Grundofen als Winterheizung

Diskutiere Grundofen als Winterheizung im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, liebe Bauexperten! Da ich neu im Forum bin möchte ich mich erstmal vorstellen: Stefan, 30 Jahre alt aus dem schönen Erzgebirge! Ich wende...

  1. #1 Stefanus89, 04.10.2019
    Zuletzt bearbeitet: 04.10.2019
    Stefanus89

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    Hallo, liebe Bauexperten!

    Da ich neu im Forum bin möchte ich mich erstmal vorstellen: Stefan, 30 Jahre alt aus dem schönen Erzgebirge! Ich wende mich an euch, um vllt. ein klein wenig Hilfe bei meinen Plänen / Überlegungen zu bekommen. Das Forum macht einen "kompetenten" Eindruck, was wohl aber mehr an den Mitgliedern, weniger am Forum selbst liegt. :) An dieser Stelle mal ein großes Lob!

    Folgender Gedanke, wie in der Überschrift angedeutet:

    Wir wollen unsere Wohnung im elterlichen Haus renovieren, wo nach Abschluss der Arbeiten ein knapp 40 qm großer Wohn- / Küchenraum mit einem Grundofen beheizt werden könnte. Es handelt sich um ein "relativ modernes" Zweifamilienhaus mit 40er Außenwänden aus vornehmlich Vollziegeln (teilweise auch Hohllochziegel). Der Bau des Hauses wurde zu DDR-Zeiten begonnen und nach der Wende fortgeführt. Die Decke zum Dachboden ist mit Mineralwolle (glaube 10 cm) gedämmt. Neue Doppelfenster mit Wärmeschutzverglasung wurden letztes Jahr eingebaut, außerdem ist das Haus komplett unterkellert

    Nun meine Fragen:

    1 ) Ist bei dem Dämmgrad ein Beheizen mittels Grundofen sinnvoll?
    V.a. im Hinblick auf die langen Nachlegeintervalle von 8 - 12h etc., die dann bei dem baulichen Zustand noch gehalten werden können? Die Wärme auch wirklich so schön verteilt wird, wie man es hört? Viele Fragen...

    2) Bringt ein Grundofen noch etwas, v.a. im HInblick auf den "Nachlegekomfort", wenn man Weichholz feuert? Aktuell heizen wir mit Fichte einen Naturzugkessel, der neben der Ölheizung unsere Zentralheizung bedient. Wir haben in unserem Haus noch die alten Gussradiatoren aus DDR-Zeiten.Das wäre auch unser Holz der Wahl. Mir ist natürlich bewusst, dass Fichte einen sehr niedrigen Heizwert hat.

    3) Grundöfen speichern in der Masse, bringen leichtere Öfen überhaupt etwas?
    Wir sind mit der Wohnung in der zweiten Etage, deshalb sind wir beim Gewicht etwas limitiert.



    Was haltet ihr von dem Vorhaben?

    Uns geht es in erster Linie um eine behagliche, wohlige Wärme. Die Nachrüstung einer Fußbodenheizung kommt nicht in Frage, da der bauliche Aufwand zu groß ist. Mich beschleicht das dumpfe Gefühl, dass dieses ganze Vorhaben für die Katz ist und wir uns anderweitig orientieren sollten.

    Ich Danke euch trotzdem für eure Hilfe und wünsche schon mal ein schönes Wochenende!

    Es grüßt,
    der Stefan.
     
  2. Knebel

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    Hallo
    gibt wohl nicht viele Grundofenexperten hier in Forum :(
    Also ich wüsste nicht warum es nicht funktionieren sollte.....
    Ein guter Grundofen ist halt nicht billig
    Kamin ist da ?? am besten auch mal den Schorsteinfeger vorab befragen ob der was dagegen hat
    Prüfen ob die Decke ausreichend tragfähig ist
     
