Ich will keine Solaranlage - ENEV 2009 ?!?

Diskutiere Ich will keine Solaranlage - ENEV 2009 ?!? im Energiesparen, Energieausweis Forum im Bereich Altbau; Hallo Experten, ich plane für nächstes Jahr mein Haus zu bauen. Eckdaten: Baubeginn 2010, Massivbau, 160m2 Wohnfläche, Bayern, Doppelgarage...

  1. harry789

    harry789

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    Hallo Experten,

    ich plane für nächstes Jahr mein Haus zu bauen.

    Eckdaten: Baubeginn 2010, Massivbau, 160m2 Wohnfläche, Bayern, Doppelgarage als Anbau, Satteldach 45°, beheizter und gedämmter Keller, Heizung Gas-Brennwerttherme, ggf. Kachelofen

    Mit viel Eigenleistung usw. werde ich Ende 2011 fertig. Das Thema Heizung und Dämmung beschäftigt mich schon seit geraumer Zeit. Zufälligerweise bin ich die Tage auf, für mich logisch nachvollziehbare, Amortisationsberechnungen bei http://www.augusta-ziegelbau.de/technik/Heizung/index.html gestoßen. Diese Seite hat mein Verständnis zum Thema Energie und Sparen auf den Kopf gestellt. Dass z.B. die Dämmung gerade mal 40% der angefallenen Heizkosten auffangen kann, und damit, durch die anfallenden Investitionen, "meist" nicht wirtschaftlich ist, war schon erstaunlich. Jetzt kann ich in etwa abschätzen, was mir denn dass mehr an Dämmung im Jahr so einbringen könnte, und dementsprechend abwägen.

    Der größte Humbug meines Erachtens ist die Wirtschaftlichkeit einer Solaren Anlage für die Warmwasseraufbereitung. Dass der Anteil für Warmwasser in den gesamten Heizkosten gerade einmal (ca.) 12% ausmacht, und somit 100 bis 200 Euro im Jahr (4 Personen Haushalt; siehe Weblink oben) ausmacht, ist schon erstaunlich. Gerade wenn man sich die Investitionskosten plus die lfd. Betriebskosten mal genauer ansieht, wird einem regelrecht übel. Wenn die Berechnung der Solaranlage nicht stimmt, dann bitte nachrechnen und mir erklären wieso...

    Jetzt gibt es die ENEV 2009 und was ich gelesen habe, MÜSSEN die zukünftigen Bauherren regenerative Energien, wie Biomasse oder Solaranlage, in das Hauskonzept integrieren. Wahlweise lässt sich dass aber auch durch (15%?) verbesserte Dämmeigenschaft des Hauses umgehen. Das Wirtschaftförderungsprogramm des Deutschen Staates lässt grüßen. Wir sollen blechen und die anderen kassieren.


    Aber nun gut, wollen wir mal schauen wie ich das Beste aus der Sache machen kann. Wie sieht es z.B. mit einem Kachelofen aus, ist das auch eine regenerative Energiequelle? Wer entscheidet über die Umsetzung der EnEv? Das örtliche Bauamt oder das Landratsamt? Die Planung des Hauses ist momentan im Gange. Es gab schon vorab Gespräche mit einem Bauingenieur, der mir den Plan erstellt. Im Frühjahr werden wir den Grundentwurf gemeinsam fertigstellen. Ich verzichte auf irgendwelche Kfw Förderdarlehens und werde das Haus mit einem ganz normalen Bankdarlehen finanzieren. Um einen Energiepass werde ich wahrscheinlich nicht hinweg kommen - der ist glaube ich jetzt Pflicht. Im Internet habe ich keinen Verbrauchst wert für die Mindestanforderungen nach EnEv gefunden. Wie weit klafft der Unterschied zwischen Kfw60 und den gerade erwähnten Mindestanforderungen auseinander?

    Nicht falsch verstehen, ich baue kein Billighaus mit Null Dämmung. Aufdachdämmung, ein solider und wirtschaftlicher 36'er Stein für die Außenwand und gute - zweifach verglaste - Fenster sind für mich obligat. Aber diesen irrsinnig teuren Dämmungswahnsinn werde ich nicht mit finanzieren.

    Viele Grüße Harry
     
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  3. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    Na ja, die Ziegelbauer...

    ... müssen ja ne Begründung suchen, warum der Stein so teuer ist und so schlecht dämmt :D

    Aber das ist nix neues, gibt immer wieder variationen davon.

    Wers glaubt....;)
     
  4. Bauwahn

    Bauwahn

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    ...und wenn dann die Energie so knapp und teuer ist, dass es sich besser amortisiert, schreien alle, "warum hat der Staat nicht etwas unternommen?".
     
