Grundsätze einer guten Planungszusammenarbeit?

Diskutiere Grundsätze einer guten Planungszusammenarbeit? im Bauen mit Architekten Forum im Bereich Architektur; Liebe Foristen, folgendes ist unser "Problem" (ich nenne es so, obwohl es eigentlich darum geht Probleme zu vermeiden): Wir kaufen einen...

  1. #1 Der Bauamateur, 29. Juli 2013
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    Liebe Foristen,

    folgendes ist unser "Problem" (ich nenne es so, obwohl es eigentlich darum geht Probleme zu vermeiden):

    Wir kaufen einen alten Bauernhof aus dem 19. Jahrhundert. Das alte Wohn/Stallgebäude wollen wir zum Wohnhaus aus- und umbauen und ggfs. einen Anbau errichten. Die Scheune kommt später dran, wenn wieder ein bisschen Kohle da ist.

    Jetzt ist es so, dass wir Kontakt zu einem Architekten haben, der sich auch mit der Materie gut auskennt (per Mundpropaganda der lokale Altbauexperte). Der hat mit uns (vor Kauf) auch schon das Haus angeschaut und uns in den Preisverhandlungen unterstützt. Wir waren recht angetan sind von ihm, insbesondere weil er von vornherein auch gesagt hat, wo Probleme sein könnten, die erst im Laufe einer Sanierung auftreten. So hatten wir ein Gefühl worauf wir uns einlassen (totale Kernsanierung), und was unser Risiko ist (höhere Zusatzkosten --> größeren Finanzpuffer als normal in der Finanzierung einbauen).
    Wir wollen wir ihn gerne mit der Planung der Sanierung und eines Anbaus beauftragen. Grobe Vorstellungen über den Preis haben wir, auch in etwa, wie viele Zimmer wir brauchen und wofür. Zudem haben meine Frau und ich uns je 1 Ausstattungsmerkmal zugestanden, an dem keine Abstriche gemacht werden sollten (Sie will das schöne Bad, ich will den wasserführenden Kachelofen :)) Ansonsten sind wir leider noch recht planlos.

    Jetzt haben wir keine große Lust auf ewigen Planungsfrust oder planerisches Mikromanagement und schon gar nicht ein "Hilfe, Problem mit Architekten"-Thema aufzumachen - deshalb die Frage an die Experten:
    Was sind so grundsätzliche Fragen, die der Bauherr selbst beantworten muss, damit der Architekt gut planen kann? Und was sind Eckpunkte die man vorher abstecken muss um eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu gestalten? Ich will dem Architekten, der einen guten Ruf hat, nicht ins Handwerk pfuschen. Andererseits will ich auch nicht am Ende eine Planung haben, die unseren Vorstellungen diametral entgegensteht. Also letztendlich: Wie bereitet man sich am Besten als Kunde vor, wie detailliert sollten nach Erfahrung die Zielvorgaben sein, damit der Architekt nicht schon von vornherein in ein planerisches Korsett gezwängt wird, andererseits aber auch nicht nur raten muss, was die Bauherren eigentlich wollen.

    Bei der Gelegenheit auch: die Bauüberwachung würden wir einem Bauingenieur übertragen, der für Verwandte auch schon Bauprojekte ganz gut durchgezogen hat; wie/wo muss der mit in der Planung involviert werden?
     
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  3. #2 Ralf Dühlmeyer, 29. Juli 2013
    Ralf Dühlmeyer

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    Weites Korsett ;)

    Wünsche und Forderungen an die Technik und die Baustoffe, gedachte Raumzusammenhänge, ggf. Raumgrössen (so frei wählbar), Pflicht, Kür und NoGos aufschreiben.
    Budget für die planbaren Leistungen (also ohne böse Überraschungen) fixieren.

    Dem Architekten klarmachen, dass er EUER Haus baut, nicht seins. Bedeutet, er muss so lange planen bis IHR glücklich seid.
    Ihm aber das Recht gewähren, abweichende Meinungen und Ideen zumindest darzulegen und zu begründen!

    *****

    Zum Thema wasserführender Ofen:
    Ist nicht ohne, denn die extra anfallende Wärme muss IMMER abgenommen werden. Bedeutet meist einen riesigen Speicher.
    Ob die Gesamtinvestition je nullt, ist fraglich. Denn mit allen Investitions- und vor allem Betriebskosten wird das kein Schnapper.
    Ich würde versuchen (siehe oben :D) es Euch auszureden!
     
  4. #3 Der Bauamateur, 29. Juli 2013
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    Danke für die prompte Antwort! Das mit dem aufschreiben (und nicht nur im Hirnkasten verwalten) ist eine sehr gute Idee. So was kann man dann schon vorab schicken, damit man im Gespräch nicht mit dem Urschleim anfängt.

    ++++
    Wasserführender Ofen ist halt so ein Wunsch: braucht man nicht unbedingt, finde ich gefühlsmäßig aber toll, insbesondere weil viel gratis Holz da ist (fast 7000 m² Grundstück mit vielen Bäumen, die auch gefällt werden dürfen...). Das ist wie mit dem Bad: Wer braucht schon so eine extra-große High-Tec Badewanne? Meine Frau findet's halt toll. Und damit wir ansonsten schön pragmatisch vorgehen können ohne Zoff, hat auch jeder von uns eine Sache, die etwas unvernünftig sein darf. Damit der Bauch auch was zu sagen hat.
     
  5. mls

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    überleg dir mal, wie weit ihr in die tragende substanz
    eingreift und ob ihr evtl. höhere bauphysikalische ansprüche
    (auch abdichtungen etc.) habt, als der vorbesitzer: dann
    möchte ich den superfachmann sehen, der das alles in
    personalunion deichselt.
     
  6. #5 Der Bauamateur, 29. Juli 2013
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    Tja, also der Hof ist das letzte Mal vor 1945 "saniert" worden. Seit dem sind 4 Plastikfenster und in 2 Räumen Laminat hinzugekommen. Also Dämmung, Heizung etc. muss alles neu. Mit diesen Altbau-spezifischen Themen kennt sich der Architekt - soweit ich das beurteilen kann und von dem was ich gehört habe - recht gut aus. Für die KfW-Förderung brauchen wir dann wohl eh einen Energieberater. Ansonsten muss ich natürlich auch ein Stück weit darauf vertrauen, dass er mir dort, wo er selbst nicht so bewandert ist, die entsprechenden Experten empfiehlt. Wie weit wir in die tragende Substanz eingreifen, ist dann wohl auch Resultat der noch zu erstellenden Planung.
     
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