Kanalsanierung...? Hebeanlage?

Diskutiere Kanalsanierung...? Hebeanlage? im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Guten Tag an alle Forumsmitglieder! Also zuerst muss ich ein Lob loswerden... - (auch wenn das hier vielleicht nicht die richtige Stelle dafür...

  1. #1 Donald72, 04.07.2014
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    Guten Tag an alle Forumsmitglieder!

    Also zuerst muss ich ein Lob loswerden... - (auch wenn das hier vielleicht nicht die richtige Stelle dafür ist :) ): ich bin begeistert von diesem Forum!! Mir wurde jedesmal schnell, kompetent und höflich weitergeholfen!

    Nun zu meinem Anliegen (aber ich warne vor: teilweise recht unappetitlich...):
    In dem geerbten Haus meiner besseren Hälfte kommt es nach heftigen Regengüssen alle paar Jahre zu Überschwemmungen des Hofes... - und zwar steigt der "Flüssigkeitsspiegel" in der Sickergrube soweit an, dass es zu Überschwemmungen kommt: dann schwimmt (im harmlosesten Fall nur) Toilettenpapier in der Hofeinfahrt; regelmäßig kommt dann ein Kanaldienst, der die Rohre durchspült... - dann ist wieder für 2-3 Jahre Ruhe.
    Der Herr des Kanaldienstes sagte dann immer wieder, dass wir 2 Probleme hätten:
    1) Wurzelwrk habe sich bis in die Rohre vorgearbeitet und würde nun zu Verstopfungen führen (er hat wohl auch mal die Rohre mit Kamera abgefahren) => dieses Problem sei durch "Wegfräsen" der Wurzeln behhebbar; anschliessend könnte man in die alten Rohre neue, im Durchmesser geringere Rohre einschieben und dieses Problem sei gelöst
    2) Das größere Problem sei aber, dass das Gefälle zu flach sei. Und da 1.) der tiefste Punkt des Abwasseranschlusses hausseitig, 2.) der Anschlusspunkt an den öffentlichen Kanal und 3.) die Distanz zwischen beiden Punkten nicht zu verändern sei, sei auch immer wieder mit neuen Verstopfungen zu rechnen...

    Nun meine Frage... - ich habe mal was von "Hebeanlagen" gelesen, die wohl bei nicht veränderbar zu geringem Gefälle von Abwasserkanälen zwischengeschaltet werden können...
    Macht sowas Sinn?
    Welches Konzept einer Sanierung würdet Ihr mir vorschlagen?
    Und mit welchen Kosten (vielleicht pro Meter Kanal) müsste ich rechnen?

    Ich danke im voraus für Eure Hilfe!
    Lieber Gruss aus dem Taunus
    Donald
     
  2. Doozer

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    Da kann von 478,80 € bis 5346,47 € pro Meter Kanal alles rauskommen.
    Du brauchst einen Fachmann.
    Was Du ggf. selbst herausfinden kannst, ist, ob Du ggf. alle Schmutzwasserleitungen im Haus unterhalb der Kellerdecke abfangen kannst (günstigstenfalls wäre das nur ein Schmutzwasserstrang, der von oben kommt) und ob Du überhaupt einen Schmutzwasserablauf im Keller benötigst (WC? Waschküche?).
    Simpel gesagt: Wenn Du Dein Schmutzwasser an möglichst einer Stelle unter der Kellerdecke zusammenführen kannst, wäre das schon mal ein guter Anfang, um von dort aus durch die Kellerwand nach außen und anschließend mit neuer Schmutzwasserleitung bis an den Kanal zu gehen. Bedenke auch, dass Du die Kommune/den Unterhalter des Sammelkanals mit ins Boot holen musst.
     
  3. #3 Donald72, 04.07.2014
    Zuletzt bearbeitet: 04.07.2014
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    Hallo Doozer,
    ok, das mit der Kalkulation war mal nur so ein Schuss ins Blaue...
    Ich dachte, wahrscheinlich naiv, was es kosten würde 1. die Rohre, (ca. 52 Meter Distanz vom tiefsten Punkt im Keller bis zum öffentlichen Kanalanschluss), so wie der Kanalfacharbeiter meinte auszubessern und 2. (im Falle, dass das die Lösung meines Problems sein könnte) eine Hebeanlage zwischenzuschalten... - da bin ich nicht von so einer riesigen Spannweite der möglichen Kosten ausgegangen...

