Kein Dampfbremse im Randbereich nach Sanierung normal und Praxis üblich?!

Diskutiere Kein Dampfbremse im Randbereich nach Sanierung normal und Praxis üblich?! im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo, ich habe hier mal eine Frage an die Praktiker und Dachdecker. Ich habe vor ca. 4.5 jahren unser Dach komplett neu aufdoppeln, dämmen und...

  1. CRONOS

    CRONOS

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    Hallo,

    ich habe hier mal eine Frage an die Praktiker und Dachdecker.
    Ich habe vor ca. 4.5 jahren unser Dach komplett neu aufdoppeln, dämmen und eindecken lassen.

    Kurz gesagt sollte der Aufbau sein:
    Innenseitig eine OSB Platte zwischen den Sparren, dazwischen 200mm Isofloc eingeblasen, außen eine DWD Platte.
    Im Dachgeschoss hatten wir damals noch von innen Profilhölzer drauf, im 1. OG die "üblichen" Heraklithplatten in den schrägen.



    Leider kam nun "zufällig" einige Schäden zum Vorschein.
    Nach dem entfernen der der alten Profilverschalung im DG sah man gut die OSB Platten zwischen den Sparren.
    Allerdings waren alle "Ränder" (hier ca. 5-15cm) um den Kamin herum, zur Hauswand des Nachbarn und eine Außenwand nicht "abgedichtet",
    Man konnte in diesen Bereichen direkt auf alte und neue Dämmwolle schauen.
    Wie es dort ohne Dampfbremse aussah kann man sich evtl. denken.

    Die Dämmung war feucht, und die DWD Platte innenseitig angeschimmelt und teils triefend nass.

    Wie es im 1. OG hinter den Schrägen aussieht kann ich im Moment nicht sagen. Ich befürchte, dass es dort nicht anders ist.

    Aussage des Dachdeckers dazu:
    Theoretisch ist das natürlich nicht gut, allerdings könnnen alle Dachdecker in diesen kleinen Randbereichen nicht anders arbeiten.
    Eine Dampfbremse könnte man von Außen nicht zuverflässig einschlaufen und befestigen.
    Gefährlicher wäre es, eine schlecht anliegende Dampfbremse zu verbauen, weil dann ein Tauwasserausfall direkt auf die Sparren geleitet wird.
    Also wird Dämmung frei eingestopft, ohne Dampfbremse.


    Ich soll halt versuchen Konvektion in diese Bereiche zu stoppen.
    Erfahrungsgemäß würde auch hintern den alten Heraklithplatten dann nichts weiter "passieren".
    Die Profilhölzer wären einfach zu "undicht" gewesen.


    Wie wird in der Praxis bei einer reinen Außensanierung damit umgegangen?

    Vielen Dank im Voraus für Eure Erfahrungen!
     
  2. DD A

    DD A

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    Grundsätzlich muss unterhalb eine Luftdichtheitsschicht angebracht sein, von geschlauften Klimamembran Folien halte ich auch nichts, ( auch wenn es zugelassen ist, sind Detaillösungen praktisch schlecht umsetzbar wodurch es wieder zu Tauwasserausfall versteckt kommen kann) in der Regel werden, wenn nur von aussen gearbeitet werden kann, Kombinationen zwischen Zwischensparren und Aufsparrendämmung eingesetzt , i.d.R . wird das Sparrengefach gedämmt, dann über die Sparren eine Luftdichtheitsschicht verlegt die vollständig an allen Mauerwerkes etc. Luftdicht angeschlossen wird, dann folgt eine Aufsparrendämmung .
    Wichtig dabei ist das Verhältnis zwischen der Dämmung unter und über der Luftdichten Ebene , und Art und Funktion der Luftdichtheitsschicht ( Sd Werte etc.) je nach Dämmstoff etc.
    Es darf keine Feuchte Warme Luft nach aussen ziehen , weil dieses Tauwasserausfall verursacht.
    Theoretisch kann eine Verputzte rissfreie Innenbekleidung die Luftdichteschicht darstellen , ist aber in der Praxis durch ggf. Setzrisse meist hinfällig.
    Das die Luftdichte Ebene unterhalb aller Dämmschichten die besser ist, stellt sich von selbst dar, es gibt aber genug fachgerechte Lösungen für den Altbau. Einblasdämmung und DWD Platten, waren nicht die schlechteste Wahl ( Ich bewerte diese Art der Dämmung grundsätzlich höherwertiger ( nicht vom U-Wert!) als Kunststoffe PU, PIR etc.)
     
  3. CRONOS

    CRONOS

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    Dankeschön für die Einschätzung.

    Leider ist das Kind nun schon im Brunnen und eine Aufsparrendämmung nur im Randbereich nicht möglich.
    Wie könnte man nun die schmalen Ränder zwischen Balken und Wänden/Giebel bearbeiten ohne die Innenverkleidung abzunehmen?

    Oder nochmal so gefragt; das läuft bei allen Sanierung von Altbauten so? Jede Lücke <30cm wird ohne dampfbremse ausgestopft?
    Dann gibt es sicher unzählige versteckte Schäden...
     
  4. DD A

    DD A

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    Ja, das ist aber nicht Dein Problem, sondern von dem Dachdecker, der das verbrochen hat.
    Nochmal, das läuft nicht immer so ab, das können nicht alle Dachdecker nicht , nur Deiner und andere Murkser.
    Eine Luftdichte Ebene im Dachbereich bei Sanierung ist egal ob Dämmen von innen oder von aussen verpflichtend für einen sicheren Aufbau. Alles andere ist gemurkst. Es gibt genug Möglichkeiten ( Aufbauten) ohne die geschlaufte Klimamembran die auch Fehler anfällig ist. Jetzt bei fertigem Dach, und bestehender Innenbekleidung geht ohne Rückbau zumindest in teilen gar nichts , und wenn Dein Dachdecker während der Sanierung wo alles offen war nicht in der Lage war irgendwo eine funktionierende Luftdichte Ebene einzubauen , wird er das jetzt schlecht korrigieren könne ohne alles neu. Wenn es Dir egal ist, lass Ihn murksen und bald ist er eh aus der Garantie raus, dann ist Schimmel und Fäule Dein Problem, wenn nicht muss Du in den sauren Apfel beissen und einen Gutachter ( nicht TÜV Bauprüfer oder andere halbwissende sondern Dachdeckermeister mit Tätigkeit als Gutachter )beauftragen. Nasse Schimmelnde Dämmung nach Sanierung darf nicht sein, und schon gar nicht das man von innen da rein greifen kann. Irgendeine Folie da rein frickeln verdeckt nur den grundsätzlichen Fehler , beseitigt aber nicht die Ursache ( scheinbar komplett fehlende Luftdichte Ebene. Unterhalb der Dämmung )
     
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