Hochwasserschutz

Diskutiere Hochwasserschutz im "Bautenschutz" Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, ich hatte nun zum zweiten Mal innerhalb zehn Jahren Hochwasser im Keller bei extremen Starkregen. Es lief sowohl...

  1. dastra

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    Hallo zusammen,

    ich hatte nun zum zweiten Mal innerhalb zehn Jahren Hochwasser im Keller bei extremen Starkregen.
    Es lief sowohl Oberflächenwasser in den Keller (über Kellerabgang und Kellerfenster) als auch Grundwasser durch die Kellerwände.

    Das Haus (Grundsubstanz ist von 1937 o.ä.) liegt im ehemaligen Kiesbett eines kleineren Flusses und der Keller befindet sich unterhalb der Kanalisation. D.h. aber, dass das Haus auch keine Drainage besitzt.

    Das Haus ist seit jeher im Familienbesitz, früher gab es wohl nie Hochwasser, nun 2002 beim Jahrhunderthochwasser und am 07.07.2011, als es sehr lange sehr stark regnete. Zuerst wurde der Garten überflutet und dann der Keller.

    Nun möchte ich von einer Baufirma o.ä. Angebote und Ideen einholen, was denn bautechnisch hier möglich wäre, um ein Desaster zu verhindern.
    Nur - an welche Firma kann ich mich hier wenden? Woher weiß ich, welche Baufirma in Sachen Hochwasserschutz Erfahrung hat?
    Ich denke da in meiner jugendlichen Unerfahrenheit an Maßnahmen wie Entwässerungsschächte mit Entwässerungspumpen, Kelleraußen- oder Innenwand abdichten etc.

    Oder wäre es besser, sich an einen Architekten zu wenden? Hier habe ich die Befürchtung, ein Haufen Geld loszuwerden, ohne dass noch irgend etwas gemacht ist.
    Wie finde ich einen Architekten, der hier Erfahrung hat?

    Oder gibt es sonst irgendwelche Beratungsstellen?

    Vielen Dank im Voraus und einen schönen Abend!

    Gruß

    dastra
     
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  3. dastra

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  4. #3 Manfred Abt, 4. November 2012
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    ist zwar nicht das, was man klassischerweise unter Hochwasser versteht, da geht es eher um einen höheren Wasserstand von See, Fluss oder Meer. Aber im Endeffekt trifft es den gleichen Kern, (mindestens) oberirdisches Eindringen von Wasser aus überfluteten Flächen.
    für dieses Thema wird es Architekten geben, aber nur sehr, sehr wenige.
    • es gibt z.B. das HKC, Hochwasserkompetenzcentrum, www.hkc-koeln.de, da geht es aber mehr um die Theorie als die Praxis
    • ich schau morgen mal, was ich konkreteres habe
     
  5. #4 Manfred Abt, 5. November 2012
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    es gibt z.B. folgend recht informative Publikationen:
    • Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: Hochwasserschutzfibel, Link
    • Stadt Köln, Handbuch zu technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Bauens in hochwassergefährdeten Gebieten - im Rahmen des Projektes :rhein-"wohnen am strom", Mai 2008
     
  6. Julius

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    Worin bestünde denn das Desaster?

    Die billigste Methode im Bestand dürfte wohl sein, den Keller so umzugestalten, daß er überflutet werden kann, ohne allzugroße Schäden.
     
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  8. #6 Ralf Dühlmeyer, 5. November 2012
    Ralf Dühlmeyer

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    @ astra

    Es ist zwar grundsätzlich möglich, einen Keller aus dem Jahr 1937 gegen die von Dir beschriebenen Ereignisse abzudichten. Fraglich ist nur, ob Kosten und Nutzen auch nur ansatzweise im Verhältniss stehen.

    Denn es reicht nicht, die Wände abzudichten. Dann kommt Dir das Wasser durch die Fenster rein (OK - Auch noch lösbar) und durch die Bodenplatte.
    Da man leider noch keine Hamster dressieren kann, die Bodenplatte streifenweise zu untergraben, mit dem Fell KMB aufzutragen und dann wieder verdichtet zu verfüllen ;), bleibt nur die Abdichtung von Innen, die gegen Auftrieb gesichert werden muss (Verlust an Raumhöhe).

    Insgesamt würde ich deutlichst zu dem Rat von Julius tendieren und im Zweifel für das Geld ein oberirdisches Lager für empfindliches Lagergut zubauen.
     
  9. #7 Manfred Abt, 5. November 2012
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    ergänzend möchte ich noch auf ein Thema hinweisen, dass oft unterschätzt wird.
    ob hier relevant mag ich nicht beurteilen

    • Eine Überflutung des Kellers kann ggf. durchaus wichtig sein, damit das Haus nicht zerstört wird
    • macht man aus dem (hierfür konstruktiv nicht ausgelegten) Keller eine Wanne, dann wirkt bei hohen Grundwasserständen außen eine enorme Kraft auf die Wände und insbesondere die Sohlplatte
    • dann kann es zu einem Bruch der Sohlplatte kommen, wenn eine entsprechende Auflast (gefluteter Keller) von innen fehlt.
     
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