Horizontale Abdichtung nachträglich ins Fundament einbringen

Diskutiere Horizontale Abdichtung nachträglich ins Fundament einbringen im "Bautenschutz" Forum im Bereich Altbau; Liebe Bauexperten, 45 Jahre sind eine lange Zeit, doch in diesem Jahr, 2013, hat mich meine Idee von damals eingeholt! Als meine Eltern 1968...

  1. #1 captain brick, 15.07.2013
    captain brick

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    Liebe Bauexperten,
    45 Jahre sind eine lange Zeit, doch in diesem Jahr, 2013, hat mich meine Idee von damals eingeholt!

    Als meine Eltern 1968 ihr Haus bauten, wurde es wegen der Hanglage mit einem 2,10 m hohen Blindkeller untermauert. Ich kam damals auf die Idee, diese beiden Räume als zusätzliche Wohnräume zu nutzen. Die Umwidmung erfolgte zügig durch den damligen Bauträger. Das Fundament wurde innen etwa 25 cm tief auf Mauerstärke abgespitzt und zwei Einzelböden aus Beton eingegossen. Die Innenverkleidung besteht aus einem gedämmten Estrichboden und gedämmten Rigipsplatten. Das ganze System war bis zu diesem Jahr, 2013, dicht, bzw. der durchdringende Feuchtigkeitsanteil zu gering, um sichtbaren Schaden anzurichten. Nach den extrem starken Regenfällen in diesem Jahr und einer sich im laufe der Jahrzehnte zusetzenden Drainage, erschienen unten an den Rigipswänden einzelne, etwa handteller große Schimmelflecken. Nach dem Abbau der unteren Plattenteile waren die feuchten Fundamentteile zu erkennen.
    Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, so sieht der Fundamentquerschnitt aus:

    Kellerfundament.jpg

    Die Problemstellung: Temporär drückendes Sickerwasser und eine verstopfte Drainage führen zu einer Übersättigung des Fundamentes mit Wasser in diesem Bereich, Umax wird überschritten und Wasser tritt im Innenbereich des Fundaments aus.
    Angedachte Sanierungsmaßnahmen: Das Erdreich an den betreffenden Stellen entfernen, das Fundament thermisch trocknen, die Vertikalisolierung erneuern, eine neue Drainage einbringen und am Schluss, oder irgendwann zwischendrin eine horizontale Abdichtung im Fundamentbereich einbringen. Die Baugrube am Ende wieder mit sickerfähigem Material verfüllen.

    Neuland ist für mich der Umgang mit einer nachträglich eingebrachten horizontalen Sperrschicht. Hier gibt es viele Möglichkeiten und Varianten. Die verschiedenen Hersteller preisen natürlich ihr System als das Non Plus Ultra an.
    Wer von euch hat schon eigene Erfahrungen gemacht mit dieser Art von Horizontalabdichtung in Beton, der Haltbarkeit und der Verarbeitung.
    Interessant ist auch die Antwort auf die Frage, ob die Kapillaren hydrophobierend, also offen und nur wasserabweisend behandelt werden sollen, oder ob das Kapillarsystem dauerhaft verschlossen werden soll. Beides hat Vor- und Nachteile. Die Versagerquote bei diesen nachträglich eingebrachten Horizontalsperren ist relativ hoch und das ganz besonders, wenn System und Bauwerk nicht zusammenpassen oder wenn unsachgemäß gearbeitet wird.

    Mein Ziel ist es, die beiden Räume im UG langfristig trocken zu halten und weiterhin als Wohnraum nutzen zu können.

    Dank euch allen,

    captain brick
     
  2. #2 Gast036816, 15.07.2013
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    Gast036816 Gast

    und du bist dir sicher, dass nicht im laufe der jahre unter rigips mit wärmedämmung innen sich dank kondensatausfall alles nach und nach durchnässt hat und jetzt zum vorschein kommt?
     
  3. #3 Alfons Fischer, 16.07.2013
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    eine nachträgliche Horizontalabdichtung beseitigt in der Regel keine Problem mit der mangelhaften Vertikalabdichtung der Fuge zwischen Fundament und erster Mauerwerksschicht.

    Haben Sie denn wirklich ein Problem mit aufsteigender Feuchtigkeit? Sie schreiben doch selbst von zeitweise drückendem Wasser, das ist ein ganz anderer "Lastfall"...
     
  4. #4 captain brick, 16.07.2013
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    Lieber rolf a i b,
    vielen Dank für deinen Denkanstoss. Ob es sich um Kondensatausfall handelt kann ich nicht sagen. Was meiner Meinung nach dagegen spricht ist die knochentrockene gemauerte Wand oberhalb der horizontalen Feuchtigkeitssperre und keinerlei Schimmelbefall an Wand und dem (jetzt feuchten) Fundament unterhalb der Feuchtigkeitssperre. Weiterhin ist die Nässe (Schimmelbildung) nur an der am höchsten aufgefüllten straßenseitigen Wand zu sehen. Alle anderen Rigipsplatten sind trocken.
    Die Rigipsplatten wurden damals übrigens ohne jegliche Isolierung auf den Betonboden gestellt. Ich werde aber trotzdem an verschiedenen anderen Stellen im Bodenbereich Streifen aus den Rigipsplatten schneiden und nachsehen, wie es dahinter aussieht.
    Die Nässe im beschriebenen Bereich hat sich zwischenzeitlich wieder zurückgezogen. Vielleicht ist das Wasser verdunstet, vielleicht auch wieder versickert.
    Liebe Grüße
    captain brick
     
