Italienische Armatur, Einbau ohne DVGW tatsächlich verboten?

Diskutiere Italienische Armatur, Einbau ohne DVGW tatsächlich verboten? im Sanitär Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, wir wollen unser Bad neu gestalten und haben folgende Armatur ausgesucht. Entscheidend war für uns, dass wir polierten Edelstahl wollten:...

  1. jetski

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    Hallo,
    wir wollen unser Bad neu gestalten und haben folgende Armatur ausgesucht. Entscheidend war für uns, dass wir polierten Edelstahl wollten: M8 - WANDMONTAGE 2-LOCH VERSION
    Als Hersteller ist zwar Deusenfeld angegeben, aber dies ist eher eine Marke als ein Hersteller, undzwar eine Marke des deutschen Händlers Maedje KG, die Armaturenserie wird anscheinend in Italien hergestellt.

    In der Beschreibung steht, dass die Kartusche KTW-WRAS-AS/NZS-NSF-ACS zerfifiziert ist, sprich KTW als deutsche Norm, zusätzlich WRAS (Großbritannien), und ACS (Frankreich) und noch ein paar andere - aber halt nur die Kartusche, nicht die ganze Armatur. Und der Begriff DVGW wird in der Beschreibung nicht erwähnt.

    Wir hatten nun zwei Badbauer zur Beratung da, und haben zwei verschiedene Auskünfte bekommen:
    - der erste sagte, er kann die Armatur einbauen, aber grundsätzlich unter Gewährleistungsausschluss, da Fremdmaterial (quasi unabhängig von der konkreten Armatur)
    - der zweite sagte, er dürfe die Armatur nicht einbauen, wenn nicht die komplette Armatur eine DVGW-Zulassung hätte, es wäre u.a. aus Haftungsgründen regelrecht verboten, und man könne es auch nicht vertraglich ausschließen. Auch argumentierte er, nationales Recht stünde immernoch über EU-Recht, sprich es hilft nichts wenn die Armatur in anderen EU-Ländern zugelassen ist (was meines Wissens nicht stimmt, EU-Recht steht in der Anwendung über nationalem Recht).

    Wer hat nun Recht, und - das entscheidende - ist diese Armatur oben im Link guten Gewissens einbaubar? Übrigens finde ich auch bei klassischen deutschen Herstellern wie Grohe etc. kaum konkrete Infos, dass diese oder jene Armatur eine DVGW-Zulassung hätte, da sind die Beschreibungen sehr lückenhaft.
     
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  3. #2 Fred Astair, 11.10.2018
    Fred Astair

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    Lass Dir vom Hersteller der Armatur schriftlich zusichern, dass alle verbauten Materialien der Positivliste der Trinkwasserverordnung von Januar 2018 entsprechen, Schallschutznormen eingehalten werden und die Armatur eigensicher gegen das Rückfließen von erwärmten Trinkwasser ist.
    Wenn Du diese Aussage, bestätigt von einem staatlich anerkannten Prüfinstitut hast, kannst Du die Armatur bedenkenlos einbauen lassen.
     
  4. #3 simon84, 11.10.2018
    simon84

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  5. #4 jetski, 12.10.2018
    Zuletzt bearbeitet: 12.10.2018
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    Naja, nicht wirklich - wo ist denn sonst noch ein solches Design in poliertem Edelstahl zu haben? Gebürstet möchten wir nicht, da polierter Edelstahl den Vorteil hat, dass man ihn immer wieder aufpolieren kann.

    Weiß jemand, wo man die zulässigen Grenzwerte von Blei/Arsen usw. in Armaturen findet? Damit meine ich das Armaturenmaterial, nicht die Grenzwerte im Wasser selbst.

    Verstehe ich das eigentlich richtig dass Eigensicherheit gegen Rückfließen nur relevant ist, wenn ein Brauseschlauch angeschlossen ist?
     
  6. jetski

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    Ich habe nun folgende Rückmeldung vom Hersteller Deusenfeld bzw. Maedje erhalten:

    "Guten Tag,anbei die Infos der Kartuschen von Kerox.
    Prüf-Zertifikate auch von DVGW finden Sie auf der Herstellerseite zum Download
    Zertifizierungen | Kerox
    Sowie ein Infoblatt von Deusenfeld für den Installateur."

    Im besagten Infoblatt steht
    "Wichtiger Hinweis für Ihren Installateur!
    Die Armaturen der Serie M8:
    - besitzen DIN-Anschlüsse
    - entsprechen den Anforderungen der AVBWasserV
    - sind zugelassen gemäß Umweltbundesamt
    und dürfen somit ohne Einschränkungen installiert werden"

    Dazu wurde noch ein PDF mit einem Testergebnis der Materialzusammensetzung (Eisen, Nickel, Blei usw). geschickt.

