Haus von 1912 - Wie Energie sparen?

Diskutiere Haus von 1912 - Wie Energie sparen? im Energiesparen, Energieausweis Forum im Bereich Altbau; Hallo! Gerade habe ich mich in diesem Forum angemeldet und würde gerne die Bauexperten um Hilfe bitten! Mein Mann und ich überlegen ein...

  1. kirsten516

    kirsten516

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    Hallo!

    Gerade habe ich mich in diesem Forum angemeldet und würde gerne die Bauexperten um Hilfe bitten!

    Mein Mann und ich überlegen ein dreigeschossiges Gebäude von 1912 zu kaufen. Wenn wir das machen würden, dann hätten wir nicht mehr allzu viel für Energieeinsparmaßnahmen zur Verfügung - aller-, allerhöchstens 15 - 20 Tausend Euro.

    Seit zwei Wochen surfe ich nun im Internet und sehe langsam den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.
    Ich habe mich vor allem mit Dämmmöglichkeiten beschäftigt, mit Innen-, Außen- und Kerndämmungen, K-Werten, Taupunkten, beinahe ideologischen Diskussionen ob die Dämmhinweise ein Konstrukt der Dämmindustrie sind, etc.
    Mittlerweile bin ich total verunsichert.

    Nach der Meinung von euch Bauexperten: Ließen sich wohl mit unserem Budget gravierende Einsparmaßnahmen vornehmen? Dämmung der Kellerdecke und oberen Geschossdecke ließe sich ja recht einfach realisieren. Aber zudem noch etwas?

    Hier einige Daten zu dem Haus:
    - wie gesagt, Baujahr 1912
    - drei bewohnte Geschosse mit jeweils ca. 90 qm (eins für unsere berufliche Tätigkeit, eins für uns privat, eins zum Vermieten)
    - dicke, geziegelte Außenwände, ca. 50 cm, vermutlich nicht zweischalig
    - Fenster ca. 20 Jahre alt
    - Ölheizung vor drei oder vier Jahren erneuert
    - Verbrauch ca. 6000l Heizöl pro Jahr
    - alte, schwere Heizkörper

    Eine Außendämmung ist definitiv zu teuer für uns, Kerndämmung ist nicht möglich, eine Innendämmung wohl relativ risikobehaftet.
    Könntet ihr vielleicht empfehlen, einen neuen Heizungsbrenner einzubauen, vielleicht eine Holzpelletsheizung?
    Steigende Heizölpreise verunsichern mich sehr!

    Es wäre toll, wenn ihr mir helfen könntet.
    Vielen Dank und viele Grüße
    Kirsten
     
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  3. Julius

    Julius

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    Hallo Kirsten,

    ein derartiges Gebäude muß gar nicht mal so schlecht sein. Zumindest ist es energetisch zumeist deutlich besser als das, was etwa von 1930 bis 1970 gebaut wurde!

    Ein derartiger Wechsel des Energieträgers dürfte nichts bringen.
    Laß die Anlage, wie sie ist. Nur das vorhandene Optimierungspotential nutzen (z.B. Heizungsrohre im Keller gut dämmen, Einstellung der Steuerung optimieren etc.).

    Euer übriges Geld ist in Dämmung der obersten Geschoßdecke und der Kellerdecke gut angelegt.

    Lieber VOR dem Kauf noch etwas in einen Fachmann investieren, der das Gebäude komplett durchsieht auf mögliche versteckte Schäden!

    meint
    Julius
     
  4. R.B.

    R.B.

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    Hallo,

    6000Liter bei 270qm beheizter Fläche ist schon verdammt viel. Ein Brennertausch bei einer Ölheizung die erst 3 oder 4 Jahre alt ist bringt aber sicherlich nicht den gewünschten Erfolg.

    Ich denke auf das Thema Energieberatung müssen wir nicht eingehen, das dürfte bekannt sein.

    Der richtige Weg ist die Heizlast bzw. den Wärmebedarf des Gebäudes zu reduzieren. Dabei muß man nicht gleich alle Register ziehen, sondern kann auch schrittweise vorgehen.
    Zuerst kommt jedoch eine Bestandsanalyse. Daraus ergeben sich dann die einzelnen Maßnahmen und die möglichen Einsparungen.

    Oberste Geschossdecke, Kellerdecke sind schon einmal ein Anfang.

    Je nach Fensterfläche kann auch ein Scheibentausch vorteilhaft sein. Das lässt sich mit relativ geringen Kosten bewerkstelligen, ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn die Fensterrahmen etc. noch in Ordnung sind. Daher einen Fachmann vor Ort fragen der sich die Fenster mal anschauen sollte.