    Also, zu der bisherigen Entwässerungssituation laut Architektenplänen:
    - quasi an der Rückseite des Hauses ist im Fundament des Kellers (teilweise Wohnfläche mit Küche, Waschküche, WC, Dusche, mehrere Waschbecken) der tiefste Punkt eines - soweit ich das hier ersehen kann - Schmutzwasser-Einzelstrangs. Der Kanal führt dann ca. 11 Meter in der Bodenplatte des Hauses unter der gesamten Länge des Hauses hindurch an die Vorderseite des Hauses, bis nach ca. 13 Metern der Anschluss an die Sickergrube folgt. Dann im rechten Winkel zweigt der letzte Teil des Kanals ab, um nach ca. 28 Metern Anschluss an das öffentliche Netz zu finden.
    Ich kann also - nach meinem Verständnis - an den Distanzen und Höhenunterschieden im Kanalsystem nichts tun...

    Gibt es da keinen Lösungsvorschlag?
    Mir ist klar, dass ich letztendlich einen Fachmann vor Ort beauftragen muss. Trotzdem wäre es mir eine Hilfe, wenn es vielleicht verschiedene Alternativen gibt... - denn: ich kann unmöglich einen mittelhohen fünfstelligen Betrag aufbringen, geschweige denn € 278.016,44 (52Meter x 5.346.47) :yikes...

    LG an alle HelferInnen
    Donald
     
  4. #4 valent1n, 04.07.2014
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    Nur kurz aus eigener Erfahrung:

    Ein Rohr im Rohr-System (Inliner) kann zwischen 300-500€ pro Meter kosten. Funktioniert auch nur dann, wenn der hergestellte Durchmesser für das Abwasser ausreicht. Wäre so oder so für 52m relativ teuer.

    Ich könnte mir vorstellen, das es sinnvoll wäre das Schmutzwasser neu im Keller oberhalb der Sohle zusammenzuführen und von dort (Rohr sichtbar) durch die Kelleraußenwand zum Kanal hin zu führen. Deine Einfahrt wolltest Du ja eh neu machen :-)

    Hängt natürlich von der Kellernutzung ab und vielen anderen Parametern für die dementsprechend ein Fachplaner benötigt wird.
     
  5. #5 Donald72, 04.07.2014
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    Hallo valent1n,

    ja, Du hast recht, da die Einfahrt eh gemacht werden soll ;), ist eine offene Sanierung vermutlich ähnlich teuer, wie die Inliner-Variante...
    Zu dem Gefälle-Problem:
    Ich verstehe den Sinn Deines Vorschlags nicht.
    Denn momentan ist es so, dass die Tiefe des Punktes, an dem bisher sämtliches Schmutzwasser zusammenläuft wohl nicht über das Sohlen-niveau "angehoben" werden kann, da ansonsten ja kein Abfluss aus den Zuleitungen des Kellers gewährleistet ist. Hier kann ich also nicht höher gehen, um das Gefälle zur Sickergrube/öffentlichen Anschluss zu erhöhen. Das meinte ich ja mit den o.g.: dass ich weder etwas über die Streckenlänge machen kann, noch an den Fixpunkten A(tiefster Punkt im Sohlenbereich), oder B (öffentlicher Anschluss)...
    Bisher hat sich leider auch noch niemand zu dem Punkt der Hebeanlage geäussert... - kann ich also davon ausgehen, dass eine solche Anlage für mein Problem keine Lösung bringen würde?

    Grüsse,
    Donald
     
  6. #6 valent1n, 04.07.2014
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    Schaut mal ob Ihr in euren Unterlagen noch den Entwässerungsplan von früher habt, in dem müssten die unterschiedlichen Höhen eingetragen sein (Kanal/Haus/Keller/Abflüsse etc.). Bei mir war der Plan noch vorhanden (von 1937) wobei der öffentliche Kanalanschluss dann erst Ende der 80er durchgeführt wurde.

    Ich denke das sind zwei verschiedene Punkte, Du meinst eine Rückstausicherung um zu verhindern das etwas vom Kanal zurück kommt wegen zu geringem Gefälle. Und ich bin davon ausgegangen das der Kanal im Haus unter der Fundamentsohle läuft. Da dort eine Sanierung teuer wäre (Inliner 11m) könnte man ein neues Rohr oberhalb der Sohle rausführen und so gleich das Problem mit dem Gefälle umgehen.
     
  7. #7 SirSydom, 04.07.2014
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    vielleicht kannst du ja auf die Abflüsse des Kellers verzichten? Dann gewinnst du vielleicht 2-3m.
    Wenn denn die Waschmaschine im Keller steht und da bleiben soll kann man die vielleicht mit einer kleinen Hebeanlage versehen.

