Hydraulischer Abgleich?

Diskutiere Hydraulischer Abgleich? im Sonstiges Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, kann mir bitte jemand "laienverständlich" erklären: 1. Was ist ein "hydraulischer Abgleich"? 2. Was ist die Auslegungstemperatur...

  1. Tommi

    Tommi

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    Hallo,

    kann mir bitte jemand "laienverständlich" erklären:

    1. Was ist ein "hydraulischer Abgleich"?

    2. Was ist die Auslegungstemperatur bei einer Gasbrennwerttherme?

    Hintergrund für Frage 2 sind z.B. die bei Bad-Handtuch-Heizkörpern angegebenen Heizleistungen, die stark schwanken:

    Beispiel lt. Prospekt:
    75/65/20 °C = 1022 W
    55/45/24 °C = 439 W

    Danke.

    Gruß

    Tommi
     
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  3. aw

    aw Neuer Benutzer

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    Erläuterung..

    hydraulischer Abgleich : unterschiedliche Heizkreise Ihrer Heizung mit unterschiedlichen Rohrlängen setzen der Strömung unterschiedliche "Widerstandswerte" entgegen. Die Volumenströme durch die einzelngen Heizkreise verhalten sich umgekehrt proportional zu den Widerständen ( genauer : Einzelwiderstand zur Summe aller Widerstände). Damit das Wasser nicht nur durch die Heizkreise mit den geringsten Widerständen ( die kürzesten oder die direkt am Brennwertgerät) fliesst, werden alle Heizkreise an den Stellventilen ( = verstellbare Widerstände) so abgeglichen, das durch alle Heizkreise im voll geöffneten Zustand die gleiche Wassermenge fliesst.

    eine Brennwertterme wird normalerweise auf eine Rücklauftemperatur von maximal ca. 45° ausgelegt, damit die zusätzliche Wärme des Kondensates im Abgas genutzt werden kann.

    Hinweis zum Badheizkörper : Falls Sie eine Flächenheizung planen, macht es Sinn, den Badheizkörper mit einer zusätzlichen Elektropatrone zur Heizungsunterstützung auszustatten . Bei den normalen 45° Vorlauf und 35° Rücklauftemperatur / Fußbodentemperatur ca. 24° ist eine Badbeheizung sonst unter Umstanden schwierig.
     
  4. aw

    aw Neuer Benutzer

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    Bauherr
    Erläuterung II :

    da die Wärmemenge, die von Heizkörpern ( i.A. Wärmetauschern) an die Umgebung proportional der mittleren Temperatur ( Mittel zwischen Vor- und Rücklauftemperatur), in der Frage 70°C bzw. 50°C und der Umgebungstemperatur ist, wird bei 24° Badtemperatur und 50° mittlerer Temperatur gleich 26° Temperaturdifferenz halt weniger als die Hälfte der Wärmemenge übertragen wie bei 70°C-20°C gleich 50° Temperaturdifferenz.
    Da die durch Strahlung und Konvektion abgegebenen Wärmestrom-Anteile nicht linear sondern quadratisch/exponential mit den Temperaturdifferenzen zusammenhängen ( und auch von 0°K aus betrachtet werden) , ergeben sich leider keine schön linear interpolierbaren Zusammenhänge. Beschwert euch darüber bei Herrn Boltzmann. :konfusius
     
  5. #4 Jürgen V., 25. April 2004
    Zuletzt bearbeitet: 25. April 2004
    Jürgen V.

    Jürgen V.

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    ob er das wohl versteht ??

    @ aw= alles richtig nur versteht er das wohl :D


    Für den Einbau einer Heizanlage sind technische Berechnungen nötig.

    - mit Berechnung des Wärmebedarfs nach DIN4701 teil1
    werden die max. Leistung des Kessels in kW
    und der Wärmebedarf der einzelnen Räume bestimmt, d.h. wie viel Watt benötigt der Raum zum Heizen.
    Bei einer Normaußentemperatur je nach Region


    - auf vor genannter Grundlage wird die Fußbodenheizung berechnet nach DIN 4725
    nachdem, der Wärmebedarf bekannt ist rechnet man die Fußbodenheizung aus. die Berechnung zeigt auf:
    welcher Rohrabstand ist nötig in cm
    welche Wasserdurchflussmenge in l/s
    welche Voreinstellung brauchen die Ventile um die Wasserdurchflussmenge möglichst genau zu erreichen
    welche maxi vor und Rücklauftemperatur ist erforderlich
    Auslegung der Heizungspumpe mit Volumenstrom in m3/h und Förderhöhe in mWS
    bei welcher Normaußentemperatur wurde gerechnet

    sind die vor genannten Komponenten nicht aufeinander abgestimmt so kann es durchaus sein dass zwar die Heizung das Haus aufheizt, aber mit erhöhten Heizenergieverbrauch. Die Heizung richtet sich nach dem schwächsten Glied. Dh. Wenn in einem Raum die Fußbodenheizung mit zu wenig Wasser durchflossen wird, dann erhöht meistens der Hausherr (weil er sich nicht anders zu helfen weiß) die Vorlauftemperatur und ändert nicht die Durchflussmengen.


