Kellerboden aufgeschlagen wg. Abwasserführung - wie verschließen?

Diskutiere Kellerboden aufgeschlagen wg. Abwasserführung - wie verschließen? im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Wir bauen im Keller ein neues Bad, und hierzu wurden im Kellerboden einige Abwasserleitungen neu bzw. anders verlegt. Dazu musste natürlich der...

  1. #1 Eberh@rd, 22. März 2003
    Zuletzt bearbeitet: 7. April 2003
    Eberh@rd

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    Wir bauen im Keller ein neues Bad, und hierzu wurden im Kellerboden einige Abwasserleitungen neu bzw. anders verlegt. Dazu musste natürlich der Boden aufgeschlagen werden.

    Dabei zeigte sich, dass die Bodenplatte aus Stahlbeton besteht, darunter eine Folie, darunter wiederum wohl eine Kiesschicht. Kelleraußenwände sind auch aus Stahlbeton - also wohl eine 'WW'.

    Nun kam der Estrichleger (Perlitschüttung und ein Heißasphaltestrich soll aufgebracht werden), und hat die aufgeschlagenen Bodenkanäle um die dort verlegten Abwasserrohre bereits verfüllt.

    Hierzu hat er jedoch ein bräunlich-graues trocken-sandig wirkendes Gemisch verwendet, was einen ganzen Tag zum "Aushärten" brauchte.

    Im ausgehärteten Zustand ist das Zeug nun stellenweise so erdig-bröselig, dass ich mit den bloßen Fingern Löcher hineinkratzen und Stücke herausbrechen kann.

    Frage an die Kellerboden-Experten:

    Ist das Schlamperei und sollte ich mir schleunigst einen anderen Handwerker suchen (bevor auch noch der Estrich verpfuscht wird)? Oder kann man sagen, bei Heißasphalt, der ist so dicht, da ist es sowieso egal, wie's drunter aussieht?

    Wenn ich momentan die Zeit dazu gehabt hätte, es selber zu machen, hätte ich das sauber mit gescheitem Beton ausgegossen - wäre das besser gewesen, oder bringt Beton hier keinen Vorteil, weil ja die Stahlbewehrung entlang der Kanäle ohnehin komplett durchtrennt ist?

    Ich danke Euch vorab für jede kundige Meinung hierzu, da ich ggf. rasch handeln muss, bevor uns der gute Mann wieder in's Haus kommt.

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  3. #2 bauworsch, 22. März 2003
    bauworsch

    bauworsch Gast

    Wer ist denn auf die

    Schnappsidee gekommen, ein bestehendes (Beton-) Gefüge derart zu vergewaltigen. Allein das Vorliegen einer Folie und Bewehrung in der Bodenplatte ist kein Indiz für eine Weisse Wanne. Schlimm, wenns so wäre...
    Einfach da jetzt so´ne undeffinierbare "Masse"reinschütten ist nicht. Die Folie sollte unten zumindest wieder abgeklebt werden. An Altbeton mit Frischbeton ran bedarf der Vorbehandlung der alten Bodenplatte. Wurde bestimmt nicht gemacht...
    Heißasphalt?? Soll da ein Gußasphaltestrich drauf???...
     
  4. Eberh@rd

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    > Wer ist denn auf die Schnappsidee gekommen, ein bestehendes (Beton-) Gefüge derart zu vergewaltigen.

    Diese Bemerkung sagt mir jetzt nicht so viel - außer dass der Sanitärinstallateur es offenbar anders hätte machen sollen?... Wie müsste man denn - zusätzlich zu den bestehenden - neue Abwasserleitungen im Boden 'korrekt' einbauen?

    >Die Folie sollte unten zumindest wieder abgeklebt werden.
    Uns wurde gesagt, die Folie hätte die Funktion gehabt, beim Gießen der Bodenplatte das Auswandern des Wassers vor dem Abbinden des Betons zu verhindern. (Das Haus steht übrigens ganz oben auf einer Kuppe).

