Kaminofen bei KfW55 überhaupt sinnvoll?

Diskutiere Kaminofen bei KfW55 überhaupt sinnvoll? im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo zusammen, wir planen gerade ein EFH nach KfW55 Standard. Unser Bauträger wies uns darauf hin, dass bei unserem voraussichtlichen...

  1. waterkant

    waterkant Gast

    Hallo zusammen,

    wir planen gerade ein EFH nach KfW55 Standard. Unser Bauträger wies uns darauf hin, dass bei unserem voraussichtlichen Energiebedarf der gewünschte dänische Ofen evtl. gar nicht mehr sinnvoll ist. Stimmt das? Macht man bei den heutigen Häusern wirklich schon die Terrassentür auf, weil es einfach mit dem Ofen viel zu warm wird? Wir freuen uns immer, wenn wir im Elternhaus aus den 80ern sind und dieses behagliche Gefühl vom Kamin erleben dürfen. Eigentlich wollten wir das auch immer haben. Was meint Ihr?

    Viele Grüße

    PS: sehr schönes Forum! Ich hoffe mich künftig auch mal einbringen zu können, wenn ich meinen Laienstatus überwunden habe :-)
     
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  3. #2 Thomas Traut, 9. Februar 2016
    Thomas Traut

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    Sinnvoll in welcher Beziehung? Wir genießen es, wenn der Ofen zum rumlümmeln auf der Couch 24°C macht. Sparen tust Du nichts. Schornstein und Ofen alleine kosten schon ein Vielfaches der gesamten jährlichen Heizkosten. Aber schön ist es! Ich liebe schon den Geruch, vom Flammenbild mal ganz abgesehen. Da kommt immer der kleine Pyromane durch ...
     
  4. Skeptiker

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    Es kommt auch auf das Volumen des Aufstellraumes an. Bei einem 4-kW-Ofen in einem Raum von 40 m3 mit 10 m2 Außenwand wird es erheblich schneller unangenehm (30 min Abbrandzeit) als bei 300 m3 und 60 m2 thermischer Hülle (garnicht).


    mit skeptischen Grüßen!
     
  5. dimitri

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    Wenn es ums Feuerschauen geht, wäre ein Kamin (auch offener Kamin oder Heizkamin genannt)m.M. nach die beste Variante. Dieser darf nur "gelegentlich" verwendet werden. Wenn ich mich recht erinnere gab es mal ein Urteil, dass das "gelegentlich" mit 3 Monaten/Jahr angab.
    Hat den Vorteil, dass die Räume nicht überheizt werden und mach das typische Kamingefühl im Raum hat.
    Mit dem typischen Warmluftofen hast in einem heutigen Haus ruck zuck 30 Grad im Zimmer - je nachdem wie die Räume aussehen und wie lange du einheizt.

    Variante drei wäre ein echter Grundofen, der für euer Haus gerechnet ist und normalerweise einmalig alle 12 bzw. 24 Stunden beheizt wird. Falls ihr eine Lüftung habt, wird das aber schwierig, da gemauerte Öfen nie 100%ig luftdicht sind und somit immer die theoretische Gefahr besteht, dass Rauchgas in den Raum eingesogen wird.
     
  6. Skeptiker

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    Und weshalb gibt der weniger Wärme ab und vor allem, gibt es überhaupt welche mit so geringer Nenn-Heizleistung, wie hier vermutlich erforderlich?
     
  7. dimitri

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    Sie geben fast nur Strahlungswärme durch die Sichtscheiben ab und besitzen keinen metallischen Heizeinsatz oder keramischer Heizfläche. Die heißen Rauchgase gehen daher fast ungehindert zum Kamin raus ohne Gelegenheit zu bekommen die Wärme abzugeben. Sobald das Holz aus ist, ist auch die Wärme weg.

    Bei meinem Grundofen mit Sichtscheibe gehen ca. 10% der Energie direkt durchs Glas in den Raum. Wenn man jetzt mal einen Verbauch von ca.3kg Holz pro Stunde in so einem Kamin zugrundelegt (keine Ahnung ob das hinkommt, ich verbrenn' immer 10kg auf einmal :D) dann wäre das rechnerisch eine Größenordnung von ~1,5kWh entsprechend mehr oder weniger je nach Holzmenge.
     
  8. #7 Schnabelkerf, 9. Februar 2016
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    Solange einem klar ist das man mit dem Kaminofen kein kaltes Zimmer/Haus gemütlich warm macht sondern einen warmen Raum in einem gut gedämmten Haus deutlich wärmer macht als nötig ("überheizt") kann man es trotzdem geniessen.

    Die Luft ist im Winter meist recht trocken so das auch Temperaturen über 25° C gut auszuhalten sind. Diese Temperaturen erreiche ich in meinem "kleinen" 30 m² Wohnzimmer bei Kaminnutzung regelmäßig. Auch 28° wurden schon geknackt. Das ist dann aber auch der Punkt an dem ich ebenfalls die Fenster&Terassentüren aufmache oder den Raum verlasse weil es mir zu warm wird.