  5. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    Na ja, jeder liest so lange...

    ... bis er das liest, oder hört, was er lesen will (oder hören will):shades
     
  6. harry789

    harry789

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    @Bauwahn
    ... Und wenn ich mein Geld auf der Bank anlege bekomme ich für 10000 Euro und vier Prozent Zins auch 400 Euro im Jahr ausbezahlt. Die kann man sich dann schön auf die Seite legen - für die "garantiert" "Heizkostenexplosionierende" Zukunft. Jeder darf von mir aus machen was er will! In zwanzig oder dreißig Jahren werden wir sehen, wer mit welcher Philosophie besser gefahren ist.

    @MoRüBe
    Ich bin gerne bereit gegenüber logischen Argumenten meine Einstellung zu Ändern. Eine Entscheidung, was richtig oder falsch ist, kann man eben nur treffen, wenn man sich alle Seiten angeschaut hat. Ich will in erster Linie Geld sparen und habe mich deshalb mit dem Thema auseinandergesetzt. Und was die Solaranlage betrifft, da habe ich eben meine berechtigten Zweifel.
     
  7. Bauwahn

    Bauwahn

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    Die 4 Prozent garantiert will ich sehen.
    Ausserdem geht es nicht nur um Dein Geld und Deine Zukunft, sondern um die aller.
    Es gibt auch Leute, die Investitionen in die Verkehrstauglichkeit ihrer Fahrzeuge mit dem Argument
    ablehnen und trotzdem darf man das nicht durchegen lassen.
     
  8. ilis

    ilis

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    Genaue Berechnung?

    Der "Anteil" der Lüftungsverluste ist ja von den Transmissionsverlusten abhängig. D.h. je besser die Dämmung, desto mehr schlagen die Lüftungswärmeverluste zu. Fragt man sich, wie man da mit einem festgelegten Prozentsatz argumentieren will.

    Bei mir lt. EnEV Nachweis (letzte EnEV gerade so erfüllt): 136 zu 70. Wären also rund 70% Verlust durch Transmission und 30% durch Lüftung. Selbst wenn ich dann nochmal mit 12.5% Anteil für WW rechne, bleiben immer noch rund 60% für Transmission über. Hätte ich jetzt noch ne KWL mit WRG, wäre der Anteil von Transmission vermutlich bei 80%. Und wieso soll sich es dabei dann nicht lohnen zu dämmen?

    Ach ja: WAND dämmen lohnt nicht, wegen des zu geringen Anteils. OK. Dach hat auch nur einen kleinen Anteil, dämme ich also auch nicht. Dito Fenster und Bopla. Weiß zufällig jemand was ne 130 qm Hütte aus KS massiv auf nackter Bopla mit 1fach verglasten Fenstern und Wellblechdach kosten würde? Und vor allem was für einen Heizenergiebedarf man da hätte?

    ...

    Die zweite Frage ist - bei längerem Nachdenken - vlt sogar ernst gemeint (rein aus Interesse allerdings. Hat einer von den Profis sowas schon mal aus Spass berechnet?
     
  9. Bauwahn

    Bauwahn

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    Von dieser Sorte gibt es noch genügend Exemplare, die 4...5000 l Heizöl im Jahr für 100 m² Wohnfläche verbrauchen.
     
  10. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    Genau das ist der Punkt...

    ...
    und deswegen geschieht es auch so. Logik hin oder her.

    Im übrigen. Reden wir jetzt über Dämmung oder ne Solaranlage?? Das Eine hat mit dem Anderen denn nu jarnüscht zu tun...
     
  11. #10 Westfalenland, 28. Januar 2009
    Westfalenland

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    nicht schon wieder die Ideen von Claus Meier, Paul Bossert, Konrad Fischer oder Matthias Bumann

    @harry789: such hier im Forum mal nach den Namen oder nach dem Lichtenfelser Experiment...
     
  12. harry789

    harry789

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    STOP!

    Ich will keinem von euch auf die Füße treten! Bitte nicht falsch verstehen. Aber ich habe mich jetzt durch hunderte von Internetseiten gekämpft und nirgends konkrete Auskünfte -in Bezug auf Wirtschaftlichkeit und Sinn von Dämmung bzw. Heiztechnik - erhalten. Es macht einen einfach Wütend, wenn man nachrechnet und feststellt, dass einem da etwas vorgeschrieben wird, was sich vielleicht nicht rechnet. Energie sparen bedeutet im gleichen Atemzug auch Kosten sparen. Die Frage ist nur, wenn ich im Vorfeld für viel Geld Massnahmen ergreife, die sich später nur unter ganz bestimmten Umständen rechnen, dann habe ich doch auch das Recht dies zu hinterfragen.