    Fassadendämmung ist eine tolle Sache, aber nicht ganz billig. Da muß man genau hinschauen, und wenn das budget nicht reicht, dann eben auf später verschieben. Besser in ein paar Jahren eine richtige Dämmung als heute mit begrenztem budget eine Bastellösung.

    Zur Anlagentechnik hatte ich oben bereits geschrieben, daß ein Brennertausch nicht den gewünschten Erfolg bringen wird.
    Es gibt aber viele Stellen an denen man ansetzen kann.
    In den meisten Fällen wird das Nutzerverhalten unterschätzt. Deswegen mal schauen, wie die Regelung programmiert ist, und ob die Einstellungen auch zu Eurer Nutzung passen. Sind evtl. die Temperaturen zu hoch, oder die Heizzeiten usinnig, erfolgt die Warmwasseraufbereitung nach Eurem Bedarf, läuft vielleicht permanent eine WW Zirkulation, passt die Heizleistung überhaupt zu Eurem Bedarf oder kann man durch Leistungsreduzierung die Laufzeiten optimieren usw. usw.

    Die großen dicken Heizkörper müssen kein Nachteil sein. Je größer der Heizkörper um so niedriger kann man die Vorlauftemperatur wählen.

    Ich vermute einmal, in Eurem Haus steckt viel Optimierungspotenzial, auch ohne daß man gleich ein Vermögen investieren muss.

    Jetzt stellt sich noch die Frage, wer soll das alles machen. Am besten wäre ein Heizer der auch den Willen hat zu optimieren, aber ich empfehle jedem Hausbesitzer, sich mit seiner Anlage vertraut zu machen. Letztendlich spielen die Nutzergewohnheiten eine erhebliche Rolle, und die kennt niemand besser, als der Bewohner selbst. Nur er ist den ganzen Tag im Haus und merkt, wann es wo zu kalt oder zu warm ist.

    Gruß
    Ralf
     
  5. kirsten516

    kirsten516

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    Vielen Dank schon einmal!

    Hallo!
    Vielen Dank schon einmal für eure Hilfe.
    Dass man die Scheibe ohne die Fenster austauschen kann, war mir neu.
    Was würde wohl eine professionelle Energieberatung kosten?
    Mir macht es ziemliche Sorgen, in eine solche Abhängigkeit der fossilen Brennstoffe und der ungewissen Preisentwicklung zu gelangen (bin ich jetzt als Mieter natürlich auch, aber wenn ich daran was ändern könnte, wäre das toll).
    Laut dem Beispielhaus von mein-Haus-spart würde man mit einer Holzpelletsheizung ohne Dämmung 53 % Kosten einsparen, mit einer Außenwanddämmung 74 %. Da aber lt. meiner Recherchen eine Holzpelletsheizung mit ca. 20 Tausend Euro zu Buche schlägt, aber bei dem Haus von uns eine Außenwanddämmung bestimmt 50 Tausend Euro kosten würde, kann ich überhaupt nicht verstehen, warum viele Leute sich für eine Außenwanddämmung entscheiden - ich setze mal voraus, dass der finanzielle und weniger ideologische Aspekte die Beweggründe sind.
    Wo habe ich wohl den Denkfehler?
    Wäre eine Holzpelletsheizung dann nicht die bessere Alternative als das Haus so zu dämmen?
    LG
    Kirsten
     
  6. Jonny

    Jonny

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    Warum?

    Der Energieverbrauch bleibt ja gleich, nur der Energieträger ist (momentan) günstiger.

    Grüsse
    Jonny
     
  7. kirsten516

    kirsten516

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    Aber die Kosten?!

    Aber sind denn nicht die Kosten das entscheidende? Natürlich möchte ich am liebsten auch erst gar nicht soviel Energie verbrauchen, aber das geht ja nur, wenn ich mir das erlauben kann.

    Habe ich denn nur von den Kosten her mit meiner Rechnung recht? Oder einen Denkfehler?! Ansonsten würde ich nicht verstehen, warum sich so wenig Leute für eine Holzpelletsheizung entscheiden, sondern lieber ihr Haus dämmen?!:think
    Viele Grüße
    Kirsten
     
  8. R.B.

    R.B.

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    Das mit den Kosten ist so eine Sache. Dazu kann man im Vorfeld nicht viel sagen, ohne daß man sich das Objekt angeschaut hat.

    Nehmen wir mal die Fassadendämmung. Da werden, je nach Region, Handwerker und gewünschtem Dämmstandard, grob 80,- € bis über 100,- € pro qm anfallen. Bei 300qm Fassadenfläche also etwa 30T€.

    Das Einsparpotenzial muß man rechnen, aber den von Dir erwähnten 74% würde ich so pauschal nicht zustimmen.

    Warum dämmen? Weil es immer besser ist den Wärmebedarf des Gebäudes zu reduzieren, als krampfhaft mit Haustechnik zu versuchen den Verbrauch zu reduzieren.

