Fundamentplatte frostsicher gründen

Diskutiere Fundamentplatte frostsicher gründen im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Guten Tag zusammen, ich bin neu hier und grüße euch alle ganz herzlich. Mein Name ist Philipp, ich bin 30 Jahre alt und bin im Begriff ein...

  1. #1 Philipp1101990, 01.07.2020
    Philipp1101990

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    Guten Tag zusammen,

    ich bin neu hier und grüße euch alle ganz herzlich. Mein Name ist Philipp, ich bin 30 Jahre alt und bin im Begriff ein Einfamilienhaus in Massivbauweise mit Hilfe des erfahrenen Schwiegervaters zu errichten.

    Es gibt jedoch gleich zu Beginn eine kleine Meinungsverschiedenheit in Bezug auf die Frostsicherheit, bei der ihr hoffentlich etwas Licht ins Dunkel bringen könnt.

    Wir haben vorletztes Wochenende den Aushub für unsere Bodenplatte gemacht (ca. 25-30cm tief). Während ich am darauffolgenden Tag leider nicht auf der Baustelle sein konnte, hatte der Schwiegervater, mit Hilfe aus der Familie, schon die Verrohrungen gelegt, und die ausgehobene Grube mit Schotter 0/32er Frostschutzmaterial aufgefüllt.

    Für das kommende Wochenende wollte er dann den Schotter mit Folie belegen und die Schalung machen. Ich habe mich jedoch gefragt, wo wir jetzt unseren Frostschutz haben. Wir selber haben kein Bodengutachten aber das vom direkten Nachbarn sagt Frostschutzklasse F3, weshalb wir uns definitiv vor Frost schützen sollten.

    Mein Gedanke war es jetzt, den Schotter an der Außenkante wieder 40cm breit zu entfernen und dort ein Streifenfundamen in frostsicherer Tiefe von 80cm nachträglich anzubringen. Ist im Nachhinein natürlich eine blöde Arbeit aber noch ist das Kind ja nicht in den Brunnen gefallen.

    Wie seht ihr das ganze? Ist ein Frostschutzriegel dringend notwendig? Meiner Erachtens nach ja aber vielleicht liege ich da ja doch irgendwie falsch.

    Ganz liebe Grüße
     
  2. SIL

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    Zu gut deutsch, ihr habt den Mutterboden entfernt plus paar cm...
    A-ha, ohne Bodengutachten ist immer Risk..
    Ja, sofern du nicht in einer Temperatur Lage liegst wo das entfallen kann oder aber mit XPS unter der BP incl seitlicher Führung was du aber auch nicht hast...

    Was ist eigentlich mit Verdichtung....Was ist mit Grundwasser oder Schichten/drückend Stauwasser...
    Wie tief liegen die denn... Können die nicht auch gefrieren? Du hast zwar 'häusliche Abwärme' im SW und GW
    Grube nennen wir das 'Ding' mal nicht...

    Allgemein gilt in D frostfrei - 80cm gegen GOK, oder Dämmung - heisst buddel ringsrum und führe deine Streifen aus oder besser suche dir jemand vor Ort der Ahnung hat...Bei ist dir jetzt nicht nur Murks sondern anscheinend spezieller Murks...
     
  3. #3 Philipp1101990, 01.07.2020
    Philipp1101990

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    Ich verstehe den Sinn oder den Aufbau einer Frostschürze und mir teilten mein Architekt und viele weitere Leute allesamt mit, dass es besser ist, neben der kapillarbrechenden Schicht zusätzlich eine Frostschürze zu ziehen.

    Meines Erachtens schütze ich mich durch die brechende Schicht davor, dass das Wasser 1. besser abfließen kann und 2. beim Gefrieren die Ausdehnung durch die Schicht kompensiert wird. Nun frage ich mich, ob das ausreichend ist (bei einer kapillarbrechenden Schicht von knapp 30cm) oder ob zusätzlich die Frostschürze unabdingbar ist.

    Man kann heute tausende Sachen am Haus verbauen, um ein bestmögliches Ziel zu erreichen. Man kann sich auch gegen tausende Sachen versichern aber irgendwo muss man auch Abstriche machen.

    Da ich Laie auf dem Gebiet bin frage ich deshalb nach oder ob die fehlende Schürze ein absolutes Nogo ist.

    Da es das fünfte Haus für den Schwiegervater in Eigenregie im Familienkreis ist und auch nach 30 Jahren noch alle Häuser ohne jeglichen Riss etc. da stehen, bin ich mir nicht sicher.
     
  4. #4 SIL, 01.07.2020
    Zuletzt bearbeitet: 01.07.2020
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    Du hast kein Bodengutachten weder geomechanisch noch Hydrologie noch Abfall-Umwelttechnisch - vermutlich keinerlei Analytik nichtmal Baggerschürf, dein Entwurfsverfasser, der TWP gaben vermutlich ihren Kommentar dazu ab, dein Nachbar ? Hat eines erstellen lassen und aufgrund der räumlichen Nähe deines Baues....und benötigte frostsichere Gründung und nun ist dein Schwiegervater der Ansicht er brauch das nicht, was bitte sollen wir dir raten?

