Fragen zu Kabel TV

Diskutiere Fragen zu Kabel TV im Elektro 2 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo zusammen, entschuldigt bitte, dass ich diesen uralten Frame wieder hervor hole, aber ich habe noch ein paar Fragen zum Thema Multischalter...

  1. #1 persus, 25.05.2024
    Zuletzt bearbeitet: 25.05.2024
    persus

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    Hallo zusammen,

    entschuldigt bitte, dass ich diesen uralten Frame wieder hervor hole, aber ich habe noch ein paar Fragen zum Thema Multischalter und Kabel-TV.

    Zum Hintergrund: Ich habe vor Kurzem ein Haus gekauft und in dem Haus ist alles (meiner laienhaften Einschätzung nach vorbildlich) vorinstalliert worden. Auf dem Dach ist eine Sat-Schüssel mit einem digitalen LNB. Die vier Kabel aus dem LNB führen per Leerrohr in den Keller. Im Keller habe ich zudem einen Kabelanschluss, über den ich TV und Internet beziehe. Aus dem Keller führen ferner in jedes Zimmer zwei (bislang ungenutzte) Leerrohre. Meiner Meinung nach ist das geradezu ein traumhafter Zustand, denn damit kann ich in jedes Zimmer in einem Leerrohr Netzwerkkabel und in dem anderen Leerrohr Koaxkabel verlegen - was ich auch zu tun gedenke.

    Mein aktuelles Setup sieht wie folgt aus: Aus dem ÜP geht ein Koaxkabel in einen Verstärker, aus dem Verstärker geht es in etwas, was nach einem Abzweiger aussieht, daraus geht es in einen Diplexer und aus dem Diplexer geht es in das Leerrohr zum Wohnzimmer, wo aktuell Router (Kabel-Modem) und Fernseher stehen. Alle anderen Leerrohre sind ungenutzt. Ach ja, an dem Diplexer hängt noch eines der vier Kabel aus dem LNB. Die Vorbesitzer waren italienischer Abstammung; ich vermute, die haben sich damit auf einfachste Weise per SAT italienisches Fernsehen ins Wohnzimmer geholt, ohne das ganz große Setup mit Multischalter bemühen zu müssen. Das alles ist also so schon vorinstalliert gewesen, als ich das Haus gekauft habe.

    Bild: Aktuelles Setup, wie beim kauf vorgefunden.
    [​IMG]

    Zu meiner 1. Frage: Wozu ist das da zwischen Verstärker und Diplexer (wohl ein Abzweiger?) gut? Bzw. Welchen Effekt/Vorteil bietet es in dem aktuellen Setup?

    Mein Plan ist, per Multischalter in jedes Zimmer Kabel-TV und SAT-TV zu verteilen. Netzwerk natürlich auch (aber nicht per Multischalter, sondern per PoE-Switch), doch Netzwerk soll hier nicht das Thema sein. Als Informatiker kenne ich mich mit Netzwerken sehr gut aus. Beim Thema HF hingegen bin ich Laie. Zwar habe ich mich ordentlich eingelesen und verstehe die Zusammenhänge einigermaßen - kriege das Verkabeln also durchaus hin. Aber ein paar Detailfragen bleiben, auf die ich hier Antworten zu finden hoffe.

    2, Frage: Macht ein Überspannungsschutz zwischen den Kabeln aus dem LNB und den Eingängen des Multischalters-Sinn? Würdet ihr also empfehlen, an die vier Kabel aus dem LNB jeweils ein Überspannungsschutz zwischenzuschalten, bevor es in den Multischalter geht?

    Als Multischalter habe ich vor, den TechniSat GigaSwitch 9/20 zu kaufen. Damit hätte ich die Freiheit, zwei LNBs zu betreiben (bin noch am Überlegen, was genau ich alles empfangen möchte). Doch viel wichtiger ist, dass er (im Gegenzug zum TechniSwitch 5/8) DOCSIS unterstützt, was dafür spricht, dass er mit Kabel-Internet umgehen kann. Der Preisunterschied zwischen TechniSwitch und GigaSwitch ist verkraftbar, also neige ich in Richtung GigaSwitch.

    3. Frage: Schließe ich das Kabelsignal in den terrestrischen Eingang des Multischalters verstärkt oder unverstärkt an? Also aus dem ÜP direkt in den terrestrischen Eingang des Multischalters, oder aus dem ÜP wie gehabt zuerst in den Verstärker und aus dem Verstärker in den terrestrischen Eingang? Benötige ich dann noch den vermeintlichen Abzweiger und falls ja, wozu eigentlich?

    Den Router (Kabel-Modem) - es handelt sich um eine Fritz!Box 6660 - möchte ich in den Keller verlegen und das Netzwerk dann über einen PoE-Switch mittels CAT-Kabel (wegen VoIP und Surveillance) verteilen.

    4. Frage: Könnte ich den Router dann an jeden beliebigen Ausgang des Multischalters anschließen? Oder würdet ihr empfehlen, trotz der Unterstützung von DOCSIS, den Anschluss an den Router vor dem Multischalter abzuzweigen, und wenn ja, wie?

