Fugenqualität

Diskutiere Fugenqualität im Trockenbau Forum im Bereich Neubau; Hallo! Bei einer Begehung unserer recht fortgeschrittenen Eigentumswohnung haben wir in den meisten Zimmern zu unserer Überraschung Fugen...

  1. polarize

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    Hallo!

    Bei einer Begehung unserer recht fortgeschrittenen Eigentumswohnung haben wir in den meisten Zimmern zu unserer Überraschung Fugen vorgefunden. Als wir den Bauträger darauf angesprochen haben, meinte dieser, das diese Fugen überall dort platziert werden, wo tragende Wände etc. auf Gipskarton treffen. (Das konnten wir am Grundriss später auch nachvollziehen)

    Allerdings habe ich solche Fugen in meinem Leben noch nie in irgendeiner Wohnung gesehen.
    Angeblich geben irgendwelche Normen vor, dass die Wohnung so übergeben wird?

    Wir können die (Dehnungs?)Fugen zwar gerne mit Acryl füllen und darüber malen, aber es besteht dann immer eine geringe Gefahr von Rissen, die dann durchaus schlimmer aussehen als kontrollierte Fugen.

    Wenn ich mir die Fugen in den Bildern ansehe, bin ich mir nicht sicher was ich davon halten soll.
    Muss das so aussehen, oder geht das nicht irgendwie besser?
     

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  3. #2 bauspezi 45, 7. Dezember 2017
    Zuletzt bearbeitet: 7. Dezember 2017
    bauspezi 45

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    den Sinn der Fugen versteh ich nicht, was ist das für ein Wandbelag? Gipskarton ?
     
  4. polarize

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    Genau, auf einer Seite der Fugen ist immer Gipskarton, auf der anderen tragende Wände, Kamin, etc. Mit den Fugen sollen Setzrisse verhindert werden.
     
  5. Lexmaul

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    Ist absolut richtig so - wie soll es sonst anders gehen?
     
  6. chillig80

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    Jo, rein nach Vorschrift muss die Fuge so sein.

    In gefühlten 99% aller Fälle haut da aber der Maler Acryl rein und streicht drüber. Wenn das ordetlich gemacht ist, dann bleibt da eine unauffällige Fuge die man meist durchaus so lassen kann. Das Problem dabei ist aber, in der Vorschrift steht das anders und wenn sich in der Acrylfuge kleine Risschen bilden (kann durchaus passieren, muss es aber nicht), dann kann der Maler (bzw. Bauträger) das auf seine Kosten ausbessern. Also gehen die hin und lassen die Fugen offen, ist ja auch so „Vorschrift“. Wenn du es dann selbst mit Acryl zuschmierst sind dann auch spätere kleine Risse dein Problem (wobei ich persönlich irgendwelche Minirisse nicht wirklich als Problem ansehe).

    Was ich jetzt auf den Bildern zu sehen glaube ist was anderes. Die Fugen sind nicht schön gerade sondern „ungleichmäßig“. Das darf dann schon wieder nicht sein, wenn schon offene Fugen, dann kann man da keine ausgefressenen „Irgendwiefugen“ abliefern, eine Fuge sollte dann doch wenigstens klar begrenzte Fugenflanken haben.
     
    polarize gefällt das.
  7. polarize

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    Danke für die ausführliche Erklärung. Gut zu hören, dass solche Fugen besser aussehen sollten. Weißt Du (oder irgendjemand sonst) wo ich Bilder finde, die den Sollzustand abbilden? Ich habe gestern schon den ganzen Tag danach gesucht und leider nichts gefunden
     
  8. Andybaut

    Andybaut

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    alles korrekt, dennoch totaler billigpfusch

    Selten so einen Scheiß gesehen.

    Formal richtig:
    treffen zwei Materialien aufeinander, besteht eine Rissgefahr, daher ist dort eine Fuge, bzw. kontrollierter Riss auszubilden.

    Was jeder Planer macht:
    entweder nicht so bescheuert planen, dass dies vorkommt,
    oder eine Lage Gipskarton über die angrenzende Wand ziehen.
    Wenn es ordentlich gebaut ist, passiert dort dann auch nichts mehr.

    Ich habe mal wieder was dazugelernt. Das sich Menschen trauen so einen Murks zu bauen.
     
  9. Lexmaul

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    Weitere Lage GKP über die Wand ziehen? Dann musst Du auch Fugen ausbilden, denn die UK geht ja auch über zwei Materialien.

    Fugen sind notwendig, ich hätte sie halt immer versucht in die Ecken auszubilden.
     
  10. Andybaut

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    oder eine Lage Gipskarton über die angrenzende Wand ziehen.
    Wenn es ordentlich gebaut ist, passiert dort dann auch nichts mehr.

    Wenn diese Konstruktion noch reisst, dann ist da mehr im Argen.
    Wir haben ab und an. Und es funktioniert bislang.
     
  11. Canyon99

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    bin da absolut bei @Andybaut, das sieht völlig unmöglich aus.... :irre

    Ich würde wie die Kollegen bereits vorgeschlagen haben die Eckfugen mit Acryl egalisieren und bei den anderen Fugen diese ggf auch mit Acryl oder hochflexibler Spachtelmasse überspachteln. Alternativ vollflächig über die Wand Rigips Platten vorsetzen.. Falls es doch dann später kleinere Risse gibt , dann halt ggf. nochmals nachbearbeiten. Sieht imho immer noch um Welten besser aus, als das was der Bauträger da abliefert... Diese Fugen gehen optisch mal gar nicht!

    Kann nicht glauben, daß das heute der Standard sein soll, lol .....
     