    Die Umwälzpumpe für die Fußbodenheizung wird dimensioniert nach dem Druckverlust im Rohrleitungssystem und dem Volumenstrom. Sollte, wie schon oft geschehen ein Heizkreis mit z.B. 160m verlegt werden, so wird
    die Pumpe den entsprechenden Differenzdruck aufbringen müssen. Diese steht aber am Verteiler für jeden Heizkreis an. Ein Heizkreis mit nur <10m (WC, Flur...) müsste dann per hydraulischem Abgleich auf die selben Widerstandswerte gebracht werden -->Ventil fast zu.
    Somit würde die teuer erkauft Leistung der Pumpe (Kaufpreis und Strom) wieder zunichte gemacht werden.
    Die Anzahl der verlegten Heizschlangen pro Zimmer muss nach DIN berechnet werden. Sie müssen dem Raum ja genau die Wärme zuführen, welche er im Auslegungsfall benötigt. Schnell sitzt Du sonst im Winter mit kalten Füßen da, oder Du genießt eine Tanzbärenausbildung auf kochend heißem Boden.

    Soll heißen jedes Heizungsrohr führt genau die Menge an Heizungswasser, für welche es berechnet wurde.
    Hydraulischer Abgleich genannt.


    Leistungsangaben für HK sind unter Berücksichtigung der Normtemperaturen zu sehen,
    mit der Praxis hat das nichts zu tun !
    Hast du einen Bad- HK mit der Angabe
    75/65/20 °C = 1022 W
    75 Vorlauftemp.
    65 Rücklauftemp.
    20 Raum soll Temp.

    Hat der HK ( bei der Vorlauftemperatur) eine Leistung von 1022 W.
    Kleinere Vorlauftemp. weniger Leistung ! Handtuch drüber noch mal 20% weg.
     
  6. Marcel2

    Marcel2 Gast

    Hallo,

    macht es dann nicht Sinn, zB den Handtuchheizkörper nicht
    separat, sonderm mit an den Heizkreis im Bad dranzuhängen?

    Sonst hätte der ja quasi extrem kurzen VL+RL und müsste fast
    zu gedrosselt werden?

    Grúß Marcel
     
  7. #6 Jürgen V., 6. Juli 2004
    Jürgen V.

    Jürgen V.

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    Mal

    genauer verstehe die Frage auch nach 18 mal lesen nicht genau :D


    Fußbodenheizung oder Heizkörper??
     
  8. Marcel2

    Marcel2 Gast

    Na ich meine statt den Handtuchheizkörper am Verteiler
    seperat VL +RL zu montieren,

    Im Bad den sowieso benötigeten FBHeizkreis zu unterbrechen,
    in den HK Vorlauf rein, aus dem HK RÜcklauf wieder auf den
    Boden und den Kreis weiter.

    Müsste doch hydraulisch gesehen besser sein, da nach Deiner
    Aussage der gesammte Pumpendruck sonst am Verteiler
    für den (wenn separat) extrem kurzen VL+RL für den HK
    anliegt und gedrosselt werden muss.

    Frage auch deshalb, hab grad den Plan meines Heizungsbauers
    in der Hand, den ich auf dem Boiler gefunden hab.
    Daruf sehe ich grad die länge meiner Heizkreise.
    Diese sind laut dem plan fast alle um die 70m. +- 10meter.
    Im kleinen Kinderzimmer sehe ich 1 Kreis mit 74m.
    Und im WZ im Wohnbereich sind zB 2 Kreise je 71m, daneben
    Essen mit 69m.
    Hydraulisch gesehen müsste das ja gut sein, bis auf den Handtuchtrockner.
    Meinst Du das ist Zufall, oder konnte der Heizungsbauer sich
    das anhand des Wärmebedarfs, irgenwie mit Software oder so
    "wünschen" ;-) das in etwa gleichgrosse Kreise rauskommen?