    Alle drei Sanitärleute bisher weigern sich jedoch ganz grundsätzlich, Fremdware einzubauen. Mein Argument, die Kerox Kartusche wäre die gleiche wie in jeder anderen Armatur, und ansonsten besteht das Ding nur aus einem Edelstahlkörper, wurde von einem Sanitär so entgegnet: es könne ja sein, dass im Edelstahlkörper ein Lunker ist, und wer haftet dann bei einem Wasserschaden?
    Da frage ich mich: ist das realistisch, dass ein Edelstahlgusskörper durch einen Wasserdruck von max. 10 bar aufgrund eines Lunkers aufbricht? Das erscheint mir (und ich arbeite in der Produktentwicklung von Industriegütern) unrealistisch - das ist ja kein Schlauch. Und wieso haftet dann nicht der o.g. Hersteller? Wieso wird mir als Kunden suggeriert, dass ich meine Armaturen ausschließlich über den Sanitärinstallateur kaufen kann, das kann doch nicht sein?

    Zumal, wie sieht es aus mit sehr bekannten, langjährig anerkannten Designklassikern wie Vola? Bei denen haben auch nur die Hälfte der Armaturen ein DVGW-Siegel, und der Rest nur WRAS oder SVGW oder ähnliches. Wäre die Situation dann eine andere?
     
  7. simon84

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    Die Frage kannst du dir doch wohl selber beantworten oder?

    Wenn du die Armatur schon hast und unbedingt willst, dann such dir einfach wen der sie dir einbaut.
    Es wird ja wohl in Berlin jemand zu finden sein, der eine UP Armatur montiert und anschliesst.

    Natürlich ist das Argument mit Materialverunreinigung extrem unwarscheinlich.
    Aber was ist, wenn der extrem unwarscheinliche Fall eintritt ?

    Ich erinnere nur mal an Südeuropa mit den Legionellen.
     
  8. jetski

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    Mich würde das tatsächlich interessieren, warum hier im theoretischen Fall eines Wasserschadens durch besagten Lunker und dadurch zerbrechende Armatur nicht der Hersteller haftet? Warum soll die Haftung ein Sanitärinstallateur (bzw. alternativ ein selbst einbauender Kunde) tragen?
     
  9. Fred Astair

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    Nein das verstehst Du nicht richtig. Die Misch-Armatur muss auch eigensicher gegen das Rückfließen von warmen Wasser in die Trinkwasserleitung kalt sein.

    Nein wäre nichts anderes.

    Es muss nicht unbedingt DVGW geprüft sein. Ich schrieb oben schon, dass es auch andere Nachweiswege gibt. Mit dem DVGW ist es nur am Einfachsten.
     
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  11. #9 jetski, 18.10.2018 um 17:16 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 18.10.2018 um 17:29 Uhr
    jetski

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    "Die Misch-Armatur muss auch eigensicher gegen das Rückfließen von warmen Wasser in die Trinkwasserleitung kalt sein." - das finde ich selbst nach ewigem Googeln bei keiner UP-Thermostatarmatur (ich rede hier von den modernen Varianten ohne Riesenblende, sondern mit zweigeteiltem Design, sprich Vola 5201, CEA MIL 35, Vallone Como 15 usw.) - mir kommt das wie ein Ding der Unmöglichkeit vor?

    Kann ich nicht einfach Unterputz einen Rückflussverhinderer zwischen Thermostatarmatur und Kaltwasserleitung schalten? Da gibt es doch massenhaft Dinger mit 1/2" Anschluss auf beiden Seiten für 10 Euro, mit DVGW-Zulassung, z.b. sowas hier Ideal Standard A963287AA Rückflussverhinderer 1/2" x 1/2", chrom

    Und warum ist meine Dusche eine gefährdete Entnahmestelle? Da kann sich doch nirgendwo Wasser anstauen?
     
  12. Fred Astair

    Fred Astair

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    Kannst Du nicht, weil Du es nicht darfst. Dein Installateur wird sich das als Lohnsklave nicht antun und müsste die RV revisionierbar einbauen. Schicke Klappe davor?
    Das ganze Theater hat er mit DVGW geprüften Armaturen nicht.
    Und ich bin das ewige Rumgenöhle auch jetzt leid. Glaub es oder glaub es nicht. Mir egal.
     
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