Gefräste Fußbodenheizung

Diskutiere Gefräste Fußbodenheizung im Heizung 2 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, das Thema gab es schon zwei Mal im Forum, ist aber schon einige Jahre her, weshalb es vielleicht schon einige Änderungen oder mehr...

  1. #1 Stone222, 21.05.2020
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    Hallo,


    das Thema gab es schon zwei Mal im Forum, ist aber schon einige Jahre her, weshalb es vielleicht schon einige Änderungen oder mehr Erfahrungen dazu gibt: Die nachträglich eingefräste Fußbodenheizung.

    Bei unserem Vorhaben handelt es sich um den bislang ungenutzten Dachboden des Hauses, BJ 1975. Dort sollen ein Büro und ein weiterer Raum eingebaut werden. Die Gesamtfläche beträgt ca. 82m².

    Die genaue Dicke des Estrichs ist bislang nicht bekannt. Wenn es die selbe Dicke wie in den beiden Wohngeschossen ist, müsste sie ca. 8 cm betragen. Ob eine Dämmung zwischen Betondecke und Estrich liegt, ist nicht bekannt.

    Momentan wird das Haus noch von einer Ölheizung betrieben. Sobald die es nicht mehr tut, war die Überlegung eine Wärmepumpe zu holen.
    Das Haus ist aus Ytong gebaut, hat dreifach verglaste Fenster und eine Zwischensparrendämmung im Dach (10cm stark). In den beiden anderen Wohngeschossen wurde nachträglich eine Fußbodenheizung eingebaut (alter Estrich raus, Fußbodenheizung mit neuem Estrich rein). Hat alles tadellos funktioniert und hält das Haus super warm.

    Für den Dachausbau scheuen wir aber diesen Aufwand und die Kosten. Deswegen interessieren wir uns für die gefräste Fußbodenheizung. Nun habe ich schon gelesen, dass bei der gefrästen Fußbodenheizung nicht jeder Bodenbelag möglich ist und die Wärmeverteilung nicht optimal ist.

    Hat hier jemand schon Erfahrungen mit nachträglich gefrästen Fußbodenheizungen gemacht und kann etwas dazu sagen? Gibt es sonst noch Nachteile?

    Vielen Dank!
     
  2. #2 Fabian Weber, 22.05.2020
    Fabian Weber

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    Warum nicht versuchen die Wärmepumpe mit den bestehenden Heizkörpern zu betreiben?
     
  3. #3 Fred Astair, 22.05.2020
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    Er hat doch schon zwei Geschosse auf FBH umgerüstet. Sind überhaupt noch Heizkörper in Betrieb?
    Unabhängig vom Fräsen wäre es wichtig, die Auslegungstemperatur der vorhandenen Fusbodenheizung zu kennen, um die Kompatibilität zur Wärmepumpe abschätzen zu können. Fur die gefrästen Heizkreise im ungedämmten Estrich muss man deutlich höhere Temperaturen einplanen, weil nahezu die Hälfte des Wärmestroms nach unten abfließt.
    Ich stehe diesen Fräslösungen sehr skeptisch gegenüber. Bei allen diesbezüglichen Abwägungen schlug letztendlich das Pendel zu Rausreißen und Neu aus.
     
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  4. #4 simon84, 22.05.2020
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    Wenn die Aufbauhöhe oben reicht könnte man auch überlegen Dämmung + FBH obenauf nachzurüsten.

    es gibt da sehr gute Lösungen

    ansonsten bin ich auch dabei, lieber alles raus und neu als diesen gefrästen Murks
     
  5. #5 Bauibaui, 22.05.2020
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    Hallo!
    Also das mit dem Fräsen (3 x ca. 70m, PE-RT 14x2, gefräst 16 mm) hat bei mir tatsächlich gut geklappt und ich hatte nur 3,5 bis 4 cm Stärke. Ist aber noch guter Zementestrich gewesen auf festem Aufbau, nämlich Bitumenkork auf Beton, dadurch gute Lastverteilung und dadurch ist praktisch nichts gebrochen! Nur das Ausgießen mit Ausgleichsmasse hält etwas auf!
     