    Aber bei einem Abbrand (2-3 Scheite) und vielleicht noch einen Scheit nachlegen wird nur 25-26°C erreicht. Das kann man am Anfang im Ohrensessel direkt vorm Kamin wunderbar geniessen. Zum Ende setzt man sich dann besser ein wenig weiter weg :-)

    Fazit: Solange man einen möglichst kleinen Ofen nimmt und es mit dem befeuern nicht übertreibt ist das ok. In einem kleinen Ausstellraum sollte man halt nicht erwarten das der Ofen die Raumtemperatur kaum beeinflußt.
     
  9. waterkant

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    Also das Wohnzimmer wird offen gestaltet, Esszimmer und Küche können dadurch theoretisch mit geheizt werden. Die endgültige Zeichnung habe ich noch nicht, aber wir reden wohl zusammen über 40-50qm. Grundfläche sind 110qm... minus Flur und Hauswirtschaftsraum. Mehr Räume gibt's unten nicht.

    Lasst Ihr die Scheite richtig brennen oder nur noch glimmen?
     
  10. Skeptiker

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    Raumhöhe? (Räume haben drei Dimensionen und ein Volumen, nicht nur eine Fläche!) Raumluftverbund zum Obergeschoss über offene Treppe?


    mit skeptischen Grüßen!
     
  11. dimitri

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    Holz als Brennstoff ist nur bedingt geeignet den Abbrand durch Regulation der Sauerstoffzufuhr zu steuern. Zu wenig Sauerstoff führt zu unsauberem Abbrand (viel Ruß und Rauch).
    Du kannst aber durch Auswahl der Holzsorten den Abbrand etwas beeinflussen. Eine Mischung aus Weich und Hartholz (Buche, Eiche wenn richtig abgelagert) und ggf. Rindenbriketts (nicht ganz billig) für die Gluthaltung.

    Birkenholz liefert sehr schöne Flammen, würd ich für einen Kamin auch bevorzugen.

    Es gibt auch Öfen, die auch für den Betrieb mit Kohle geeignet sind, damit kannst dann wirklich mehrere Stunden kontinuierlich Wärme abgeben, Feuerschauen fällt damit natürlich aus.
     
  12. waterkant

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    Puh, ehrlich gesagt, weiß ich die Raumhöhe noch nicht. Ich dachte, das sei in etwa standardisiert ;-) Zum Flur mit Treppe ist eine Tür geplant, also nicht dauerhaft offen.

    Es geht uns wirklich kaum um den Heizeffekt, mehr um die Behaglichkeit. Also Feuer gucken und Buch auf der Couch vorm dänischen Ofen lesen. Aber halt nicht mit Saunafeeling. Gegen 25 Grad haben wir nichts :-)
     
  13. Skeptiker

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    Nö, ist es nicht. Rechnen kann man erstmal mit 3 m Höhe.

    Dann vielleicht eher den entsprechenden Film laufen lassen? Das spart viel Investition und den jährlichen Schornsteinfeger.


    mit skeptischen Grüßen!
     
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  15. #13 abcdefg2014, 9. Februar 2016
    abcdefg2014

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    Also wir haben ebenfalls ein sehr gut gedämmtes KfW55-Haus (von der Hülle her ist es eher ein KfW40 Haus) und hatten die gleichen Bedenken bezüglich eines Kaminofens wie ihr in Sachen Überheizung. Wir haben uns dann letztendlich doch - auf Anraten eines Ofenbauers - für einen entschieden und sind sehr froh, dass wir es gemacht haben.

    Wir haben allerdings einen gemauerten Kamniofen mit entsprechend Speichermasse, so dass ein Teil der Energie im Stein gespeichert wird. Allerdings wollten wir auch bewusst eine große Scheibe, damit man auch schön das Feuer sieht.

    Bei normalem Abbrand mit etwa 2-3 Scheiten/Stunde (à 25cm) wird es gemütlich warm, aber bei weitem stellt sich kein Saunaeffekt ein. War auch zu Beginn unsere größte Sorge.

    Das beheizte Volumen sind bei uns ca. 50m^2 bei einer Deckenhöhe von 2,50m. Der Kaminofen steht aber sehr zentral.

    Auf jeden Fall darauf achten, dass der Ofen über ausreichend Speichermasse verfügt, so dass nicht alle Wärme ungehindert abgestrahlt wird. Dann kann es u.U. vielleicht doch zu warm werden.
     
  16. felix56

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    Ich beschäftige mich auch gerade mit einem 4 kW Kaminofen (ohne Speicher) für ein 30m²/90 m³ Wohnzimmer. Etwa 1,5 kW Heizbedarf.

    Das wäre doch theoretisch nur 1 Scheit /Stunde.
    Deshalb verwundert mich Ihre Angabe 2-3 Scheite - ich vermute pro Stunde.

    VG Felix
     
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