Keller tiefer legen - Wie tief kann man gehen?

Diskutiere Keller tiefer legen - Wie tief kann man gehen? im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Ich wohne in einem Altbau Bj. 1911 und möchte meinen Keller tiefer legen. Der Keller ist trocken, hat eine Fläche von ca. 18 m/2 und im Boden...

  1. nrw1967

    nrw1967

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    Ich wohne in einem Altbau Bj. 1911 und möchte meinen Keller tiefer legen.
    Der Keller ist trocken, hat eine Fläche von ca. 18 m/2 und im Boden liegen
    Backsteine, darunter ist dann schon die normale Erde bzw. Lehm.

    Ich möchte nun die Steinschicht und ca. 15-20 cm Boden bis zu der Unterkante
    des Mauerfundamentes entnehmen und dann mit gelieferten Beton Typ C 2530,
    32er Kornstärke, incl. 6 cm Metalleinsätze, eine ca. 11 cm Bodenplatte gießen…

    Meine Frage:
    Kann man den Kellerraum ohne Probleme bis zu der Unterkante MF freilegen,
    oder ist da mit Schwierigkeiten bezüglich der Statik zu rechnen? Ich habe nicht
    vor unter bzw. tiefer als das Mauerfundament zu gehen.

    Für Antwort schon mal Danke im Voraus :)
     
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  3. gast3

    gast3 Gast

    warum nicht

    Hallo,

    solange du nicht unter die vorhandenen Fundamente gehst, ist es kein Problem. Ansonsten geht es nur abschnittsweise (Unterfangung, s.g. Pilgerschritt-Verfahren, jederzeit kraftschlüssig auszuführen etc.)
     
  4. #3 Isolierglas, 20. Juni 2008
    Isolierglas

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    Auch Unterkante MF kann gefährlich werden (Grundbruch)

    Das sollte ein Statiker entscheiden.
     
  5. nrw1967

    nrw1967

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    Hm, 2 unterschiedliche Meinungen sind problematisch...

    Das vorhandene Mauerfundament ist über 40 cm stark und der Aushub wird 30 cm definitiv nicht überschreiten, da dann die Unterkante schon erreicht ist. Sinn und Zweck dieser Maßnahme ist in erster Linie, das ich einen sauberen und geraden Untergrund zum fliesen bekomme. Die 15-20 cm gewonnene tiefe ist da nur ein positiver Nebeneffekt.

    Vielleicht lässt sich ja mit dieser zusätzlichen Info eine einheitliche Meinung bilden?
    Auf jeden Fall schon mal Danke für die beiden Beiträge :-)
     
  6. PeMu

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    Nö,

    da ja schon 2 verschiedene Meinungen auf dem Markt sind ;-).

    Die Grundbruchsicherheit ist ein Thema, d.h. dass das Fundament in den Baugrund einbindet und nicht nur draufsteht.
    Nach dem Umbau verblieben nur noch 11 cm Beton als "Gegengewicht".
    Regelmindestdicke ist mind. 30 cm für kleine Fundamente (EFH, ...)
    Ansonsten mind. 50cm.
    Je nach Boden, Lasten usw. kann man auch unter die Werte gehen. Aber nicht mit einer pauschalen Aussage.

    Das sollte sich daher jemand vor Ort ansehen - Tragwerksplaner hinzuziehen.
     
  7. nrw1967

    nrw1967

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    Mal davon ausgegangen das ich auf den Tiefengewinn verzichte und nach dem Aushub, zügig ein entsprechend starkes Fundament gieße...
    Muss ich während der Arbeit, bei den beschriebenen Gegebenheiten, wie im Beitrag von Isolierglas angegebenen, mit einem Grundbruch rechnen?
     
  8. S.Oertel

    S.Oertel

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    Tach auch!

    Verstehs doch - jede Bude ist anders und die Kristallkugel gibt auch nicht wirklich was her. Niemand weiß, wie qualifiziert und wie nah am Limit damals geplant wurde und was sich möglicherweise in der Zwischenzeit geändert hat. Klar - Du willst den twp sparen und erwartest hier einen Freifahrtschein, den Niemand ausstellen will/kann.
    Wenn die Hütte bisher rißfrei war, ist es recht unwahrscheinlich, daß die zusammenkracht, weil mal für kurze Zeit der Boden fehlt - garantieren kann das aber Niemand - insofern geht die Frage ins Leere...