    Könnte mit vorstellen dass eine Hebeanlage für Grauwasser billiger ist als eine wo zur Not auch die tote Katze durch muss.
     
  8. #8 Achim Kaiser, 04.07.2014
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    Wurzeleinwuchs ist bei Kanälen ein riesen Übel.
    Freifräßen behebt das Problem max. für ein Jahr, im Frühjahr drauf geht der selbe Mist wieder los.
    Die Natur ist da gnadenlos. Ergo sollte man - egal was man macht - die Einwurzler eleminieren und zwar dauerhaft.

    Inlinern bei eingewachsenem Wurzelwerk würde ich nicht machen ... die Wurzeln schaffen vermutlich auch den Inliner.
    Wenns sowieso am Gefälle klemmt oder Senkungen vorhanden sind ... neu verlegen.
    Wenns Unklarheiten beim Gefälle gibt Kanalanschluss am Gebäude freilegen und vor der großen Graberei ausnivelieren ...

    Rechnerisch wird auch früher wohl das Gefälle gereicht haben ... blos die Senkungen sind der Verlegung geschuldet.
    Wenns eh Arbeiten im Hof geben soll dann neu machen und nicht inlinern.

    Hebeanlage heilt zwar Höhenprobleme hilft aber nix bei Wurzeln...

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  9. #9 Donald72, 04.07.2014
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    Hallo,

    @Achim Kaiser:
    Da die Einfahrt eh gemacht wird, würde ich neu verlegen lassen; was die "Einwurzler" betrifft, so muss ich mal - bei der üppigen Vegetatation im Einfahrt-/Kanal-/Grenzbereich zum Nachbarbewuchs (!) - versuchen, rauszufinden, welche Wurzeln zu welcher Pflanze passen, um die Verursacher zu identifizieren!
    ABER: das viel größere Problem sah und sehe ich in der grenzwertigen Höhendifferenz, die nicht so einfach zu beheben ist: entweder müsste ich das Haus etwas anheben, oder aber den öffentlichen Kanal neu und tiefersetzenlassen mitsamt der daran hängenden Kanalisierung (das war ein Witz! ;-))
    Also könnte eine Hebeanlage (für das gesamte Schmutzwasser, inkl. toter Katzen/Schwiegermütter/etc ;-)) mein Hauptproblem beheben, ja?

    Apropos: Das Haus liegt am zweithöchsten Punkt in der Strasse, ich sehe also keine Gefahr eines Rückstaus, daher auch keine Notwendigkeit für ein entsprechendes Ventil...

    Grüsse,
    Donald
     
  10. #10 Donald72, 04.07.2014
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    ... - zum Vorschlag der nach aussen Verlegung der AW-Rohre:
    das Haus ist ein Teil einer Doppelhausbebauung und der Kanal verläuft genau an dieser bebauten Seite... - geht also leider nicht...

    Donald
     
  11. #11 valent1n, 04.07.2014
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    Nochmal von vorne, ist das Haus aktuell an den öffentlichen Kanal angeschlossen? Handelt es sich um eine Sickergrube oder um einen Revisionsschacht? Wie wird denn das Regenwasser auf dem Grundstück versickert?

    Für Dich zur Information http://www.stadtwerke-singen.de/pdfs/info_ha1.pdf

    Hast Du Wasserverbraucher im Keller? Waschmaschine etc. für die könnte eben eine Hebeanlage interessant sein, siehe pdf.
     
  12. ISYBAU

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    Rückstau: Entweder liegt das unterste zu entwässernde Geschoss über oder unter der Rückstauebene. Rückstauebene ist in der Regel die Straßenoberkante an der Einleitstelle.

    Alles was unter der Rückstauebene liegt sollte über eine Hebeanlage entwässert werden - und schon ist der zumeist kritische Hohenzwangspunkt eliminiert.

    Achtung! Alles was über der Rückstauebene anfälllt!!! darf grundsätzlich nicht in die Hebeanlage (kann man machen, aber das ist eine andere Bauastelle)

    Erneuerung: Sollten die Außenanlagen ohnehin umgebaut werden, wäre man mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn man dabei nicht die Chance ergreift die Leitungen zu erneuern.

    Wurzeln: Natürlich kann man eine Leitung mit Wurzeleinwüchsen (nach Wurzeleinfernung) mit Schlauchliner dauerhaft abdichten. Baumgrün ist wohltuend und gut - man muss kein baumlose Landschaft wegen Abwasserleitungen schaffen.

    Schlauchliner: Inliner ist ein Laien-Begriff - "Inliner" stehen eher für Schuhe mit Rollen - macht sich ganz gut an Füssen, wenn mans kann.
     
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