    Gruss Marcel
     
  9. #8 Achim Kaiser, 8. Juli 2004
    Achim Kaiser

    Achim Kaiser Gast

    Schlies den Heizkörper extra an.

    Klar sollte sein, dass wenn es sich um die berühmten *Hühnerleitern* handelt, dass sie so gut wie keine Heizleistung bringen, wenn sie auf dem Temperaturniveau der FBH betrieben werden.

    Wenn die Heizkreise der FBH so aufgeteilt wurden, dass sich keine extremen Unterschiede in den Heizkreislängen ergeben.. :winken .könnte sein, dass sich der HZB dabei was gedacht hat... :winken

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  10. #9 Jürgen V., 8. Juli 2004
    Jürgen V.

    Jürgen V.

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    Danke Achim

    Volle zustimmung!!
     
  11. #10 energiesparer, 8. Juli 2004
    energiesparer

    energiesparer Gast

    Diese Aussage fußt zwar offenbar auf grober Kenntnis der physikalischen Grundlagen, spiegelt scheinbar aber auch auch die Irrtümer Meierscher Strahlungsphysik wider.

    Da die für den Stahlungsaustausch verantwortlichen Temperaturdifferenzen klein gegenüber den absoluten Temperaturen sind, ist im Allgemeinen sehr wohl eine linearisierte Betrachtung durchaus zulässig. Ohne diese wäre eine Heizkostenverteilung mit Geräten nach dem Verdunstungsprinzip, denen immerhin ein durchschnittlicher Fehler bis 5% bescheinigt wird, gar nicht möglich.

    Zurück zum Hydraulischen Abgleich:

    Wie schon richtig gesagt, fließen auf Grund unterschiedlicher Strömungswiderstände im System, insbesondere bei aus Energiespargründen knapp dimensionierten Umwälzpumpen, sehr unterscheidliche Mengen durch die einzelnen Heizkörper. Das Problem besteht darin, dass einige zu gering durchströmt werden können und es dann auch nciht richtig warm wird. Damit diese einen größeren Durchfluss abbekommen, müssen andere Heizkörper, die stark durchströmt werden angedrosselt werden, bis sich eine gelichmäßige Situation eins.tellt
     
  12. Tommi

    Tommi

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    @all:

    Nachdem ich mit Hilfe dieses Threads den Sinn des hydraulischen Abgleichs verstanden habe, habe ich unseren Heizungsbauer angesprochen:

    Ich: "Dann hätte ich gerne einen hydraulischen Abgleich"
    Heizie: "Haaa, haaa! Das erfordert eine Rohrnetzberechnung, dauert ohne Programm - das ich nicht habe - Stuuuundeeen. Und bringt gar nischt, ein stinknormales EFH kriegen wir auch ohne warm."

    Daher meine Fragen:

    1. Ist lt. DIN/Fachregeln o.ä. (wird ein VOB-Vertrag werden) der hydraulische Abgleich Pflicht?

    2. Unter "uns" Praktikern gesprochen: Was bringt der Abgleich bei einem stino EFH (nur Fertigventil-Heizkörper, keine FBH, Gas-Brennwerttherme mit Warmwasserspeicher, Kupfer für Heizrohre) z.B. Heizkostenersparnis?

    Oder ist der Abgleich mehr eine akademische Forderung?

    Gruß

    Tommi
     
  13. Tommi

    Tommi

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    Kein Experte unter uns?

    Gruß

    Tommi
     
  14. #13 Jürgen V., 20. Juli 2004
    Jürgen V.

    Jürgen V.

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    Wenn eine korrekte Berechnung nach DIN 4701 und nach sämtlichen anderen Normen vorliegt empfehle ich allen bei kalten Wetter mal die Zähler und Verbräuche abzulesen.

    Ihr werdet erstaunt sein, wie viel noch von der ehemaligen Berechnung übrigbleibt, da sich das Nutzerverhalten ans Wetter anpasst.

    Selbst im ältesten Altbau sieht es so aus, dass die benötigten Energiemengen immer geringer sind als das was theoretisch berechnet wurde.

    Aber um allem Ärger und Klagen vorzubeugen ist man mit der korrekten Wärmebedarfsberechnung immer auf der sicheren Seite da sämtliche Gutachter nur die Norm kennen und meist weit entfernt von der Praxis.
    Wenn´s nicht reicht kann immer noch höher gestellt werden.

