Innendämmung bei KSL und Klinker

Diskutiere Innendämmung bei KSL und Klinker im Energiesparen, Energieausweis Forum im Bereich Altbau; Ich habe eine Bestandsimmobilie Baujahr 1974 erworben und möchte vor Einzug neue Fenster einbauen lassen. Bin jetzt in der Planungsphase Und wenn...

  1. #1 sonic87, 16.01.2017
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    Ich habe eine Bestandsimmobilie Baujahr 1974 erworben und möchte vor Einzug neue Fenster einbauen lassen. Bin jetzt in der Planungsphase
    Und wenn ich schon dabei bin, möchte ich (weil Klinkerfassade ohne Hinterlüftung und diese im guten Zustand ist) von Innen dämmen.
    Laut Eigentümerin (Bauherr verstorben) soll zwischen 24er KSL und Klinker eine Dämmung sein. Baupläne sind nicht mehr vorhanden, gehe aber aufgrund Baujahr davon aus das wenn Dämmung vorhanden ist, diese minimal ist.

    1. Noch habe ich die Schlüssel nicht, wisst ihr wie ich es ohne Probebohrung am einfachsten herausbekomme welches Material und Stärke verwendet wurde?

    2. Macht es Sinn von innen zu dämmen, denn KSL hat ja die positive Eigenschaft Wärme zu speichern und wenn ich davor von innen die dämme, würde diese positive Eigenschaft doch zunichte gemacht?


    3. Hat jemand hier im Forum bei KSL und Klinkerfassade von innen mit Mineraldämmplatten gedämmt?
     
  2. #2 Andybaut, 16.01.2017
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    die Klinkerschale hat eine Dicke von 11,5cm.
    Also einmal die Wandstärke messen und 11,5 + 24cm abziehen.

    Du wirst aber um eine Probebohrung nicht herumkommen und festzustellen welches Material
    die Dämmung hat und wie diese momentan aussieht.
    Je nach Ergebnis mal den U-Wert Rechner anschmeissen und testen was passiert.
     
  3. #3 sonic87, 16.01.2017
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    Macht es Sinn von innen zu dämmen, denn KSL hat ja die positive Eigenschaft Wärme zu speichern und wenn ich davor von innen die dämme, würde diese positive Eigenschaft doch zunichte gemacht?
     
  4. #4 Andybaut, 16.01.2017
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    Erstmal messen.

    Das Thema ist nicht so kurz zu beantworten.
    Das hat was mit Taupunkt, Dämmeigenschaften und Wärmebrücken zu tun.

    Aber richtig ist, dass die Wärmespeicherfähigkeit des Steins dann eher nicht mehr voll zur Verfügung steht.
    Das hat aber z.B. auch kein Holzhaus. Ist also nicht grundsätzlich ein Problem.
     
  5. #5 sonic87, 23.01.2017
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    So, am Wochenende war ich nochmal da. Das Außenmauerwerk beträgt insgesamt 40cm.
    11cm Klinker, 24cm KSL. Abzüglich Putz ca. 1cm, da bleiben 4cm für die Dämmung (Styropor) zwischen Klinker und KSL übrig.
    Ich spiele mit dem Gedanken doch Styropor von 3cm zu nehmen. Was meint ihr?
    Ich weis, da können Schimmelprobleme auftreten. Wer hat diesbezüglich Erfahrung gemacht?
     
  6. #6 Andybaut, 23.01.2017
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    Damit wir nicht aneinander vorbeireden.

    Du hast von innen nach außen:
    Putz 1cm
    KSL 24cm (Kalksandstein)
    4cm Dämmung (100% sicher, dass es Styropor ist?)
    11cm Klinker

    Du möchtest nun 3cm Styropor auf die Innenseite aufbringen.
    Vermutlich als Verbundplatte mit Gipskarton.
     
