Infrarotheizung als Alternative?

Diskutiere Infrarotheizung als Alternative? im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo Experten, wie in einem anderen Thread (Empfehlung des Energieberaters - Einschätzung der Wirtschaftlichkeit) erwähnt, haben wir in unserem...

  1. #1 TheSmisher, 28.09.2017
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    Hallo Experten,

    wie in einem anderen Thread (Empfehlung des Energieberaters - Einschätzung der Wirtschaftlichkeit) erwähnt, haben wir in unserem Haus eine Warmluftheizung, also einen Ölbrenner im Keller, der durch verschiedene Schächte die Warmluft in den Räumen verteilt. Es gibt mehrere Gründe für uns dieses System zu ersetzen (nur ein zentrales Thermostat für das ganze Haus, Regulierung der einzelnen Zimmer im Keller mit Hilfe von Metallreglern, Lärm, Geruch etc.)

    Also alles eher eine Frage des Komforts und nicht wirklich der Wirtschaftlichkeit.
    Jetzt hatte ich wie in dem anderen Thread erwähnt einen Energieberater da, der eine Außenwanddämmung in Verbindung einer neuen Gasbrennwertheizung empfiehlt.
    Anschließend kam ein anderer Energieberater, der mir die Nutzung von Infrarotheizungen als Alternative empfohlen hat und meinte, dass die Dämmung in diesem Fall nicht so viel bringen würde und man drauf verzichten könnte.

    Um spezifischer zu werden, hier mal der Ist-Zustand:
    - freistehendes Einfamilienhaus, Baujahr 1964, 140m²
    - Massivbauweise, 30cm Wandstärke, ungedämmt
    - Warmluftheizung, Ölbrenner von 2007, daher keine Heizungsrohre und keine Heizkörper vorhanden
    - Dach und Fenster wurden vor 10 Jahren erneuert
    - Warmwasser über Gasdurchlauferhitzer
    - Neue Photovoltaik Anlage - 10 Module mit insgesamt 3,85kWp liegt im Keller bereit (geschenkt bekommen)
    - Öltank und Gasanschluss vorhanden
    - Stromkabel müssen erneuert werden

    Da ich ja schon Energieberater da hatte, würde ich gerne noch die Meinung von euch Experten einholen.

    Was denkt ihr, könnte sich das für uns rentieren oder ist der Betrieb mit Strom trotzdem zu teuer auf die Dauer?
    Gerade mit dem Hintergrund, dass noch keine Infrastruktur vorhanden ist (Rohre, Heizkörper, Warmwasserleitungen) und vielleicht ein bisschen Strom über die Photovoltaikanlage beziehen könnte (falls man einen Speicher nachrüstet)

    Der letzte Eintrag zum Thema Infrarotheizung den ich hier finden konnte ist schon über 5 Jahre her, hat sich seitdem etwas verändert? Sind die aktuellen Modelle (in Verbindung mit intelligenten Thermostaten) denn wirklich so sparsam?
    Wie ist eure Meinung zu Infrarotheizung im Allgemeinen? Angeblich würden sie ja 40 Jahre halten und zusätzlich Wartungskosten oder Schornsteinfegergebühren sparen...
    Hat jemand Erfahrungen mit aktuellen System von denen er berichten kann?

    Danke schon mal und viele Grüße!
     
  2. #2 Andybaut, 28.09.2017
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    Das hat ein Energieberater empfohlen ?

    Du hast ein Haus und das braucht Energie. Die Energie wird in KWh angegeben.
    Nehmen wir mal du benötigst 20000KWH im Jahr.

    Diese 20000KWh kannst du nun mit Öl, mit Gas oder mit Strom erzeugen.
    Wie auch immer, am Ende des Tages müssen die 20.000KWh ins Haus rein.

    Der zweite Energieberater sagt nun folgendes:
    Erzeuge die 20.000KWh direkt aus der Steckdose 1:1 und dämme dein Haus nicht, weil die Verluste egal sind.
    Die KWh Strom kostet dich ~27Cent

    Der erste Energieberater sagt:
    Erzeuge die 20.000KWh mit Gas.
    Die KWh kostet dich ~7Cent

    Noch Fragen?

    Die Infrarotheizung - Kosten, Größe, Vorteile und Nachteile
     
  3. #3 Leser112, 29.09.2017
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    Das ist der Bedarf, verbraucht wird, je nach Anlagenaufwandszahl, mehr.
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    Wenn hier ein Gasanschluß bereits vorhanden ist, gibt es wohl kaum Alternativen.
     
  4. #4 petra345, 30.09.2017
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    Andybaut hat es eigentlich schon auf den Punkt gebracht. Strom ist viermal so teuer wie Gas oder Öl.
    Dabei wird bei Gas aber gerne die Grundgebühr vergessen, so daß Gas mit Grundgebühr eigentlich teurer als Öl ist. Außerdem greifen sich die Gemeinden vom Gas der privaten Haushalte einen Obolus für die Straßenbenutzung ab.
    .
    Aber Öl braucht Lagerraum, kann bei Hochwasser oder Starkregen Probleme machen und stinkt etwas.
    Die Diagramme verführen zu der falschen Ansicht, daß eine Wärmepumpe einen größeren Energiebedarf ergibt als Öl oder Gas.
    .
    Stromkabel von 1964 sollten noch intakt sein und müssen nicht erneuert werden wenn sie getrennten Schutz- und Neutralleiter haben. Aber die Zahl der Steckdosen sollte heute eine Steckdose für jeweils 1, 5 m² Wohnfläche betragen. Man wird lediglich die heute geforderten RCD-Schalter und einen SLS-Schalter nachrüsten. Aber der ist nicht verpflichtend und den gibt es in der Bucht deutlich billiger als ein Originaler Listenpreis. Ich vermute ja, so viele angebotene, neue Schalter sind Palettenweise vom LKW "gefallen".