    Noch eine letzte Anmerkung: Das Internet muss ich mangels vernünftiger Alternative über Kabel beziehen. Im Preis inbegriffen ist das Kabel-TV. Sprich, das Kabel-TV habe ich ohnehin schon. Über SAT möchte ich daher einige Programme empfangen, die ich nicht über Kabel-TV erhalte.

    5. Frage: Was haltet ihr von meinem geplanten Setup? Gibt es etwas, was ich übersehe? Oder ist das so in Ordnung?

    Vielen Dank im Voraus und viele Grüße
    Persus
     
  2. #2 simon84, 25.05.2024
    simon84

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    Ne nix entschuldigung, da machen wir bitte einen neuen draus !!
     
  3. #3 Dipol, 25.05.2024
    Zuletzt bearbeitet: 26.05.2024
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    Das ist ein Vierfachabzweiger mit 20 dB Auskoppeldämpfung um 4 Stichleitungen mit jeweils einer Stich-/Einzeldose zu versorgen, der bei Zuführung über den CATV-Eingang eines Multischalters oder einer Einkabelmatrix entfällt.
    Zuerst der unbeliebte aber für mich obligatorische Hinweis auf NAV § 13 bezüglich Installationen an Elektroanlagen.

    Bevor man bei Gebäuden ohne Blitzschutzsystem über Überspannungsschutz diskutiert, ist zu klären ob sich die Satellitenantenne einschließlich der Kabel nur innerhalb nicht erdungspflichtiger Fassadenbereiche befindet oder nach IEC 60728-11 mit mind. 16 mm² Cu und nach Klasse H = 100 kA geprüften Verbindern normkonform geerdet und dem Schutzpotentialausgleich/HES verbunden sein muss.

    Mit Blitzschutzsystem wären sogar SPD 1 Blitzstromableiter und nicht nur SPD 2 Überspannungsableiter Pflicht, ohne LPS aber nur Kür. Solche Details dürften nicht zum kleinen Einmaleins von Informatikern gehören.
    Abgesehen davon, dass es seit der Erweiterung des BK-Spektrums über 862 MHz hinaus in die Sat.-ZF hinein zu Überschneidungen der Frequenzen kommt, die nur mit speziellen Einkabelmatritzen zu vermeiden sind, stellt sich die Frage wie man bis zu 20 Multischalter-Sternleitungen in nur 2 Leerrohre einziehen will?
    Nach Messwerten von Solutions 32 beträgt der Ausgangspegel des HAV ≥ 92 dB(µV). Der GigaSwitch 9/20 hat im Hin- und Rückweg 20 dB Dämpfung und nach der frequenzabhängigen Dämpfung der Kabel sowie der Antennensteckdose muss an den Teilnehmeranschlüssen der Norm-Mindestpegel nach IEC 60728-1 + Sicherheitsreserve oder nach VF-Handout anliegen.

    Rechnen mit dB ist kein Hexenwerk. Dazu müssen aber die spezifische Kabeldämpfung und die ungefähren Kabellängen bekannt sein. Ohne Verstärkung des HAV ergeben sich Unterpegel und insbesondere die Rückkanalverstärkung sollte trotz zufällig gleicher Dämpfung von 20 dB von einem Profi mit Fachkunde und dem nötigen Messequipment kontrolliert werden.
    Bei dem Fragenbedarf, offenkundig fehlender Antennenpraxis und ohne Antennenmessgerät rate ich bei DIY zu getrennten Netzen. Dann wäre der Vierfachabzweiger durch einen Einfachabzweiger mit ebenfalls 20 dB Auskoppeldämpfung zu ersetzen.

    Wenn das ein Antennenprofi installieren würde, gabe es mit Unicable auch Alternativen ohne Frequenzüberschneidungen. Mehr Infos bei Jultec
     
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  4. persus

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    Hi Dipol.

    Vielen Dank für deine Antwort. Deine Hinweise und Tipps haben mir weitere Erkenntnisse für weitere Recherchen eröffnet.

    Da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt. In jedes Zimmer sind aus dem Keller heraus jeweils zwei separate Leerrohre verlegt und sie alle sind leer, also ungenutzt (bis auf das eine, welches ins Wohnzimmer geht, da ist bereits ein Kabel drin). Alle diese Leerrohre gehen im Keller zusammen (ca. 2m von der aktuellen Installation entfernt). Es wird ein sternförmiger Aufbau werden. Bei sechs Zimmern sind das insgesamt 12 Leerrohre (mit zusätzlichem Kellerraum sieben Zimmer also 14 Leerrohre). Jeweils eines davon für SAT und das andere davon für LAN. So stehen insgesamt 6 (7) Leerrohre für SAT zur Verfügung. Pro Leerrohr zwei Kabel ergibt maximal 14 Kabel. :)

    Danke für den Hinweis. Eine Blitzschutzanlage gibt es nicht. Die SAT-Schüssel befindet sich auf dem Dach. Es handelt sich um ein Reihenhaus mit fünf Parteien. Baujahr 2018. Jede Partei hat eine SAT-Schüssel (es befinden sich demnach fünf SAT-Schüsseln auf dem Dach). Die Antennen wurden beim Bau des Hauses von der Baufirma selbst aufgestellt. Da es sich um ein recht neuwertiges Haus handelt, gehe ich davon aus, dass alles normkonform gebaut worden ist. Obwohl ich demnach davon ausgehe, dass die SAT-Schüssel geerdet ist, weiß ich es Stand jetzt nicht mit Sicherheit, werde es aber auf jeden Fall in Erfahrung bringen.