  7. #7 sonic87, 24.01.2017
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    Ganz genau.
    Ich habe das ganze beim U-Wert Rechner zusammengestellt.
    Es sollte kein Problem darstellen. Auch ohne Dampfbremse!
    Mit Zusatz EPS Dämmung:
    mit Zusatzdämmung EPS.jpg



    Ohne Zusatzdämmung:
    Ohne Zusatzdämmung.jpg
     
  8. #8 Andybaut, 24.01.2017
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    Grundsätzlich geht das ganze.
    Du musst aber unbedingt beachten, dass die Platten auf wirklich vollflächig verklebt sind.
    Keine Hohlräume.
     
  9. #9 sonic87, 25.01.2017
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    Danke für die schnelle Antwort, Andy.
    Ich möchte im Wohnzimmer größere Bodentiefe Fenster einbauen.
    Welchen U-Wert würdest du mir da empfehlen? 2 oder 3 Fach verglast?
     
  10. #10 Andybaut, 25.01.2017
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    Rein von der Dämmqualität des Hauses würden 2fach Verglasungen reichen.
    Das Haus ist nicht so toll gedämmt.

    Aber:
    3fach ist nicht mehr viel teurer und vor einem 3fach Fenster sitzt es sich angenehmer, da wärmer.
    Ich würde daher 3fach Verglasung wählen.
     
  11. #11 sonic87, 25.01.2017
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    Sitzt es sich nicht angenhmer wie kleiner der U Wert ist? Was hat die Verglasung damit zu tun?
    Welchen U Wert sollten die Fenster haben bezüglich meiner Ausenwand?
     
  12. #12 Andybaut, 25.01.2017
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    eine dreifach-Verglasung hat auf der Innenseite eine höhere Oberflächentemperatur.
    Daher sitzt es sich davor angenehmer.
    Dein Körper verliert weniger Strahlungswärme an die Verglasung.

    Vor einer 1-Scheiben-Verglasung ist es A...kalt, vor 2 Scheiben nach einiger Zeit unangenehm,
    vor 3 Scheiben immer schön kuschlig.
    Ein U-Wert von 0,9 für Glas+Rahmen (also nicht bloss das Glas) sollte ausreichen um es warm zu haben.
    Je tiefer, desto besser.
     
  13. #13 sonic87, 25.01.2017
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    Je tiefer umso besser stimmt doch nicht?
    Wenn das Fenster einen geringeren U-Wert wie die Außenwand hat, bekommt man bspw. Schimmelprobleme
     
  14. #14 Andybaut, 25.01.2017
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    nicht noch einer.

    Es gibt Leute die tatsächlich so etwas behaupten.
    Aber das ist schlichtweg Unsinn.
    Das Schimmelproblem kann man durch einen dichten Einbau bekommen, aber nicht durch ein gutes Fenster.

    Wenn du nun in dein altes Haus ein neues Fenster mit einer Scheibe und einem U-Wert von 3,0 dicht einbaust
    und nicht sehr viel lüftest, dann bekommst du das selbe Schimmelproblem wie wenn du ein Fenster mit 0,9 einbaust.

    Das Schimmelproblem entsteht durch zu niedriger Oberflächentemperaturen. Die hast du aber bei einem neuen Fenster nicht.
    Wohl aber den sehr dichten Einbau.
    Bei den alten Fenstern zog es durch die Fugen durch und hat quasi eine Zwangslüftung hergestellt.
    Bei den neuen Fenstern zieht es nicht mehr, daher musst du nun mehr lüften.

    Folgendes Beispiel (Die Lüftung nehmen wir als gegeben an)
    Du ersetzt das Fenster durch eine gigantisch gut gedämmte Wand.
    Schimmelt nun die Wand?
    Nein, tut sie nicht.
    Warum sollte also das Fenster schimmeln?
     
