Kanalherstellungskosten mehr als verdoppelt

Diskutiere Kanalherstellungskosten mehr als verdoppelt im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Hallo liebe Experten, ich würde gerne mal eure Meinung einholen. Kurz zum Hintergrund: Ich habe mit meiner Familie ein Haus in NRW gebaut...

  1. Bolt36

    Bolt36

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    Hallo liebe Experten,

    ich würde gerne mal eure Meinung einholen.

    Kurz zum Hintergrund: Ich habe mit meiner Familie ein Haus in NRW gebaut (soweit hat auch alles bestens funktioniert). Mittlerweile sind auch alle angefallen "Kostenblöcke" bekannt und bezahlt. Mit einer Ausnahme: Der Bescheid über die Kanalherstellungskosten. In unserer Stadt wird der Auftrag zur Herstellung des Schmutz- und Regenwasserkanalanschlusses von der Stadt vergeben. D.h. die Stadt schreibt die Herstellung aus und wählt den "günstigsten" Anbieter (Problem: es gibt nur 3 Unternehmen, die die Stadt beim Straßenbau als befähigt ansieht und dass die 3 Unternehmen ihr Oligopol auch schön ausnutzen).

    Vor Beginn der Maßnahme hatten wir von der Stadt eine Kostenschätzung über 18.000€ bekommen (unfassbar wenn man bedenkt wie viel andere Gewerke gekostet haben). Die Schätzung enthielt den Hinweis, dass die tatsächlichen Kosten nach tatsächlichem Aufwand abgerechnet werden (unterstellt wurden 11m länge und eine Tiefe von 2,40m für die jeweiligen Kanäle).

    Dann der erste Schock: Pläne der Stadt stimmten nicht, die Kanaltiefe betrug 3,7m. Daraufhin informierte uns die Stadt, dass Extrakosten i.H.v. 3.000€ zu erwarten sein.

    Anschließend wurde die Kanalherstellung abgeschlossen und wir haben monatelang nichts mehr von der Stadt gehört.
    Da ich meine "Buchhaltung" aber erledigen wollte, habe ich diese Woche bei der Stadt angerufen und gefragt wann den mit dem Bescheid zu rechnen sei, da ich gerne Gewissheit haben würde.

    In diesem Telefonat wurde mir dann mitgeteilt, dass momentan noch kleinere Klärungen offen sind, aber etwa 40.000€ zu zahlen seien...........

    Natürlich extrem geschockt von der Kostensteigerung - da ich diese auch nicht einfach so tragen kann - habe ich nach den Gründen gefragt. Der Herr bei der Stadt - dem das ganze auch merklich unangenehm war - erklärte dann, dass dies das Ergebnis der gemeldeten Werte des Tiefbauers sei.

    Die wesentliche Kostensteigerung sei durch die Breite des "Aushubs" begründet. Statt der unterstellten 1,5m seien 3,2m Breite gemeldet worden. Begründet durch den schlechten Unterbau der Straße hätten die Stützwände sonst nicht richtig gehalten. Zusammen mit der größeren Tiefe würden sich die Mehrkosten einfach ausmultiplizieren.

    Mein Problem ist nun, dass ich also quasi für den schlechten Straßenbau (und dessen Konsequenzen) bezahlen soll, der anschließend nach Vorgaben der Stadt qualitativ "höherwertiger" wieder hergestellt werden musste.

    Mittlerweile habe ich auch die entsprechenden kommunalen Satzungen und Gesetze gelesen, weiß aber noch nicht richtig wie ich am besten vorgehen soll (da der Fall auch einfach nicht explizit abgedeckt ist). Hat jemand von euch einen Ansatz/eine Idee? (ich bin für alles sehr dankbar, da es auch meine schwangere Frau etwas beruhigen könnte).



    P.S. Interessante Anekdote am Rande (damit Ihr das ganze Bild habt). Der selbe Tiefbauer wurde von der Stadt auch beauftragt die Versorgungsleitungen herzustellen - dort allerdings zu einem Festpreis(ist dort so vorgegeben). Bei den Arbeiten hat jener Tiefbauer dann Baumwurzeln beschädigt und entsprechend Ärger mit der Stadt bekommen (Kostenerstattung/Sicherungsmaßnahmen). Nun ist es so, dass ich vermute, dass diese Kosten beim preislich variablen Teil der Arbeiten bei mir wieder reingeholt werden sollen.
    die 3,2m Grabenbreite sind nämlich nicht sachgerecht (selbst der neue Asphaltteppich ist nur 2,4 m breit und dieser ist ein gutes Stück über die Ränder der Baugrube hinaus angefüllt worden). Ich habe glücklicherweise auch entsprechende Fotos).

    Mein beabsichtigtes Vorgehen ist nun: 1. Klärung, ob ich für die "Verbesserung der mangelhaften Straßensubstanz überhaupt zur Zahlung herangezogen werden kann/inwieweit die Stadt hier eintreten müsste.
    2. Anschließend vergleiche ich die gemeldeten und tatsächlichen Werte (zum Glück gibt es wirklich sehr sehr viele Fotos) der Abrechnung (die mir ja noch nicht vorliegt). Ich bin eigentlich nicht besonders streitsüchtig, erwäge jedoch, wenn es mir nach Vorsatz erscheint, den Abrechnungsbetrug weiterzuverfolgen.
     
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  2. SIL

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    Firstwahrend unter Bezug des Telefonats, dieser Aussage erstmal formal widersprechen und auf die aufgezeigten Kosten ( incl Nachtrag mit 3K) und erstmal nichts weiter kommentieren, einen Begehungstermin mit dem zuständigen Mitarbeiter vereinbaren vor Ort, dieses Ergebnis erstmal abwarten. Eine Beweisführung incl Fotos würde ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht anregen, auch Kommentare wie vermutlich aus dem Schaden wird versucht.... geschenkt. Erst bei Errichtung des Bescheids, wird gekontert - nicht alles Pulver vorher verschiessen, bei derartig diskrepalen Ansätzen - sollte dies von Ihrer Kommune dann wirklich in dieser nicht nachvollziehbaren Weise versucht- Anwalt. Da wir Feiertag und Brücken Tag haben, kann ich leider nicht auf einen Vorgang zugreifen den eine Kommune in fast selber Art bei einer unserer Anlagen probiert hat.
     
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  3. Bolt36

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    Danke! Eine gute Idee mit der Begehung. Ich hatte mir schon gedacht, dass ich einige Sachen wie die Fotos etc. In der Hinterhand behalten sollte.

    Wie ging der beschriebene Fall denn aus?
     
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