    Es ist nur ein Beispiel: Bei Pluggit ist der Lüftungswärmeverlust 48% angesetzt.

    Meine Schlussvolgerung: Jeder rechnet für den eigenen Vorteil.

    Die Wahrheit wird wahrscheinlich in der Mitte liegen. Zuviel Dämmung wird sich nicht rechnen - zuwenig ebenso wenig.

    @Bauwahn
    Rechthaberisch: 4,6% momentan bei der Santander.de (Sicher!)
     
  13. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    Harry, nur damit wir mal wissen...

    ... worüber man redet:

    1 m³ Dämmstoff (also 1 Kubikmeter) kostet so um und bei 40 Euro netto. In ein passabel gedämmtes Haus gehen so ca. 40 m³ rein. Jetzt komm ich mit meinem Dämmwahn, und nehme mal 60 m³: das bedeutet: wir reden von 800 Euro netto.

    Fragen?
     
  14. R.B.

    R.B.

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    Steuer?

    Das stellt sich für den Häuslebauer leider etwas anders dar. Gerade bei Fassadendämmung sind die Preise in den letzten Jahren regelrecht explodiert.

    Ach ja, zum Solargedöns. Da sollte man ganz genau rechnen, denn in den meisten Fällen rechnet es sich nicht. Wer Spaß an so einer Anlage hat setzt jedoch andere Prioritäten.


    Gruß
    Ralf
     
  15. Shai Hulud

    Shai Hulud

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    Hast du denn die Wirtschaftlichkeit dieser Entscheidung mal überprüft? :shades
     
  16. dquadrat

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    zumal 60 mal 40 keine 800 euro sind :D

    bei diesem politischen regulierungswahn werden bald kaum noch häuser gebaut werden, weil einfach zu teuer...
     
  17. ilis

    ilis

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    5 mal 6 sind auch nicht 17, aber was hilft's ?

    Was Karotte meint:
    40 m3 kosten 1.600 Euro. 60 m3 kosten 1.600 Euro (Preis für 40 m3) plus 20 mal 40 euro. Also ein AUFPREIS von 800 Euro für eine bessere Dämmung ggü der "Standard" Dämmung.
     
  18. dquadrat

    dquadrat

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    ok, verstanden.
     
  19. alex2008

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    naja so ganz unrecht hat der gute ja auch nicht. Mehr Dämmung ist irgendwo nicht mehr sonderlich rentabel. Da ist das Geld dann in einer effizienteren Haustechnik besser angelegt.
     
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  21. Bauwahn

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    Braucht er nicht. Rechnet sich doch nicht für ihn.

    Natürlich muss man die Wirtschaftlichkeit aller Maßnahmen überprüfen und - im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und des gesunden Menschenverstandes - die eigenen Investitionen dahin lenken, wo sie am meisten Nutzen bringen.
    Das heisst, dass man schon überlegen muss, ob 30 cm Dämmung gegenüber 20 cm noch sinnvoll sind.
    Und gerade Solaranlagen muss man kritisch rechnen. Reine WW-Bereitung ist tatsächlich oft zu teuer verglichen mit konventioneller Energieerzeugung.

    Andererseits, wären die Maßnahmen in der EnEV eine Gelddruckmaschine, bräuchte man sie nicht verordnen. Der Sinn ist doch vielmehr: Wenn schon in ein Gebäude investiert wird, dann muss auch eine Investition in langfristig wirksame Energieeinsparung erfolgen, auch, wenn sie kurz- und mittelfristig keinen betriebswirtschaftlichen Erfolg verspricht.

    Ich meine, wenn man mal etwas böse ist, dann sind Ausgaben für Notfallmedizin auch volkswirtschaftlich nicht gerade sinnvoll, solange es nicht an Arbeitskräften mangelt. Würde man sie deshalb einstellen? Es gibt eben Betrachtungsweisen jenseits der Ökonomie.
    Und, wie Sandwurm schon schrieb, ein Haus rechnet sich meist auch nicht.

    Thomas
     
  22. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    Nee, das ist auch wieder völlig daneben...


    ...

    denn dann stelle ich ne ganz andere Rechnung auf:

    Ich dämme wie ein Wahnsinniger und kaufe mir 10 E-heizkörper für nen Teusi, das schlägt jede Erdwärmepumpenanlage...
     
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Ich will keine Solaranlage - ENEV 2009 ?!?

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