  5. #5 captain brick, 17.07.2013
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    Lieber Alfons Fischer,
    vielen Dank für Ihre Frage. Die vertikale Wandabdichtung außen zum Erdreich ist intakt, die Wand ist knochentrocken. Die horizontale Abdichtung zwischen Oberseite Fundament und erster Steinreihe ist ebenfalls dicht.
    Feucht ist alleine das Fundament und das ist etwa, wie aus der Zeichnung ersichtlich, 15 cm unter der ersten Steinreihe noch Kellerwand.
    "Freiwillige" Feuchtigkeitssättigung, Uf, ist immer durch Kapillarwirkung vorhanden und war wohl auch in den vergangenen vier Jahrzehnten vorhanden, aber nicht auffällig. Größere Feuchtigkeit wurde erst frei, nachdem der maximale Sättigungsgrad des Fundaments, Umax, überschritten wurde und damit Wasser aus der Wand austrat. Das deutet, da Grundwasser ausscheidet, auf Schichtwasser oder drückendes Sickerwasser hin, das nach starken Regenfällen auftritt. Der Druck kann aber nur dann entstehen, wenn mehr Wasser zufließt als abfließen kann, also die Drainage verstopft ist. Erste Aufgabe ist es demnach, an geeigneter Stelle nach der Drainage zu graben und sie dann durchzuspülen. Das war heute Vormittag die Idee eines Praktikers, "mer dun die emol uffgrabe un nachgugge". Am hinteren Eck des Hauses dürfte die Drainage maximal 70 cm tief im Boden liegen.

    Meine eigentliche Frage war aber, ob jemand Erfahrung mit nachträglich eingebrachten Horizontalsperren hat?
    Ich habe drei Systeme zur Auswahl, alle mit 20 Jahren Garantie auf Dichtigkeit.

    1) Hydrophobierend, d.h., die Kapillarwirkung des Fundamentbetons wird auf chemischem Wege abgestellt. Nachteil, die Kapillaren bleiben offen, so daß Wasser unter Druck wieder aufsteigen kann.
    Das Mittel kann in Eigenleistung eingebracht werden, die Garantie bezieht sich dann aber nur auf das Material, nicht auf die Dichtigkeit des Fundaments.

    2) Verstopfend mit Paraffin, die Feuchtigkeitsdurchdringung wird dauerhaft gestoppt. Nachteil, das Fundament muss auf ca. 150 Grad C aufgeheizt und getrocknet werden, bevor das heiße Paraffin eingegossen wird. Das erzeugt mit Sicherheit unvorteilhafte Wärmespannungen und Beschädigungen an der Außenabdichtung. Vom Energieaufwand mal ganz zu schweigen.

    3) Kapillarverstopfung durch Einpressen von mit Wasser abbindendem Polyurethanharz o.Ä. in das feuchte Fundament. Hierzu fehlen mir aber noch nähere Angaben, außer das dieses System hier im Umkreis schon seit jahren erfolgreich verbaut wird.

    Vielen Dank für weiter Infos und Anregungen und frohes werkeln.

    captain brick
     
  6. #6 Gast036816, 17.07.2013
    Gast036816

    Gast036816 Gast

    hol dir mal einen bautenschutzunternehmer, der dir einen vorschlag macht, deinen fundamentklotz zu injizieren. kann sein, dass das ein paar mal wiederholt werden muss. die porosität des betons muss vorher aufgenommen werden.

    deine variante 2 wird zu 100% nicht funktionieren. variante 1 kannst du vergessen, da bleibt nur nr.3.
     
  7. #7 captain brick, 18.07.2013
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    Danke, rolf a i b, das sehe ich auch so. Als Erstes werde ich aber morgen auf die Suche nach der Drainage gehen. Hanglagebedingt sollte das im hinteren Bereich des Hauses kein Problem sein. Eine Fachfirma, die die Drainage ausspülen kann, habe ich bereits gefunden. Ich werde weiter berichten.
    captain brick
     
  8. #8 captain brick, 18.07.2013
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    Einen ortsansässigen Bautenschutzunternehmer habe ich bereits kontaktiert und auch schon einen Kostenvoranschlag für die Außensanierung der Kellerwand erhalten. Aufgraben ist aber immer mit erheblichen, auch statischen Risiken verbunden, die ich wenn möglich vermeiden will. Der betreffende Bauunternehmer hat mir aber richtig Mut gemacht: "Wenn wir hier mit dem Bagger durch sind, haben Sie die einmalige Gelegenheit, Ihren Vorgarten neu zu gestalten ... :yikes! Er hat aber auch langjährige Erfahrung mit einer Fachfirma zusammen Bauwerkstrockenlegungen durch Mauerwerksinjektion (Variante 3) durchzuführen. Das wäre dann mein Mittel der Wahl.
    Oh happy day ...
    captain brick
     
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