Hauskauf ohne Unterlagen

Diskutiere Hauskauf ohne Unterlagen im Sanierungskonzept & Kostenschätzung Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, ich hoffe hier ist die möglichst "korrekte" Ecke für meine Themenstellung. Hintergrund ist, dass wir das Haus (Bauzeit wohl um...

  1. Hedger

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    Hallo zusammen,

    ich hoffe hier ist die möglichst "korrekte" Ecke für meine Themenstellung.

    Hintergrund ist, dass wir das Haus (Bauzeit wohl um 18. Jahrhundert) von meinem Großvater kaufen wollen.
    Er selbst ist aktuell im Pflegeheim und das Haus ist quasi seit Generationen im Familienbesitz. (Also nie gekauft worden, sondern vererbt).
    Nun steht aber ein Verkauf (an uns) oder an Dritte definitiv an, da das Ersparte zu neige geht und die Heimkosten bezahlt werden müssen.

    Jetzt besteht das Problem, dass es definitiv KEINE BAUAKTE (weder bei der Stadt noch beim Landkreis) gibt.
    Man hat uns aber auf dem Rathaus bestätigt, dass dies sein kann, da es wohl viele alte Gebäude in der Stadt gibt bei denen es das selbe ist.

    Sprich: Außer dem Grundbuchauszug gibt es keinerlei Akten / Baupläne oder Maßangaben oder Wohnflächenberechnung zum Haus.

    Nun geht es uns natürlich darum einen "angemessenen" Preis zu finden. Theoretisch müsste das Haus "rechnerisch" wertlos sein, da e seit ca. 40 - 50 Jahren keinerlei Modernisierungen/Renovierungen gesehen hat.

    Also wäre der Ansatz eigentlich der Bodenwert.

    Kann man aber hier tendenziell einen Abschlag vornehmen?
    Zudem muss das Haus auch entrümpelt werden. Ebenfalls einiges an Kosten.
    Wie wirkt sich denn ein Fehlen (bzw. definitiv nicht vorhandene) Unterlagen preislich aus ?

    Hoffe mir kann jemand von Euch Hinweise geben....

    Grüße Hedger
     
  2. JPtm

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    Du kaufst ein Haus und kein scheckheftgeprüftes Auto. Ob es da noch irgendwo ranzige alte Unterlagen gibt ist eig fast egal.
    Ka wie das Haus ausschaut, aber nach 40-50 Jahren ist ein gut gebautes Haus doch kein Totalschaden. Wenn derjenige zumindest grundlegenden Reparaturen durchgeführt hat tauschst die Böden aus, neue Tapete drauf und fertig. Natürlich kannst nach eigenem Ermessen da auch ne Kernsanierung durchführen. Da bist grob bei 1000€m². Da wirst du unter aller Garantie preiswerter bleiben als wenn du das Haus abreißt und neu aufbaust.
    Kann es sein, dass du deinen Opa da bescheißen willst und hier auf ne Generalamnestie hoffst?

    Die Unterlagen sind nur interessant wenn du da in der Statik rumpfuschen willst, Wände raus etc. Aber da würde ich bei einem so alten Haus sowieso nen Statiker kommen lassen. Ob der da jetzt 2h mehr vor Ort werkelt weil er paar Dinge einmessen muss spielt im Vergelich zu den gesamten Kosten fast keine Rolle.
    Du willst nicht allen ernstes die Entrümplung (wahrscheinlich noch als Muskelhypothek) deinem Opa da abziehen?
    Ka wie das bei euch ist, aber bei uns ist das kostenlos. Also schnapp dir 3-4 Freunde, dann Zimmer für Zimmer raus und fertig.
     
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  3. Alex88

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    das einfachste wäre doch das Haus und den Grund von einem Gutachter schätzen zu lassen,
    Kosten für Entrümpelung o.ä. kann man ja evtl. vom Preis abziehen, (es ist dein Opa!!!)
     
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  4. #4 simon84, 18.08.2021
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    Was ist der Sinn den Preis zu drücken ?
    Geht es darum steuern / Abgaben zu sparen oder den Erlös vom Opa maximal zu minimieren ?