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  6. #6 Fabian Weber, 22.05.2020
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    sorry hab nicht richtig gelesen...
     
  7. #7 Stone222, 24.05.2020
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    Nein, es sind keine normalen Heizkörper mehr im Betrieb. Theoretisch lägen noch über alte Installationsschächte herkömmliche Heizungsrohre bis ins Dachgeschoss aber es sind auch bereits die Zu- und Ableitung für einen Heizkreisverteiler für eine Fußbodenheizung gelegt worden.
    Du meinst welche Vorlauftemperatur die Fußbodenheizung hat? Habe gerade nachgeschaut: Vorlauf ist: 24,5°C und Vorlauf soll: 23°C. Man muss dazu sagen, dass damals aufgrund der geringen möglichen Aufbauhöhe der Heizungsbauer nur eine sehr geringe Dämmung nach unten verbaut hat. Seine Aussage: "Das dünnste was gerade noch geht"
    Die Räume unter dem geplanten Boden sind ja dauerhaft bewohnt. D.h. die Temperatur würde ja nicht vollkommen verloren gehen, oder?
    Vielen Dank schonmal für Deine Einschätzung. Liegt das in der Hauptsache an dem erhöhten Heizaufwand oder gibt es noch mehr negative Aspekte für die gefräste Version?
    Aufgrund der restlichen Raumhöhe ist das leider nicht möglich. Die Eingangstür von Treppenhaus zum Dachboden ist in einer Dachschräge, die jetzt schon gerade so zu passieren ist. Wenn man da nochmal 10cm Aufbauhöhe wegnimmt, müsste man sich wahrscheinlich immer bücken :-(


    Danke für Deine Erfahrung. Wieso habt Ihr Euch damals für das Fräsen und nicht komplett rausreißen und frisch verlegen entschieden?
    Wie verhält sich das bei Euch mit dem Heizaufwand? "Fühlt" man die größeren Abstände der Heizschlangen an den Füßen? Konntet Ihr einen normalen Bodenbelag wählen, oder musste es ein spezieller für gefräste FBH sein?
     
  8. #8 Fred Astair, 24.05.2020
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    Nein, ich meinte (und schrieb) die Auslegungstemperatur. Das ist die Temperatur, die notwendig ist, um das Zimmer bei der niedrigsten Außentemperatur auf die von Dir vertraglich vereinbarte Raumlufttemperatur zu bringen. Da Deine FBH schon mehr als einen Winter läuft, solltest Du die in etwa kennen, auch wenn die letzten Winter quasi ausgefallen sind.

    Temperatur geht niemals verloren. Ist wie mit dem Geld: Hat nur ein Anderer.
    Was nützt Dir Wärme die nach unten fließt, wenn Du eigentlich damit das Zimmer oben heizen willst? Sagst Du dann Deiner Frau "Schatz, bring bitte mal die drei Grad vom Schlafzimmer mit hoch, mir ist kühl" ?

    Entscheidungen treffe ich gewöhnlich auf Grund einer Summe von Erwägungen. Ein Grund gegen das Fräsen war die fast 5K höhere Auslegungstemperatur, die einen zusätzlichen Dreiwegemischer + Regelung notwendig gemacht hätte, dann die nur geringere Kosteneinsparung ggü. Rausreißen des Estrichs und Neuaufbau mit Trittschall- und Wärmedämmung und Trockenaufbau. Die zu befüchtende hohe Welligkeit der Oberflächentemperatur war ein weiterer Aspekt.
     
  9. #9 Stone222, 24.05.2020
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    Die Fußbodenheizung wurde damals zusammen mit den restlichen Renovierungsarbeiten über ein Generalbauunternehmen bezogen. Da wurde vertraglich aber keine Auslegungstemperatur festgehalten. An der Heizung liegt die Raumsolltemperatur tagsüber bei 21°C und nachts bei 19°C. Mit diesen Werten war es die letzten Winter über immer angenehm in den Räumen.