  12. Alex88

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    Wenn man über die ga nze Wand GK Platten setzt, wo sollen da dann kleine Risse entstehen?
    Da reisst dann die Platte im ganzen, das ist dann richtig gepfuscht
     
  13. Canyon99

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    genau deswegen hat @Andybaut mit seinem statement "absoluter Billigpfusch" Recht. Das ist billigst gebaut, ein paar Ständerwände & Gipskarton drauf: wir haben fertig :mauer

    Ein Bauträger der weniger auf die Gewinnoptimierung achtet, würde auch die Zwischenwände mit 8er oder 10er Stein mauern lassen. Da reisst dann nichts mehr und der Schallschutz hat auch eine ganz andere Qualität.....
     
  14. Alex88

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    nein, das hat Andybaut nicht gemeint, er meinte wohl die schlechte Verarbeitung.....

    sorry Canyon, aber du hast weder Ahnung vom Trockenbau noch von Schallschutz
    zeig mir eine gemauerte Wand mit 8 oder 10 cm die auch nur annähernd den Schallschutz
    einer Ständerwand in dieser Dicke erreicht
     
  15. Canyon99

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    @Alex88 Trockenbauwand wertiger als Massivwand??? ICH LACH MICH TOT :bierchen:

    Dann verrat mir mal bitte warum es IMMER teurer ist massiv zu bauen und warum Sachverständige/Makler/Käufer massiv gebaute Häuser DEUTLICH höher bewerten als Fertighäuser. Weil die Ständerwände / Trockenbauwände so toll sind?? lol....
     
  16. Alex88

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    Massiv zu bauen heisst doch nicht, dass da keine Ständerwände verbaut sind und Fertighäuser haben damit gar nichts zu tun...
    google doch mal nach dB Werten von Massivwänden und von Ständerwänden, dir werden die Augen übergehen
     
  17. Canyon99

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    Also ich habe vor 20 Jahren massiv gebaut und bei mir sind keine Ständerwände verbaut. Warum auch?? Alle Innenwände sind Kalksandstein. Guter Schallschutz und im Falle eines gar nicht so unwahrscheinlichen Wasserschadens kann man die Bausubstanz eines Massivhauses einfach trockenen. Ständerwände mit Rigips-Beplankung und die gesamte verwendete Dämmung kannst du in dem Fall nur noch entsorgen....

    Sorry, aber du wirst mich nicht davon überzeugen, daß eine Ständerwand was tolles ist...
     
  18. Alex88

    Alex88

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    ich muss und will dich auch gar nicht überzeugen, es ging um Schallschutz nicht um Wasserschäden, schon vergessen???
     
  19. Canyon99

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    dann stell doch mal einen konkreten Vergleich hier ein zwischen 10er Kalksandsteinwand und 10er Trockenbau.

    Es ging hier im Thread ja ganz konkret um Fugen bei unterschiedlichen MAterialien. Du wirst mir hoffentlich zustimmen, daß wir uns bei einem Massivbau mit homogenen Material über das Thema deutlich weniger Gedanken machen müssen,oder?
     
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  21. #19 Alex88, 8. Dezember 2017
    Zuletzt bearbeitet: 8. Dezember 2017
    Alex88

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    da geb ich dir ja recht, aber man kann das durchaus so machen wie oben, aber eben wesentlich schöner und besser
    gib mir etwas Zeit und ich such das raus

    Info von Knauf:
    Wanddicke 100 mm - 65 dB

    Info Bundesverband Kalksandstein
    Bei "normalem Schallschutz" nach DIN 4109 muss eine Wand im Wohnungsinneren nur 40 dB bieten. Das schafft schon eine 7 cm dicke Kalksandsteinwand (KS BP 7) mit beidseitigem Dünnlagenputz. Für den "erhöhten Schallschutz" nach Beiblatt 2 zu DIN 4109 muss die Wand 47 dB bringen.

    Die Kalksandsteinindustrie empfiehlt dafür 15 cm dicke Kalksandsteinwände Rohdichteklasse 1,8 mit beidseitigem Dünnlagenputz. Diese „schweren“ Wände können bei der statischen Bemessung der Stahlbetondecken, durch einen erhöhten „Deckenzuschlag“ berücksichtigt werden, falls üblicherweise verwendete Zuschläge nicht ausreichen. Die Mehrkosten für den erhöhten Schallschutz sind gering und einmal gebaut, ist der Schallschutz gesichert – ein Leben lang.
     
  22. HVT

    HVT

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    Alex88 hat vollkommen Recht. Was den Schallschutz angeht ist eine Massivwand (über die meisten Frequenzbereiche) schlechter als eine Trockenbauwand. Die alte Mär vom schlechten Schallschutz der "dünnen Rigipswänden" ist leider noch weit verbreitet, wie man hier sehen kann.

    Hier stehen wir im Zwiespalt zwischen technischer Korrektheit und Optik. Korrekt wäre, eine ausreichend große Trennfuge auszubilden und diese nicht auszuspritzen (Acryl ist kaum verformbar, besonders nicht in der geringen Fugenbreite). Der optisch wohl schönste Vorschlag ist von Andybaut mit der überlaufenden Plattenlage. Hier muss jeder für sich entscheiden, was er will. Gute Optik aber dafür Risse/Ausbesserungen in Kauf nehmen, oder konstruktive Trennung aber sich ggf. jedes mal beim vorbeilaufen ärgern.

    Zu den Fotos: Technisch korrekt ausgeführt, aber handwerklich keine Liebe zum Detail. Das geht besser.
     
Thema: Fugenqualität
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