Innendämmung & Wärmebrücken bei "gutem Bestand"

Diskutiere Innendämmung & Wärmebrücken bei "gutem Bestand" im Spezialthema: Wärmebrücken Forum im Bereich Bauphysik; Die Außenwände unseres fast 40 Jahre alten Hauses wurden bereits mit einem ordentlichen Bimsstein gemauert und haben laut Hersteller je nach...

  1. #1 Liesepetz, 23.11.2017
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    Die Außenwände unseres fast 40 Jahre alten Hauses wurden bereits mit einem ordentlichen Bimsstein gemauert und haben laut Hersteller je nach Rohdichte einen U-Wert zwischen 0,49 und 0,63. Angesichts dieser Werte und bereits geldfessender Maßnahmen mit höherem Gesamtnutzen (undichte alte Fenster, zu sanierendes Flachdach, Umstellung auf Flächenheizung) also nichts, was durch ein WDVS verbessert werden müsste.

    In einigen Räumen erwäge ich allerdings in Absprache mit dem Heizungsbauer statt FBH lieber eine Wandheizung, unter der ich wegen schnellerer Ansprache gerne mit 4-6cm Holzfaserplatten dämmen möchte. Dabei kam die Idee, gleich ein paar Räume mehr damit auszustatten (wenn man schon dabei ist...)

    Ich frage mich, wie praktisch relevant in meinem konkreten Fall die immer beschworenen Wärmebrücken sind, was zu erzielende Einsparungen betrifft:

    (1) Mir scheint nicht die Gefahr gegeben, dass plötzlich irgendwelche Ecken derart kühl werden, dass dort Schimmel entsteht. Da meine Außenwände ja bereits einen akzeptablen U-Wert haben, müsste das Risiko doch minimiert sein, oder?

    (2) Die energetischen Nachteile der Wärmebrücken im Vergleich zum WDVS scheinen mir als Laien in der Diskussion immer etwas übertrieben zu werden (dass wärmebrückenfrei besser ist, stelle ich keinesfalls in Frage). Konkret an meinem Fall mit bereits akzeptabel dämmender Außenwand müsste absolut gesehen doch trotzdem eine merkliche Energieeinsparung möglich sein (also nicht nur Behaglichkeitsgewinn). Wenn ich eine Wand in einem Raum dämme und durch diese nur noch 50% der vorigen Wärme rausgeht, mag zwar der RELATIVE Anteil der Verluste durch angrenzende ungedämmte Bauteile steigen, aber ABSOLUT gesehen dürfte doch die Einsparung durch die gedämmte Wand in einem Raum fast dem theoretisch erreichbaren Wert entsprechen. Mir ist zwar nachvollziehbar, dass nach der Innendämmung angrenzende Bauteile (ungedämmte Außenwand ab einbindender Innenwand oder Geschossdecke) minimal wärmer sein können als zuvor, aber die Verluste darüber können doch kaum merklich ansteigen (gerade bei U-Wert der Außenwand deutlich unter 1) und gleich die Rentabilität der Maßnahme fraglich machen.

    Gehe ich recht in diesen Annahmen? Ich will zwar nicht die ganze Bude innendämmen, aber dort wo, da soll es sich auch lohnen... (d.h. abgesehen von den Räumen mit angedachter Wandheizung, die bekommen sowieso die Innendämmung drunter). Man darf auch nicht vergessen, dass der Verputzer bei mehr Wänden auch billger pro m² wird...
     
  2. #2 Andybaut, 23.11.2017
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    scroll mal zu dem Punkt
    "Wärmebrückenproblematik bei Innendämmung der Außenwand"

    dort ist das Problem geschildert, dass man durch deine Art der Dämmung hervorrufen kann.
    Wie groß das Probolem in der Realität ist, kann man berechnen lassen.
     
  3. #3 Liesepetz, 23.11.2017
    Zuletzt bearbeitet: 23.11.2017
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    Die Seite ist mir bekannt. Genau deswegen ja meine Vermutungen. Dort wurde das am Beispiel einer Außenwand mit einem U-Wert von 1,6 dargestellt, bei mir kommt ja die Eins vorm Komma weg. Von Schimmelgefahr gehe ich daher nicht aus.

    Meinen Sanierungsplaner habe ich bei einem Termin mal darauf angesprochen, bevor ich mich damit weiter auseinandergesetzt hatte. Er hatte spontan "aus dem Ingenieursbauch" heraus bei gegebener Situation auch keine Bedenken, in der Fläche schon gar nicht bei sorptionsfähiger und kapillaraktiver Dämmung überschaubarer Dicke, die zudem durch die Heizschleifen trockengehalten wird. Allerdings hatte er auch pauschal auf die Wärmebrücken verwiesen. Da das Rechnen lassen fürs Dach schon teuer genug ist, werde ich für diese Frage sicher keinen zusätzlichen Auftrag erteilen. Ich will auch hier nicht, dass das jemand kostenlos übernimmt, bitte nicht falsch verstehen. Ich brauche keine Detailrechnung, um auf 3 Jahre genau die Armotisationsdauer zu kennen, sondern will einfach nur wissen, ob die grundsätzliche Denkrichtung stimmt, was relative vs. absolute Verluste betrifft in so einer Situation wie meiner.

    Falls ja, reicht mir das vollkommen. Wenn Einsparungen wegen absoluter Verluste durch die Wärmebrücken gleich aufgefressen werden, lasse ich den Mehraufwand für die 2-3 "zusätzlichen" Räume, wenn dadurch aber die angrenzenden ungedämmten Bauteile nur relativ mehr Energie verlieren (und absolut wenig), dann wird halt mitgedämmt, auch wenn's nicht ganz so effektiv ist wie ein WDVS.
     
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