Gartenhaus sanieren. Sind alle Balken im Dach notwendig?

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  1. elaa

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    Hallo,


    es gibt eine Scheune im Garten, die damals vom Vorbesitzer zum Gartenhaus umfunktioniert wurde. Das Gartenhaus ist etwa 3,60m breit und 6,5m lang. Darauf ein Satteldach mit ca. 30° Neigung.

    Die Wände bestehen ca. alle 80cm aus Balken. Dazwischen sind Sauerkrautplatten bzw. eine Heu-/Stroh-ähnliche Mischung eingebracht. Die Balken bzw. Wände sind ca. 8cm breit. Vom Vorbesitzer wurde im Innenbereich 2cm Styropor und 1cm Rigips verbaut. Im Außenbereich ca. 2cm Styrodur. Die Verarbeitung ist aber an manchen Stellen sehr schlecht, daher will ein Kumpel die Scheune etwas sanieren.

    Ich habe mal versucht einen Bereich des Hauses mit der Holzkonstruktion in 3D (mit den echten Maßen) zu visualisieren, siehe Anhang. An der Giebelseite habe ich leider die Holzkonstruktion nicht gesehen, daher ist der Bereich noch nicht fertiggestellt.


    Habe nun für meine Fragen hoffentlich die richtigen Balkenbegriffe gegoogelt. Anbei meine Fragen, über Tipps wäre ich denkbar.

    1. Was haben eigentlich die Deckenbalken für eine Funktion in der Konstruktion, wenn darauf keine Pfosten angebracht sind? Die Deckenbalken sind nicht mit den Sparren verschraubt, sondern nur auf den Wänden bzw. Schwellenbalken verankert.

    2. Wie errechnet man die Anzahl der notwendigen Pfosten? In dem Gartenhaus waren zwei Pfosten vorgesehen. Einer wurde vom Vorbesitzer bereits entfernt und etwas weiter nach Innen verschoben. Auf dem Dach sind schwere Ziegel drauf. Würde man beide Pfosten trotzdem benötigen, wenn die Ziegel durch leichtere Trapezbleche oder Bitumenschindeln ersetzt werden? Oder werden die Pfosten bereits aufgrund der Eigenlast des Firstbalkens benötigt?

    3. Würde man die Konstruktion der Scheune bereits als Fachwerk bezeichnen, bei so viel Holz? Ich denke die Balken zwischen den Sauerkrautplatten haben sicherlich eine tragende Funktion, weswegen hier ein Balken aufgrund einer größeren Tür nicht entfernt werden dürfte?

    Sicherlich wäre es am besten die Scheune komplett in Ytong aufzubauen. Da gebe es aber sicherlich keine Genehmigung von der Stadt :-)

    Viele Grüße
     

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  2. #2 simon84, 23.10.2017
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    1) Die Balken gehören zum statischen System wie die Sparren selbst, so ähnlich wie bei einem Kehlbalkendach.
    ohne die Balken müssten die Sparren vermutlich größer dimensioniert sein.
    Auf keinen Fall entfernen !

    2) Das kann dir ein Statiker oder Zimmerermeister ausrechnen. Nix für DIY.
    Das was du als "Pfosten" bezeichnest ist nicht zum Spaß da. Sicherlich kann man es verschieben, ersetzen usw.
    aber vom Profi.

    3) Nein, das ist kein Fachwerk.
    Fachwerk hat überhaupt nichts mit dem Material Holz zu tun. Das ist ein statisches System.
    Sehr oft auch in Metall gebaut (Stromversorgung, Brücken usw.)

    Für eine größere (breitere) Tür baust du nach statischer Berechnung einen Sturz ein !
    Ggf. müssen die Stützen links und rechts daneben auch verstärkt werden.

    Kann dir alles dein Statiker genau ausrechnen.
     
  3. #3 bauspezi 45, 23.10.2017
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    @simon,
    also Statik hat schon auch (unter anderen) auch mit Holz zu tun, denn vor vielen 100 Jahren gab es noch keine Statiker, die Zimmermeister hatten festgestellt das ein Dreieck ein stabilisierendes Element im Fachwerkbau wird und auch in allen Bauwerken aus Holz/BetonStein sich wiederholt....
    aber das weiß du ja auch sowieso...
     
  4. #4 simon84, 23.10.2017
    simon84

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    na klar, aber nur weil die scheune aus viel holz ist, wird sie nicht automatisch zum fachwerk :)

    Statik konnten sogar schon die Ägypter sehr gut !

    Wenn ich die Fragen so lese, denke ich nur es wäre besser wenn da jemand dazu kommt der sich auskennt.

    vielleicht auch einfach mal genau schreiben was man vor hat und warum.

    "Pfosten" entfernen, größere tür, kumpel will "sanieren" :)

    Was soll das werden? Hobbywerkstatt? Atelier? Lager ? Partyhütte ? Wohnraum?
     
  5. elaa

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    Hi,

    das ist so ein Allzweck-Gartenhaus: Es gibt Zeiten, da wandern viele Gartengeräte und Fahrräder mal rein. Dann gibt es Tage, da wird vieles ausgeräumt und es werden Grillabende dort abgehalten. Wird das Wetter schlecht, kann man gut auf die Couch im Innenraum ausweichen. Oder für den Garten werden zeitweise Setzlinge angepflanzt. Oder der kleine Macht mal seine Hausaufgaben dort, wenn man eher Ruhe will, Wohnraum würde ich es aber nicht bezeichnen, eher ein belebtes Gartenhaus :-) Daher hat der Sanierungs-Kumpel mich zum mordernisieren des Gartenhauses angeheizt :-)

    Bin gerade am hin und her schwanken, ob das Gartenhäuschen eher geflickt (hauptsache Optisch schöner) oder eher von Grundauf neu gemauert werden soll. Oder eventuell sogar ein Zwischending: Bsp: marode Stellen mit Ytong (oder ähnlichem Stein) aufziehen. Wobei dann die Frage ist, wie man das mit den vorhandenen Holzelementen vereint.

    Meinst du die Deckenbalken, die ich im Anhang markiert habe? Mich irritiert hier, dass die Deckenbalken nicht mit den Sparren fest verbunden sind. Die liegen einfach auf den "gelben Schwellenbalken" auf. (Weiß nicht, ob hier Schwellenbalken die richtige Bezeichnung ist. Der Balken ist nämlich Gerade und hat keiner Schwellen)
     

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