    >Heißasphalt?? Soll da ein Gußasphaltestrich drauf?
    Ja, wg. der guten Dichtigkeit, und da eine minimale Aufbauhöhe des Estrichs erforderlich war.

    Bitte (alle) noch um weitere Information, wie ggf. die Bodenplatte korrekt zu verschließen ist, und was evtl. zu befürchten steht, wenn der Estrichleger so weiter macht wie bisher.
     
  5. Gast

    Gast Gast

    Es gibt ja das Sprichwort, " Man kann einer Laus auch in den Arsch schauen, wenn man es nur will. Tüpisch Schreibtischtäter.

    Natürlich ist die Folie nur dazu da, um zu verhindern das zum abbinden benötigte Wasser abgesaugt wird. Allerdings hätte ich den zugeschütteten und verdichteten Graben wieder mit Folie ausgelegt ( Abbindewasser soll nicht verloren gehen) den anschluß zur vorhandenen Bodenplatte hätte ich mit Upat Dübel hergestellt, ich hätte eine Bewährung Konstruktiv eingebracht, Betonränder gut Naß gemacht, und mit Dichtungsmittel versetzten Beton vergossen.
    Nach ausreichender aushärtezeit den Gußasphaltestrich drauf.

    @bauworsch

    Natürlich gibt es Siuationen, wo man die Bodenplatte aufstemmen muß, wo lebst Du eigendlich. Es wird nicht nur neu gebaut, es wird auch Renoviert, und Modernisiert. Es kommt nur darauf an, das es richtig gemacht wird. Ich denke mal, hier sind die Theroretiker überfordert, kommt ja so auch nicht in den Normen vor.

    Was haben wir den hier für einen Fall?
    Es wird wohl ein Älteres Haus sein. Normale Sohle, wenn überhaupt, dann aus WU Beton, Folie unter der Sohle damit abbindewasser nicht verloren geht.
    Nun will der Mensch ein Badezimmer im Keller, ist doch sein gutes Recht. Und natürlich müssen dafür Rohre verlegt werden, und wenn es nicht anders geht, dann eben unter die Sohle. Dafür muß man die Sohle aufstemmen, anders geht es nicht.
    Das ist stand der Technik.
    Natürlich geht man bei einer Weisen Wanne anders vor, und verwendet spezielle Metoden und Materialien. Aber hier handelt es sich nicht um eine Weise Wanne.

    Ich habe in diesem Forum schon oft festgestellt, das vor allem die Theroretiker alles viel zu sehr auf die Normen abstellen. Wenn man ihre Ratschläge beachten würde, wäre ein Haus unbezahlbar. Die Herren haben noch nie eine Kelle, oder einen Boschhammer in der Hand gehabt, wollen aber alles besser können. Ich habe in meiner Firma schon einige Studenten ausgebildet, die schon in der Schulzeit wärend der Ferien bei mir gearbeitet haben, und später in den Semesterferien. Auf diese art und weise haben sie sehr genau mitbekommen was Praktisch geht und was nicht. Sie haben einen guten weg zwischen Therorie und Pracktisch gefunden. Auch ich habe in all den Jahren vieles von ihnen gelernt.
    Aber man muß die Kirche im Dorf lassen.
    Natürlich müssen Din Normen beachtet werden, aber nicht jede Din Norm ist auch Sinnvoll.
     
  6. Eberh@rd

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    Danke, Gast, für verständisvolle Worte bzw. realistische Einschätzung der Ausgangssituation.
    Zwei Fragen hätte ich noch:

    1: Ändert es etwas, wenn die Rohre nicht *unter*, sondern *in* der Sohle verlegt sind? D.h. die Rohre sind in das abgebildete 'Gemisch' eingebettet.

    2: Sollen wir die Geschichte so belassen, bzw. was könnte schlimmstenfalls überhaupt die Folge dieser so verschlossenen Aufbrüche sein?