  15. #15 Onkel Dagobert, 25.01.2017
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    @Andybaut:

    Der Gedanke ist dabei ein anderer:
    Normalerweise ist das Fenster das dämmtechnisch schlechteste Bauteil. Das bedeutet Luftfeuchte schlägt sich als erstes am Fenster nieder. Typischer Effekt im Badezimmer nach Duschorgie. Am Fenster wird dies normalerweise recht schnell bemerkt und weggewischt oder weggelüftet. Alte 1-fach verglaste Fenster hatten sogar eine eigene kleine "Auffangrinne" im unteren Profil.
    Wenn nun das Fenster einen besseren Dämmwert hat als die Wand schlägt sich eventuell vorhandene überschüssige Raumfeuchte nicht am Fenster nieder, sondern am kältesten Bauteil (Wand). Da wird es dann nicht oder zu spät entdeckt und es entsteht an der Stelle Schimmel.
    Die Ursache ist dann eigentlich zu geringes lüften, aber der Grund wird dann auf das Fenster geschoben. Das Fenster verschiebt also die Problematik auf die Wand. Dazu kommt natürlich dass das neue Fenster warscheinlich wesentlich luftdichter ist als das alte und dadurch muss mehr gelüftet werden was oft vergessen wird.

    Resultat: "Vor dem Einbau des neuen Fensters hatte ich keinen Schimmel; mit neuem Fenster habe ich Schimmel (an der Wand) obwohl ich immer lüfte."

    Fazit: ein neues Fenster ist sicherlich nicht die Ursache von Schimmelproblemen, aber eventuell ein Auslöser. Das wird dann oft durcheinander geworfen
     
  16. #16 sonic87, 25.01.2017
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    Ok, dann habe ich mich falsch informiert. Vielen Dank für deine ausführliche Erklärung.
    Stimmt den, dass bei Fenstern mit geringerem U-Wert bei schlecht belüfteten Räumen sich die Feuchtigkeit an die Außenwand absetzt anstatt wie normal an den Fenstern und dadurch da der Schimmel sich bildet?
    Denn Feuchtigkeit geht doch immer an die kühlste Stelle (Oberflächentemperatur).
     
  17. #17 sonic87, 25.01.2017
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    Scheint wohl zu stimmen, danke Onkel Dagobert
     
  18. #18 Andybaut, 25.01.2017
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    mit der Erklärung kann ich leben:winken

    ich würde dennoch kein schlechteres Fenster einbauen um eine Art Frühwarnsystem zu haben.
    Dann lieber eine Feuchtemesser mit Alarmfunktion, falls es das gibt :-)
     
  19. #19 Andybaut, 25.01.2017
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    Stimmt den, dass bei Fenstern mit geringerem U-Wert bei schlecht belüfteten Räumen sich die Feuchtigkeit an die Außenwand absetzt anstatt wie normal an den Fenstern und dadurch da der Schimmel sich bildet?

    wenn du das anstatt ersetzt, dann passt das.
    Die feuchte Luft wandert nicht umher und sucht nach kalten Bauteilen. Die feuchte Luft ist gleichmässig im Raum verteilt.
    Wenn dann was kaltes kommt, schlägt sich die Feuchte nieder.

    Ist wie mit der Cola-Flasche. Die beschlägt, wenn sie aus dem Kühlschrank kommt.
    Die feuchte Luft in 5m Entfernung sagt sich aber nicht: "hey Leute, da ist ne kalte Flasche da gehen wir nun alle hin und kondensieren"
     
  20. #20 sonic87, 15.03.2017
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    Hallo zusammen,
    jetzt stehe ich kurz vor dem Kauf der Rigips/EPS Verbundplatten.
    Jetzt bin ich Forum darauf gestoßen das man lieber mit einer EPS Stärke ab 50mm dämmen soll weil 1. der Dämmeffekt natürlich besser ist und 2. ab dieser Stärke EPS man auch ein ordentliche Dampfbremse als Nebeneffekt hat. Zum Vergleich habe ich mir meine Wand nochmal beim U-Wert Rechner aufgebaut.
    Mit der 50mm Stärke hätte ich eine zusätzliche 2. Tauwasserebene (siehe Bild), aber laut Rechner habe ich unter den Bedingungen nicht mit Schimmelbildung zu rechnen.

    1. Sollte ich trotz 2. Tauwasserebene eine EPS Stärke von 50mm wählen?
    2. Wie Aussagefähig ist eurer Meinung nach der U-Wert Rechner?
    111.jpg
     
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