  3. #3 Fred Astair, 16.10.2019
    Zuletzt bearbeitet: 16.10.2019
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    Die Grundöfen, die ich kenne, wurden mit Kohlebriketts befeuert und mussten nur einmal am Tag beschickt werden. Das ist nicht nur wegen des Komforts wichtig, sondern auch für die Verbrennungsluftversorgung. Es musste nur während des Anheizens für Frischluft gesorgt werden. War der Brennstoff durchgebrannt, d.h. nur noch Glut im Ofen, wurden alle Klappen und Türen geschlossen und der Ofen brauchte keine Luft mehr und hat auch keine Abgase mehr produziert. Da die Verbrennung dabei mit Luftüberschuss stattfindet, verläuft sie grundsätzlich abgas- und schadstoffarm.
    Dieses Prinzip setzt aber eine große Speichermasse voraus, um die Wärme kontrolliert über den Tag abzugeben.
    Ein kleiner, leichter Ofen, der fortwährend mit niederkalorischem Weichholz beschickt werden muss, ist das genaue Gegenteil davon.
    Diese Art der Befeuerung gehört nicht in Wohnräume sondern in den Keller, wo die Verbrennungsluftversorgung problemlos sichergestellt werden kann oder Ihr baut Euch einen Schmuckkamin mit ext. Verbrennungsluftversorgung. Das hat aber nichts mehr mit einem Grundofen zu tun .
     
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  4. #4 simon84, 16.10.2019
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    Beschreibe mal behagliche wohlige Wärme genauer.
     
  5. #5 petra345, 16.10.2019
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    Ich vermute, es ist eine allgemeine gesetzliche Regelung, daß die bisherigen Festbrennstofföfen wegen der Staubemission und Feinstaub nicht mehr betrieben werden dürfen und ausgetauscht werden.
    Das wird sich auch in einigen Jahren noch im Erzgebirge herumsprechen.

    Also fragt erst mal den Bezirksschornsteinfegermeister. Der muß auch den Ofen genehmigen oder er wird es eben nicht können.


    .
     
  6. #6 trockener Bauer, 17.10.2019
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    Erstmal Hallo ebenfalls aus dem Erzgebirge, genauer gesagt Annaberg :)
    Da wir privat auch komplett mit Holz heizen kann ich folgendes dazu sagen: Bis vor 5 Jahren haben wir mit Grundöfen alle Wohnzimmer geheizt. Von Weichholz, Hartholz bis Brikett war da alles dabei. Andere Zimmer, wie Schlafzimmer, Bad, etc. hatten Nachtspeicheröfen (heutzutage nicht mehr bezahlbar).

    Natürlich ist es immer ein persönliches Empfinden, aber die Holzöfen machen auf den ersten Blick natürlich eine sehr wohlige Wärme. Jedoch hat man auch das Gefühl, dass zu viel Sauerstoff aus der Luft gezogen wird...so viel kann man gar nicht lüften um das auszugleichen, sonst wird es wieder kalt.

    Weiterhin zu bedenken gilt: Wer heizt den Ofen immer an? Und kann das auch jemand, wenn der Hausherr mal 2 Wochen im Krankenhaus liegt? Holz muss natürlich auch immer vorrätig sein!
    Gerade bei uns im Erzgebirge kann es auch mal deutlich kälter werden. Es gab Tage, da konnte bei uns Abends keiner anfeuern, weil man erst Nachts von Arbeit kam. Die Nacht war draußen eisig; am nächsten Morgen hatten wir 8°C in der Bude. Die Wärme kommt dann mit dem Anfeuern aber relativ schnell...also 1-2h und du hast 5-10°C mehr.

    Mittlerweile haben wir einen zentralen Kessel mit ausreichend Speicherpuffer im EG. Wir heizen damit ca. 350m² ausschließlich mit Holz und brauchen dafür im Jahr ca. 20m³ Brennholz.
     
  7. #7 Theo Kern, 08.11.2019
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    Selbstverständlich können Sie da mit einem Grundofen heizen.
    Der Ofen wird ausgelegt auf die nötige Leistung.
    Sie dürfen auch jede Holzart verbrennen, es muss nur naturbelassen, stückig und trocken sein.
    Kohle und Briketts haben im Grundofen nichts verloren und sind als Brennstoff nicht zugelassen.
    Etwas anderes ist das mit alten Berliner Öfen, die waren darauf optimiert.
    Das gibt es heute nicht mehr.

    Sehr viele Infos dazu finden Sie im Forum auf der Seite kachelofen-profis.de
     
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  8. #8 simon84, 08.11.2019
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    @Theo Kern schön zu sehen, das hier jemand aus der alten Heimat aktiv ist !
    Stimme hier voll zu, in einem echten Grundofen sollte man auf das Brennmaterial besonders achten, auch nicht ständig mit Zeitung, Grillanzünder etc. anfeuern.

    Nur Holz, davon haben wir in Deutschland wirklich genug.
     
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