Holz-Verbundfenster aus den 1960ern energetisch ertüchtigen

Diskutiere Holz-Verbundfenster aus den 1960ern energetisch ertüchtigen im Fenster/Türen Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, Ich überlege gerade welche energetischen Ertüchtigungen / Verbesserungen an einem Holz-Verbundfenster aus den 1960er Jahren...

  1. jsp

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    Hallo zusammen,
    Ich überlege gerade welche energetischen Ertüchtigungen / Verbesserungen an einem Holz-Verbundfenster aus den 1960er Jahren erfolgversprechend machbar sind. Habe dazu auch ein paar ältere Beiträge hier im Forum studiert, habe aber im Konkreten eine Sondersituation wie folgt:
    IST-Situation:
    Holzverbundfenster (auch Wagnerfenster genannt), 2-Einfachverglasungen in je eigene Holzrahmen eingekittet, mittels Beschlägen verbunden zu einem Flügel, zwecks Reinigung des Scheibenzwischenraums aufklappbar, keinerlei Dichtungen vorhanden.
    Konkret handelt es sich um ein 3-flügeliges Fenster integriert in einen Raum mit aufwendiger Holzinnenvertäfelung (Schreinerarbeit aus den 1960ern). Fensterholz und Beschläge sind intakt, die Innescheibe ist in aufwändiger Bleiverglasung ausgeführt. Der Einbau in die Holzvertäfelung und der Wunsch die Bleiverglasung zu erhalten sind der Grund über eine Ertüchtigung statt über den Totalaustausch nachzudenken.

    Eine übliche Methode der energetischen Ertüchtigung von solchen Verbundfenstern ist wohl der Austausch der inneren Scheibe gegen 2-fach Isolierglas und der Einbau von Dichtungen am inneren Flügel. So kann zwischen den Scheiben (innen neues Isolierglas, außen vorh. Einfachverglasung) anfallende Kondensfeuchtigkeit nach außen durch verbleibende Spalte (ca. 0,5mm) ablüften.

    Die Innenscheibe (Bleiverglasung) soll aber im konkreten Fall erhalten bleiben.
    Fragen und Überlegungen dazu:
    - Macht es Sinn die Außenscheibe gegen Isolierglas - es gibt dünne Isoliergläser, speziell für solche Sanierungen im Bestand, mit ca. 12mm Gesamtstärke - auszutauschen und die beiden Glasrahmen dann zueinander bestmöglich gegen Eindringen von feuchter Luft, zur Kondensationsvermeidung zwischen äußerem Isolierglas und innerem Bleiglas, abzudichten?
    - Oder besser nur Innenflügel gegen Durchzug zum Rahmen mit Dichtungen versehen?
    - sind angebotene Folien zum Aufziehen auf Glasscheiben zur Verbesserung der Isolierung hier sinnvoll?
    - Hat jmd. hier praktische Erfahrungen vor Allem bez. der Kondensationsproblematik?
    - Oder noch andere zielführende Ideen (Es soll kein Diskurs über Aufwendungen vs. Nutzen von Arbeitsaufwand und Kosten werden - klar ist ein Fenstertauch gegen modernes 3-fach verglastes Fenster energetisch besser, passt hier nur nicht zum Stil vom Raum oder wird zumindest recht teuer wenn´s eben kein 08/15 Plastikfenster werden soll)

    Vielen Dank vorab.
    jsp
     
  2. #2 chris84, 20.11.2025
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    Zeig doch mal ein paar aussagekräftige Fotos von dem Fenster und dem drumherum.
    Auch zur Integration in die Fassade und in die Innenvertäfelung....
     
  3. jsp

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    Außenansicht, noch unrenoviert, Innenlaibungen und Rolladenkasten über dem Fenster sind in Holz verkleidet, sonst "normales" Verbundfenster (Detailbilder müsste ich bei Bedarf erst noch machen)
     

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  4. jsp

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    ...noch eine Innenansicht
     

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  5. #5 chris84, 21.11.2025
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    Ist da mit der Fassade schon was passiert, oder noch was geplant?
     
  6. jsp

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    es wird keine Fassadendämmung geben, falls Du darauf anspielst.
     
  7. #7 chris84, 21.11.2025
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    Schade - dann hätte ich da nämlich außen ein vollwertiges 3- Fach verglastes Fenster davor gesetzt.
    Von außen scheint das Fenster kein optisches Highlight zu sein - evtl. Würde ich schauen, ob - möglicherweise "in den Kasten" ein Einbau eines kompletten Fensters statt den äußeren Flügeln möglich ist. Dann blieben die inneren als "Deko".
    Gegen Feuchte zwischen Alt und Neu ließen sich sicher Maßnahmen finden, wobei das bei einem Fenster man heutigen Standart gar nicht so relevant sein dürfte...
     
  8. jsp

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    hier ergänzend noch eine Schnittzeichnung durch die untere Fenster-/ Einbausituation. (Das im Bereich Fensterbank - Heizkörpernische auch energetische Schwachstellen bestehen ist klar)
     

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  9. #9 nordanney, 21.11.2025
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    Ganz ehrlich, auch im Hinblick auf den (zumindest auf dem Foto so zu sehen) vergammelten Rahmen? Raus mit dem alten Zeugs.

    P.S. Wäre auch meine sofortige Wahl für die Holzvertäfelung. Gelsenkirchener Barock für 96 jährige Bewohner, aber so gar nicht mehr schön anzuschauen. Meine Meinung.
     
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  10. #10 driver55, 21.11.2025
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    das einzig sinnvolle…
     
  11. BaUT

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    Bereits in der DIN 4108 (Stand 1952) stand drin, dass der Mindestwärmeschutz auch im Bereich von Fensterbrüstungen eingehalten werden muss!
    Das ist bei 17 cm Wanddicke sicher nicht der Fall!

    Bereits in der DIN 4108 (Stand 1952) stand drin, dass bei dem Einbau solcher Fenster die inneren Fensterleibungen gedämmt werden sollten!
    Sind da mindestens 35 mm Sauerkrautplatte vorhanden?

    Bereits in der DIN 4108 (Stand 1952) stand drin, dass bei dem Einbau dichter Fenster (Gummidichtung zwischen Blend- und Flügelrahmen) alternative Lüftungsöffnungen vorzusehen sind um eine nutzerunabhängige Grundlüftung sicher zu stellen! Bitte bedenkt das, wenn ihr nachträglich Dichtungen einbaut.
     
  12. #12 chris84, 21.11.2025
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    Vielleicht soll das Zimmer ja als Museum erhalten bleiben? :winken

    Beim Blick auf den Schnitt:
    - das komplette Kastenfenster chirurgisch ausbauen, d.h. mit Bedacht darauf, das innere Fenster nicht zu zerstören
    - Neues Fenster mit heutigem Dämmstandard einbauen
    - Altes Innenfenster wieder von innen davor setzen aus optischen Gründen.

    Aber mal im Ernst: Bei einer erhaltenswerten Bleiverglasung hätte ich jetzt was anderes erwartet. Sowas zum Beispiel:
    [​IMG]

    Wenn du richtig viel Kohle einstecken hast, kannst du mal zum Fensterbauer gehen und fragen, ob er die vorhandene Bleiverglasung in ein geeignetes Fensterprofil als innere Scheibe zusätzlich einbauen möchte. Rechne aber bei dem Fenster mit einem hohen 4-stelligen Betrag dafür.
     
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