    Eine solche WBB ist dann aber auch extra zu vergüten,
    es sei denn sie Bestandteil des Vertrags, je nach dem wem die Planung opliegt .
     
  15. Buschist

    Buschist

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    Also Badheizkörper an FBH ?

    Hallo und Guten Abend....

    das war uns leider alles ein bischen zuviel aufeinmal... :(
    Wir planen auch im gesamten EFH Fussbodenheizung.

    Sollen wir nun sicherheitshalber Badheizkörper miteinplanen, damit wir dann ausreichen Wärme fuer die Kiddis in den Bädern haben...?

    Und sollten diese Badheizkörper nun an die Fussbodenheizung angeschlossen werden, oder wie ist das von Euch gemeint?

    Was kann diese sogenannte Patrone bewirken?
    Sorry, aber jetzt könnten wir ein paar hilfreiche Tips gebrauchen... :confused:

    Vielen Dank :)

    Und noch einen schönen Abend
     
  16. R.B.

    R.B.

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    Ich versuch mich mal an einer Antwort,

    obwohl man zuerst einmal die obigen Beiträge genauer studieren sollte. ;)

    Also in Kurzform. Grundlage jeder FBH ist eine ordentliche Planung und Berechnung. Dabei wird für eine gegebene Außentemperatur der Wärmebedarf der einzelnen Räume ermittelt, daraus dann die Auslegung der FBH (Verlegabstand der Rohre usw.). Ziel ist es, mit möglichst niedrigen Systemtemperaturen zu arbeiten. Die Vorlauftemp. wird dann noch aufgrund der Außentemperatur angepaßt, so daß beispielweise bei +10°C AT der Heizkreis nur eine VL Temp. von +25°C aufweist, bei -10°C AT dann vielleicht +35°C.

    Bei diesen VL Temperaturen kann man den zusätzlichen Badheizkörper vergessen, da er kaum mehr Wärme abgibt, erst Recht während der Übergangszeit im Frühjahr oder Herbst. Oftmals ist im Bad jedoch die Grundfläche für die FBH gering (wer heizt schon unter der Badewanne), so daß trotz geringstem Verlegeabstand die gewünschte Raumtemperatur (Bsp.: +24°C) nicht erreicht werden kann und dann entweder die VL Temp. höher gewählt werden müsste, oder aber eine zusätzliche Heizquelle bzw. Heizflächen (Wände?)erforderlich sind.

    Die "Patrone" ist nichts anderes als ein elektrischer Heizstab der sich im Heizkörper befindet und mit Strom den Heizkörper aufheizt. Alternativ könnte man vom Heizkessel einen 2. Heizkreis hochziehen und mit diesem dann den Badheizkörper mit einer höheren VL-Temperatur speisen. Der Aufwand hierfür lohnt sich aber kaum, und man versucht ja gerade mit der FBH mit möglichst niedrigen Systemtemperaturen zu arbeiten. Die VL Temperatur für das gesamte Haus höher zu dimensionieren, nur damit der Badheizkörper am Vorlauf angeschlossen werden kann, finde ich kontraproduktiv.

    Ein ordentlicher Planer sollte das aber berücksichtigen. Also nix mit Pi mal Daumen und so. Die Profis sollten hierfür eine Software haben, ansonsten halt den Taschenrechner heranziehen. Hat der HB noch nie was von Berechnung einer FBH, hydraulischem Abgleich usw. gehört, dann würde ich mir überlegen, ob das der richtige Partner für mein Bauvorhaben ist. :(

    Gruß
    Ralf
     
  17. Buschist

    Buschist

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    ist ja gut

    ok ok,
    hast ja recht, mit dem studieren... :respekt

    aber das ist ne menge stoff hier im forum und da kann ein EXPERTE das bestimmt einfacher erklären.... :winken

    also sage ich Vielen Dank RALF
    (wenn du denn ein Experte bist??) :D

    Aber wissen wir nun immer noch nicht, ob diese beknakten Badheizkörper, auch bei professioneller Berechnung, Planung und Installation erforderlich sind, oder nicht?

    Und wennn doch, wie hoch sollte die Leistung eines solchen Badheizkörper sein?
    300 Watt, 500 Watt oder mehr?

    Oder kann mir diese auch mein HZ Bauer berechnen :confused:

    Gruß aus Berlin
     
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  19. R.B.

    R.B.