    Eventuell hat @Mok oder @BaUT noch einen Kommentar dazu, was auch absolut wundersam ist aufgrund welcher Annahmen hat dein TWP seine Bodenplatte bemessen....etc
     
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  5. Mok

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    Ihr seid da ja schon etwas im Blindflug unterwegs. Zunächst einmal ist ein Bodengutachten quasi obligatorisch und es wundert mich doch etwas, dass sich die bei deinem Projekt planerisch Beteiligten darauf einlassen, den Stift ohne Gutachten auch nur anzuheben. Wenigstens euer Architekt hätte euch schon sehr deutlich auf die Notwendigkeit eines Bodengutachtens hinweisen müssen, sofern er seine Aufklärungs- und Beratungspflichten nicht verletzen möchte. Und ihr müsst trotz des sehr deutlichen Hinweises abgelehnt haben. Das ist dumm, um es mal ganz deutlich zu sagen.

    Zu eurem konkreten Problem: Je nach Lage kann man davon ausgehen, dass wenigstens die ersten 80 cm unter GOK auffrieren können. Das passiert bei bindigen Böden (euer F 3) noch dazu ungleichmäßig durch Bildung von Eislinsen. Also selbst wenn du deine 30 cm komplett wasser- und damit eisfrei halten könntest, bleiben dir wenigstens 50 cm minus Einbindetiefe, die auffrieren können. Am stärksten am Gebäuderand, nach innen durch die Abwärme des Gebäudes abnehmend. Ich denke du kannst dir ausmalen, dass das nicht gut ist.

    Jetzt darfst du aber auch noch davon ausgehen, dass du deine 30 cm eben nicht wasserfrei halten wirst. Du schreibst, dass das Wasser abfließen wird. Aber wohin? Ich gehe nicht davon aus, dass du ein ausgeklügeltes Dränagesystem entworfen hast. Aber ich gehe davon aus, dass dein F 3-Boden eine sehr geringe Durchlässigkeit hat (ins Blaue geraten, Baugrundgutachten hast du ja keins). Also rechne mal damit, dass sich in deiner kapillarbrechenden Schicht Wasser aufstauen kann.

    Also dein momentaner Aufbau entspricht nicht den Anforderungen an eine frostsichere Gründung. Es ist kein Zufall, dass dir dein Architekt und "viele weitere Leute" zu einer Frostschürze raten. Dann kommt aber der nächste Punkt: Dein Tragwerksplaner hat, auf welcher Grundlage auch immer, eine Bodenplatte ohne Frostschürze bemessen. Die Frostschürze ist aber bei der Bemessung zu berücksichtigen, also kannst du jetzt nicht einfach eine Frostschürze ohne Rücksprache mit dem TWP erstellen und den Rest so lassen, wie er ist. Wenn du deinen TWP bittest, dein Vorhaben zu prüfen, kannst du ja auch gleich mal nachfragen, auf welcher Basis er die Gründung überhaupt bemessen hat. Gerne mit Rückmeldung im Forum, würde mich interessieren.
     
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    Nicht zwangsläufig Mok- wenn sie nur als wirklich reine Frostschürze gebildet wird - dann nur etwas konstruktive Bewehrung und gut ist.
     
  7. Mok

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    Was meinst du mit reiner Frostschürze? Ich denke mal das Tragverhalten beeinflusst es immer, ob das zu Änderungen führen muss steht auf einem anderen Blatt. Das wird der TE aber wohl kaum beurteilen können. Und ich auch nicht, ich buddel lieber im Dreck ;)
     
  8. SIL

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    Die Funktion beschränkt auf 'Frostschutz' theoretisch könntest auch mauern, insofern du dort keine Lastabtragung ( oder minimale) hast bzw keine Verbindung oder Bewehrungsübergreifung, es gibt sogar die Möglichkeit der reinen Abstellung von Dämmung Foam oder das 'Verfahren von der Frostschürze' mit Versprung und Dämmung durchgeführt. In diesem Sinne stellt es dann kein Streifenfundament mit lastabtragender Funktion dar.
     
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  9. #9 Andreas Teich, 02.07.2020
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    Es gibt ja auch horizontale Dämmungen (Schirm) oder auch vertikale ohne eine Mauer.
    Die haben dann eben nur eine reine Dämmwirkung und keine statische-
    die könntest du evt eher einbauen ohne Krach mit Schwiegervater zu bekommen.
     
  10. SIL

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    Schreibst du jetzt noch ab Teichi? Unglaublich :closed:
     
  11. #11 Andreas Teich, 09.07.2020
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    Von wem abschreiben?
    Vertikale Frostschürze oder horizontaler Dämmschirm sind doch übliche Maßnahmen, um Frostsicherheit zu gewährleisten.
    Dämmschirm ist sicher selten, aber in der Fachliteratur veröffentlicht
     
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Fundamentplatte frostsicher gründen

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