, 17.02.2021
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    Im Sommer trocknet keine Lüftung die Luft aus....

    Ich wusste nicht, dass im HWR die Haustechnik steht - das ist bei uns halt ein HWR :). Da macht Schallschutz evtl. Sinn - unsere steht im Technikraum im Keller, normale Tür, hören daraus nix...
     
  12. #12 Incrabbit, 17.02.2021
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    OK. Also Hauswirtschafts/Technikraum. Da stehen z.B. Lüftung und Waschmaschine.
    Keller war erst geplant, aber dann durch das Bodengutachten nicht möglich.
    Die Lüftungsanlage entfeuchtet im Sommer. Hab extra nochmal nachgefragt, weil das nicht so wirklich in den Datenblättern rauskommt.
     
  13. #13 Lexmaul, 17.02.2021
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    Klar entfeuchtet die - aber die macht ganz, ganz sicher keine trockene Luft im Sommer :D
     
  14. #14 Incrabbit, 17.02.2021
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    Ja ok. stimmt.
    Aber die DIN ist halt das Maß der Dinge. Und da steht für 210qm wird mit 165m³/h ausgelegt.
     
  15. manni

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    Die DIN sind Mindestanforderungen. Für Geld darfst du auch mehr fordern.
     
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  16. #16 Incrabbit, 17.02.2021
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    Mit welcher Expertise soll ich da Vorgaben machen?
    Was ist denn grundsätzlich ein guter Luftwechsel? Aktuell sind es zwischen 0.3 und 0,4.
    Das Passivhaus Institut sagt:
    Also sind die 165m³/h (max 190m³ schafft die Lüftung auf Stufe 2) in einem KFW 40 Haus mit 210qm doch gut, oder?
    Die muss ich jetzt nur gut verteilen.
     
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