    Wichtig ist dabei ob eine Schienenmontage oder Hutschienenmontage gebraucht wird. Die Schalter von Hager kann man auf Schienenmontage nachrüsten. Bei ABB geht es nur bei den alten Schaltern mit der Typenbezeichnung S 701. Die neuen mit S 751 sind nicht umrüstbar.

    Auch eine 30 cm Wand von 64 sollte man heute mit 12 bis 15 cm Dämmung versehen. Dabei hätte man die Fensterlaibung mit 2 oder 3 cm auskleiden können. Eine dickere Dämmung mit Styropor stellt eine hohe Brandgefahr dar und kann im Brandfall nicht gelöscht werden. Die oberste Geschoßdecke kann man mit 20 cm nicht brennbarer Dämmung und darübergelegten OSB- oder Spanplatten versehen. Eine brennbare Dämmung ist unter den Platten nicht löschbar!

    Ein Sparrendach kann man dabei in kleinen Schritten um diese 20 cm anheben ohne es abzudecken. Im Prinzip erfordert das aber einen Bauantrag und eine Baugenehmigung. Beantragen kann das auch ein Bauing oder ein Maurermeister wenn es gefordert wird.
    .
     
  5. #5 TheSmisher, 02.10.2017
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    Danke schon mal für die Antworten und die Tipps, die Aussagen sind ja bis jetzt recht eindeutig. Ein paar Antworten auf eure Fragen bzw weitere Rückfragen hätte ich aber trotzdem noch:

    Dieser Energieberater verdient sein Geld mit der Vermittlung von Infrarotheizungen, er ist also nicht wirklich unabhängig. Vermutlich ist die Bewertung für Infrarotheizung deshalb so positiv ausgefallen

    Kann man das wirklich eins zu eins gleichstellen? Mir wurde gesagt, dass die Infrarotheizungen effektiver wären als herkömmliche Heizkörper. So wurde zum Beispiel der Energiebedarf für unser Haus auf 20.000kWh geschätzt, aber für die Infrarotheizungen würden angeblich 10.000 kWh ausreichen - wobei selbst das noch die doppelten Kosten bedeuten würde.
    Die Stromkabel sind leider noch zweiadrig, daher müssen wir es wohl neu machen

    Danke für die Tips fürs Dämmen, eine Fassadendämmung mit 14cm Mineralwolle war ursprünglich angedacht. Über das Dachgeschoss mache ich mir mal Gedanken. Das Dach anheben klingt jetzt eher nach sehr viel Aufwand und Kosten...

    Noch eine weitere Frage: wenn ich eine Gasbrennwertheizung nehmen sollte, kann ich dann im Erdgeschoss eine Fußbodenheizung verwenden und im ersten Stock Heizkörper oder müsste das einheitlich sein? Oder würdet ihr in meinem Fall ganz von einer Fußbodenheizung abraten?
     
  6. #6 Andybaut, 02.10.2017
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    ich beschränke mich mal auf den zweiten Punkt.
    Wenn ich 5KWh benötige um Wasser zum Kochen zu bringen, dann brauche ich 5KWh.
    Da kann das System noch so effektiv sein. Physik lässt sich nicht überlisten.

    Auf was der Vertreter hinaus will ist etwas anderes, dass er bewusst oder unbewusst durcheinanderbringt.
    Wenn ich eine Garage für 4h am Tag so heizen möchte, dass ich mich darin wohlfühle,
    dann wäre es unwirtschaftlich dies über eine Fußbodenheizung zu tun. Dazu müsste erst der Boden und
    dann die Wände auf "Temperatur " gebracht werden.

    Wenn ich nun für die 4h neben einer Infrarotheizung sitze, ist es mir immer angenehm warm.
    Ich benötigt dann vermutlich wirklich weniger Energie.

    So eine Infrarotheizung ist also immer dann gut, wenn ich nur für kurze Zeit Wärme benötigte.
    Bad, Bastelzimmer und ähnliches.
     
  7. #7 Leser112, 03.10.2017
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    Korrekt, wer nicht vollkommen blauäuig ist, sollte das auch so begreifen können.
    Welchen wirtschaftlichen Wert haben meist ominöse, rechtlich nicht belastbare Schätzungen?
     
  8. #8 petra345, 04.10.2017
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    Das ist eine Form von Betrug, um seine Infrarotheizung loszuschlagen

    Diese wahre Erkenntnis sollte allein schon der Grund sein, um von dieser Infrarotheizung die Finger zu lassen.

    Wenn für den Aufbau einer FBH keine 15 cm zur Verfügung stehen, sollte man davon die Finger lassen.
    Weniger Dämmung bedeutet, daß das darunter befindliche Stockwerk ebenfalls geheizt wird. Das bekommt dann eine, im Aufbau kostenlose Infrarot Deckenheizung mit Wasser als Medium.
    .Die Betriebskosten sind allerdings nicht so kostenlos.
     
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