    Ansonsten klar kannst du auch den Bodenwert minus Abriss kosten vorschlagen

    bei zu niedrigen Preisen aufpassen , manchmal hat die Gemeinde dann ein Vorkaufsrecht
     
  5. Hedger

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    Hallo zusammen,

    Erstmal vielen Dank für die vielen Infos.

    Ich will niemanden betrügen und schon gar nicht meinen Großvater.
    Nur was bringt es meinem Großvater wenn ich zuviel für das Haus bezahle und das ganze Geld nur für das Heim drauf geht. Hätte er keinerlei Vermögen würde er genauso versorgt wie alle anderen. Jetzt muss man quasi ein schuldenfreies Haus erneut belasten...
    Mein Großvater hat immer gespart und sich fast nix gegönnt. Nun freut sich nur das Heim über 5000€ monatliche Gutschriften. Davon 3000€ vom Opa direkt. Hätte er nix gespart, würde er genauso versorgt.
    Er möchte nicht, dass ich zuviel zahle für das "alte" Haus und nachher finanzielle Belastung habe. Deshalb möchte er auch, dass ich alles so gut es geht verrechnen soll.
    Nie würde ich meinem Opa was in Rechnung stellen. Fürs entrümpeln. Aber dem Sozialamt schon. Warum soll ich alles erledigen und die Krallen sich sein Geld?

    Hoffe ich könnt das nachvollziehen....
     
  6. #6 klappradl, 18.08.2021
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    Als Enkel zahlt man nicht für seinen Opa aber es gibt vermutlich einige anderen Interessenten die möglichst einen hohen Preis erzielen möchten.
    Man kann durchaus alle Kosten vom Grundstückswert abziehen, die anfallen, um das Haus und den Hausstand zu entfernen.
    Wenn man außerhalb der Familie verkauft, kann man aber sicher mehr erzielen.

    PS hat sich mit obigem Beitrag überschnitten, ich tippe zu langsam.
     
  7. Hedger

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    Letztlich geht es mir aber einfach um ne Einschätzung von Euch. Es gibt halt noch weitere Problemfelder die mich finanziell belasten werden.
    Holzwurm im Dachstuhl, Nebengebäude massiv das abgerissen werden muss. Und und und....
    Also von betrügen kann keine Rede sein.

    Einen zu niedrigen Preis wird es auch nicht geben, weil es dann ja als versteckte Schenkung läuft und auch hier das Sozialamt dann Mal auf meiner Matte steht.

    Es geht wirklich darum einen möglichst fairen Wert unter Berücksichtigung der Problemfelder zu finden.

    Zur Info. Ein Makler meinte zu mir,
    Bodenwert - Abrisskosten für beide Häuser = -10.000€

    Danach war ich erstmal deprimiert für einige Tage.
    ..denn ich habe natürlich emotionale Bindungen zum Opa und zum Haus...schöne Erinnerungen ....
     
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  8. #8 simon84, 18.08.2021
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    sehe ich ähnlich so traurig wie es ist

    andersrum wäre nur mit einem umfassenden sanierungsfahrplan etwas denkbar. dazu muss man erstmal in den sachverstand die ist-situation zu beurteilen investieren.
     
  9. #9 klappradl, 18.08.2021
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    Dafür reisst dir keiner 2 Häuser ab
     
  10. Hedger

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    klar und deshalb ist es mir wichtig für den Erhalt aktuell alles soweit möglich in die Preisfindung einfließen zu lassen.

    So hart es leider klingt; von einer mega Summe hat mein Opa nix.

    Wir haben halt vor 10 Jahren versäumt eine Schenkung o.ä. vorzunehmen. Ja, schwups waren die Jahre rum....
     
