Kamin in einem heutigen Neubau - 9 kW zuviel?

Diskutiere Kamin in einem heutigen Neubau - 9 kW zuviel? im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Guten Morgen zusammen, wir möchten gerne einen Kamin. Nicht als echte alternative Wärmequelle, sondern einfach zum wohlfühlen. Ausgesucht...

  1. Lexmaul

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    Guten Morgen zusammen,

    wir möchten gerne einen Kamin. Nicht als echte alternative Wärmequelle, sondern einfach zum wohlfühlen.

    Ausgesucht haben wir uns einen Kamin mit Betonspeicherkörpern, die die Wärme laut Hersteller speichern und langsam abgeben. Nur finden wir quasi nur Einsätze mit 9kW Nennleistung - einen einzigen 4 kW-3-Scheiben-Kamin konnten wir ausfindig machen, der allerdings sowohl oiptisch als auch von den Maßen überhaupt nicht gefällt...

    Wie sind denn die Erfahrungen mit so einem "Wärmemonster" in einem hochgedämmten Haus? Nur wenig anfeuern ist ja auch schlecht, weil dann die Scheiben nicht mehr spülen...

    Aber holen wir uns damit ein echtes Problem ins Haus oder wird da gerne übertrieben, dass man sich eine Saune damit einbaut?

    Würde mich über Erfahrungen sehr freuen!
     
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  3. R.B.

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    Welche Heizlast hat der Aufstellraum?
    Brennraumgröße?
    Wie wird der Raum normalerweise beheizt?
     
  4. planfix

    planfix Gast

    auf den betonspeicher kannst du im neubau verzichten, das macht die angelegenheit auch leichter.
    bei den teilen mit betonspeicher, solltest du das teil auch in der statik berücksichtigen lassen. da diese auch schnell mal über 1 tonne haben.
     
  5. mastehr

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    Seit über einem Jahr heize ich mein komplettes Haus mit 163 m² Heizfläche mit 3,5 kW. Der Energiestandard ist gerade mal KfW-69,999
     
  6. Lexmaul

    Lexmaul

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    Schön, aber hilft mir wenig weiter :).

    Heizlast muss noch berechnet werden - es ist eine Sole-Erdwärmepumpe geolant, insgesamt hat das Haus eine Heizlast von grob ausgerechneten 6,5kW. Und damit natürlich Fußbodenheizung.

    Brennraumgröße 67x55 cm.

    Jap, Statik ist informiert, dass dort eine Punktlast von ca. 750 kg geplant ist. Wir fanden den Betonspeicher auch optisch in der Designbetonausführung unheimlich schön - und halt das Werbeversprechen, dass gerade jener Speucherstein eine sehr angenehme Wärmeabgabe hat. Einen verputzen Kamin möchten wir eher nicht haben...
     
  7. R.B.

    R.B.

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    Also ein Aufstellraum mit vielleicht um die 1kW Heizlast. Da sind 9kW Heizleistung doch etwas viel, Speicher hin oder her. Man muss auch bedenken, dass die Nennleistung nur eine Angabe unter bestimmten Bedingungen ist, in der Praxis kann die Heizleistung auch mal höher liegen. Dann ist es ja so, dass der Raum normalerweise beheizt ist, d.h. jede überschüssige Leistung führt zu einer Erhöhung der Raumtemperatur über die Solltemperatur hinaus. Bei einem normalen Abbrand gehen da vielleicht 30kWh in den Raum, die muss er erst einmal verkraften können. Das würde rechnerisch bei extremen Außentemperaturen für 30h ausreichen, was Du in sagen wir mal 3-4h in den Raum schiebst, und zwar zusätzlich zu der dort sowieso schon gespeicherten Wärmeenergie (FBH).

    Man muss sich nun die Brennraumgröße genauer anschauen und prüfen wie weit man die Holzmenge reduzieren kann, ohne dass die Energie nur sinnlos zum Schornstein hinaus geblasen wird. Ich bezweifle jedoch, dass man damit auch nur annähernd in den Bereich der Heizlast kommt. Würgt man den Ofen zu sehr ab, dann wird der Wirkungsgrad unterirdisch, sprich die meiste Energie verpufft ungenutzt.

    Um es kurz zu machen, ich würde mich bei einem 9kW Ofen hier nicht wohl fühlen. Der könnte nicht nur eine oder 2 Nummern zu groß sein, sondern viele Nummern.

    Ach ja, zum Betonspeicher, da stellt sich zuerst einmal die Frage wie groß dieser Speicher ist (Betonmenge in kg oder m3). Mit 720Wh/m3*K ist die Speicherfähigkeit doch eher begrenzt, auch wenn der Beton auf sehr hohe Temperaturen gebracht würde. Hat der Betonkern nur ein Gewicht von sagen wir mal 500kg, dann ist die Speicherfähigkeit noch einmal deutlich geringer. Trotzdem möchte ich dem Ofen die Speicherfähigkeit nicht absprechen, man sollte sie halt nur nicht zu hoch bewerten.
     
  8. oberberger

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    Gibt es denn andere technische Lösung um diesem Problem entgegenzuwirken, vielleicht KWL oder ein Konzept welches die Wärme vom Kamin besser in die anderen Räume verteilt, eventuell bei zu viel Hitze sogar raus (ineffizient) ?
     
  9. #8 wasweissich, 18. Februar 2015
    wasweissich

    wasweissich Gast

    Das einzige was das 9kW monstrum bändigt ist dann eine offene terrassentür...:mega_lol:
     
  10. R.B.

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    Ein wasserführender Ofen wäre eine Alternative. Da geht die meiste Energie in´s Heizwasser und kann damit im Haus verteilt oder in einem Puffer gespeichert werden.