    (Ich meine, wir wohnen oben auf einer Kuppe, und eigentlich wollte ich daher ursprünglich auch auf eine Rückstauklappe verzichten.)

    PS: Haus ist etwa 12 Jahre alt, Pfusch haben wir nach Einzug vor einem Jahr noch in keinster Weise entdecken können - alles offenbar recht hochwertig ausgeführt.
     
  7. Gast

    Gast Gast

    zu frage 1: Die Rohre müssen in jedem fall unter die Sohle verlegt werden, darauf eine Schicht Sand, am besten Mauersand, und dann die Sohle wieder zu betonieren, Gußasphaltestrich drauf. Das "Gemisch" muß auf jeden Fall raus.
    Alles andere so wie zuvor beschrieben.

    Wenn Sie alles so belassen, können Risse entstehen, an denen Sie keine Freude haben werden. Zuerst wird der Gußasphaltestrich Risse bekommen, und falls der Boden Gefliest werden soll, werden die Fliesen auch Risse bekommen, und das schaut sehr Häßlich aus.

    Wenn Sie das alles so ausführen wie ich in meinem ersten Beitrag beschrieben habe, werden Sie keine probleme bekommen, und es werden keine Risse kommen.

    Auf eine Rückstauklappe würde ich selbst dann nicht verzichten, wenn ich auf dem Everest wohnen würde. Wer weis schon was alles noch kommt, da ist es besser vorbereitet zu sein.
     
  8. Eberh@rd

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    Sorry, habe mich getäuscht; die Rohre sind tatsächlich *unter* der Sohle in Sand verlegt.
    Sie meinen, die Risse drohen wegen der Beeinträchtigung der Statik der Bodenplatte. OK. Aber der Estrich wird wohl "schwimmend" verlegt, und zwar auf einer Perlitschüttung. Diese Schüttung dürfte Bewegungen und evtl. Rissbildungen in der Bodenplatte ja ausgleichen, so dass allenfalls der Anschluss Estrich <-> Wand sich verbreitert. Und dort kommt ja eine elastische Fuge hin. Gefliest wird der Raum, das ist richtig.

    Danke jedenfalls nochmal für die praktischen Hinweise.
     
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  10. jacob

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    bodenplatte

    was für eine gründung haben sie?
    eine bewehrung der bodenplatte ist nicht erkennbar - ist es "nur" beton" oder wirklich stahlbeton.(beton sieht übrigens fürn laien nicht als b35 wu aus, eher wie b<15 handgemischt!)
    bei letzterem sollte bei grösseren durchbrüchen mal ein statiker konsultiert werden!
    für mich sieht es so aus, dass das haus (wie bei meinen eltern) irgenwo streifenfundamente hat und dazwischen eine bodenplatte betoniert ist. die hat dann kaum statische funktion und kann (auch wenn sie konstruktiv bewehrt ist) mit dem stemmhammer bearbeitet werden.
    bei einer richtigen WU-platte wäre ihnen u.u schon das grundwasser entgegen gekommen.
    zur wiedereindichtung sowohl bei normaler als auch wu-konstruktion bin ich überfragt, bei einer wu-bodenplatte stelle ich es mir auf der innenseite jedoch ziemlich kompliziert vor!
     
  11. Eberh@rd

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    Hallo - Danke für die Rückantwort. Was Beton angeht, bin ich in der Tat Laie, und nenne meinen Kellerboden "Stahlbeton", weil er zumindest eine Art von Eisenmatte als Bewehrung hat. Diese wurde beim Aufstemmen mit dem Stemmhammer durchtrennt (ca. 5mm Eisen-Ø)
    Der Estrichleger meint, das hätte alles seine Richtigkeit - der aufzubringende Asphaltestrich wäre komplett dicht. Vielleicht ringe ich mich dazu durch, dass er mir das schriftlich geben soll.
     
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