    Prinzipiell ist mir das schon klar ;-) Ich meinte damit nur, dass mit der Wärme die nach unten abgestrahlt wird, nicht der Keller oder das Erdreich beheizt wird, sondern eben Räume die tatsächlich bewohnt werden. Müssten die Raumthermostate denn dann nicht die zusätzliche Wärme erkennen und ihren Heizkreis runterregulieren?
    Wie verhält sich denn die Auslegungstemperatur auf die Vorlauftemperatur? Ich kenne den Begriff leider nicht. Bedeuten 5k höhere Auslegungstemperatur auch 5k mehr Vorlauf oder gar noch mehr?

    Kannst Du eine grobe Hausnummer wegen den Kosten nennen? Konkrete Angebote will ich mir natürlich noch von den lokalen Anbietern einholen. Ich würde nur gerne vorher zumindest eine grobe Annäherung kennen. Im Internet finde ich immer nur Angaben von vor 5 Jahre oder noch weiter zurückliegend. Ich vermute, die Preis werden sich seitdem stark verändert haben.

    Von dieser Welligkeit bei der Oberflächentemperatur habe ich auch bereits gelesen. Teilweise liest man, dass es ganz enorm wäre, teilweise auch, dass es quasi nicht zu spüren ist. Kannst Du das etwas genauer beschreiben? "Fühlt" man die unterschiedliche Temperatur mit den Füßen oder hat es Auswirkungen auf den Estrich (dass der sich unterschiedlich stark ausdehnt und Schaden nimmt)?
     
  10. #10 Fabian Weber, 24.05.2020
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    Es geht nicht um die Raumtemperatur, sondern um die Vorlauftemperatur.

    Wenn beim gefrästen Estrich die Heizschlangen weiter auseinander liegen, dann ist auch klar, dass die Vorlauftemperatur höher sein muss, bei @Fred Astair waren das 5K.

    Gerade für den Betrieb einer künftigen Wärmepumpe ist aber eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur wichtig, denn jedes gesparte Grad bringt ca. 2% Effizienz.

    Herkömmliche Wärmepumpen laufen am besten mit Vorlauftemperaturen unter 35Grad, unter 30Grad wird es richtig effizient.

    Die Vorlauftemperatur die Du erreichen kannst, kann man für den Dachboden berechnen, wenn mal alle umgebenden Bauteile kennt.

    Ist auch eine Wand- und Deckenheizung denkbar? Das könnte ja unter Umständen viel weniger Aufwand bedeuten.
     
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  11. #11 Bauibaui, 25.05.2020
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    Geht schneller, Estrich war gut, etwas billiger und ich hatte keinen Bock auf mehr Aufbau, da 3,5 Treppen: Am Eingang, nach oben, in den Keller und zur Terrasse. So ist die Aufbauhöhe gleich geblieben und das Thema war erledigt. Kumpel hat seine Treppe angehoben!
    Durch Vergießen der Rillen entsteht ein Wärmeverbund mit dem Estrich, d.h. die Wärme wird vorrangig an den Estrich angegeben. Das ist auch der Hauptgrund, warum FBH so träge sind! Darüber 1,6 mm Alukaschierte Trittschalldämmung für FBH und darüber Fertig-Parkett ca. 11 mm, FBH geeignet. Da merkt man eigentlich nix, Verlegeabstand ist ja nur 12,5 cm. Dein Fuß ist 28 cm?

    Eigentlich: Wärme (da Energie) geht nie verloren. Die Temperatur kann schon sinken, wenn sich die Energie entsprechend verteilt.

    Stimmt voll zu! Das hat einfach was mit dem Verlegeabstand zu tun und deutlich weniger, ob gefräßt oder gegossen. Und die Dämmung unter dem Estrich spielt noch eine Rolle.
     
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