    Gruß
    Ralf
     
  9. shneapfla

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    Na ja, die Preise für Holzpellets sind ja nicht in alle Ewigkeit festgeschrieben und wenn die steigen, dann steckst Du wieder vor der gleichen Problematik.

    Die beste Heizenergie ist die die man nicht braucht - wobei das natürlich nicht "Sparen um jeden Preis" bedeutet.

    Lass' Dir halt mal ein Angebot für Dämmung machen, dann siehst Du, was Dich das wirklich kostet...
     
  10. kirsten516

    kirsten516

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    Okay, das verstehe ich. Aber soweit ich das recherchiert habe, wird der Preis für Holzpellets bei steigender Nachfrage natürlich steigen, es ist aber nicht mit einer Explosion wie bei den Ölpreisen zu rechnen! Und an einer Dämmung wäre ich ja bei gegebenem finanziellen Polster durchaus interessiert. Ich überlege ja nur, wie eine Entscheidung aussähe, wenn man nicht alles gleichzeitig machen kann.
     
  11. shneapfla

    shneapfla

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    Der Vorschlag von Julius ist imho recht vernünftig.

    Auf jeden Fall sollte die Dämmung vor einem eventuellen Austausch der (ja quasi neuen) Heizung erfolgen - wenn Du jetzt eine Heizung einbaust, dann mußt Du diese am momentanen Bedarf auslegen, bei einer Verbesserung der Dämmung ist die Anlage dann überdimensioniert.
    Andersrum kannst Du nach einer Verbesserung der Dämmung die dann irgendwann zu erneuernde Heizung auf den dann geringeren Bedarf auslegen...

    Aber grundsätzlich solltest Du Dir das Haus zuerst mit einem Energieberater (wird afaik sogar gefördert) angucken und der soll Dir das vorhandene Potential aufzeigen, da das aus der Ferne halt einfach ein bißchen Kaffeesatzleserei ist...
     
  12. Julius

    Julius

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    Ja, sicher. Zumindest für die meisten Leute hat das heute sehr hohe, wenn nicht erste, Prio!

    Aber Du hast einen Denkfehler drin:
    Die schöne, einlullende und verdummende Werbung erzählt stets nur etwas über die Betriebskosten. Die sind aber nur interessant für Mieter.
    Als selbstnutzenden Eigentümer hingegen sind für Dich nunmehr die VOLLKOSTEN interessant.
    Also die Summe aus Betriebskosten UND Investitionen in die Anlage.

    Was nutzt Dir eine Änderung der Technik, welche die Kosten des jährlichen Brennstoffverbrauchs um 1000€ senkt, die ihrerseits aber einmalig 25.000€ kostet?
    Das bleibt ein Draufzahlgeschäft, noch gar, wenn Du das Geld dafür erst aufnehmen mußt...
    Es ist ja noch nichtmal sicher, ob die tolle neue Technik überhaupt 15 oder 20 Jahre lang hält.

    Deswegen sind z.B. auch Solaranlagen ohne Förderung praktisch unverkäuflich.
    Weil es eben trotz allem billiger wäre, weiterhin das Geld zu verheizen, als es extrem teuer zum Teil einzusparen!

    Man muß natürlich die Alternativen für jeden Einzelfall genau durchrechnen.
    Aber der Trend ist klar:
    Heizungsanlage nur ersetzen oder grundlegend verändern, wenn sie irreparabel kaputt ist (die Grenzwerte nicht einhält etc.).

    Wärmebedarf senken (Nutzungsverhalten - z.B. richtiges Lüften bringt enorm viel, Dämmaßnahmen).

    Optimierungspotential der vorhandenen Anlage nutzen (da wird viel zu wenig getan, viele Anlagen laufen mehr schlecht als recht - was dann unnötig hohen Verbrauch zur Folge hat).
     
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  14. kirsten516

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    Okay, da werde ich mich wohl Fachleuten anvertrauen. Aber euch vielen Dank!
    Eine Frage habe ich noch: Warum ist es schlimm, eine überdimensionierte Heizung zu haben, abgesehen davon, dass sie mehr kostet. Würde sie auf Dauer mehr Energie verbrauchen?
    Kirsten
     
  15. Julius

    Julius

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    Ja: Bei den meisten fossil befeuerten Systemen geht der Wirkungsgrad in die Knie, wenn die Anlage im Teillastbetrieb arbeiten muß.

    Besser ist es, extrem knapp auszulegen, sogar etwas unter dem Normwert.
    Dann erreicht man eben an den zwei Tagen im Jahr mit Außen unter -30°C keine 21° Innen mehr...
    Aber dafür spart man an jedem anderen Heiztag des Jahren!
     
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