Fußbodenheizung mit Stahlträgerdecke

Diskutiere Fußbodenheizung mit Stahlträgerdecke im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo liebe Forumsgemeinde. Ich habe einen Altbau gekauft und wir wollen überall Fusbodenheizung im EG nachrüsten. Die Stube ist...

  1. Suschi

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    Hallo liebe Forumsgemeinde.

    Ich habe einen Altbau gekauft und wir wollen überall Fusbodenheizung im EG nachrüsten.

    Die Stube ist teilunterkellert. Dort haben wir 16er Doppel-T Träger eingezogen. Diese werden 10cm stark vergossen incl Stahlbetonmatten und oben schauen dann noch 6cm stahlträger raus. Diese 6cm werden mit Dämmung/Styropor ausgefüllt und schließen mit dem Stahlträger ab. Auf diese Ebene Fläche soll eine 10mm Tackerplatte, die wassführende fußbodenheizung und der Estrich - Aufbauphase dieser Konstruktion sind 7cm.

    Spricht hier etwas gegen die 10mm Tackerplatte, die quasi auf dem Stahlträger aufliegt? Oder muss es zwingend immer eine 30mm Tackerplatte sein? Wir kommen sonst mit dem Fußboden nicht hin bezüglich Treppe..
     
  2. #2 Tikonteroga, 07.02.2024
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    Hallo,

    folgendes kann ich dazu sagen:
    1. Die Decke muss insgesamt und auch an der ungünstigsten Stelle (z. B. über den Doppel-T-Trägern) den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2:2013-02 erfüllen. Das wäre vermutlich R = 0,9 m²K/W => U = 1/R = 1,11 W/m²K.
    2. Der verwendete Dämmstoff darf laut Anlage 7 Nummer 6 Buchstabe c GEG eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/mK nicht überschreiten.
    Aus Erfahrung kann ich sagen, dass man mit 2 cm WLS 035 unter dem Estrich/Heizestrich den Mindestwärmeschutz erfüllen sollte.
     
  3. Suschi

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    [QUOTE="Tikonteroga, post:
    Aus Erfahrung kann ich sagen, dass man mit 2 cm WLS 035 unter dem Estrich/Heizestrich den Mindestwärmeschutz erfüllen sollte.[/QUOTE]

    Das heißt, die 10 mm Tackerplatte ist nicht ausreichend? Oder sind mit den 2cm das Styropor gemeint?
     
  4. #4 Tikonteroga, 07.02.2024
    Tikonteroga

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    Mit den 2 cm WLS 035 habe ich das gemeint, was zwischen den Doppel-T-Trägern und dem Heizestrich wäre.

    Man müsste mal den gesamten Aufbau (von einschließlich Doppel-T-Träger bis Oberkante des Fertigfußbodens) durchrechnen, um zu schauen, ob die 10 mm Tackerplatte ausreicht. Ich glaube es wird auf jeden Fall sehr knapp insbesondere dort wo nicht unterkellert ist, weil der Wärmeübergangswiderstand von R = 0,17 m²K/W nach unten an die Innenraumluft des Kellers wegfällt.
     
  5. Suschi

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    Ok, ich verstehe.
    Um den ganzen aus dem Weg zu gehen, wäre also sicher eine 30mm Rolljet/Tackerplatte sinnvoller.

    Durchrechnen in Sinne der Höhen?
    Hier die Höhen und als Zeichnung Im Bild.
    10cm Betondecken sowie Die ersten 10cm Stahlträger auf einer Ebene.
    6cm Dämmung in Form von Styropor sowie die restlichen 6cm stahlrträger auf einer Ebene.
    Rolljet 10mm
    Fußbodenheizung circa 16mm
    Estrich 45mm
     

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  6. #6 Tikonteroga, 08.02.2024
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    Hier sind mal drei Beispielrechnungen mit Vorbehalt:

    Beispielrechnung (Tackerplatte mit 1 cm, Annahme: WLS 035)
    1. Wärmeübergangswiderstand nach oben: R = 0,170 m²K/W
    2. Fliesen: 0,009 m / 1,3 W/mK = 0,007 m²K/W
    3. Fliesenkleber: 0,003 m / 1,0 W/mK = 0,003 m²K/W
    4. Estrich: 0,045 m / 1,4 W/mK = 0,032 m²K/W
    5. Tackerplatte: 0,01 m / 0,035 W/mK = 0,286 m²K/W
    6. Stahlträger: 0,16 m / 50 W/mK = 0,0032 m²K/W
    7. Wärmeübergangswiderstand nach unten: R = 0,170 m²K/W
    8. Gesamt: 0,700 m²K/W (erfüllt Mindestwärmeschutz nicht)
    Beispielrechnung (Tackerplatte mit 1 cm, Annahme: WLS 024)
    1. Wie oben aber:
    2. Tackerplatte: 0,01 m / 0,024 W/mK = 0,417 m²K/W
    3. Gesamt: 0,831 m²K/W (erfüllt Mindestwärmeschutz nicht)

    Beispielrecnung (Tackerplatte mit 2 cm, WLS 035, restlicher Fußbodenaufbau vernachlässigt)
    1. Wärmeübergangswiderstand nach oben: R = 0,170 m²K/W
    2. WLS: 0,02 m / 0,035 W/mK = 0,571 m²K/W
    3. Wärmeübergangswiderstand nach unten: R = 0,170 m²K/W
    4. Gesamt: 0,911 m²K/W (erfüllt Mindestwärmeschutz)

    Meiner Meinung nach sollte einer Tackerplatte von >= 2 cm mit WLS <= 035 verwendet werden.
     
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  7. #7 Andreas Teich, 08.02.2024
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    Ggf anrufen sofern sich’s im Rahmen hält…
    Die Träger stellen eine erhebliche Wärmebrücke dar- die sollten zumindest unterseitig gedämmt werden- zB XPS-Streifen ankleben.

    Dämmtechnisch gesehen wäre es viel besser gewesen, zwischen die Stahlträger Kanthölzer zu setzen,
    dazwischen Dämmung, unterseitig zementgebundene Platten.

    Wenn ihr Wandheizung statt FB-Heizung nehmt kann der Boden auch jetzt noch viel besser gedämmt werden
    und zB Holzdielen oder Korkböden sind auch in der Übergangszeit viel fußwärmer als zeitweise ungeheizte FB-Heizung.

    Wenn sich die Treppe nicht im selben Raum befindet könnte im Türbereich eine Schwelle vorgesehen werden,
    was früher schon wegen besserer Abdichtung ganz üblich war.

    Mit dem Ubakus-Rechner kannst du die U-Werte berechnen und gleich feststellen, ob die Mindestwerte eingehalten werden.
     
  8. Suschi

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    Vielen Dank für eure Beiträge.

    Ich denke dann wird es doch die 30mm Tackerplatte und ich werde unterseitig in Keller nochmal Dämmen mit der XPS Dämmung.

    Danke für euren Input und euer Know-how. Hat mir sehr weitergeholfen.
     
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  9. Oehmi

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    Dann würde ich oben die 10mm Platte nehmen und unten mehr dämmen. Oder gleich PUR nehmen.
    Gibt es überhaupt Tackerplatten mit 10mm? Das müsste dann doch eine Noppenplatte sein.
     
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