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    Experte hin oder her....

    das Ganze ist nicht so schwer (zu verstehen) :D

    OB man einen zusätzlichen Heizkörper benötigt, hängt allein von der Wäremebedarfsermittlung und den örtlichen Gegebenheiten ab. Das kann man aus der Ferne nicht entscheiden. Ich kenne ja nicht die Bauweise, Größe des Bads, verfügbare Fußbodenfläche, Typ der Heizung (Öl, Gas,WP, Pellets....).

    Die Fläche der Fußbodenheizung bestimmt die Wärmeleistung sprich die Wärme die an den Raum abgegeben werden kann. Natürlich kann man die Leistung über die VL Temperatur, Verlegeabstand etc. beeinflussen, doch ist die Fläche zu klein, dann ist es sehr gut möglich, daß ich die VL Temperatur so hoch wählen müßte, daß der Estrich anfängt zu "glühen". Das ist nicht im Sinne des Erfinders und schon garnicht im Sinne der zukünftigen Bewohner.

    Also, zuerst anhand der Bauweise, Raumgröße, gewünschter Raumtemperatur, min. Außentemperatur usw. den Wärmebedarf ermitteln (lassen).
    Dann mit Hilfe der Raumdaten, Verlegeabstand, Systemtemperatur usw. ermitteln, welche Heizleistung erreicht werden kann.

    Reicht diese Heizleistung nicht aus, dann muss zugeheizt werden, oder man muss sich mit niedrigeren Raumtemperaturen begnügen.

    Bsp.:

    Die Wärmebedarfsermittlung ergibt eine erforderliche Heizleistung von 1000W bei AT-10°C
    Aufgrund der vorhandenen Fläche kann ich nur 600W installieren
    Dann muss die Differenz von 400W an den kalten Tagen zugeheizt werden.

    Zuheizen kann man, indem man beispielsweise:
    a.) zusätzliche Heizflächen nutzt (Bsp.: Wände)
    b.) einen zusätzlichen Heizkörper installiert
    c.) je nach Bedarf einen Heizer im Raum aufstellt
    - oder ein Lagerfeuer macht

    Bei Lösung b.) kann ich den Heizkörper an einen Heizkreis der Heizung anschließen, oder diesen elektrisch aufheizen (Stichwort "Patrone"). Der elektr. Heizstab funktioniert wie ein Tauchsieder im Heizkörper.

    Beim Anschluß an den Heizkreis stehe ich vor dem Problem, daß der HK für die FBH mit möglichst niedrigen Temperaturen betrieben wird. Der Heizkörper gibt dann aufgrund seiner geringen Fläche kaum Wärme ab, sprich der Heizkörper bleibt "kalt". Also bleibt entweder ein zusätzliche Heizkreis mit höherer Temperatur, was die Montage- und Materialkosten deutlich in die Höhe treibt, oder man erhöht die Temperatur des FBH Heizkreis, was jedoch kontraproduktiv ist. Wozu sollte ich im gesamten Haus die VL Temp. erhöhen nur weil ich im Bad für den zusätzlichen Heizkörper eine höhere VL Temperatur benötige?

    Obwohl ich kein Freund von elektrischen Heizungen bin, macht es in diesem Fall evtl. Sinn an den wenigen kalten Tagen an denen die vorhandene Heizleistung der FBH nicht ausreicht, mit einer elektrischen Heizung den zusätzlichen Bedarf zu decken. Hier kann man die o.g. Heizpatrone, einen Design-Heizkörper, oder was auch immer verwenden. Hauptsache der Geldbeutel spielt mit.

    Fazit: Ob und wie man zuheizen muss, hängt allein von der Wärmebedarfsermittlung und den örtlichen Gegebenheiten ab. Der Fachmann sollte das Rechnen können, wenn nicht, dann über einen anderen Heizer nachdenken.

    Sorry wenn der Beitrag etwas länger wurde. Noch so ein paar Beiträge und Du kannst die Heizung selbst berechnen und installieren.. ;)

    Gruß
    Ralf
     
  20. Buschist

    Buschist

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    Besten Dank

    Also das ist doch mal eine Ausführliche und auch für einen Laien verständliche
    Erklärung... :)

    Du hast uns hier mit Deiner Ausführung zu unserem Thema sehr weiter geholfen...

    Ach, und falls ich es bisher noch nicht angesprochen habe:
    "Ein Lob an alle Experten hier im Forum" ;)

    Wir haben schon eine Masse an Fachliche Hinweise, Ratschläge und Tips
    mitnehmen können... :respekt

    Vielen Dank an Euch, besonders aber an den Heizungsexperten RALF :winken

    Gruß aus Berlin :)
     
Thema:

Hydraulischer Abgleich?

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