  11. Hedger

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    Bodenwert 52.000 EUR - 62.000 EUR Abrisskosten = - 10.000EUR Wert

    so war es gemeint
     
  12. #12 Maape838, 18.08.2021
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    Wie hoch ist denn der Grundstückswert? (Wenn ich fragen darf)
    Wie sieht es denn dein Opa? Ist er soweit noch fit?
    Meine Oma sah früher alles sehr pragmatisch. "Emotionen beiseite schieben und das sinnvollste rausholen. Und jar nix an den Staat verschenken":angel:
    Das seh ich genauso
    Das darf dich aber nicht ablenken. Wenn abgerissen wird Sachen retten. Steine, Balken, und im/am neuen Haus verbauen. Beste Erinnerungen zum anfassen.
    Wenn du das "alte" Haus komplett sanierst bleibt vielleicht eh nix übrig von den Erinnerungen

    Vielleicht können hier die Experten sagen wieviel % rechtlich ein Verkauf unter Marktwert möglich ist
     
  13. #13 Maape838, 18.08.2021
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    Überschnitten. Ich tippe auch zu langsam
     
  14. Hedger

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    Ja, das wäre interessant ....
     
  15. BaUT

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    Um das vor dem Sozialamt sauber durchziehen zu können und nicht im Nachhinein Stress wegen "Entziehung aus der Erbmasse" zu bekommen - müsst ihr vor dem Kauf vermutlich erstmal eine Wertermittlung durch einen öbuv SV für Wertermittlung oder einen Wertermittler vom Finanzamt beauftragen und dann könnt ihr zu diesem Preis kaufen.

    Natürlich könnt ihr auch parallel einen Makler beauftragen, der das Objekt am Markt einwertet und einen Verkauf versucht und ihr zahlt dann 5.000 EUR mehr als der beste Bieter. Dann bleibt es in der Familie und ihr könnt auf diesem Wege nachweisen, dass ihr keinen dumping-Preis gezahlt habt.

    Letztlich wird es darauf hinaus laufen, dass ihr mit dem Sozialamt den richtigen Weg abstimmt.
     
  16. #16 klappradl, 18.08.2021
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    Vielleicht fällt das Haus unter Schonvermögen. Dann kommt das Sozialamt nicht daran. Aber da kenne ich mich nicht genug aus. Das Sozialamt ist eher nicht der richtige Partner, um das Problem zu besprechen
     
  17. #17 Kriminelle, 18.08.2021
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    Nochmal hier zur Erinnerung: ihr wollt kaufen!
    Eigentlich eher der Marktwert.
    Gar nicht.
    Auch Holzwürmer kann man nicht abziehen.
    Bodenrichtwert ist nicht gleich Marktwert. Wie Du es scheinbar gern hättest, wäre ein Minusgeschäft. Das hätte ja zur Folge, dass Dein Opa Dir noch 10000€ plus 500€ für das Zweier-Team für die Entrümpelung geben müsste, wenn Du das Haus kaufst. Das macht wohl kein Notar mit ;)
    Lasst es von einem Fachmann schätzen. Nur so wird ein Schuh draus. Es ist soviel wert, wie es auf dem Markt bringt. Alles andere wäre anderen Verwandten nicht fair.
    P.s. Nicht jedes Heim kostet 5000€. Wenn er nichts mehr hat, könnte es gut sein, dass er in ein anderes staatliches Heim muss, welches nicht die beste Versorgung für Deinen Opa bietet.
     
  18. #18 Maape838, 18.08.2021
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    Ich würde zum "ortsansässigen" Notar gehen. Der müsste doch wissen was geht
     
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  19. Hedger

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    Leider doch. Eigenanteil sind 3000€ plus Pflegegeld.

    Wir sind sogar in einem mittelpeisigen Heim. Nix Luxus.

    Kann allen nur raten sich frühzeitig um eine Vermögensübergabe zu kümmern....
    Sollte man ein Pflegefall werden geht alles drauf. Garantiert.
     
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  20. Hedger

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    Nein, das hätte ich gerne nicht

    Zahle gerne auch 100.000 für das Haus wenn alles berücksichtigt wird.
    Und der Abriss führt eben zu einem rein wirtschaftlichen Ergebnis, dass ein Bodenwert von 52000€ aufgefressen wird.

    Das Entrümpeln kostet bei einer Firma ca. 7000€. Also warum soll ich dann für 0,00 da was ausräumen und der Staat sagt, ah vielen Dank. Können sie ja zwei Monate mehr das Heim selbst bezahlen.
    Aha....nicht clever muss sich sagen.
     
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