    Eine KWL ist dafür nur bedingt geeignet, da Luft ein schlechter Wärmespeicher ist. Man müsste sehr große Luftmengen bewegen um solche Leistungen in den Griff zu kriegen. Einfach warme (feuchte) Luft in einen kalten Raum pumpen ist auch nicht der Brüller. (Stichwort: Kondensat).

    Am besten man sorgt dafür, dass der Ofen bzw. zumindest seine raumseitige Leistung zum Aufstellraum passt. Eine moderate Überdimensionierung ist dabei unkritisch, man sollte es aber nicht übertreiben.
     
  11. Lexmaul

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    Och menno :cry

    Ich hatte es schon befürchtet und kann das alles nachvollziehen - wieso gibt es bloß solche Monster? Zeitgemäß ist das doch dann kaum noch...naja, kann es eh nicht ändern.

    Wasserführender Kamin scheidet aus - das ist mir zu heikel mit der Wärmepumpe, dass es hier etwas durcheinander bringt. Und auch der Kostenfaktor ist noch entscheidend...

    Muss ich mir wirklich das 4kW-Mäuschen nochmal genauer anschauen und lieb gewinnen. Allerbesten Dank bis hierher!

    @wasweissich:

    Genau das hatte ich bisher auch einfach mal gedacht, aber ich glaube, dass es ein echtes Problem werden würde...

    Raumgröße liegt übrigens bei knapp 58 qm² (zähle die Küche mal mit dazu, die nur durch eine Glasschiebetür abgetrennt werden würde). Und ja, KWL gibt es auch...
     
  12. #11 Alfons Fischer, 18. Februar 2015
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    weil alle schöne große Sichtscheiben wollen, am besten mehrere davon...
     
  13. mastehr

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    Die unkontrollierte Verbrennung und Erzeugung von Feinstaub ist wirklich nicht mehr zeitgemäß.
     
  14. Lexmaul

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    Ja, doof, ne? Interessiert mich aber nicht - und gehört hier nicht zum Thema!
     
  15. R.B.

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    Man kann den Ofen schon kleiner bauen, aber willst Du dann Streichhölzer oder Holzscheite verbrennen? Das Problem liegt also weniger beim Ofen als vielmehr beim Brennstoff. Wenn Du einen Holzscheit anzündest dann brennt der ab, höchstens Du stellst einen Eimer Wasser daneben zum Löschen. d.h. Einmal angezündet muss die Energie irgendwo hin, und da bleibt nur Schornstein oder Aufstellraum.
     
  16. #15 tomtirol, 18. Februar 2015
    Zuletzt bearbeitet: 18. Februar 2015
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    Wir haben einen 10kW Ofen mit Panoramascheibe (75cm) in unserem Holzrahmenbau. Von den Dämmwerten liegen wir am Passivhaus.
    Der Aufstellraum ist im EG, wobei wir das EG (Wohnzimmer, Küche, Büro, Flur) komplett offen haben. Größe ca. 80m².
    Den Ofen haben wir mit Schamottsteinen ummauert, welche nach ca. 2-3 Stunden anfangen warm zu werden. Halten dafür die Wärme recht lange. Aus den Lüftungsschlitzen verteilt sich die Wärem recht gut im Raum. Durch die Scheibe kommt keine übermäßige Hitze. Hatte nämlich zuerst auch Bedenken. Man kann gemütlich auf dem Sofa in 1,5m Entfernung sitzen. Bis jetzt ist noch niemand verschwitzt ;).

    PS. Eingefeuert wird mit Fichte/Buche ca. 4 Scheite und dann nach ca. 1 Std. nochmal nachgelegt. Scheibe ist nach 6 Monaten Betrieb immer noch sauber.
     
  17. Lexmaul

    Lexmaul

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    Mmmhh..........................
     
  18. Boergi

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    Hier auch mal ein Erfahrungsbericht von mir:

    Wir haben eine Netto Heizlast von 6,9 kW (bei 185m² Wohnfläche), insgesamt einen recht offenen Grundriss (d.h. Wohnen, Kochen und Essen ist ein großer Bereich 2,2 kW, keine Türen zum Treppenhaus und zur Diele und auch keine Unterzüge in der Decke), die KWL verteilt auch noch etwas aber dürfte wohler eher zu vernachlässigen sein.
    Verbaut haben wir einen Kaminofen mit 10 kW Nennwärmeleistung, Nach 3-4 Stunden Heizen erhöht sich die Raumtemperatur im Wohnbereich um ca. 2°C, ich hatte zuerst auch befürchtet dass sich der Raum zu sehr aufheizt.
     
  19. R.B.

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    Die Holzmenge spielt ja auch eine Rolle. Ansonsten würde ich mir Gedanken darüber machen, wohin die viele Energie geht, denn im Aufstellraum scheint sie ja nicht zu landen.
     
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  21. Lexmaul

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    Ist das schlimm, wenn sie durch den Schornstein geht? Ehrlich gemeinte Frage...
     
  22. Inkognito

    Inkognito Gast

    Altbau mit ungedämmten Wänden, gedämmten Dach und einem Ofen mit 6 kW Nennleistung. In der Wohnküche (~40m² zzgl. Diele/TH bis zum Dach) ist die Heizung auf ~18° eingestellt, mit Heizen je nach Lust und Laune problemlos bis 24°. Schöner Ofen, mit Sichtscheibe. Völlig unwirtschaftlich, aber wahnsinnig gemütlich.


    Es gibt auch Öfen, die sind drehbar, da kann man sich die Sichtscheibe hindrehen, wo man gerade ist. Aber meines Wissens funktioniert das nicht mit raumluftunabhängigen Betrieb, den ich in Ihrem Falle unbedingt empfehlen würde.
     
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