    Super Tipp mit der IEC 60728-1. Das ist es, was ich benötigt habe. Kabellängen variieren von Zimmer zu Zimmer, werden 25m aber nicht überschreiten. Ich habe ein 5x geschirmtes 135db Koax-Kabel (∅1,1mm Vollkupfer-Ader; ∅4,9mm Dielektrikum; ∅7,4mm Mantel). Laut Datenblatt hat es bei 800MHz eine Dämpfung von 20db auf 100m bei 20°C. Damit kann ich jetzt die Gesamtdämpfung berechnen, bzw. annähern.

    Völlig richtig: Mir fehlt die Praxis. Und so hätte ich doch noch eine Anfängerfrage. :) Der Verstärker hat zwei Ausgänge: 1x "OUT" und 1x "TP -20db". Kann ich den Ausgang TP -20db an den Router und den Ausgang OUT an den terrestrsichen Eingang des Multischalters anschließen? Also benötige ich einen Einfachabzweiger, oder ist das nicht schon im Verstärker vorgesehen?

    Danke und Grüße
    persus
     
  5. #5 Dipol, 26.05.2024
    Zuletzt bearbeitet: 26.05.2024
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    135 dB Schirmdämpfung ist auch nach den strengeren Anforderungen der deutschen SchuTSEV jenseits aller EMV-Erfordernis. Solche Voodoo-Bewerbungen sind typisch für Billigkabel mit bruch- und intermodulationsanfälligem Alugeflecht die kein einziger Kabelnetzbetreiber approbiert.

    Einen zwingenden Zusammenhang zwischen der Höhe der Schirmdämpfung und der Anzahl der Schirmlagen gibt es nicht. Nur zweifach geschirmte Kabel können im CoMet- Messdiagramm besser als typischerweise unseriös "peakorientiert" beworbene Alu-Kabel sein. Standard bei allen Kabelnetzbetreibern sind dreifach geschirmte Vollkupferkabel mit nachgewiesener Schirmdämpfung und Kopplungswiderstand nach Class A+.

    Welche Type hat denn das Koax mit angeblichen 135 dB Schirmdämpfung und welche Transferimpedanz/Kopplungswiderstand nach CoMet-Diagramm?

    Dieser Port ist für Messzwecke konzeptiert und sollte nicht zweckentfremdet werden.

    EMV_SD+SM_[Fo33].png EMV_SD+SM_[Fo41].png

    Die KNB lassen sonst keine Gelegenheit zum sparen aus. Aber Alu-Geflecht, die Verlegung und Montage erschwerende Vierfachschirmung, ungeklebte Folien und auch Staku-Innenleiter oder F-Aufdrehstecker lehnen die alle ab. Wenn eine Rückgabe nicht mehr möglich ist dann den Kaufpreis als Lerneffekt abschreiben.
     

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    Nachdem keiner protestiert hat korrigiere ich mich nachträglich selbst.

    Das ist KEIN Vierfachabzweiger sondern ein Dreifachabzweiger für 3 Stichleitungen an dessen Stammausgang (OUT) mit 1,5 dB Durchgangsdämpfung als hf-technische Todsünde die Terminierung mit einem Abschlusswiderstand unterlassen wurde.

    upload_2024-6-1_10-59-20.jpeg
     
  7. persus

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    Oh, so genau habe ich gar nicht gezählt. Mir reicht ja schließlich ein Einfachabzweiger. :) Was ich aber gemacht habe: Ich habe diesen Dreifachabzweiger weiter genutzt und nicht extra einen Einfachabzweiger gekauft. Damit konnte ich den Router bereits in den Keller verlegen. Das Signal zweige ich gleich hinter dem Verstärker ab. Jetzt geht ein Ausgang des Dreifachabzweigers in den Router und ein zweiter rauf ins Wohnzimmer, um weiterhin TV zu haben, während ich an der ganzen Sache arbeite. Das funktioniert schon einmal sehr gut. Aktuell ziehe ich die Kabel durch die Leerrohre. Wenn ich fertig bin, stelle ich ein Foto ein (und stelle mich der Kritik :)).

    Ach ja, danke für diesen Hinweis. Jemand, der nicht vom Fach ist, erliegt schnell den Marketing-Superlativen, wie man an meinem Beispiel gut erkennen kann.
     
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