    Laienmeinung!

    Gruss
    Sven
     
  9. nrw1967

    nrw1967

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    Ja, klar Sven... hast ja im Grunde genommen recht und die bisherigen Antworten haben mir zumindestens schon mal etwas weitergeholfen...

    An alle Teilnehmenden noch einmal vielen Dank :-)
     
  10. gast3

    gast3 Gast

    Frage wäre, was hast du für einen Boden ?

    Die Grundbruchgefahr (reden wir hier über das Selbe ?) sehe ich immer noch nicht so richtig.

    Ausgehend von vertikalen Lasten ( ? ) ist ein Gleiten / Kippen des Fundamentes auch unwahrscheinlich, wenn du durch das Wiederverfüllen die seitliche Bettung wieder herstellst.
     
  11. nrw1967

    nrw1967

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    @thor65

    Der Untergrund besteht aus festem Lehmboden. Von meinem laienhaften Verständnis her sehe ich das aber auch so wie Du. :-) Ich habe aber halt keine Erfahrungswerte, wollte hier gerne die Meinung von Leuten einholen, die sich auskennen bzw. die bei ähnlichen Gegebenheiten schon Erfahrungswerte haben...

    Hat ja Supi geklappt, echt ein gutes Forum mit netten aber auch kritischen Leuten. Thanks :-)
     
  12. PeMu

    PeMu

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    Sehr geehrter Herr Geologe,
    der Fragesteller möchte die bestehenden Fundamente innen bis zur Sohle freigraben. Ob die seitliche Bettung dann wieder hergestellt wird mit der 11cm Bodenplatte?

    Es ist ein bindiger Boden vorhanden. Das ist eine große Bandbreite.
    Diese Böden verändern zudem Ihre Eigenschaften in weiten Bereichen mit dem Feuchtegehalt.

    Die Fundamente stehen isoliert - keine statisch stabilisierende Bodenplatte für ausmittige Lasten.
    Keiner Infos wie hoch der Erddruck und die Auflasten sind.
    Die auftretenden Schäden sind i.d.R. Langzeitschäden - Rissbildungen durch Lastumlagerungen, Verformungen, Wandbewegungen. Bei nem Lagerkeller nicht so wild, bei ausgebauten Räumen? Außerdem zieht sich das durchs Haus.

    Daher kann man das so pauschal nicht sagen.
    Bei felsigen Untergründen stellt es sich anders dar.
     
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  14. gast3

    gast3 Gast

    Sehr geehrter Herr Ingenieur,

    das ist ein vernünftiger und konstruktiver Beitrag, dem ich mich durchaus anschließe. Mein letzter Kenntnisstand ist, dass der Herr Informatiker auf den "Tiefengewinn" verzichten würde, so dass er die Situation nicht nachteilig verändern würde.

    Also Spaß beiseite, niemand kann hier jemanden Entscheidungen abnehmen, dafür ist jedes Objekt anders, egal wie viele wir schon gesehen haben.

    Ich bleibe dennoch - als Kompromisvorschlage - dabei. Er gewährleistet die von dir genannten mindestens erforderlichen 30 cm im Endzustand - sofern keine zusätzlichen Verkehrslasten wirken - der Erddruck ist dann nicht das Problem.
     
  15. #13 Isolierglas, 23. Juni 2008
    Isolierglas

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    @nrw1967,

    der Tragwerksplaner ist nicht teuer und sein Geld Wert. Schönes Beispiel: Ich sage Dir:

    "Hebe abschnittsweise (1m) ein 30cm Fundament aus, 30 breit, 60 tief, fülle das mit C20/25, und erstelle, wenn Du einmal rum bist die Bodenplatte"

    Du wirst eine elende Arbeit haben, höchstwahrscheinlich geht nichts kaputt...

    Der Tragwerksplaner wird in etwa 200-300 EUR kosten. Wenn die von mir beschriebene Massnahme unnötig ist, hast Du ein vielfaches an Zeit und Geld eingespart... Von der Arbeit gar nicht gesprochen...

    Nimm den Tragwerksplaner mit ins Boot. Die Jungs (oder Mädels... ;-)) sind in der Regel ihr Gels wirklich wert!!!

    Gruss, Dirk
     
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